Miracle Mineral Supplement

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Version vom 28. Februar 2017, 18:13 Uhr von Convaincu (Diskussion | Beiträge) (Humble Verlag auf der Messe Mops und Miez-:))
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MMS bei eBay
Erfinder Jim Humble alias "Bishop James V. Humble"

Miracle Mineral Supplement (MMS bzw. aktivierter Sauerstoff oder Vitamin O2, MMS1, CDS/Clorine dioxide solution, E 926. Auch Multieffect Mineral Solution, Maltesian Mineral Solution oder Master Mineral Solution) ist der Handelsname eines in Deutschland illegal angebotenen und nicht zugelassenen Arzneimittels[1][2][3][4], das etwa seit 2009-2010 in der Alternativmedizinszene häufig als Nahrungsergänzungsmittel mit so genanntem aktiviertem Sauerstoff oder zur vermeintlichen "Wasserbehandlung" (bzw. als Advanced Oxygen Therapy) angeboten wird. Tatsächlich enthalten MMS-Produkte Natriumchlorit, welches unter bestimmten Bedingungen das Desinfektionsmittel Chlordioxid freisetzt. MMS wurde von dem amerikanischen Ingenieur und langjährigen Scientologen Jim Humble erfunden. Von Humble ist keinerlei Qualifikation auf dem Gesundheitsgebiet bekannt. Der selbsternannte "Bischof" Humble ist auch eine Art Religionsstifter einer eigenen Kirche "Genesis II Church of Health and Healing", die wertlose Doktor- und Pastor-Scheintitel vermarktet. Offenbar um gesetzliche Vorgaben zu umgehen, werden die Behandlungsempfehlungen mit MMS als "offizielle Sakramente der Kirche Genesis II Church of Health and Healing" bezeichnet (official sacraments of the Genesis II Church of Health and Healing).

Es ist keine wissenschaftliche Studie oder zitierbare Literatur bekannt, die zeigen würde, dass MMS als Mittel zur Behandlung von Krankheiten irgendeiner Art geeignet sei. Befürworter von MMS verweisen dagegen auf angeblich erfolgreiche Menschenversuche an Gefangenen in einem Gefängnis im afrikanischen Malawi, die das Desinfektionsmittel einnehmen mussten,[5][6] und auch in Uganda seien erfolgreich Menschenversuche bei AIDS unternommen worden. Zitierbare Fachliteratur, die die Wunderwirkungen belegen könnten, werden aber dazu nicht genannt. MMS wird völlig unkritisch und verantwortungslos in verschiedenen deutschsprachigen Esoterikzeitschriften wie NEXUS Magazin, Zeitenschrift[7] und dem Mobiwell Verlag (Thomas Kirschner) sowie bei Bewusst.TV von Jo Conrad und Lnc-2010 beworben. Auch im obskuren MMnews-Blog von Michael Mross findet sich ein Hinweis auf die Nutzung von MMS, das angeblich "harmlos" sei.

Um das Produkt trotz fehlenden Eignungsnachweises plausibler zu machen, werden Verschwörungstheorien um staatliche Unterdrückung bemüht. Im Falle des MMS hätten sich sogar die international operierenden Bilderberger abgesprochen, das rettende Mittel zu unterdrücken, um damit einen Beitrag zu einem weltweiten Bevölkerungsreduktionsprogramm zu leisten. Damit ist ein weiteres Kriterium der Zehn Indizien für Quacksalberei erfüllt.

Mehrere Aufsichtsbehörden warnen vor MMS und der Verkauf des nicht als Arzneimittel zugelassenen MMS führte in mindestens einem Fall in Deutschland zu einer Hausdurchsuchung und Anzeige gegen einen MMS anbietenden Arzt. Das pharmakritische Berliner arznei-telegramm warnte in seiner Zeitschrift "Gute Pillen - Schlechte Pillen" bereits 2008:

"MMS und seine Vermarktung erfüllen etliche Kriterien der Quacksalberei", da insbesondere viele Behauptungen "dem medizinischen Wissen" widersprechen. "Die Behauptung, die 'guten Bakterien' nicht zu treffen und nur die 'bösen' Erreger von Malaria, AIDS etc. zu töten, ist absurd."[8].

Ebenso warnt die Verbraucherzentrale in einer Meldung Stand 03. Januar 2017 vor einer "erheblichen Gesundheitsgefahr" und warnt: "Von der Einnahme geht eine erhebliche Gesundheitsgefahr aus. Von der Verwendung dringend abzuraten!" [sic][9]

Nachfolgeprodukte und Konkurrenzprodukte zu MMS sind Dioxychlor, CDS (Chlorine Dioxide Solution – auch CDL genannt), CUW und CDI.

Hinweis: das hier thematisierte Produkt Miracle Mineral Supplement, abgekürzt MMS, ist nicht mit der Substanz Methylmethansulfonat zu verwechseln, die ebenfalls mit MMS abgekürzt wird.

MMS

Typische Werbung
MMS (mit Gefahrensymbol Xn) und "Aktivator" Salzsäure (Bild: naturprodukte.nl)

MMS enthält das toxische und umweltgefährdende Chlordioxid als Wirkstoff bzw. Natriumchlorit, das zu Chlordioxid reagiert. Chlordioxid gehört zur Stoffgruppe der reaktionsfreudigen Chloroxide. Chlordioxid ist giftig beim Einatmen und umweltgefährlich.

Als gut wasserlösliches Gas bleibt es gelöst im Wasser und färbt dieses gelblich. Zum "Aktivieren" von MMS muss der Anwender Zitronensäure oder Salzsäure hinzufügen. Das Natriumchlorit disproportioniert (reagiert mit sich selbst) dabei in saurer Lösung zu Chlordioxid und Natriumchlorid (Kochsalz). Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass nicht alles Natriumchlorit zu Chlordioxid reagiert und in der Lösung verbleibt. Das Mittel habe antibiotische Eigenschaften und sei nach Humble der effektivste Krankheitskiller überhaupt.

Chlordioxid wird auch in der Papierindustrie zum Bleichen von Papier eingesetzt und war bis 1997 ein Konservierungsstoff für Lebensmittel (als E 926). Chlordioxid wurde dann jedoch im Rahmen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes verboten, weil nach Tierversuchen schwere Nierenschäden nachgewiesen wurden. Importierte und mit Chlordioxid belastete amerikanische Hähnchen (sog. Chlorhühnchen) waren Thema der EU-Kommission[10] und ihr Import wurde mit Auflagen erlaubt, nachdem sie 1997 als "unappetitlich" angesehen wurden. Dass das Desinfektionsmittel Chlordioxid ausserhalb des menschlichen Körpers tatsächlich Keime abtöten kann, ist unbestritten. Es wird deshalb in der Trinkwasserdesinfektion zur so genannten Chlorierung eingesetzt, kann dem Wasser in Schwimmbädern einen charakteristischen Geruch verleihen und führt gelegentlich zu geröteten Augen.

Chlordioxid als Ausgangsstoff ist ein oxidierendes Biozid und gehört zu den höherwertigen Sauerstoffverbindungen des Chlors. Von den oxidierenden Bioziden ist Chlordioxid das selektivste Oxidationsmittel. Chlordioxid reagiert nur mit reduzierten Schwefelverbindungen, den sekundären und tertiären Aminen und anderen stark reduzierten und reaktionsfreudigen organischen Substanzen.

Natriumchlorit ist ein sehr reaktionsfähiger, brandfördernder Feststoff. Die Substanz reagiert heftig mit brennbaren Stoffen, so dass sie diese zum Teil ohne weitere Zündquelle zur Entzündung bringen und einen bestehenden Brand erheblich fördern kann. Von Natriumchlorit gehen akute und chronische Gesundheitsgefahren aus. Chlorite wirken noch stärker methämoglobinbildend als Chlorate und sind ausgesprochene Blutgifte. Natriumchlorit ist ätzend, besondern für die Augen, da es schwere Augenschäden verursachen kann, gesundheits- und für Wasserorganismen umweltgefährlich.

Da Chlordioxid keine bekannte Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt und keine entsprechende Mangelkrankheit bekannt ist, ist das angebliche Vitamin O2 als ein Pseudovitamin anzusehen.

Während üblicherweise Nahrungsergänzungsmittel als Antioxidantien gepriesen werden, die gegen freie Radikale wirksam seien, sind nun also starke Oxidantien an der Reihe, die auf wundersame Weise gezielt nur schädliche Erreger treffen sollen, körpereigene harmlose Bakterien oder Körperzellen an sich jedoch nicht.

MMS als antimikrobieller Wirkstoff

Laut Jim Humble seien nur anaerobe Bakterien krankheitsauslösend und Chlordioxid schädige selektiv nur anaerobe Keime. Quelle: NEXUS Magazin Februar/März 2009[11]. 99% der Darmflora des gesunden Menschen bestehen jedoch aus anaeroben Keimen.

Wie auch bei kolloidalem Silber sind geringe Konzentrationen an Chlordioxid zwar gesundheitlich unbedenklich, aber dann therapeutisch auch völlig unwirksam, da das Mittel sich vom Darm ausgehend im Körper verteilt. Bei höheren Konzentrationen können zwar prinzipiell chlordioxid-empfindliche Erreger im Körper Schaden erleiden, allerdings zu Lasten der eigenen Gesundheit. Die meisten Bakterien des Menschen (ein erwachsener Mensch hat etwa 2 Kg Bakterien) leben symbiontisch im menschlichen Körper und erfüllen als "Darmflora" auch eine nützliche Funktion. Da oral (über den Mund eingenommenes) MMS auch Darmbakterien erreichen kann, behauptet Erfinder Jim Humble, dass MMS ausschließlich anaerobe Keime (die keinen Sauerstoff benötigen) schädige. MMS suche sich dabei quasi nur krankmachende Keime heraus und schädige diese selektiv. Laut Laie Humble seien nur anaerobe Keime für den Menschen pathogen. Dies behauptete Humble 2008 im NEXUS Magazin[12].

Das Gegenteil ist jedoch der Fall: 99% der Bakterien der Darmflora sind Anaerobier.[13][14][15][16] Demnach müsste MMS also 99% der Darmflora schädigen, was erhebliche gesundheitliche Folgen hätte, wäre MMS tatsächlich im Darm wirksam. Hinzu kommt der verkomplizierende Umstand, dass viele Bakterien erst unter bestimmten Umständen Erreger einer Krankheit werden (Beispiel: E. Coli-Bakterien).

Vergleich mit Chlordioxid zur Trinkwasseraufbereitung

MMS-Befürworter versuchen, MMS-Anwendungen mit Chlordioxidanwendungen zur Trinkwasseraufbereitung zu vergleichen, um MMS damit einen Anschein der Harmlosigkeit zu verleihen. Chlordioxid wurde in der Vergangenheit als Lebensmittelzusatzstoff und wird noch in der Trinkwasseraufbereitung verwendet. In Lebensmittelbetrieben, in Kliniken und in Behörden wird es als Desinfektionsmittel eingesetzt. Die zulässigen Höchstwerte bei der Trinkwasserdesinfektion sind aber um ein Vielfaches niedriger als der Chlordioxid-Anteil in MMS. Der Höchstwert liegt bei 0,2 mg/L. 0,2 Milligramm pro Liter entsprechen einer Lösung von 0,00002% - im Gegensatz zu den 28% in MMS. Auch unterscheiden sich die Bedingungen im menschlichen Körper von Wasserspeichern der öffentlichen Trinkwasserversorgung.

Rechtlicher Status

Artikel im Stern vom 26. Februar 2015[17]

Am 26. Februar 2015 wurden in Deutschland die Produkte MMS und MMS2 des Anbieters Luxusline Ltd. vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als zulassungspflichtige Arzneimittel (Präsentationsarzneimittel) eingestuft, weil die Anbieter eindeutige Heilversprechen machten und arzneiliche Zweckbestimmungen angaben.[18][19] Zulassungspflichtige Arzneimittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn zuvor in einem Zulassungsverfahren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität belegt worden sind. Diese Nachweise liegen für MMS und MMS2 nicht vor. Beide Produkte wurden vom BfArM außerdem als bedenklich eingestuft, weil der begründete Verdacht besteht, dass sie "bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein vertretbares Maß hinausgehen". Daher ist der Handel in der Bundesrepublik Deutschland illegal.

Die Entscheidung des Bundesinstituts bezieht sich nur auf den Anbieter Luxusline Ltd. In anderen Fällen könnten die Gesundheitsämter in den Bundesländern tätig werden und Einfuhr oder Verkauf von MMS-Produkten verbieten, je nachdem, in welchem Bundesland der Händler seinen Sitz hat. Allerdings läuft der Verkauf häufig über Internetshops, die außerhalb Deutschlands registriert sind. Außerdem sei schwer beweisbar, dass MMS als Arzneimittel verkauft wird,[20] und nicht als Chemikalie für andere Zwecke.

Bereits zuvor, im Jahr 2012, war in Bayern MMS als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft worden und Behörden konnten MMS-Bestände beschlagnahmen (siehe weiter unten).

Vermarktung und MMS-Business

Lothar Paulus und Jim Humble beim Fast-Food
Redaktionelle Begleitwerbung bei Bewusst.TV von Jo Conrad

In Deutschland werden MMS-Produkte von der Firma Luxusline LTD. vertrieben. Die Firma nennt einen Geschäftsführer Dennis Hamann. Postanschrift ist eine Briefkastenadresse in Großbritannien[21]; es besteht eine Niederlassung in Hildesheim[22]. Die Luxusline Ltd. bot MMS auch aus Luxemburg an.[23] Im Internet lassen sich zahlreiche Berichte von Bestellern finden, die nach Vorauszahlung nicht beliefert wurden.

Ein weiterer Anbieter ist die vitalundfitmit100 UG aus Mönchengladbach[24] (Geschäftsführer: Marcel Heinze & Ulrike Paulus). Diese Firma verkauft das Produkt als vermeintlichen "Wasserreiniger": Bitte haben Sie Verständnis dafür: Aus rechtlichen Gründen können .. nur Bestellungen für Wasser-Reiniger entgegen genommen werden und es dürfen keine über den vorgesehenen Verwendungszweck als Wasserreiniger hinausgehenden Auskünfte erteilt werden. Die vitalundfitmit100 S. L. bewirbt MMS im deutschsprachigen Internet auch von Ibiza (Spanien) aus. Inhaber der dortigen Firma[25] ist Lothar Paulus. Interessanterweise vertreibt Paulus MMS-Produkte, die mit dem Gefahrensymbol "Xn" (harmful) gekennzeichnet sind. Mit der Gefahrenbezeichnung Xn werden gesundheitsschädliche Stoffe gekennzeichnet, die beim Verschlucken, Einatmen oder sogar durch Aufnahme über die Haut akute oder chronische Gesundheitsschäden hervorrufen können. Typische Produkte dieser Art können beispielsweise WC-Reiniger sein.

Ebenfalls von Spanien aus bewirbt der Deutsche Andreas Ludwig Kalcker MMS. Kalcker soll 2011 für kurze Zeit wegen MMS in Spanien verhaftet worden sein. Ein weiterer Anbieter ist die "Julis Foundation Inc." eines Norbert Miller aus Neuburg a.d. Donau. MMS wird aber auch über Multi-Level-Marketing vertrieben sowie häufig bei eBay mit (nach NEM-Verordnung verbotenen) gesundheitsbezogenen Versprechungen angeboten. Dabei handelt es sich dann um Natriumchlorit (NaClO2) sowie um Anleitungen zur gefährlichen Selbstherstellung. Auch bei Bewusst.TV, einem Projekt von Jo Conrad, ist MMS im angeschlossenen Webshop erhältlich. Werbung für MMS findet sich ferner auf den Webseiten des Esoterik-Projekts AllEinKlang.tv eines Hans Hubert Küppers aus Nordrhein-Westfalen.
2013 wurde bekannt, dass Amazon keine MMS-haltigen Produkte mehr zulässt.

Im November 2008 erschien Humble zu einer Tagung "Neuartige Heilmethoden", die vom Jupiter-Verlag und Adolf Schneider organisiert wurde. Der Jupiter-Verlag hatte nach eigenen Angaben auch MMS-Flaschen verkauft. Humble war von der Heilpraktikerin Sabine Linek nach Europa eingeladen worden.

MMS-Befürworter und -Vermarkter behaupten, dass am MMS-Verkauf nichts oder nur wenig verdient werden könne. Es wird gerne betont, dass MMS quasi fast zum Selbstkostenpreis abgegeben werde. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. MMS-Interessierte werden regelmäßig von den Vermarktern auf die entsprechenden Bücher aus dem Jim Humble Verlag von Leo Koehof verwiesen, die zwischen 12,90 Euro und 26,- Euro pro Stück kosten. Ein Videokurs wird für 199,- US-Dollar (Genesis 2 Church of Health und Healing) verkauft. Zweitägige MMS-Workshops kosten pro Person 290,- Euro. MMS-Käufern werden zudem "dringend" weitere Produkte wie "besonders reines Meerwasser" angeboten, die in den gleichen MMS-Webshops erhältlich sind.

Der Einkaufspreis für 100 ml Natriumchlorit liegt bei etwa 44 Eurocent, verkauft wird das Produkt (inkl. Braunglasfläschen ca. 2,33 Euro) für einen um ca. 860% bis 2.150% höheren Preis (19,99 bis 50,- Euro). Es gibt sogar Berichte über eine Gewinnmarge von 10000%.[26]

Nach der Beschlagnahme seiner MMS-Waren und seiner Verurteilung teilte der ehemalige MMS-Verkäufer und Arzt Peter Rohsmann in einem Rundschreiben mit, seitdem auf einen beträchtlichen Anteil seiner Umsätze verzichten zu müssen.

Auch auf den großen Markt beim Verkauf von Produkten bei Tieren und ihre Besitzern hat es der Vertrieb von Jim Humble abgesehen. So ist er auf einer Messe für Hunde und Heimtiere mit einem Bücherstand vertreten[27]

Anwender und Propagandisten

Werbung für das nicht als Arzneimittel zugelassene MMS durch den ärztlichen Direktor der "Klinik St. Georg" in Bad Aibling, Friedrich Douwes
Hinweis auf MMS-Anwendungen durch den Bad Reichenhaller Allgemeinmediziner Martin Stöppler (Bild: Stöpplers Webseite vom 7. Januar 2011)
Buch der Detmolder Ärztin Antje Oswald

Ein Anwender des nicht zugelassenen Arzneimittels MMS ist der Arzt Friedrich Douwes, der ärztlicher Direktor einer Klinik St. Georg in Bad Aibling ist. Douwes ist auch Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Onkologie e.V., die an gleicher Adresse wie die St. Georg Klinik eingetragen ist. Zitat Douwes:

"MMS ist nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich zur Desinfektion von Trinkwasser und Lebensmittel zugelassen. Entscheidet man sich aber dennoch, MMS einzunehmen, beginnt man grundsätzlich mit nur ein bis zwei Tropfen MMS, am besten abends vor dem zu Bett gehen. Am besten nimmt man MMS 5–10 Minuten vor den Mahlzeiten, oder ab 2 Stunden nach den Mahlzeiten ein [...] Man gibt MMS in ein sauberes Trinkglas, für jeden Tropfen MMS gibt man die gleiche Menge "Activator" (z.B. 10% Zitronensäure oder 9% Salzsäure) hinzu. Danach schwenkt man das Glas kurz und lässt die beiden Substanzen für 3 Minuten miteinander reagieren. Die Reaktionszeit soll 3 Minuten sein, eventuell Eieruhr stellen. Anschließend wird das Glas mit Wasser aufgefüllt und diese verdünnte Lösung zügig getrunken."[28]

Im bayerischen Neukirchen wurden an der "Spezialklinik Neukirchen" von John Gruia Ionescu MMS-Einläufe bei mindestens einem Patienten durchgeführt. Wie der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) am 16. April 2015 in der Sendung "Kontraste" mitteilte[29], wurde an der Spezialklinik Neukirchen durch eine Ärztin zweimal das nicht zugelassene Präsentationsarzneimittel bei einer nur zwölf Jahre alten Patientin eingesetzt. Nach Angaben der in der Fernsehsendung zitierten Mutter Anett Löwe sollen laut "Therapieplan" zwei MMS-Einläufe "gegen Parasiten" (wohl gegen den erfundenen Seilwurm) bei dem Kind praktiziert worden sein. Auch habe man der Mutter aufgegeben die Einläufe zu Hause noch mehrere Wochen lang fortzusetzen. Das als Arzneimittel verbotene MMS/Chlordioxid hat die Klinik den Eltern sogar mitgegeben. Eine Aufklärung darüber, dass MMS ein Chlordioxid-freisetzendes Desinfektionsmittel sei, habe laut Mutter nicht stattgefunden.

In Bad Reichenhall wirbt der Allgemeinmediziner Martin Stöppler mit MMS-Anwendungen. Prognos-Anwender Stöppler verbreitet zudem absurde Behauptungen zur Krebserkrankung, die beim Volksstamm der Hunza in Norwest-Pakistan "unbekannt" sei (siehe "Hunzamythen").[30]

Ein in der Schweiz agierender Promoter von MMS ist der Wiler Arzt, TCM-Therapeut und Medizingeschäftsmann Ralph Manser.

Glaubt man einem unkritischen Artikel zu MMS im NEXUS Magazin[31], so soll der österreichische Arzt Klaus Schustereder (geb. 1973) in Zentralafrika Versuche mit MMS an Menschen durchgeführt haben. Scenar-Anwender Schustereder wird dabei als Leiter des Krankenhauses von Baboua in Zentralafrika angegeben, der dort tatsächlich von 2005-2007 tätig war. Dort soll er bei AIDS-Kranken nicht nur MMS, sondern auch ein homöopathisches Mittel namens PC1 von Peter Chappell auprobiert haben. Dabei sei ein deutscher Kameramann namens Christian Köhlert in Baboua zugegen gewesen. Nach dem NEXUS-Bericht soll der Kameramann selbst als Wunderheiler gewirkt haben: "Christian Köhlert behandelte seinerseits Leute gegen Malaria mit MMS, die alle am nächsten Tag gesund waren."

Eine Heilpraktikerin, die nach eigenen Angaben "viel für die MMS-Forschung" getan habe, ist die Berlinerin Sabine Linek. Weitere MMS-Propagandisten im deutschsprachigen Raum sind der Ingenieur und Medizinlaie Ali Erhan, Andreas Ludwig Kalcker und Ralf Kollinger. Auch der in Bolivien lebende deutsche Arzt Karl Probst ist MMS-Anbieter. In der Schweiz ist Roberto Kistler ein Anbieter von MMS.

Bücher zu MMS mit Werbecharakter liegen in deutscher Sprache vom MMS-Vermarkter Lothar Paulus (Das große MMS-Buch) aus Mönchengladbach/Ibiza und von der Allgemeinmedizinerin Antje Oswald aus Detmold (Das MMS Handbuch) vor.

Der Fall Peter Rohsmann

Peter Rohsmann
Werbung im Webshop des Arztes Peter Rohsmann

Ein deutscher Befürworter ist der Allgemeinmediziner Peter Rohsmann aus Habach bei München, der selbst MMS-Produkte bis zum behördlich angeordneten Verbot und Beschlagnahme vertrieb. In seinem Webshop "Arcadia Eden"[32] bot der Arzt nicht nur diverse Nahrungsergänzungsmittel und Haushaltsreiniger ("ionisiertes Wasser"), sondern auch MMS als "Mach Mich Sauber"-System zur Trinkwasseraufbereitung an. Rohsmann wies dabei auf Gefahren seines Produkts hin:

"Wirkt bei Kontakt mit der Haut reizend - Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase - Gefahr ernster Augenschäden - Von Säuren, Reduktionsmitteln und brennbaren Materialen fernhalten - Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren - Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen - Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen - Abfälle und Behälter müssen der gesicherten Entsorgung zugeführt werden."[33]

Im November 2010 wurde bekannt, dass Rohsmann auf Antrag der Regierung Oberbayern bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde. Es fand eine Hausdurchsuchung mit Beschlagnahme von Unterlagen statt. Laut Münchner TZ sollen die Beamten dabei eine komplette Großlieferung von 1.500 (mal zwei Flaschen) beschlagnahmt haben.[34] Rohsmann stellte daraufhin den Vertrieb von MMS ein und bat Kunden, ein Video von ihm mit einem werbenden MMS-Vortrag aus dem Internet zu entfernen, da nun "alle in meinem Vortag [sic] und auch sonst von mir zum MMS gemachten Aussagen als falsch und irreführend anzusehen" seien.[35][36] Rohsmann wurde im März 2014 vom Landgericht München verurteilt, ebenso in der Berufung. Wegen des "vorsätzlichen Inverkehrbringens eines bedenklichen Arzneimittels" erhielt Rohsmann eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen. Da die Revision zugelassen ist, ist das Urteil derzeit (April 2014) noch nicht rechtskräftig. Die Richterin sah in MMS ein zulassungspflichtiges Arzneimittel, für das auf Kundenseite eine "Verkehrserwartung" gilt, unabhängig von etwaigen anderslautenden Deklarierungen.

Mannheim: Werner Goller

Ein weiterer MMS-Anbieter war der Mannheimer Nahrungsergänzungsmittel-Anbieter, Buchautor und Reichsbürger Werner Goller. Gollers Webshop vitamin-discounter.com ist aktuell (2016) nicht mehr erreichbar. Goller gibt an, sich Ende Dezember 2016 einem Gerichtsprozess stellen zu müssen.[37]

USA: Daniel Smith und Mittäter

In den USA wurde eine vierköpfige Bande von MMS-Verkäufern angeklagt. Sie hatte unter dem Firmennamen Project GreenLife (PGL) von 2004 bis 2011 MMS von Oregon aus hergestellt und angeboten. Die Firma PGL gab auch Anweisungen zur Anwendung bei einer großen Zahl von Krankheiten, darunter Krebs. Um ihre betrügerischen Absichten zu verheimlichen, schmuggelten sie aus Kanada die Industriebleiche Natriumchlorit und fälschten dazu Rechnungen indem sie vorgaben die Bleiche für Zwecke der Abwasserreinigung einzusetzen. Tatsächlich aber war der Ausgangsstoff zur Anwendung am (kranken) Menschen gedacht. Der Kopf der Bande, Louis Daniel Smith aus Ashland in Oregon wurde festgenommen und erhielt Untersuchungshaft.[38]

Nebenwirkungen

Laut Werbebotschaften der Anbieter sei MMS nebenwirkungsfrei. Allerdings können auch haarsträubende und völlig unbelegte Angaben zu Nebenwirkungen von MMS auf einer Werbeseite im Internet gefunden werden:

"Wenn die Einnahme von MMS zu Unwohlsein führt, dann ist das immer ein gutes Zeichen. Jede Veränderung ist ein Zeichen dafür, dass das MMS wirkt und schädliche Bakterien, Viren, Schimmel- und Hefepilze sowie Parasiten abtötet. Durch die toten Organismen entstehen Giftstoffe. Diese lösen die so genannte Herxheimer-Reaktion aus."[39]

Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion ist ein Phänomen aus der klinischen Mikrobiologie. Sie ist jedoch nur durch Experten nachzuweisen und tritt üblicherweise nur unter einer Therapie gegen bestimmte Erreger wie Spirochäten auf.

Die wissenschaftliche Fachliteratur zu Chlordioxid (siehe Literatur-Abschnitt) zeigt mögliche unerwünschte Folgen einer Chlordioxid-Einnahme bei Versuchstieren und beim Menschen auf. Die meisten Beobachtungen beziehen sich jedoch auf Versuchstiere. So kann die Chlordioxid-Einnahme zu einer Methhämoglobinbildung führen. Auch hämolytische Anämien (Blutarmut durch ein "Zerplatzen" der roten Blutkörperchen) und erniedrigte Glutathion-Spiegel können die Folge sein. Hohe Chlordioxid-Werte im Blut werden auch als nierentoxisch angesehen, verkürzen die durchschnittliche Lebenserwartung von Ratten und führen zu einem verringerten Körpergewicht. Bei Affen wurde eine Wirkung auf die Schilddrüse sowie das rote Blutbild beschrieben.

Im November 2014 meldete das British Medical Journal einen Fall der Kikuchi-Fujimoto Krankheit nach der erstmaligen Einnahme von MMS.[40]

In einer verblindeten Untersuchung aus dem Jahr 1982 wurde gesunden Versuchspersonen eine geringe Menge Chlordioxid mit Wasser zu trinken gegeben. Die kleine Menge von 0,1 Milligram ClO2 wurde von den Versuchspersonen ohne Entwicklung von Symptomen vertragen.[41]

Der Tod von Sylvia Fink Solis

Seglerehepaar Doug Nash und Sylvia Fink Solis

Auf der Segelyacht "Windcastle", die nahe der pazifischen Insel Epi Island (Vanuatu) ankerte, starb am 8. August 2009 Sylvia Fink Solis. Sie hatte MMS in der Ansicht eingenommen, es wirke vorbeugend gegen Malaria. Innerhalb von 15 Minuten nach Einnahme verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zunehmend und dramatisch. Zuerst wurde ihr übel, sie erbrach sich und hatte starke Bauchschmerzen und Durchfall. Sie fiel dann innerhalb weniger Stunden ins Koma und verstarb neun Stunden nach Mitteleinnahme noch an Bord. Ein herbeigerufener Arzt konnte ihr nicht mehr helfen. Das Mittel hatten ihr benachbarte Segler gegeben (Luc Callebaut und Ehefrau Jackie Lee von der Segelyacht "Sloepmouche"). Die Staatsanwaltschaft von Vanuatu nahm Ermittlungen auf und es wurde eine Autopsie durchgeführt. Da zu diesem Zeitpunkt das MMS in Vanuatu nicht als verbotene Substanz galt, wurde keine Anklage erhoben.[42]

Behörden warnen vor MMS und greifen ein

Beschlagnahmtes MMS-Kit aus Italien (Torino). In der Mitte ist die typische 3-Minuten-Sanduhr zu erkennen, die auch vom deutschen MMS-Händler Rohsmann angeboten wurde.[43]
Warnung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) vor Scharlatanerie mit MMS
  • Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) wies 2012 auf Fälle von "Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, teilweise mit Blutdruckstörungen und erheblichen Flüssigkeitsverlusten" hin und "rät von der Einnahme und der Verwendung von „Miracle Mineral Supplement“ („MMS“) dringend ab".[44]
  • Die Regierung von Oberbayern stuft MMS als Arzneimittel ein. Da es als solches nicht zugelassen ist, darf es auch nicht mehr vertrieben werden.[45]
  • Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde FDA warnte am 30. Juli 2010 vor der Einnahme von MMS-Mitteln, da das Mittel industrielle Bleichmittel enthalte und es zu erheblichen Gesundheitsschäden kommen könne. Demnach hätten die Behörde zahlreiche Meldungen über gesundheitliche Schäden bei MMS-Kunden erreicht. So sei es zu Übelkeit, Erbrechen und lebensbedrohlichen Zuständen durch Austrocknung gekommen. Kunden, die noch im Besitz von MMS seien, wurden aufgefordert, die Restbestände zu vernichten. Des Weiteren lägen der FDA keinerlei Forschungsergebnisse vor, die belegten, dass das Mittel bei HIV-Infektion, Hepatitis, Grippe, Akne, Krebs oder Erkältungen hilfreich sei. Aktuell prüfe die Behörde auch, Anzeigen gegen Anbieter zu erstatten.[46][47] Auf das FDA-Verbot reagierte Humble mit einer Warnung an den internationalen MMS-Vertrieb:
"Es tut mir leid, euch mitteilen zu müssen, dass mein Name und mein Bild ab sofort und in jeder Form von allen Zusammenhängen mit dem MMS-Verkauf entfernt werden müssen, und zwar sofort, denn wenn mein Name mit dem MMS-Verkauf in Zusammenhang gebracht werden kann, werde ich ins Gefängnis kommen [...] Jetzt ist aber die Zeit gekommen, um MMS als nichts anderes als "Wasserreinigungstropfen" zu deklarieren [...] Wenn die Zeit gekommen ist, sollten die Behörden nichts anderes erkennen, als dass MMS als Wasserreinigungstropfen einsetzbar sind. Hinsichtlich der wahren Bedeutung werden wir uns abstützen auf mein Buch, auf das Radio, Fernsehen, Youtube und andere Internet-Artikel. Ich habe noch ein weiteres Anliegen: überall sollte der Begriff "Supplement" ersetzt werden durch "Solution". Der Grund besteht darin, dass die FDA nach dem Begriff "Supplement" Ausschau hält, um MMS-Leute anzugreifen."
  • Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel Swissmedic warnte am 13. Oktober 2010 vor MMS. Laut Swissmedic sei es in diversen Ländern vermehrt zu Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Konsum von "Miracle Mineral Supplements (MMS)" gekommen. Nach oraler Einnahme kam es laut Swissmedic zu "gastrointestinalen Störungen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Hospitalisationen wegen lebensbedrohlichen Zuständen".[48] Die Swissmedic beruft sich auch auf eine Warnung vor MMS durch das Schweizer "Bundesamt für Gesundheit" (BAG) vom 08. Oktober 2010. Demnach hätte das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) diverse Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von MMS erhalten.[49]
  • Die französischen Behörden Institut de veille sanitaire (InVS) und Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé (Afssaps) veröffentlichten am 5. Oktober 2010 eine Warnung vor MMS, da das Produkt "Solution minérale miracle" zu Gesundheitsgefährdungen führe und der Grund für beobachtete Vergiftungen in Frankreich war ("Ce produit est à l’origine de cas d’intoxication"). Personen, die MMS kauften, sollten es nicht einnehmen und Personen, die bereits MMS eingenommen hatten, wurden aufgefordert, sich bei einem Arzt zu melden.[50]
  • Die englische Food Standards Agency (SFA) warnte ebenfalls vor MMS und informierte die EU-Kommission.[51] Auf die Spur von MMS wurde sie durch den Fall eines 15-jährigen Jungen gebracht.[52]
  • In Kanada wurde MMS bereits im Mai 2010 von der Behörde Health Canada verboten.[53] 2014 kam es zu Beschlagnahmen von MMS-Beständen durch die Aufsichtsbehörde "Health Canada".[54] Von der Beschlagnahme war nicht nur MMS betroffen, sondern auch das Produkt CDS.[55]
  • Australien verbot inzwischen einem MMS-Händler den Verkauf und zwang diesen, die verkauften MMS-Flaschen auf seine Kosten zurückzunehmen.
  • In Turin (Italien) wurden im November 2010 zwei Männer wegen des Internet-Verkaufs von MMS verhaftet. Die Männer hatten behauptet, dass das Mittel gegen AIDS oder Krebs wirksam sei, und gaben Anleitungen zur inneren Einnahme.[43]
  • In der Schweiz wurde der MMS-Anbieter Roberto Kistler angezeigt, der sich auch als "Minister of Health" bezeichnet. Er schreibt selbst im Internet: "Ich hatte MMS auf Ricardo.ch im Angebot mit dem Resultat, dass ich im Januar 2013 eine "Inspektion" des Kantonalen Chemikalieninspektors in Begleitung der Kantonsapothekerin hatte! Das Resultat können Sie sich ausmalen. Ich kam mit einem blauen Auge davon! Solche Razzien enden in den USA und Deutschland bedeutend verheerender."
  • Im Oktober 2015 verurteilte ein Gericht des Eastern District von Washington, einen 45-jährigen zu 51 Monaten Gefängnis wegen des Handels mit MMS und der Vermarktung als Wunderheilmittel.[56]

Erfahrungsberichte von Anwendern

  • [...] das alles lässt sich noch aushalten. (ich hoffe, dass meine sexuelle fehlfunktion nur vorübergehend ist.) aber die übelkeit und vor allem die magenschmerzen und im bauchbereich, verbunden mit ständigem aufstoßen, die auch meinen schlaf behindern, sind wirklich schlimm. also ich weiß nicht genau, wie ich es jetzt handhaben werde [...].[57]
  • [...] habe mich gerade erst angemeldet um alle vor der Tinktur zu warnen. Ich habe gestern eine Tinktur aus 50 Tropfen MMS und 250 Tropfen Weinessig angesetzt und problemlos, ohne Hautprobleme zu bekommen, nach ca. 10 Minuten angewendet. Es hieß, dass sich eine solche Tinktur problemlos drei Tage halte. Heute morgen habe ich das Gläschen mit der Tinktur geöffnet und es hat mich fast vom Stuhl gehauen. Die Dämpfe waren so stark, dass mir das Zeug fast aus der Hand gefallen wäre und ich einen Teil verschüttet habe. Es war jetzt sattgelb! Augen haben getränt, Nase ist gelaufen... Zum Glück war eine viertel Stunde später alles wieder o.k.. Habe alles sofort weggeschüttet [...].[58]
  • [...] Also - ich nehme MMS jetzt seit 5 Tagen, ich stelle dabei sehr heftige Reaktionen meines Körpers fest, (15 Tropfen Morgens auf nüchternen Magen, 15 Tropfen am Abend nach dem Essen) dazu gehören unter anderem, Durchfall - Kopfschmerz - und zu meiner großen Überraschung - ein heftiger Schnupfen, die Nase läuft ständig [...].[59]
  • ..die Nebenwirkungen sind heftig. Schwindelgefühl, Taubheit auf den Ohren, unscharfes Sehen, verschwommene Gedanken, die klare Artikulation verhindern, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und (besonders ärgerlich für meine Frau) Erektionsprobleme ... Die Übelkeit und vor allem die Magenschmerzen und im Bauchbereich, verbunden mit ständigem Aufstoßen, die auch meinen Schlaf behindern, sind wirklich schlimm. Also ich weiß nicht genau, wie ich es jetzt handhaben werde.[60]
  • I personally have had MMS 1 intravenously quite a number of times including before 1990. In the past and in most clinics even now, MMS 1 (sodium chlorite) is used intravenously without citric acid activation (or vinegar). It is my belief that is a mistake. With activation MMS 1 increases the chlorine dioxide by at least 100 times if not 200, or 300 times. The result has got to be that chlorine dioxide goes deeper into the body when the MMS 1 is activated with the acid (mentioned above).
    So I had proven I could take up to 30 drops without reaction by mouth. I decided to find out how many drops of activated MMS 1 I could take (intravenous) without reaction. Being careful, I decided to start out with one drop of MMS 1 and 5 drops of citric acid 10% solution. The first thing I noticed is that there was no pain created in my veins, not this time and not anytime.
    [61]

Scharlatanerie mit MMS bei bestimmten Krankheiten und Zuständen

Krebs

Jillian Margaret Newlands
Buch von Kerri Rivera

In Deutschland behandelt der Arzt Helmut Ehleiter aus Backnang bei Stuttgart nach eigenen Angaben seit Jahren Krebspatienten mit MMS. Zitat Ehleiter:

"Ich lese sehr viel und glaube, dass ich auf der Höhe der aktuellen medizinischen Literatur bin. So bin ich auch auf MMS gestoßen und auf jene vergleichbare Substanz aus den USA, das Dioxychlor. Beide Stoffe wirken identisch und besitzen die chemische Formel ClO2. Dioxychlor findet bei Infusionslösungen Verwendung, während man MMS vor allem oral einnimmt. Ich wende diese Therapie seit ungefähr fünf Jahren in meiner Praxis an."[62]

Ehleiter ist auch Berater eines "3E-Zentrums" von Lothar Hirneise.

2009 wurde eine australische Quacksalberin ohne Zulassung für medizinische Behandlungen namens Jillian Margaret Newlands aus Mackay (Queensland/Australien) zu einer Geldstrafe von 12.000 australischen Dollar verurteilt und ihr Behandlungsmaterial beschlagnahmt,[63][64] weil sie Patienten mit Brustkrebs unter nicht sterilen Bedingungen MMS-Infusionen in ihrem "treatment centre" legte. Um nicht aufzufallen, führte sie die Behandlungen in ihrer eigenen Garage durch und forderte zur Geheimhaltung auf. Des Weiteren riet sie von einer Chemotherapie ab. Der Fall konnte dennoch genau nachvollzogen werden, weil die Behandlung mit versteckter Videokamera durch die Undercover-Ermittlerin Loretta Marron gefilmt werden konnte,[65] die selbst zuvor durch eine medizinisch akzeptierte Behandlung eine Brustkrebserkrankung überstand. Die behandelte Patientin namens Maria Worth erlitt nach der MMS-Infusion ein lebensbedrohliches Blutgerinnsel und musste im Toowoomba Hospital behandelt werden. Sie hatte für die nutzlose und gefährliche Behandlung 2.000 australische Dollar bezahlt - für Ausgangsmaterial mit einem Wert von etwa 25 Dollar.[66][67][68]

Malaria

Unmissverständliche Stellungnahme des Internationalen Roten Kreuzes zu einer behaupteten Zusammenarbeit mit MMS-Anwendern im Mai 2013

MMS wird von Humble und Anbietern häufig beleglos als effektives Mittel gegen die Infektionskrankheit Malaria genannt. Laien können durch die Werbeaussagen zu MMS verunsichert werden und im Zweifelsfall auf effektive Mittel zur Prävention oder Behandlung verzichten. Bekannt ist, dass die in MMS enthaltene Substanz Natriumchlorit die Stoffgruppe der Chinoline inaktivieren und wirkungslos machen kann.[69] Chinolinderivate werden zur Behandlung der Malaria eingesetzt.

Jim Humble und MMS-Befürworter berufen sich auch auf eine Dokumentation "Because we can - Malaria Chlordioxid Behandlung Rotes Kreuz" (Leo Koehof/Klaas Proesmans), die belegen soll, dass Malariakranke in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz von Uganda im Rahmen eines unerlaubten Menschenversuchs erfolgreich mit MMS behandelt worden seien. Davon hat sich das Internationale Rote Kreuz im Mai 2013 entschieden distanziert, weil es von den Machern der "Studie" getäuscht wurde.[70] Das Internationale Rote Kreuz hat sich nie an einer Malaria-Studie mit MMS beteiligt. Die deutsche Botschaft in Kampala/Uganda warnt inzwischen auch vor MMS.[71]

Autismus

Die in Puerto Vallarta in Mexiko lebende gebürtige US-Amerikanerin Kerri Rivera behauptet, Autismus mit MMS heilen zu können. Bis Anfang 2014 hätten durch ihre Methode "117 Kinder komplett vom Autismus befreit" werden können.[72] Diese Zahl steigt schnell an. 2012 nannte Rivera noch etwa 40 angebliche Heilungen,[73][74] Mitte 2013 waren es bereits über 90.

Die US-amerikanische Gesundheitsaufsichtsbehörde FDA warnte im April 2014 in einer Mitteilung an Verbraucher ("Beware of False or Misleading Claims for Treating Autism") vor dem Einsatz von MMS zur vermeintlichen Therapie von Autismus.[75]

Anbieter von fragwürdigen Angeboten zur Autismusbehandlung ist auch die Scientologyorganisation. MMS-Erfinder Jim Humble war viele Jahre Scientologe.

Brustvergrößerung

Glaubt man Erfinder Jim Humble, so sei sein Wundermittel MMS auch zur Brustvergrößerung bei Frauen geeignet. Ausdrücklich forderte er die Leser in Kapitel 23 seines Buchs "The MMS Adventures of a Grade School Teacher in Mexico" auf, einer Anekdote eines MMS-Anwenders zu glauben. Demnach habe sich bei einem in der Pubertät befindlichen Mädchen erst nach Anwendung MMS eine weibliche Brust entwickelt. Humble schreibt:

"You may have wondered just what might really be done with the MMS, really! Well, read this:"
The next day I called to find out how they were doing. (After taking MMS) They pointed out that the daughter, Patty Souaza, had not had her period for six months, plus she had not yet developed breasts. She had a large chest, but no breasts had shown. Yet, that morning breasts about the size of a small lime had begun to develop. At that time I suggested the daughter take another dose on Thursday which was 4 days later. When I called on Thursday she mentioned that her large chest had formed into full size breasts and she now had her period for the first time in six months."

Varianten

MMS-Gasbag

Erfinder Jim Humble im "gasbag"

2010 führte der MMS-Erfinder eine besondere Anwendungsform vor, den MMS-Gasbag (dt. Gas-Sack). Zwei Müllsäcke aus Plastik werden derart ineinander gestülpt und mit Klebeband verschlossen, dass sich ein geschlossener Raum bildet, in den am oberen Ende ein Einstiegsloch geschnitten wird. In den "Gasbag" wird ein Schälchen mit aktiviertem MMS gestellt, so dass sich Chlordioxid-Gas bildet. Der Anwender steigt sodann unbekleidet in den Gasbag, um seine Haut dem Gas auszusetzen.

MMS2

Humble brachte inzwischen ein neues Mittel heraus: MMS2. Dabei handelt es sich um ein Mittel mit dem ätzenden Calciumhypochlorit, dem Calciumsalz der hypochlorigen Säure (Ca(OCl)2). Die Substanz ist auch als Losantin oder Perchloron bekannt und wurde vor über einhundert Jahren zur Hautdesinfektion verwendet. Wegen seiner schlechten Verträglichkeit auf der Haut ist es seit langem durch besser verträgliche und effektivere Mittel verdrängt worden. Eine innerliche Einnahme ist nicht dokumentiert.

Calciumhypochlorit wurde als Bleichmittel in der Papierindustrie eingesetzt; aus Umweltschutzgründen verwendet man heute jedoch zunehmend andere Substanzen. Eine aktuelle Anwendung von Calciumhypochlorit findet sich bei der Schwimmbaddesinfektion. In Baumärkten sind dazu preiswerte Großpackungen für private Schwimmbadbesitzer erhältlich.

Um den MMS-Absatz nicht zu gefährden, soll laut MMS-Vertreibern MMS2 lediglich "genauso gut und komplementär zu MMS" sein. Auch gebe es eine Art synergistischen Effekt, wenn beide Mittel gemeinsam angewendet würden.

Chlorine Dioxide Solution (CDS / CDL)

Unter der Bezeichnung Chlorine Dioxide Solution (CDS) beziehungsweise Chlordioxidlösung (CDL) werden neuerdings MMS-Produkte angeboten, die in Wasser gelöstes Chlordioxid-Gas enthalten sollen. Auf diese Weise erübrige sich das bislang notwendige Mischen von Natriumchlorit mit einer Säure (Zitronensäure oder Salzsäure). Allerdings müsse nun das CDL im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es sich ab 11 Grad verflüchtige. Auch müsse es viermal so hoch dosiert werden wie das vorherige MMS.

CDH

Als CDH (Chlorine Dioxide Holding Solution) wird in Kreisen der Humble-Anhänger eine Mischung aus 500 ml destilliertem Wasser, 25 ml MMS und 25 ml 5%iger Salzsäure bezeichnet.

CUW - CleanUpWater - Chlordioxidwasser

chlordioxidhaltiges Produkt CUW (ohne Zulassung als Arzneimittel)

Auch unter der Bezeichnung CUW (Cleanupwater) werden chlordioxidhaltige Produkte angeboten. In Deutschland wird CUW vom Heilpraktiker Wolfgang Storch aus Hermsdorf sowie Frank Spilker angeboten (Shop NewChanceMedicalClub ltd). Storch ist mit Leo Koehof und Jim Humble Autor eines Buchs zu MMS.

MMS Gold ("Lebensmineralien")

Siehe: MMS Gold

CDI

Siehe CDI

Dioxychlor

Siehe Dioxychlor

Anderssprachige Psiram-Artikel

Literatur

Werbeliteratur zu MMS bei Discounter Lidl (Smith, Larry A. MMS - Der natürliche Viruskiller)
  • Gute Pillen - schlechte Pillen. Nr. 5 (Sept./Okt. 2008): Aufgespießt - Miracle Mineral Supplement. Herausgeber: Verbraucherzeitschrift für Medikamente in Deutschland, arznei-telegramm, DER ARZNEIMITTELBRIEF, Pharma-Brief und Arzneiverordnung in der Praxis (AVP)
  • Lin JL, Lim PS. Acute sodium chlorite poisoning associated with renal failure. Ren Fail. 1993;15(5):645-8.
  • Judith R. Lubbers, Sudha Chauan, Joseph R. Bianchine: Controlled Clinical Evaluations of Chlorine Dioxide, Chlorite and Chlorate in Man, (1982) Environmental Health Perspectives, Vol. 46, S. 57-62, 1982. [4]
  • Lubbers, J. R., Chauhan, S., Miller, J. K., and Bianchine, J. R. The effects of chronic administration of chlorine dioxide, chlorite and chlorate to normal healthy adult male volunteers. J. Environ. Pathol. Toxicol. 5 (2, 3): 879-888 (1982)
  • Heffernan, W. P., Guion, C., and Bull, R. J. Oxidative damage to the erythrocyte induced by sodium chlorite in vitro. J. Environ. Pathol. Toxicol. 2(6): 1487-1499 (1979).
  • Musil, J., Kontek, Z., Chalupa, J., and Schmidt, P. Toxicological aspects of chlorine dioxide application for the treatment of water containing phenol. Chem. Technol. Praze. 8: 327-345 (1964)
  • Moore, G. S., and Calabrese, E. J. The effects of chlorine dioxide and sodium chlorite on erythrocytes of A-J and C-57L-J mice. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 513-524 (1980)
  • Moore, G. S. and Calabrese, E. J. G-6-PD-deficiency - a potential high-risk group to copper and chlorite ingestion. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 271-279 (1980)
  • Moore, G. S., Calabrese, E. J. and Ho, S. C. Groups at potentially high-risk from chlorine dioxide treated water. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 465-470 (1980)
  • Couri, D., Miller, C. H., Bull, R. J., Delphia, J. M., Ammar, E. M. Assessment of maternal toxicity, embryotoxicity and teratogenic potential of sodium chlorite in Sprague-Dawley rats., Environ. Health Perspect. 46: 25-29 (1982)

Presseartikel

Weblinks


2015

Links zu Sicherheitsdatenblättern und fact sheets

Quellennachweise

  1. http://www.stern.de/gesundheit/medizin/miracle-mineral-supplement-bundesinstitut-warnt-vor-schweren-schaeden-durch-heilmittel-mms-2176376.html
  2. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/mms-bfarm-stuft-es-nach-zulassung-als-bedenklich-ein-a-1017455.html
  3. http://www.sueddeutsche.de/news/wissen/wissenschaft-bundesinstitut-warnt-vor-schweren-schaeden-durch-mittel-mms-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-150226-99-06652
  4. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=56643
  5. http://www.miraclems.com
  6. http://www.alleinklang.tv/themen/naturheilkunde/mms-tropfen-miracle-mineral-supplement.html
  7. Benjamin Seiler, Zeitenschrift, Heft 59
  8. Gute Pillen - schlechte Pillen. Nr. 5 (Sept./Okt. 2008): Aufgespießt - Miracle Mineral Supplement. Herausgeber: Verbraucherzeitschrift für Medikamente in Deutschland, arznei-telegramm, DER ARZNEIMITTELBRIEF, Pharma-Brief und Arzneiverordnung in der Praxis (AVP)
  9. https://www.verbraucherzentrale.de/miracle-mineral-supplement
  10. http://lifestyle.t-online.de/c/15/15/71/42/15157142.html
  11. Bill Ryan: "Jim Humble und die Geschichte hinter MMS", Nexus Magazin Feb/Mrz 2009
  12. Bill Ryan: "Jim Humble und die Geschichte hinter MMS", Nexus Magazin Feb/Mrz 2009
  13. Guarner, F; Malagelada, J (2003). "Gut flora in health and disease". The Lancet 361 (9356): 512–9. doi:10.1016/S0140-6736(03)12489-0. PMID 12583961
  14. Sears, Cynthia L. (2005). "A dynamic partnership: Celebrating our gut flora". Anaerobe 11 (5): 247–51. doi:10.1016/j.anaerobe.2005.05.001. PMID 16701579
  15. Beaugerie, Laurent; Petit, Jean-Claude (2004). "Antibiotic-associated diarrhoea". Best Practice & Research Clinical Gastroenterology 18 (2): 337–52. doi:10.1016/j.bpg.2003.10.002. PMID 15123074
  16. Vedantam, Gayatri; Hecht, David W (2003). "Antibiotics and anaerobes of gut origin". Current Opinion in Microbiology 6 (5): 457–61. doi:10.1016/j.mib.2003.09.006. PMID 14572537
  17. Verkaufsverbot für "Heilmittel" MMS Stern, 26. Februar 2015
  18. BfArM Pressemitteilung 3/15 vom 26. Februar 2015
  19. BfArM warnt vor Miracle Mineral Supplement Pharmazeutische Zeitung online, 26. Februar 2015
  20. Nicola Kuhrt Illegale Arznei MMS: Wirkt der Stopp des gefährlichen "Heilmittels"? Spiegel Online Wissenschaft, 24. März 2015
  21. Luxusline LTD., APT 390 Chynoweth House, Trevissome Park Truro Blackwater, United Kingdom Truro TR4 8UN
  22. Luxusline Ltd., Schützenwiese 25, D-31137 Hildesheim
    Tel: 0049 (0) 9631 - 709341 E-Mail: mms_mineral@yahoo.de
  23. Corporation House Ltd., 38 Place De La Gare L-2997 Luxembourg
  24. vitalundfitmit100 UG, Reststrauch 187, D-41199 Mönchengladbach
  25. vitalundfitmit100 S.L., Geschäftsführer Lothar Paulus, Ctr. Ibiza-Sant Josep, km 11,5 Apdo. 282, E-07830 Sant Josep, Spanien. Telefon: +34 971343623 / +49 1637726543 Fax +34971343623.
    Lothar Paulus, C/des Calo, Cala de Bou, edificio PalmBeach 2-2d07839 Sant Josep, Ibiza Spanien
    vitalundfitmit100 S.L. Versandlager, Geschäftsführer Lothar Paulus, Zingsheimer Str. 19, D-41236 Mönchengladbach, Tel (0)2166-1284303, Fax +492166998066, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: Spanien: ESB57613481, Deutschland: DE266121097
  26. http://owndoc.com/candida-albicans/miracle-mineral-solution-scam/
  27. http://www.messe-siegen.de/hund-heimtier/?Ausstellerliste
  28. http://www.klinik-st-georg.de/pdf/dr_douwes_informiert/2010-04_MMS_Wirkung.pdf
  29. Gefährliche Quacksalber das Geschäft mit dem Wundermittel MMS, RBB, Sendung Kontraste, 16. April 2015
  30. Zitat Stöppler: "Gleichzeitig gibt es aber Völker und Zivilisationen, in denen Krebs unbekannt ist (z. B. Volksstämme wie die Abchasier, Aserbaidschaner, die Hunza oder Eskimos). Weder ein einziger Krebskranker, geschweige denn ein einziges Krebsopfer ist diesen bekannt. Woran liegt das? Welche Unterschiede bestehen zwischen diesen Zivilisationen und uns? Muss Krebs sein, wie kann man sich davor schützen? Ist Krebs eventuell sogar heilbar?"[1]
  31. http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/jim-humble-erstmalig-in-deutschland-beim-kongress-fuer-neuartige-heilmethoden/2?context=category&category=2
  32. Arcadia Eden Distribution - Peter Rohsmann, 242B Chemin de Bichouarde, 84360 Lauris, Frankreich (Vormals: Arcadia Eden - Peter Rohsmann e.K., Sindelsdorferstraße 12, 82392 Habach-Dürnhausen)
  33. https://www.arcadia-eden.com/wasserbehandlung/mms-neu/
  34. tz.de: Chlorreiniger als Wundermedizin verkauft: Razzia bei Münchner Arzt, vom 27. Dezember 2010
  35. Habach, 28.10.2010
    Sehr geehrte Frau Kolios,
    leider muss ich mich mit einer schlechten Nachricht an Sie wenden. Die Regierung von Oberbayern hat
    das "MMS" als Arzneimittel eingestuft. Somit ist das MMS, das ja bekanntlich kein geprüftes Arzneimittel ist, jetzt nicht
    mehr vertreibbar und wir können Sie bis auf weiteres nicht mehr damit beliefern.

    Wie Sie wissen, habe ich immer wieder betont, dass das MMS kein Arzneimittel sei, sondern ein "Oxidationsmittel". Oxidationsmittel wie z.B. das Ozon haben in der Naturheilkunde eine lange Tradition, ohne dass das Ozon als Arzneimittel eingestuft wurde.

    Die Regierung von Oberbayern hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet um gegen mich persönlicch ein Strafverfahren einzuleiten.
    Ich habe mir nun einen Fachanwalt für Arzneimittelrecht als Beistand genommen. Mein Ziel ist, dass das MMS die Einstufung "Arzneimittel" wieder verliert.

    Bis zu diesem gewünschrten Ergebnis werde ich kein MMS mehr verkaufen. Auch bitte ich Sie alle eventuellen Kopien meines MMS-Vortrags aus dem Internet zu nehmen. Von dem Blickwinkel der Tatsache, dass das MMS im Moment offiziell als Arzneimittel angesehen wird, sind alle in meinem Vortag und auch sonst von mir zum MMS gemachten Aussagen als falsch und irreführend anzusehen.
    Bitte nützen Sie bis zur endgültigen Klärung das MMS nicht mehr zur Verbesserung Ihrer Gesundheit. Alle eventuellen Anwendendungen, außer der auf dem Etikett des MMS-Sets angegebenen, sind also bitte sofort einzustellen.

    Ich kann natürlich auch keine Fragen zum MMS, ob telefonisch oder per E-Mail, mehr beantworten.
    Sie können sich vorstellen, dass mich diese Angelegenheit sehr belastet. Ich musste eine Hausdurchsuchung und Beschlagnahme meiner Unterlagen hinnehem.

    Wirtschaftlich bedeutet dies für mich, dass ich für die freie Verkäuflichkeit von MMS vor Gericht streiten muss, was sehr kostspielig werden könnte. Gleichzeitig fällt jedoch ein beträchtilicher Anteil meiner Umsätze weg.
    Wenn ich Sie persönlich um etwas bitten dürfte, so würde ich mir wünschen, dass sie mich unterstützen, indem Sie andere Produkte aus meienem Shop ( http://www.arcadia-eden.de ) bestellen.

    Alle dort angebotenen Produkte sind von mir persönlich zusammengestellt worden und ich kann Ihnen nur versichern, das Sie kaum irgendwo etwas Besseres finden werden.
    Alles Gute und vielen Dank für Ihren Beistand!
    Ihr Peter Rohsmann

    8239
    2 Habach-Dürnhausen
    Inh. Peter Rohsmann, Arzt
    Telefon xxxxxxxxxx
    E-Mail: xxxx@arcadia-eden.de
    [2]
  36. Hallo Johannes,

    ja dieser Brief von mir ist, soweit ich gesehen habe, echt. Im Anhang ist das Original. Das Verbot beruht auf der Behauptung, dass das MMS ähnlich einem Arzneimittel verwendet wurde und zwar von den meisten Kunden. Leider stützt sich die Staatsanwaltschaft auf meien MMS-Vortrag, der überall im Internet zu sehen war und z.T. immer noch ist. In diesem Vortrag beschreibe ich die Selbsthilfe-Anwendung es MMS als Oxidationsmittel und betone, dass es sich nicht um ein Arzneimittel handelt. Trotzem sind Empfehlungen, so und so wiele Tropfen “einzuznehmen”, für die Staatsanwaltschaft schon genug um die Anklage einzuleiten.

    Ihnen alle Gute!
  37. https://www.sonnenstaatland.com/2016/12/18/werner-gegen-den-rest-der-welt/
  38. http://www.justice.gov/opa/pr/four-charged-internet-sales-industrial-bleach-miracle-cure
  39. Quelle: jimhumblemms.de
  40. Loh JM, Shafi H, Kikuchi-Fujimoto disease presenting after consumption of 'Miracle Mineral Solution' (sodium chlorite)., BMJ Case Rep. 2014 Nov 24;2014. pii: bcr2014205832. doi: 10.1136/bcr-2014-205832
  41. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1569027/pdf/envhper00463-0059.pdf Judith R. Lubbers, Sudha Chauan, Joseph R. Bianchine: Controlled Clinical Evaluations of Chlorine Dioxide, Chlorite and Chlorate in Man. Environmental Health Perspectives, Vol. 46, S. 57-62, 1982
  42. Artikel in der "Vanuata Daily Post" vom 11.11.2010 [3] (Web Archiv)
  43. 43,0 43,1 Elena Masuelli: "Vendo on line rimedio miracoloso" - Scoperto laboratorio di farmaci tossici. La Stampa, 3. November 2010
  44. Stellungnahme Nr. 025/2012 des BfR vom 2. Juli 2012
  45. www.jopejob.de/.../die-regierung-von-oberbayern-hat-das-mms-als-arzneimittel-eingestuft/ -
  46. http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm220747.htm
  47. http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=6430
  48. http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01409/index.html?lang=de
  49. http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de
  50. http://www.ansm.sante.fr/S-informer/Presse-Communiques-Points-presse/Mise-en-garde-sur-les-risques-lies-a-la-consommation-du-produit-denomme-Solution-minerale-miracle-MMS-1-Communique/(language)/fre-FR
  51. http://www.food.gov.uk/news/newsarchive/2010/sep/mms
  52. http://www.bbc.co.uk/news/uk-wales-11540146
  53. http://www.hc-sc.gc.ca/ahc-asc/media/advisories-avis/_2010/2010_74-eng.php
  54. Zitat:
    Health Canada seizes dangerous health products from online retailer Report a Concern
    Starting date:October 18, 2014Type of communication:AdvisorySubcategory:Drugs, Natural health productsSource of recall:Health CanadaIdentification number:RA-41859 Issue Products affected What you should do Who is affected Background What Health Canada is doing
    Issue Health Canada is warning Canadians of the serious risks to health associated with use of the unauthorized drug product Miracle Mineral Solution (MMS), which was sold as a treatment for serious diseases such as cancer through the website www.buymms.biz. MMS contains sodium chlorite, which is a chemical used mainly as a textile bleaching agent and disinfectant and may pose serious risks to health if ingested. An alternate format of MMS, labelled as CDS, is also available for sale on the website and would pose a similar risk.
    Products affected
    1. MMS (28% sodium chlorite and 50% citric acid)
    2. CDS (chlorine dioxide 8000 ppm)
    What you should do
    Stop using MMS products immediately. Consult their doctor or pharmacist if they have used or are using MMS products distributed by www.buymms.biz.
    Report any adverse events to Health Canada. Who is affected Canadians who have purchased Miracle Mineral Solution (MMS) products on the Internet from www.buymms.biz or any of its previously used company names: www.themmsstore.com, www.miraclemineralsupplement.com, and www.mms1.com. Background No drug products containing sodium chlorite have been approved by Health Canada for consumption by humans. Sodium chlorite is authorized in Canada for use as a germicide by veterinarians and as a hard surface disinfectant. Sodium chlorite is commonly used for bleaching textiles, pulp and paper, as well as in the generation of disinfectant for water treatment. For more information:
    Consumers and health professionals wanting more information about this advisory from Health Canada can contact the Public Enquiries Line at 613-957-2991, or toll free at 1-866-225-0709. Media enquiries related to this Advisory should be directed to Health Canada Media Relations at 613-957-2983. How to report side effects to health products to Health Canada:
    Call toll-free at 1-866-234-2345 Visit MedEffect Canada's web page on Adverse Reaction Reporting for information on how to report online, by mail or by fax.
    What Health Canada is doingbr> Following an inspection of the business premises, Health Canada seized bottles of MMS, packaging, labelling and raw materials used to produce MMS. Health Canada will continue to monitor this company.
    Health Canada notified www.buymms.biz that the sale of MMS products is not permitted under the Food and Drugs Act and its regulations. The company has not taken the necessary steps to come into compliance with regulatory requirements.
  55. http://www.torontosun.com/2014/10/19/health-canada-seizes-dangerous-health-products-from-online-retailer
  56. https://www.justice.gov/opa/pr/seller-miracle-mineral-solution-sentenced-prison-marketing-toxic-chemical-miracle-cure
  57. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=2&page=5
  58. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=167
  59. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=2&page=3
  60. Zitat eines "Uwe" im "MMS Selbsthilfeforum"
  61. http://genesis2costarica.org/list-of-uses/intravenous/
  62. Zitat aus Zeitenschrift, Heft 67. Zitat aus dem Artikel
  63. http://statements.cabinet.qld.gov.au/MMS/StatementDisplaySingle.aspx?id=63436
  64. http://scepticsbook.com/2009/04/23/quack-fined-12000-ordered-to-stop-selling-fake-cancer-treatment/
  65. http://videosift.com/video/Loretta-Marron-busting-a-terrible-horrible-Quack
  66. http://atheistage.org/?p=829
  67. http://archive.i2p.com.au/?page=site/article&id=1270
  68. http://atheistage.org/?p=901
  69. Huber MM, Korhonen S, Ternes TA, von Gunten U, Oxidation of pharmaceuticals during water treatment with chlorine dioxide. Water Res. 2005 Sep;39(15):3607-178a
  70. http://www.ifrc.org/en/news-and-media/opinions-and-positions/opinion-pieces/2013/ifrc-strongly-dissociates-from-the-claim-of-a-miracle-solution-to-defeat-malaria/
  71. http://observer.ug/news-headlines/37731-germans-warn-on-mms-drug
  72. Werbung zur Veranstaltung "Spirit of Health 2014" im April 2014 in Hannober
  73. Orac: Miracle Mineral Solution (MMS) and autism at Autism One: Kerri Rivera’s apologists strike back (Part 2). Respectful Insolence, 18. Juni 2012
  74. Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert. Psiram-Blog, 28. Mai 2012
  75. http://www.fda.gov/ForConsumers/ConsumerUpdates/ucm394757.htm