Miracle Mineral Supplement: Unterschied zwischen den Versionen

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Rohsmann wurde inzwischen im März 2014 vom Landgericht München verurteilt, ebenso in der Berufung. Wegen des "vorsätzlichen Inverkehrbringens eines bedenklichen Arzneimittels" erhielt Rohsmann eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen. Da die Revision zugelassen ist, ist das Urteil ist derzeit (April 2014) noch nicht rechtskräftig. Die Richterin sah in MMS ein zulassungspflichtiges Arzneimittel, für das auf Kundenseite eine "Verkehrserwartung" gilt,  unabhängig von etwaigen anderslautenden Deklarierungen.
  
 
==Nebenwirkungen==
 
==Nebenwirkungen==

Version vom 26. April 2014, 19:09 Uhr

MMS bei eBay
Erfinder Jim Humble alias "Bishop James V. Humble"

Miracle Mineral Supplement (MMS bzw. aktivierter Sauerstoff oder Vitamin O2, MMS1, CDS/Clorine dioxide solution, E 926. Auch Multieffect Mineral Solution oder Master Mineral Solution) ist der Handelsname eines in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimittels, das häufig als Nahrungsergänzungsmittel mit so genanntem aktiviertem Sauerstoff oder zur vermeintlichen "Wasserbehandlung" (bzw als Advanced Oxygen Therapy) angeboten wird. Tatsächlich enthalten MMS-Produkte Natriumchlorit, welches unter bestimmten Bedingungen das Desinfektionsmittel Chlordioxid freisetzt. MMS wurde von dem amerikanischen Ingenieur Jim Humble erfunden. Von Humble ist keinerlei Qualifikation auf dem Gesundheitsgebiet bekannt. Der selbsternannte "Bischof" Humble ist auch eine Art Religionsstifter einer eigenen Kirche "Genesis II Church of Health and Healing", die wertlose Doktor- und Pastor-Scheintitel vermarktet.

Es ist keine wissenschaftliche Studie oder zitierbare Literatur bekannt, die zeigen würde, dass MMS als Mittel zur Behandlung von Krankheiten irgendeiner Art geeignet sei. Befürworter von MMS verweisen dagegen auf angeblich erfolgreiche Menschenversuche an Gefangenen in einem Gefängnis im afrikanischen Malawi, die das Desinfektionsmittel einnehmen mussten,[1][2] und auch in Uganda seien erfolgreich Menschenversuche bei AIDS unternommen worden. Zitierbare Fachliteratur, die die Wunderwirkungen belegen könnten, werden aber dazu nicht genannt. MMS wird völlig unkritisch und verantwortungslos in verschiedenen deutschsprachigen Esoterikzeitschriften wie NEXUS Magazin, Zeitenschrift[3] und dem Mobiwell Verlag (Thomas Kirschner) sowie bei Bewusst.TV von Jo Conrad und Lnc-2010 beworben. Auch im obskuren MMnews-Blog von Michael Mross findet sich ein Hinweis auf die Nutzung von MMS, das angeblich "harmlos" sei.

Um das Produkt trotz fehlenden Eignungsnachweises plausibler zu machen, werden Verschwörungstheorien um staatliche Unterdrückung bemüht. Im Falle des MMS hätten sich sogar die international operierenden Bilderberger abgesprochen, das rettende Mittel zu unterdrücken, um damit einen Beitrag zu einem weltweiten Bevölkerungsreduktionsprogramm zu leisten. Damit ist ein weiteres Kriterium der Zehn Indizien für Quacksalberei erfüllt.

Mehrere Aufsichtsbehörden warnen vor MMS und der Verkauf des nicht als Arzneimittel zugelassenen MMS führte in mindestens einem Fall in Deutschland zu einer Hausdurchsuchung und Anzeige gegen einen MMS anbietenden Arzt. Das pharmakritische Berliner arznei-telegramm warnte in seiner Zeitschrift "Gute Pillen - Schlechte Pillen" bereits 2008:

"MMS und seine Vermarktung erfüllen etliche Kriterien der Quacksalberei", da insbesondere viele Behauptungen "dem medizinischen Wissen" widersprechen. "Die Behauptung, die 'guten Bakterien' nicht zu treffen und nur die 'bösen' Erreger von Malaria, AIDS etc. zu töten, ist absurd."[4]

Konkurrenzprodukte zu MMS sind Dioxychlor und CDS (Chlorine Dioxide Solution – auch CDL genannt).

Hinweis: das hier thematisierte Produkt Miracle Mineral Supplement, abgekürzt MMS, ist nicht mit der Substanz Methylmethansulfonat zu verwechseln, die ebenfalls mit MMS abgekürzt wird.

MMS

Typische Werbung
MMS (mit Gefahrensymbol Xn) und "Aktivator" Salzsäure (Bild: naturprodukte.nl)

MMS enthält das toxische und umweltgefährdende Chlordioxid als Wirkstoff bzw. Natriumchlorit, das zu Chlordioxid dissoziiert. Chlordioxid gehört zur Stoffgruppe der reaktionsfreudigen Chloroxide. Zum "Aktivieren" von MMS muss der Anwender Zitronensäure oder Salzsäure hinzufügen. Das Mittel habe antibiotische Eigenschaften und sei nach Humble der effektivste Krankheitskiller überhaupt. Chlordioxid ist bei Zimmertemperatur ein gelb-rötliches explosives und stechend riechendes Gas. Dass das Desinfektionsmittel Chlordioxid tatsächlich Keime abtöten kann, ist unbestritten. Es wird deshalb in der Trinkwasserdesinfektion zur so genannten Chlorierung eingesetzt, kann dem Wasser in Schwimmbädern einen charakteristischen Geruch verleihen und führt gelegentlich zu geröteten Augen. Chlordioxid wird auch in der Papierindustrie zum Bleichen von Papier eingesetzt und ist ein Konservierungsstoff für Lebensmittel (E 926). Importierte und mit Chlordioxid belastete amerikanische Hähnchen waren Thema der EU-Kommission[5] und ihr Import wurde mit Auflagen erlaubt, nachdem sie 1997 als "unappetitlich" angesehen wurden.

Wie auch bei kolloidalem Silber sind geringe Konzentrationen zwar gesundheitlich unbedenklich, aber therapeutisch völlig unwirksam. Bei höheren Konzentrationen können zwar prinzipiell Erreger im Körper Schaden erleiden, allerdings zu Lasten der eigenen Gesundheit.

Chlordioxid als Ausgangsstoff ist ein oxidierendes Biozid und gehört zu den höherwertigen Sauerstoffverbindungen des Chlors. Von den oxidierenden Bioziden ist Chlordioxid das selektivste Oxidationsmittel. Chlordioxid reagiert nur mit reduzierten Schwefelverbindungen, den sekundären und tertiären Aminen und anderen stark reduzierten und reaktionsfreudigen organischen Substanzen.

Natriumchlorit ist ein sehr reaktionsfähiger, brandfördernder Feststoff. Die Substanz reagiert heftig mit brennbaren Stoffen, so dass sie diese zum Teil ohne weitere Zündquelle zur Entzündung bringen und einen bestehenden Brand erheblich fördern kann. Von Natriumchlorit gehen akute und chronische Gesundheitsgefahren aus. Chlorite wirken noch stärker methämoglobinbildend als Chlorate und sind ausgesprochene Blutgifte. Da Chlordioxid keine bekannte Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt und keine entsprechende Mangelkrankheit bekannt ist, ist das angebliche Vitamin O2 als ein Pseudovitamin anzusehen.

Während üblicherweise Nahrungsergänzungsmittel als Antioxidantien gepriesen werden, die gegen freie Radikale wirksam seien, sind nun also starke Oxidantien an der Reihe, die auf wundersame Weise gezielt nur schädliche Erreger treffen sollen, körpereigene harmlose Bakterien oder Körperzellen an sich jedoch nicht.

Vermarktung

Lothar Paulus und Jim Humble beim Fast-Food
Redaktionelle Begleitwerbung bei Bewusst.TV von Jo Conrad

In Deutschland werden MMS-Produkte von der Firma Luxusline LTD. (Geschäftsführer: Dennis Hamann) aus Hildesheim und einer "Julis Foundation Inc." eines Norbert Miller aus Neuburg a.d. Donau angeboten. MMS wird aber auch über Multi-Level-Marketing vertrieben sowie häufig bei eBay mit (nach NEM-Verordnung verbotenen) gesundheitsbezogenen Versprechungen angeboten. Dabei handelt es sich dann um Natriumchlorit (NaClO2) sowie um Anleitungen zur gefährlichen Selbstherstellung.

Im November 2008 erschien Humble zu einer Tagung "Neuartige Heilmethoden", die vom Jupiter-Verlag und Adolf Schneider organisiert wurde. Der Jupiter-Verlag hatte nach eigenen Angaben auch MMS-Flaschen verkauft. Humble war von der Heilpraktikerin Sabine Linek nach Europa eingeladen worden.

Im deutschsprachigen Internet wird MMS auch von einem Lothar Paulus über mehrere Webseiten vertrieben. Der anscheinend von Ibiza aus operierende Paulus ist Inhaber der auf Ibiza ansässigen Firma "vitalundfitmit100 S.L.".[6] Interessanterweise vertreibt Paulus MMS-Produkte, die mit dem Gefahrensymbol "Xn" (harmful) gekennzeichnet sind. Mit der Gefahrenbezeichnung Xn werden gesundheitsschädliche Stoffe gekennzeichnet, die beim Verschlucken, Einatmen oder sogar durch Aufnahme über die Haut akute oder chronische Gesundheitsschäden hervorrufen können. Typische Produkte dieser Art können beispielsweise WC-Reiniger sein.

Ebenfalls von Spanien aus bewirbt der Deutsche Andreas Ludwig Kalcker MMS. Kalcker soll 2011 für kurze Zeit wegen MMS in Spanien verhaftet worden sein.

Auch bei Bewusst.TV, einem Projekt von Jo Conrad ist MMS im angeschlossenen Webshop erhältlich. Werbung für MMS findet sich auch auf den Webseiten des Esoterik-Projekts AllEinKlang.tv eines Hans Hubert Küppers aus Nordrhein-Westfalen.

2013 wurde bekannt, dass Amazon keine MMS-haltigen Produkte mehr zulässt.

Anwender und Propagandisten

Werbung für das nicht als Arzneimittel zugelassene MMS durch den ärztlichen Direktor der "Klinik St. Georg" in Bad Aibling, Friedrich Douwes
Hinweis auf MMS-Anwendungen durch den Bad Reichenhaller Allgemeinmediziner Martin Stöppler (Bild: Stöpplers Webseite vom 7. Januar 2011)
Buch der Detmolder Ärztin Antje Oswald

Ein Anwender des nicht zugelassenen Arzneimittels MMS ist der Arzt Friedrich Douwes, der ärztlicher Direktor einer Klinik St. Georg in Bad Aibling ist. Douwes ist auch Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Onkologie e.V., die an gleicher Adresse wie die St. Georg Klinik eingetragen ist. Zitat Douwes:

MMS ist nicht zur Behandlung von Krankheiten, sondern lediglich zur Desinfektion von Trinkwasser und Lebensmittel zugelassen. Entscheidet man sich aber dennoch, MMS einzunehmen, beginnt man grundsätzlich mit nur ein bis zwei Tropfen MMS, am besten abends vor dem zu Bett gehen. Am besten nimmt man MMS 5–10 Minuten vor den Mahlzeiten, oder ab 2 Stunden nach den Mahlzeiten ein [...] Man gibt MMS in ein sauberes Trinkglas, für jeden Tropfen MMS gibt man die gleiche Menge "Activator" (z.B. 10% Zitronensäure oder 9% Salzsäure) hinzu. Danach schwenkt man das Glas kurz und lässt die beiden Substanzen für 3 Minuten miteinander reagieren. Die Reaktionszeit soll 3 Minuten sein, eventuell Eieruhr stellen. Anschließend wird das Glas mit Wasser aufgefüllt und diese verdünnte Lösung zügig getrunken.[7]

Diese Klinik bietet noch weitere pseudomedizinische Therapieangebote (insbesondere gegen Krebs) an: Artemisinin, Misteltherapie, Insulinpotenzierte Therapie (IPT), Kaffee-Einlauf, Colon-Hydro-Therapie, Ganzkörperhyperthermie, Electro Cancer Therapy, "Organotherapie" mit Thymusextrakten (Frischzellentherapie), Enzymtherapie und Entschlackungen.

In Bad Reichenhall wirbt der Allgemeinmediziner Martin Stöppler mit MMS-Anwendungen. Prognos-Anwender Stöppler verbreitet zudem absurde Behauptungen zur Krebserkrankung, die beim Volksstamm der Hunza in Norwest-Pakistan "unbekannt" sei (siehe "Hunzamythen").[8]

Ein in der Schweiz agierender Promoter von MMS ist der Wiler Arzt, TCM-Therapeut und Medizingeschäftsmann Ralph Manser.

Glaubt man einem unkritischen Artikel zu MMS im NEXUS Magazin[9], so soll der österreichische Arzt Klaus Schustereder (geb. 1973) in Zentralafrika Versuche mit MMS an Menschen durchgeführt haben. Scenar-Anwender Schustereder wird dabei als Leiter des Krankenhauses von Baboua in Zentralafrika angegeben, der dort tatsächlich von 2005-2007 tätig war. Dort soll er bei AIDS-Kranken nicht nur MMS, sondern auch ein homöopathisches Mittel namens PC1 von Peter Chappell auprobiert haben. Dabei sei ein Kameramann namens Christian Köhlert in Baboua zugegen gewesen. Nach dem NEXUS-Bericht soll der Kameramann selbst als Wunderheiler gewirkt haben: "Christian Köhlert behandelte seinerseits Leute gegen Malaria mit MMS, die alle am nächsten Tag gesund waren."

Auch der in Bolivien lebende deutsche Arzt Karl Probst ist MMS-Anbieter.

Eine Heilpraktikerin, die nach eigenen Angaben "viel für die MMS-Forschung" getan habe, ist die Berlinerin Sabine Linek.

Bücher zu MMS mit Werbecharakter liegen in deutscher Sprache vom MMS-Vermarkter Lothar Paulus (Das große MMS-Buch) aus Mönchengladbach/Ibiza und von der Allgemeinmedizinerin Antje Oswald aus Detmold (Das MMS Handbuch) vor.

Ein weiterer MMS-Propagandist im deutschsprachigen Raum ist der Ingenieur und Medizinlaie Ali Erhan.

Der Fall Peter Rohsmann

Peter Rohsmann
Werbung im Webshop des Arztes Peter Rohsmann

Ein deutscher Befürworter ist der Allgemeinmediziner Peter Rohsmann aus Habach bei München, der selbst MMS-Produkte bis zum behördlich angeordneten Verbot und Beschlagnahme vertrieb. In seinem Webshop "Arcadia Eden"[10] bot der Arzt nicht nur diverse Nahrungsergänzungsmittel und Haushaltsreiniger ("ionisiertes Wasser"), sondern auch MMS als "Mach Mich Sauber"-System zur Trinkwasseraufbereitung an. Rohsmann wies dabei auf Gefahren seines Produkts hin:

Wirkt bei Kontakt mit der Haut reizend - Entwickelt bei Berührung mit Säure sehr giftige Gase - Gefahr ernster Augenschäden - Von Säuren, Reduktionsmitteln und brennbaren Materialen fernhalten - Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren - Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen - Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen - Abfälle und Behälter müssen der gesicherten Entsorgung zugeführt werden.[11]

Im November 2010 wurde bekannt, dass Rohsmann auf Antrag der Regierung Oberbayern bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde. Es fand eine Hausdurchsuchung mit Beschlagnahme von Unterlagen statt. Laut Münchner TZ hätten die Beamten eine komplette Großlieferung von 1.500 (mal zwei Flaschen) dabei beschlagnahmt.[12] Rohsmann stellte daraufhin den Vertrieb von MMS ein und bat Kunden, ein Video von ihm mit einem werbenden MMS-Vortrag aus dem Internet zu entfernen, da nun "alle in meinem Vortag und auch sonst von mir zum MMS gemachten Aussagen als falsch und irreführend anzusehen" seien.[13][14] Rohsmann wurde inzwischen im März 2014 vom Landgericht München verurteilt, ebenso in der Berufung. Wegen des "vorsätzlichen Inverkehrbringens eines bedenklichen Arzneimittels" erhielt Rohsmann eine Geldstrafe von 240 Tagessätzen. Da die Revision zugelassen ist, ist das Urteil ist derzeit (April 2014) noch nicht rechtskräftig. Die Richterin sah in MMS ein zulassungspflichtiges Arzneimittel, für das auf Kundenseite eine "Verkehrserwartung" gilt, unabhängig von etwaigen anderslautenden Deklarierungen.

Nebenwirkungen

Laut Werbebotschaften der Anbieter sei MMS nebenwirkungsfrei. Allerdings können auch haarsträubende und völlig unbelegte Angaben zu Nebenwirkungen von MMS auf einer Werbeseite im Internet gefunden werden:

Wenn die Einnahme von MMS zu Unwohlsein führt, dann ist das immer ein gutes Zeichen. Jede Veränderung ist ein Zeichen dafür, dass das MMS wirkt und schädliche Bakterien, Viren, Schimmel- und Hefepilze sowie Parasiten abtötet. Durch die toten Organismen entstehen Giftstoffe. Diese lösen die so genannte Herxheimer-Reaktion aus.[15]

Die Jarisch-Herxheimer-Reaktion ist ein Phänomen aus der klinischen Mikrobiologie. Sie ist jedoch nur durch Experten nachzuweisen, und tritt üblicherweise nur unter einer Therapie gegen bestimmte Erreger wie Spirochäten auf.

In der Fachzeitschrift für Kinderheilkunde "Pediatrics" wurde im August 2010 ein Artikel veröffentlicht, der Vergiftungsfälle bei Kindern durch Haushaltsreiniger für den Zeitraum 1990-2006 untersuchte, so wie sie in den Notaufnahmen von Krankenhäusern gemeldeten wurden. Es zeigte sich, dass die Einführung kindersicherer Verschlüsse zu einem Rückgang der Vergiftungsfälle führte. Als häufigste Substanz erwies sich die bei MMS verwendete Chlorbleiche.[16]

Die wissenschaftliche Fachliteratur zu Chlordioxid (siehe Literatur-Abschnitt) zeigt mögliche unerwünschte Folgen einer Chlordioxid-Einnahme bei Versuchstieren und dem Menschen auf. Die meisten Beobachtungen beziehen sich jedoch auf Versuchstiere. So kann die Chlordioxid-Einnahme zu einer Methhämoglobinbildung führen. Auch hämolytische Anämien (Blutarmut durch ein "Zerplatzen" der roten Blutkörperchen) und erniedrigte Glutathion-Spiegel können die Folge sein. Hohe Chlordioxid-Werte im Blut werden auch als nierentoxisch angesehen, verkürzen die durchschnittliche Lebenserwartung von Ratten und führen zu einem verringerten Körpergewicht. Bei Affen wurde eine Wirkung auf die Schilddrüse sowie das rote Blutbild beschrieben.

In einer verblindeten Untersuchung aus dem Jahr 1982 wurde gesunden Versuchspersonen eine geringe Menge Chlordioxid mit Wasser zu trinken gegeben. Die kleine Menge von 0,1 Milligram ClO2 wurde von den Versuchspersonen ohne Entwicklung von Symptomen vertragen.[17]

Der Tod von Sylvia Fink Solis

Seglerehepaar Doug Nash und Sylvia Fink Solis

Auf der Segelyacht "Windcastle", die nahe der pazifischen Insel Epi Island (Vanuatu) ankerte, starb am 8. August 2009 Sylvia Fink Solis. Sie hatte MMS in der Ansicht eingenommen, es würde vorbeugend gegen Malaria wirken. Innerhalb von 15 Minuten nach Einnahme verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zunehmend und dramatisch. Zuerst wurde ihr übel, sie erbrach sich und hatte starke Bauchschmerzen und Durchfall. Sie fiel dann innerhalb weniger Stunden ins Koma und verstarb 9 Stunden nach Mitteleinnahme noch an Bord. Ein herbeigerufener Arzt konnte ihr nicht mehr helfen. Das Mittel hatten ihr benachbarte Segler gegeben (Luc Callebaut und Ehefrau Jackie Lee von der Segelyacht "Sloepmouche"). Die Staatsanwaltschaft von Vanuatu nahm Ermittlungen auf und es wurde eine Autopsie durchgeführt. Da zu diesem Zeitpunkt das MMS in Vanuatu nicht als verbotene Substanz galt, wurde keine Anklage erhoben.[18]

Behörden warnen vor MMS

Beschlagnahmtes MMS-Kit aus Italien (Torino). In der Mitte ist die typische 3-Minuten-Sanduhr zu erkennen, die auch vom deutschen MMS-Händler Rohsmann angeboten wurde.[19]
  • Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) wies 2012 auf Fälle von "Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, teilweise mit Blutdruckstörungen und erheblichen Flüssigkeitsverlusten" hin und "rät von der Einnahme und der Verwendung von „Miracle Mineral Supplement“ („MMS“) dringend ab".[20]
  • Die Regierung von Oberbayern stuft MMS als Arzneimittel ein. Da es als solches nicht zugelassen ist, darf es auch nicht mehr vertrieben werden.[21]
  • Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde FDA warnte am 30. Juli 2010 vor der Einnahme von MMS-Mitteln, da das Mittel industrielle Bleichmittel enthalte und es zu erheblichen Gesundheitsschäden kommen könne. Demnach hätten die Behörde zahlreiche Meldungen über gesundheitliche Schäden bei MMS-Kunden erreicht. So sei es zu Übelkeit, Erbrechen und lebensbedrohlichen Zuständen durch Austrocknung gekommen. Kunden, die noch im Besitz von MMS seien, wurden aufgefordert, die Restbestände zu vernichten. Des Weiteren lägen der FDA keinerlei Forschungsergebnisse vor, die belegen würden, dass das Mittel bei HIV-Infektion, Hepatitis, Grippe, Akne, Krebs oder Erkältungen hilfreich sei. Aktuell sei die Behörde auch dabei zu prüfen, Anzeigen gegen Anbieter zu stellen.[22][23] Auf das FDA-Verbot reagierte Humble mit einer Warnung an den internationalen MMS-Vertrieb:
Es tut mir leid, euch mitteilen zu müssen, dass mein Name und mein Bild ab sofort und in jeder Form von allen Zusammenhängen mit dem MMS-Verkauf entfernt werden müssen, und zwar sofort, denn wenn mein Name mit dem MMS-Verkauf in Zusammenhang gebracht werden kann, werde ich ins Gefängnis kommen [...] Jetzt ist aber die Zeit gekommen, um MMS als nichts anderes als "Wasserreinigungstropfen" zu deklarieren [...] Wenn die Zeit gekommen ist, sollten die Behörden nichts anderes erkennen, als dass MMS als Wasserreinigungstropfen einsetzbar sind. Hinsichtlich der wahren Bedeutung werden wir uns abstützen auf mein Buch, auf das Radio, Fernsehen, Youtube und andere Internet-Artikel. Ich habe noch ein weiteres Anliegen: überall sollte der Begriff "Supplement" ersetzt werden durch "Solution". Der Grund besteht darin, dass die FDA nach dem Begriff "Supplement" Ausschau hält, um MMS-Leute anzugreifen.
  • Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel Swissmedic warnte am 13. Oktober 2010 vor MMS. Laut Swissmedic sei es in diversen Ländern vermehrt zu Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Konsum von "Miracle Mineral Supplements (MMS)" gekommen. Nach oraler Einnahme kam es laut Swissmedic zu "gastrointestinalen Störungen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Hospitalisationen wegen lebensbedrohlichen Zuständen".[24] Die Swissmedic beruft sich auch auf eine Warnung vor MMS durch das Schweizer "Bundesamt für Gesundheit" (BAG) vom 08. Oktober 2010. Demnach hätte das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum (STIZ) diverse Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von MMS erhalten.[25]
  • Die französischen Behörden Institut de veille sanitaire (InVS) und Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé (Afssaps) veröffentlichten am 5. Oktober 2010 eine Warnung vor MMS, da das Produkt "Solution minérale miracle" zu Gesundheitsgefährdungen führe und der Grund für beobachtete Vergiftungen in Frankreich war ("Ce produit est à l’origine de cas d’intoxication"). Personen die MMS gekauft hätten sollten es nicht einnehmen und Personen die bereits MMS eingenommen hatten wurden aufgefordert sich bei einem Arzt zu melden.[26]
  • Die englische Food Standards Agency (SFA) warnte ebenfalls vor MMS und informierte die EU-Kommission.[27] Auf die Spur von MMS wurde sie durch einen 15-jährigen Jungen gebracht.[28]
  • In Kanada wurde MMS bereits im Mai 2010 von der Behörde Health Canada verboten.[29]
  • Australien verbat inzwischen einem MMS-Händler den Verkauf und zwang diesen, die verkauften MMS-Flaschen zu seinen Kosten zurückzunehmen.
  • In Turin (Italien) wurden im November 2010 zwei Männer wegen des Internet-Verkaufs von MMS verhaftet. Die Männer hatten behauptet, dass das Mittel gegen AIDS oder Krebs wirksam sei, und gaben Anleitungen zur inneren Einnahme.[19]

Erfahrungsberichte von Anwendern

  • [...] das alles lässt sich noch aushalten. (ich hoffe, dass meine sexuelle fehlfunktion nur vorübergehend ist.) aber die übelkeit und vor allem die magenschmerzen und im bauchbereich, verbunden mit ständigem aufstoßen, die auch meinen schlaf behindern, sind wirklich schlimm. also ich weiß nicht genau, wie ich es jetzt handhaben werde [...].[30]
  • [...] habe mich gerade erst angemeldet um alle vor der Tinktur zu warnen. Ich habe gestern eine Tinktur aus 50 Tropfen MMS und 250 Tropfen Weinessig angesetzt und problemlos, ohne Hautprobleme zu bekommen, nach ca. 10 Minuten angewendet. Es hieß, dass sich eine solche Tinktur problemlos drei Tage halte. Heute morgen habe ich das Gläschen mit der Tinktur geöffnet und es hat mich fast vom Stuhl gehauen. Die Dämpfe waren so stark, dass mir das Zeug fast aus der Hand gefallen wäre und ich einen Teil verschüttet habe. Es war jetzt sattgelb! Augen haben getränt, Nase ist gelaufen... Zum Glück war eine viertel Stunde später alles wieder o.k.. Habe alles sofort weggeschüttet [...].[31]
  • [...] Also - ich nehme MMS jetzt seit 5 Tagen, ich stelle dabei sehr heftige Reaktionen meines Körpers fest, (15 Tropfen Morgens auf nüchternen Magen, 15 Tropfen am Abend nach dem Essen) dazu gehören unter anderem, Durchfall - Kopfschmerz - und zu meiner großen Überraschung - ein heftiger Schnupfen, die Nase läuft ständig [...].[32]
  • ..die Nebenwirkungen sind heftig. Schwindelgefühl, Taubheit auf den Ohren, unscharfes Sehen, verschwommene Gedanken, die klare Artikulation verhindern, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und (besonders ärgerlich für meine Frau) Erektionsprobleme ... Die Übelkeit und vor allem die Magenschmerzen und im Bauchbereich, verbunden mit ständigem Aufstoßen, die auch meinen Schlaf behindern, sind wirklich schlimm. Also ich weiß nicht genau, wie ich es jetzt handhaben werde.[33]

Scharlatanerie mit MMS bei bestimmten Krankheiten

Krebs

Jillian Margaret Newlands
Buch von Kerri Rivera

In Deutschland behandelt der Arzt Helmut Ehleiter aus Backnang bei Stuttgart nach eigenen Angaben seit Jahren Krebspatienten mit MMS. Zitat Ehleiter:

Ich lese sehr viel und glaube, dass ich auf der Höhe der aktuellen medizinischen Literatur bin. So bin ich auch auf MMS gestoßen und auf jene vergleichbare Substanz aus den USA, das Dioxychlor. Beide Stoffe wirken identisch und besitzen die chemische Formel ClO2. Dioxychlor findet bei Infusionslösungen Verwendung, während man MMS vor allem oral einnimmt. Ich wende diese Therapie seit ungefähr fünf Jahren in meiner Praxis an.[34]

Ehleiter ist auch Berater eines "3E-Zentrums" von Lothar Hirneise.

2009 wurde eine australische Quacksalberin ohne Zulassung für medizinische Behandlungen namens Jillian Margaret Newlands aus Mackay (Queensland/Australien) zu einer Geldstrafe von 12.000 australischen Dollar verurteilt und ihr Behandlungsmaterial beschlagnahmt,[35][36] weil sie Patienten mit Brustkrebs unter nicht sterilen Bedingungen MMS-Infusionen in ihrem "treatment centre" legte. Um nicht aufzufallen, führte sie ihre Behandlungen in ihrer eigenen Garage durch und forderte zur Geheimhaltung auf. Des Weiteren riet sie von einer Chemotherapie ab. Der Fall konnte dennoch genau nachvollzogen werden, weil die Behandlung mit versteckter Videokamera durch die Undercover-Ermittlerin Loretta Marron gefilmt werden konnte,[37] die selbst zuvor durch eine medizinisch akzeptierte Behandlung eine eigene Brustkrebserkrankung überstand. Die behandelte Patientin namens Maria Worth erlitt nach der MMS-Infusion ein lebensbedrohliches Blutgerinnsel und musste im Toowoomba Hospital behandelt werden. Sie hatte für die nutzlose und gefährliche Behandlung 2.000 australische Dollar bezahlt - für Ausgangsmaterial mit einem Wert von etwa 25 Dollar.[38][39][40]

Malaria

MMS wird von Humble und Anbietern häufig beleglos als effektives Mittel gegen die Infektionskrankheit Malaria genannt. Laien können durch die Werbeaussagen zu MMS verunsichert werden und im Zweifelsfall auf effektive Mittel zur Prävention oder Behandlung verzichten. Bekannt ist, dass die in MMS enthaltene Substanz Natriumchlorit die Stoffgruppe der Chinoline inaktivieren und wirkungslos machen kann.[41] Chinolinderivate werden zur Behandlung der Malaria eingesetzt.

Autismus

Die in Puerto Vallarta in Mexiko lebende gebürtige US-Amerikanerin Kerri Rivera behauptet, Autismus mit MMS heilen zu können. Bis Anfang 2014 hätten durch ihre Methode "117 Kinder komplett vom Autismus befreit" werden können.[42] Diese Zahl steigt schnell an. 2012 nannte Rivera noch etwa 40 angebliche Heilungen,[43][44] Mitte 2013 waren es bereits über 90.

Varianten

MMS-Gasbag

Erfinder Jim Humble im "gasbag"

2010 führte der MMS-Erfinder eine besondere Anwendungsform vor, den MMS-Gasbag (dt. Gas-Sack). 2 Müllsäcke aus Plastik werden derart ineinander gestülpt und mit Klebeband verschlossen, dass sich ein geschlossener Raum bildet, in den am oberen Ende ein Einstiegsloch geschnitten wird. In den "Gasbag" wird ein Schälchen mit aktiviertem MMS gestellt, so dass sich Chlordioxid-Gas bildet. Der Anwender steigt sodann unbekleidet in den Gasbag um seine Haut dem Gas auszusetzen.

MMS2

Humble brachte inzwischen ein neues Mittel heraus: MMS2. Dabei handelt es sich um ein Mittel mit dem ätzenden Calciumhypochlorit, dem Calciumsalz der hypochlorigen Säure (Ca(OCl)2). Die Substanz ist auch als Losantin oder Perchloron bekannt und wurde vor über einhundert Jahren zur Hautdesinfektion verwendet. Wegen seiner schlechten Verträglichkeit auf der Haut ist es seit langem durch besser verträgliche und effektivere Mittel verdrängt worden. Eine innerliche Einnahme ist nicht dokumentiert.

Calciumhypochlorit wurde als Bleichmittel in der Papierindustrie eingesetzt; aus Umweltschutzgründen verwendet man heute jedoch zunehmend andere Substanzen. Eine aktuelle Anwendung von Calciumhypochlorit findet sich bei der Schwimmbaddesinfektion. In Baumärkten sind dazu preiswerte Großpackungen für private Schwimmbadbesitzer erhältlich.

Um den MMS-Absatz nicht zu gefährden, soll laut MMS-Vertreibern MMS2 lediglich "genauso gut und komplementär zu MMS" sein. Auch gebe es eine Art synergistischen Effekt, wenn beide Mittel gemeinsam angewandt würden.

Chlorine Dioxide Solution (CDS / CDL)

Unter der Bezeichnung Chlorine Dioxide Solution (CDS) beziehungsweise Chlordioxidlösung (CDL) werden neuerdings MMS-Produkte angeboten, die in Wasser gelöstes Chlordioxid-Gas enthalten sollen. Auf diese Weise erübrige sich das bislang notwendige Mischen von Natriumchlorit mit einer Säure (Zitronensäure oder Salzsäure). Allerdings müsse nun das CDL im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es sich ab 11 Grad verflüchtige. Auch müsse es nun viermal so hoch dosiert werden wie das vorherige MMS.

Anderssprachige Psiram-Artikel

Literatur

  • Gute Pillen - schlechte Pillen. Nr. 5 (Sept./Okt. 2008): Aufgespießt - Miracle Mineral Supplement. Herausgeber: Verbraucherzeitschrift für Medikamente in Deutschland, arznei-telegramm, DER ARZNEIMITTELBRIEF, Pharma-Brief und Arzneiverordnung in der Praxis (AVP)
  • Lin JL, Lim PS. Acute sodium chlorite poisoning associated with renal failure. Ren Fail. 1993;15(5):645-8.
  • Judith R. Lubbers, Sudha Chauan, Joseph R. Bianchine: Controlled Clinical Evaluations of Chlorine Dioxide, Chlorite and Chlorate in Man, (1982) Environmental Health Perspectives, Vol. 46, S. 57-62, 1982. [4]
  • Lubbers, J. R., Chauhan, S., Miller, J. K., and Bianchine, J. R. The effects of chronic administration of chlorine dioxide, chlorite and chlorate to normal healthy adult male volunteers. J. Environ. Pathol. Toxicol. 5 (2, 3): 879-888 (1982)
  • Heffernan, W. P., Guion, C., and Bull, R. J. Oxidative damage to the erythrocyte induced by sodium chlorite in vitro. J. Environ. Pathol. Toxicol. 2(6): 1487-1499 (1979).
  • Musil, J., Kontek, Z., Chalupa, J., and Schmidt, P. Toxicological aspects of chlorine dioxide application for the treatment of water containing phenol. Chem. Technol. Praze. 8: 327-345 (1964)
  • Moore, G. S., and Calabrese, E. J. The effects of chlorine dioxide and sodium chlorite on erythrocytes of A-J and C-57L-J mice. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 513-524 (1980)
  • Moore, G. S. and Calabrese, E. J. G-6-PD-deficiency - a potential high-risk group to copper and chlorite ingestion. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 271-279 (1980)
  • Moore, G. S., Calabrese, E. J. and Ho, S. C. Groups at potentially high-risk from chlorine dioxide treated water. J. Environ. Pathol. Toxicol. 4(2, 3): 465-470 (1980)
  • Couri, D., Miller, C. H., Bull, R. J., Delphia, J. M., Ammar, E. M. Assessment of maternal toxicity, embryotoxicity and teratogenic potential of sodium chlorite in Sprague-Dawley rats., Environ. Health Perspect. 46: 25-29 (1982)

Weblinks

Links zu Sicherheitsdatenblättern und fact sheets

Quellennachweise

  1. http://www.miraclems.com
  2. http://www.alleinklang.tv/themen/naturheilkunde/mms-tropfen-miracle-mineral-supplement.html
  3. Benjamin Seiler, Zeitenschrift, Heft 59
  4. Gute Pillen - schlechte Pillen. Nr. 5 (Sept./Okt. 2008): Aufgespießt - Miracle Mineral Supplement. Herausgeber: Verbraucherzeitschrift für Medikamente in Deutschland, arznei-telegramm, DER ARZNEIMITTELBRIEF, Pharma-Brief und Arzneiverordnung in der Praxis (AVP)
  5. http://lifestyle.t-online.de/c/15/15/71/42/15157142.html
  6. vitalundfitmit100 S.L., Geschäftsführer Lothar Paulus, Ctr. Ibiza-Sant Josep, km 11,5 Apdo. 282, E-07830 Sant Josep, Spanien. Telefon: +34 971343623 / +49 1637726543 Fax +34971343623.
    Lothar Paulus, C/des Calo, Cala de Bou, edificio PalmBeach 2-2d 07839 Sant Josep, Ibiza Spanien
    vitalundfitmit100 S.L. Versandlager, Geschäftsführer Lothar Paulus, Zingsheimer Str. 19, D-41236 Mönchengladbach, Tel (0)2166-1284303, Fax +492166998066, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: Spanien: ESB57613481, Deutschland: DE266121097
  7. http://www.klinik-st-georg.de/pdf/dr_douwes_informiert/2010-04_MMS_Wirkung.pdf
  8. Zitat Stöppler: [...] Gleichzeitig gibt es aber Völker und Zivilisationen, in denen Krebs unbekannt ist (z. B. Volksstämme wie die Abchasier, Aserbaidschaner, die Hunza oder Eskimos). Weder ein einziger Krebskranker, geschweige denn ein einziges Krebsopfer ist diesen bekannt. Woran liegt das? Welche Unterschiede bestehen zwischen diesen Zivilisationen und uns? Muss Krebs sein, wie kann man sich davor schützen? Ist Krebs eventuell sogar heilbar? [...][1]
  9. http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/jim-humble-erstmalig-in-deutschland-beim-kongress-fuer-neuartige-heilmethoden/2?context=category&category=2
  10. Arcadia Eden Distribution - Peter Rohsmann, 242B Chemin de Bichouarde, 84360 Lauris, Frankreich (Vormals: Arcadia Eden - Peter Rohsmann e.K., Sindelsdorferstraße 12, 82392 Habach-Dürnhausen)
  11. https://www.arcadia-eden.com/wasserbehandlung/mms-neu/
  12. http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/chlorreiniger-wundermedizin-verkauft-razzia-muenchner-arzt-1062018.html
  13. Habach, 28.10.2010
    Sehr geehrte Frau Kolios,
    leider muss ich mich mit einer schlechten Nachricht an Sie wenden. Die Regierung von Oberbayern hat
    das "MMS" als Arzneimittel eingestuft. Somit ist das MMS, das ja bekanntlich kein geprüftes Arzneimittel ist, jetzt nicht
    mehr vertreibbar und wir können Sie bis auf weiteres nicht mehr damit beliefern.

    Wie Sie wissen, habe ich immer wieder betont, dass das MMS kein Arzneimittel sei, sondern ein "Oxidationsmittel". Oxidationsmittel wie z.B. das Ozon haben in der Naturheilkunde eine lange Tradition, ohne dass das Ozon als Arzneimittel eingestuft wurde.

    Die Regierung von Oberbayern hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet um gegen mich persönlicch ein Strafverfahren einzuleiten.
    Ich habe mir nun einen Fachanwalt für Arzneimittelrecht als Beistand genommen. Mein Ziel ist, dass das MMS die Einstufung "Arzneimittel" wieder verliert.

    Bis zu diesem gewünschrten Ergebnis werde ich kein MMS mehr verkaufen. Auch bitte ich Sie alle eventuellen Kopien meines MMS-Vortrags aus dem Internet zu nehmen. Von dem Blickwinkel der Tatsache, dass das MMS im Moment offiziell als Arzneimittel angesehen wird, sind alle in meinem Vortag und auch sonst von mir zum MMS gemachten Aussagen als falsch und irreführend anzusehen.
    Bitte nützen Sie bis zur endgültigen Klärung das MMS nicht mehr zur Verbesserung Ihrer Gesundheit. Alle eventuellen Anwendendungen, außer der auf dem Etikett des MMS-Sets angegebenen, sind also bitte sofort einzustellen.

    Ich kann natürlich auch keine Fragen zum MMS, ob telefonisch oder per E-Mail, mehr beantworten.
    Sie können sich vorstellen, dass mich diese Angelegenheit sehr belastet. Ich musste eine Hausdurchsuchung und Beschlagnahme meiner Unterlagen hinnehem.

    Wirtschaftlich bedeutet dies für mich, dass ich für die freie Verkäuflichkeit von MMS vor Gericht streiten muss, was sehr kostspielig werden könnte. Gleichzeitig fällt jedoch ein beträchtilicher Anteil meiner Umsätze weg.
    Wenn ich Sie persönlich um etwas bitten dürfte, so würde ich mir wünschen, dass sie mich unterstützen, indem Sie andere Produkte aus meienem Shop ( http://www.arcadia-eden.de ) bestellen.

    Alle dort angebotenen Produkte sind von mir persönlich zusammengestellt worden und ich kann Ihnen nur versichern, das Sie kaum irgendwo etwas Besseres finden werden.
    Alles Gute und vielen Dank für Ihren Beistand!
    Ihr Peter Rohsmann

    8239
    2 Habach-Dürnhausen
    Inh. Peter Rohsmann, Arzt
    Telefon xxxxxxxxxx
    E-Mail: xxxx@arcadia-eden.de
    [2]
  14. Hallo Johannes,

    ja dieser Brief von mir ist, soweit ich gesehen habe, echt. Im Anhang ist das Original. Das Verbot beruht auf der Behauptung, dass das MMS ähnlich einem Arzneimittel verwendet wurde und zwar von den meisten Kunden. Leider stützt sich die Staatsanwaltschaft auf meien MMS-Vortrag, der überall im Internet zu sehen war und z.T. immer noch ist. In diesem Vortrag beschreibe ich die Selbsthilfe-Anwendung es MMS als Oxidationsmittel und betone, dass es sich nicht um ein Arzneimittel handelt. Trotzem sind Empfehlungen, so und so wiele Tropfen “einzuznehmen”, für die Staatsanwaltschaft schon genug um die Anklage einzuleiten.

    Ihnen alle Gute!
  15. Quelle: jimhumblemms.de
  16. Lara B. McKenzie, Nisha Ahir, Uwe Stolz, Nicolas G. Nelson: Household Cleaning Product-Related Injuries Treated in US Emergency, Pediatrics, 2.8.2010, DOI: 10.1542/peds.2009-3392 Volltext
  17. [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1569027/pdf/envhper00463-0059.pdf Judith R. Lubbers, Sudha Chauan, Joseph R. Bianchine: Controlled Clinical Evaluations of Chlorine Dioxide, Chlorite and Chlorate in Man. Environmental Health Perspectives, Vol. 46, S. 57-62, 1982
  18. Artikel in der "Vanuata Daily Post" vom 11.11.2010 [3]
  19. 19,0 19,1 [http://www3.lastampa.it/torino/sezioni/cronaca/articolo/lstp/373605/ Elena Masuelli: "Vendo on line rimedio miracoloso" - Scoperto laboratorio di farmaci tossici. La Stampa, 3. November 2010
  20. Stellungnahme Nr. 025/2012 des BfR vom 2. Juli 2012
  21. www.jopejob.de/.../die-regierung-von-oberbayern-hat-das-mms-als-arzneimittel-eingestuft/ -
  22. http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/ucm220747.htm
  23. http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=6430
  24. http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01409/index.html?lang=de
  25. http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de
  26. http://www.invs.sante.fr/recherche/index2.asp?txtQuery=mms&Submit.x=0&Submit.y=0
  27. http://www.food.gov.uk/news/newsarchive/2010/sep/mms
  28. http://www.bbc.co.uk/news/uk-wales-11540146
  29. http://www.hc-sc.gc.ca/ahc-asc/media/advisories-avis/_2010/2010_74-eng.php
  30. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=2&page=5
  31. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=167
  32. http://www.mms-selbsthilfe.de/showthread.php?t=2&page=3
  33. Zitat eines "Uwe" im "MMS Selbsthilfeforum"
  34. Zitat aus Zeitenschrift, Heft 67. Zitat aus dem Artikel
  35. http://statements.cabinet.qld.gov.au/MMS/StatementDisplaySingle.aspx?id=63436
  36. http://scepticsbook.com/2009/04/23/quack-fined-12000-ordered-to-stop-selling-fake-cancer-treatment/
  37. http://videosift.com/video/Loretta-Marron-busting-a-terrible-horrible-Quack
  38. http://atheistage.org/?p=829
  39. http://archive.i2p.com.au/?page=site/article&id=1270
  40. http://atheistage.org/?p=901
  41. Huber MM, Korhonen S, Ternes TA, von Gunten U, Oxidation of pharmaceuticals during water treatment with chlorine dioxide. Water Res. 2005 Sep;39(15):3607-178a
  42. Werbung zuur Veranstaltung "Spirit of Health 2014" im April 2014 in Hannober
  43. Orac: Miracle Mineral Solution (MMS) and autism at Autism One: Kerri Rivera’s apologists strike back (Part 2). Respectful Insolence, 18. Juni 2012
  44. Wie man autistische Kinder mit MMS-Einläufen foltert. Psiram-Blog, 28. Mai 2012