Visualisieren

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Als Visualisierung wird allgemein die graphische Darstellung von Daten verstanden, die vom Aufnehmenden visuell erfasst wird. Bei sprachlich oder logisch nur schwer formulierbaren Zusammenhänge kann eine visuelle Darstellung Vorteile gegenüber anderen Darstellungen bringen.

Visualisieren als Methode des Positiv-Denkens oder Meditation

Der Begriff "Visualisieren" (auch Imagination) bezeichnet auch die rein imagnative bildliche Vorstellung von Bildern zu allen möglichen Zwecken, so auch zur Affirmation. Besonders absurde Visualisierungen betreffen mögliche Brust- oder Penisvergrößerungen durch Visualisieren. Der deutsche Esoteriker und Buchautor Marco Bischof war einst Propagandist für Brustvergrößerungsversuche durch "tägliche Selbsthypnose verbunden mit Visualisierung", die er Frauen mit entsprechenden Wünschen als ernstzunehmende, "risikoarme" Alternative empfahl.

Verwendung findet das Visualisieren auch bei:

Visualisieren in der Pseudomedizin

Zahlreiche pseudomedizinische Methoden ohne bekannten Wirksamkeitsnachweis verwenden eine Visualisierung. Ziel sind offenbar Entspannungszustände, Stimmungsanhebung, Ablenkung von Schmerz und eine allgemeine Motivation, etwa zur besseren Krankheitsbewältigung. Zu nennen sind:

  • Das Simonton-Training ("Visualisierung nach Simonton") nach Oscar Carl Simonton. Dieses wird auch von seinem Erfinder, dem Radiologen Simonton, zur günstigen Beeinflussung von Krebserkrankungen eingesetzt. Gemeinsam mit seiner Ehefrau erfand er Anfang der 1970er Jahre ein Konzept, um dem Erkrankten sein körperliches, geistiges und emotionales Gleichgewicht zurückzugeben. Dadurch sollte es den Krebskranken ermöglicht werden, den Krebs erfolgreicher zu bekämpfen. Entspannung und geführte Imagination waren Kernelemente dieses Trainings. Nach einer einleitenden Entspannungsperiode sollten sich die Patienten ihren Tumor als "schwach, unorganisiert und weich" vorstellen. Die konventionellen Therapiemaßnahmen sollten als kraftvolle und effektive Gegenmaßnahme imaginiert werden, mit deren Hilfe sich das aggressive Immunsystem des Patienten gegen den Tumor zur Wehr setzen sollte. Ein Konzept also, das den "fighting spirit" anfachen sollte. Die weißen Blutkörperchen sollte man sich als eine riesige Abwehrarmee vorstellen, die die Tumorzellen kraftvoll überwältigen und vernichten. Dabei sollte sich der Patient selbst als kraftvoll und energiegeladen empfinden. In diese Vorstellungswelt sollte man sich nach Empfehlung von O. C. Simonton dreimal täglich begeben. Zunächst wurde dieses System von den Autoren als Begleitbehandlung für Krebspatienten propagiert, aber relativ schnell wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, dass das Training selbst einen eigenen Anti-Tumor-Effekt habe. Studienergebnisse konnten allerdings keinen derartigen Effekt belegen.
  • Die MindStore-Methode (die Macht der Visualisierung) des ehemaligen Sozialarbeiters Jack Black soll über Visualisieren zu einer Persönlichkeitsentwicklung führen. In Deutschland wird die Methode von einem "MindStore Institut" in Remshalden-Buoch bei Stuttgart vom Bankfachwirt und Betriebswirtschaftler Klaus Nigel Pertl angeboten. Pertl ist auch im Vorstand des Vereins Menschen gegen Krebs von Lothar Hirneise und gibt an, Begründer des Vereins "People against Cancer" in England gewesen zu sein. Auch diese Methode wird zu alternativmedizinischen Visualierungszwecken bei Krebskranken eingesetzt. Der ehemalige Krankenpfleger Lothar Hirneise hat das Visualisieren auch in sein Anti-Krebs-Programm 3E-Programm nach Hirneise integriert.
  • Augen- und Sehtraining nach Gollub und Selby
  • Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht
  • Matrix Energetics und Quantenheilung nach Kinslow (Matrix Energetics RB, Quantum Tao, Matrix Transformation usw.)
  • Cobimax
  • Quantum K
  • "The Journey" Methode nach Brandon Bays

Visualisieren als psychotherapeutisches Instrument

Ab ca. 1950 versuchte Hanscarl Leuner Imaginationen für die Psychotherapie nutzbar zu machen. Eine Anwendung findet sich in der Psychotherapie im autogenen Training, in dem Farben, Formen und Landschaften visualisiert werden. Anwendungen finden sich auch beim katathymen Bilderleben, der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie oder der Heilhypnose mit hypnagogen Bildern.

Buddhismus

Im Buddhismus ist das Visualisieren als "geistige Projektion" von Buddhas oder Mandalas eine Meditationsübung.

Mandala (Sanskrit, मण्डल, maṇḍala; tib.: དཀྱིལ་འཁོར།, dkyil 'khor) bedeutet in der Überstzung so viel wie Kreis und bezeichnet ein kreisförmiges oder quadratisches symbolisches Bild mit einem Zentrum, das ursprünglich im religiösen Kontext verwendet wurde.