Gesellschaft für autarke Energie, technische Innovationen und Altruismus

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Vormaliges Angebot der T4L GmbH: "Energieoptimierer" Fostac Maximus der Firma Fostac (Bild: Homepage der T4L von 2011, inzwischen ist diese Webseite entfernt worden)
Bericht über Zusammenarbeit von Infinity SAV mit Verein GAIA (2017)

Die Gesellschaft für autarke Energie, technische Innovationen und Altruismus (GAIA) (auch Global Association for Independent Energy & Altruism) ist ein 2011 gegründeter österreichischer Verein aus A-9330 Althofen[1], der aktuell (Herbst 2014) Kunden für eine physikalisch unmögliche Perpetuum Mobile-Maschine nach dem behaupteten Prinzip eines Auftriebskraftwerks sucht. Der Verein GAIA arbeitete zu diesem Zweck bis Anfang August 2015 mit der Schweizer Firma Rosch (Rosch Innovations AG, SaveThePlanet AG Holdinggesellschaft der Rosch Firmengruppe) zusammen. Der Verein, der sich auch für Alternativmedizin einsetzt, steht in Verbindung mit der Szene der Anhänger von Ryke Geerd Hamer und dessen Germanischer Neuer Medizin, mit deren Hilfe es möglich sei, Krebskranke wunderzuheilen. Bereits ab 2012 hatte man versucht, auch den Focardi-Rossi-Energiekatalysator zu vermarkten.

Im Eigenverständnis will der Verein GAIA "Energiegeräte ... erschaffen, die Jeden dauerhaft & kostenlos mit Wärme und Strom versorgen". In einer Selbstdarstellung heißt es auch:

"GAIA ist aus der Idee von Unternehmern entstanden, die rechtlichen, machtbedingten und technischen Hindernisse unsere Gesellschaft autark und unabhängig zu machen zu durchbrechen und eine Bewegung zu gründen, die selbstverantwortlich, besonnen und zielgerichtet eigene Wege zur persönlichen Freiheit geht."

Vereinsvorsitzender ist Horst Burgstaller, Vorstandsmitglieder sind Roberto Reuter und Christoph Beiser. Burgstaller ist mit Rupert Schnitzhofer auch Geschäftsführer der T4L GmbH in Kuchl bei Salzburg, die ein "Heizen zum Nulltarif" anbietet. Der GAIA-Vorstand ist teilweise mit den Managern der T4L GmbH identisch. Auch fanden GAIA-Veranstaltungen praktischerweise gleich im Firmengebäude der T4L in Kuchl statt. Die T4L verkauft neben stillen Beteiligungen unter anderem elektrische Infrarot-Heizungen oder eine Wandfarbe zur Wärmedämmung. In der Vergangenheit bot die T4L auch Scharlatanerieprodukte zur Energieeinsparung (Fostac Maximus der Firma Fostac) sowie das Rosch Auftriebskraftwerk an. Die Vorgängerfirma der T4L war die Technology 4 Life OG, die 2007 gegründet und drei Jahre später wieder geschlossen wurde. Weitere Mitglieder der GAIA-Führung sind Robert J. Reich, Heiko Erxleben, Andreas Fr. v. Brandenburg und Johanna Feick.

Propagandistisch werden die Aktivitäten vom NET-Journal (Jupiter-Verlag siehe auch Adolf Schneider), der Tesla Society[2], von Okitalk und TimeToDo von Norbert Brakenwagen begleitet.

Mitte September 2015 entschied man sich bei GAIA, sich nicht mehr öffentlich zum Rosch Auftriebskraftwerk zu äußern.[3] Stattdessen versucht man seit Dezember 201), einen physikalisch unmöglichen Magnetmotor (GBI powerunit) der koreanischen Firma Infinity SAV an Mitglieder zu verkaufen. Der Generator soll kontinuierlich 3 kW Leistung abgeben können, ohne Treibstoff zu verbrauchen oder mit Energie versorgt zu werden. Auch wird das physikalisch unmögliche Perpetuum Mobile Space Power Generator (Raum Leistungsgenerator bzw. "Rückwirkungsfreien AC-Synchron-Generator” Reactionless AC Synchronous Generator, RLG oder kurz Tewari Generator) von Paramahamsa Tewari (1937-2017) propagiert.

Aktivitäten im Bereich "Freie Energie"

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Rosch Auftriebskraftwerk mit GAIA - Beschriftung
Gaia-Repräsentant Gottfried Herrmann mit dem Scientologen Wilhelm Mohorn anlässlich der Vorstellung des Rosch Auftriebskraftwerks beim österreichischen Verein ÖVR im Juni 2015. Laut Herrmann finde dabei eine "Energievermehrung durch Raumenergie" statt.

Das Gaia-Mitglied Gottfried Herrmann (auch bei anderer Gelegenheit als "Gaia-Repräsentant" bezeichnet) hielt im Dezember 2015 einen Vortrag zu so genannter Freier Energie an einer Waldorfschule in Klagenfurt. Auf der Webseite des Vereins wurde zunächst in zwei Artikeln darüber berichtet (Screenshots rechts). Nachdem im Internet darüber diskutiert wurde, wurden die Artikel ohne Begründung gelöscht.

Vermarktung des Rosch Auftriebskraftwerks

Aktuell (2014) scheinen die Vermarktung von Workshops und ein "Auftriebskraftwerk" der Schweizer Firma Rosch im Vordergrund der Vereinsaktivitäten zu stehen. Der Verein behauptet, mit der Rosch Gruppe ("Unser Partner ist die Schweizer Rosch Innovations AG") zu kooperieren und sagt zu, dass es durch dieses "Kraftwerk" möglich sei, völlig kostenlos elektrische Energie im Kilowattbereich aus dem Schwerefeld der Erde zu gewinnen. In einem wassergefüllten vertikalen Zylinder sind an einer von unten nach oben umlaufenden Kette Behälter befestigt, die am Boden des Zylinders mit Luft aus einer Luftpumpe befüllt werden. Die Behälter sollen dadurch einen Auftrieb erfahren und am oberen Ende entlüftet und wieder mit Wasser befüllt werden. Diese Auftriebskraft soll ausreichen, die Kette in Rotation zu versetzen und gleichzeitig die Energie zum Betrieb der Pumpe und eines Stromgenerators zu liefern. Dies ist jedoch sowohl mit den aktuellen Kenntnissen der Physik als auch dem Energieerhaltungssatz nicht vereinbar.

Das gemeinte Auftriebskraftwerk AuKW war in der Vergangenheit nicht einfach käuflich zu erwerben. Daher gibt es auch bislang (Stand Juni 2015) keine unabhängigen Berichte von Käufern und Anwendern. Zur Glaubhaftmachung des physikalisch unmöglichen Prinzips wurde Interessierten ein Video des AuKW vorgestellt, der das Kraftwerk in Serbien in Betrieb zeigen soll.[4] Allerdings wurde später angegeben, dass das "Funktionsmuster an der Grenze der Überschussproduktion" gearbeitet habe, was darauf hindeutet, dass überhaupt keine "überschüssige Leistung" produziert wurde: "Da die Leistung der Anlage unmittelbar mit deren Bauhöhe verbunden ist, bewegen wir uns mit diesem 2 m hohen Funktionsmuster an der Grenze der Überschussproduktion." Im April 2015 wurde Interessenten in Deutschland die Möglichkeit geboten, den Prototyp eines Auftriebskraftwerks auf Basis von unter Wasser angebrachten Auftriebskörpern zu besichtigen, der mit einer "Dauerlast" von 4,8 kW arbeite. Eine genaue Untersuchung des Prototyps war den Besuchern nicht gestattet. Nach dem Abbau des Prototyps fiel Beobachtern ein zugemauertes und übertünchtes Loch in der Wand auf, aus dem der Prototyp offenbar über ein verstecktes Kabel heimlich mit Strom versorgt wurde.

Ein Interessent muss zunächst außerordentliches Vereinsmitglied ohne Stimmrechte des Vereins GAIA werden und den entsprechenden Mitgliedsbeitrag zahlen. Dann erst ist es möglich, eine Anzahlung in Höhe von 2.400 Euro auf einen Bausatz des zukünftigen Produkts zu leisten[5], welcher angeblich "Mitte Dezember 2014" in einer Stückzahl von 500 zur Verfügung stehen soll. Der Verein verlangt aktuell (Dezember 2014) 14.160,00 Euro brutto inkl. MWSt für das 5 kW-Modell. Die Kosten beinhalten einen obligatorischen GAIA-Workshop. Das kleinste Modell soll eine "Nettoleistung" von "garantiert ca. 5 Kilowatt" haben und einphasigen Wechselstrom mit 230 V abgeben, bei einer angeblichen "Tagesleistung über 100 kWh".

Anfang Juli 2015 wurde mit der Firma SaveThePlanet AG ein Aufhebungsvertrag unterzeichnet, der die Zusammenarbeit mit Rosch beendet. Der Vertrag sieht auch eine Rückzahlung gezahlter Vorschüsse in Höhe von 425.000 Euro an GAIA vor.

Bereits 2011 waren potentielle Anleger der Firma Rosch mit dem gleichen Angebot und Produkt angelockt worden.

Projekt Ewige Batterie

2013 wurde auch in einem GAIA-Newsletter (Autor Rupert Schnitzhofer) behauptet, im Rahmen eines "Gaia Projekt Ewige Batterie" sei eine Batterie erfunden worden, die kostenlos aus einer angeblichen Raumenergie aufgeladen werde und in der Lage sei, elektrische Energie abzugeben.

HHO-Projekte

Eine Zeit lang (2013) bewarb der Verein GAIA Konzepte, die unter Aufwand von Energie die Produktion von Wasserstoffgas vorsahen, das sodann als Knallgas verbrannt werden sollte. Dies unter der Bezeichnung HHO und bewusst missverständlich als "Heizen mit Wasser". Der Slogan sollte offenbar den Eindruck erwecken, es sei möglich, aus Wasser Energie zu gewinnen (siehe dazu: Wasserauto und Daniel Dingel). Ein Peter Salocher stellte dazu auf GAIA-Workshops Elektrolysezellen vor und der Verein behauptete, "vollautomatische HHO-Zellen" entwickelt zu haben.

Aktivitäten im Bereich Alternativmedizin

Engagement des Vereins GAIA für kolloidales Silber (Bild: facebook-Seite des Vereins GAIA) zu einem GAIA "KoSi Workshop" in Wiener Neustadt am 12. Dezember 2013

Ebenfalls 2013 bot der Verein mehrere Workshops zum Pseudomedizinprodukt kolloidales Silber an. Der Verein hat auch das Gerät KoSI Silber Power 1000 eines Reinhard Fugger zur Herstellung von kolloidalem Silber im Angebot.[6] Weitere Themen sind Lichtnahrung, Quantenheilung, Effektive Mikroorganismen und das angebliche "Sehen ohne Augen". Zum letzten Punkt gab es im Mai 2015 ein Seminar mit Katharina Friedrich von der BeTeWi-Akademie.

Im April 2014 wurde eine werbende Veranstaltung zur Germanischen Neuen Medizin von Ryke Geerd Hamer durchgeführt.[7] Im Juni 2015 plante GAIA ein Seminar mit Helmut Pilhar auf der Zucha-Alm in Weistrach.[8] Ein Gerald Weixlbaum macht sich dort für die Verbreitung der GNM stark.

Weitere Projekte

Ein "Magnetgenerator zur Stromerzeugung", von dem aktuell nichts mehr zu erfahren ist.

GAIA und Lais-Schulen

Der Verein engagiert sich für das Konzept der Lais-Schulen in Österreich. Lais-Schulen sind Privatschulen, deren pädagogisches Konzept sich am so genannten "Laising" und esoterischen Vorstellungen orientiert. Der Begriff Lais (mit indogermanischer Wurzel, Bedeutung von lais: „ich weiß“ und laists für Spur, Bahn, Furche) geht auf das Gotische zurück, das Konzept selbst hat jedoch nichts mit der Periode der Gotik zu tun, sondern stammt aus jüngerer Zeit. An den Lais-Schulen soll "natürliches Lernen" praktiziert werden. Schüler lernen dabei im häuslichen Unterricht in Lerngruppen, die von Lernbegleitern betreut werden. Am Ende des Schuljahres muss jedes Kind entsprechende Externistenprüfungen an einer staatlichen Schule absolvieren. Jedes Kind ist gleichzeitig Lehrer und Schüler. In Österreich soll es inzwischen mittlerweile 25 Lais-Schulen geben (Stand: 2017).

Vorbild für die Lais-Schulen ist die Schetinin Schule im russischen Tekos und Michail Petrowitsch Schetinin.[9] Das Lais-Prinzip wird aktuell in Österreich und der Schweiz[10][11] von privaten Gruppen angewandt. Zu den Beobachtern der Lais-Schulen gehört in Österreich die Bundesstelle für Sektenfragen. Kritisiert werden unter anderem „Reinheitsideen“, nach denen die Kinder von einer "schlechten Welt" ferngehalten werden sollen.

Der deutsche Theologe und Publizist Matthias Pöhlmann gilt als Kritiker des LAIS-Konzepts. Er attestiert ihm einen direkten Bezug zur Anastasia-Bewegung und somit zum Umfeld der rechtsgerichteten Reichsbürgerbewegung.

Gaia engagiert sich darüber hinaus auch für eine ethnomusikalische Methode des Russen Andrey Karimov, Erfinder eines "epigenetischen Modells der Menschenentwicklung" und Bezügen zu angeblichen "Slawo-Ariern".

Involvierte Unternehmen

  • GAIA Energy Vertriebs GmbH, Roberto Reuter, Althofen, Österreich
  • GAIA Energy Deutschland GmbH, Robert Reich & Christoph Beiser, Hamburg, Deutschland

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. Verein Gaia, Am Sand 1/1, A-9330 Althofen
    vormals: Mautgasse 4, A-9330 Althofen
  2. http://www.teslasociety.ch/info/doc/10.2014.pdf
  3. From: "Verein GAIA | Roberto Reuter" To: "Sterling Allan" Sent: Thursday, September 17, 2015 8:52 AM Subject: Re: Rosch/GAIA Sterling, Hi, Thank you very much for your message. Due to overwhelming international interest - what we simply are no longer able to manage in a timely and resource matter - we decided few weeks ago to inform only current order takers by newsletter anymore. This situation was caused due maybe communicating a bit to "public" about this topic in the past. All interested people are invited to wait till the official launch will take place. This date we expect late autumn/early winter this year. With best regards from GAIA Team, Roberto Reuter
  4. https://www.youtube.com/watch?v=jNbbNafIUbc
  5. Zitat Webseite GAIA (eingesehen Anfang Dezember 2014:
    "Du willst JETZT dabei sein? Dann sende das Formular ausgefüllt an uns zurück.
    Schritt 1: Überweise unter Angabe von Name, Vorname, PLZ und Wohnort eine Anzahlung von mindesten 2400,00 Euro brutto.
    Es zählt der Eingang auf dem GAIA Vereinskonto. Durch unsere Rückbestätigung wird Deine Anmeldung gültig. Die GAIA Bankverbindung findest Du im Fußbereich jeder Seite.
    Schritt 2: Fülle per PDF den Antrag auf GAIA Mitgliedschaft aus und werde jedenfalls bis vor Beginn der Workshops Teil der GAIA Gemeinschaft.
    Dieser Schritt ist aus rechtlicher und versicherungsrechtlicher Sicht eine Voraussetzung zur Teilnahme an GAIA Workshops.
    SONSTIGE RAHMENBEDINGUNGEN:
    Da nicht alle Anlagen zeitgleich gebaut werden können, erfolgt die Reihung nach Eingang der Anzahlung.
    Workshoptermine werden per Email an jeden Teilnehmer ausgesendet und online auf der Internetseite ausgeschrieben. Der Betrag der Restzahlung wird Dir kurzfristig vor der Auslieferung der kommissionierten Bausätze übermittelt und ist dann auch sofort fällig."
  6. http://kolloidalsilber.beepworld.de/files/_bedienunga5klein.pdf
  7. gaia-energy.org/friends-of-gaia-treffen-weistrach-2014-04-14/ Aufruf am 5. Januar 2014
  8. http://gaia-energy.org/wp-content/uploads/2015/02/GAIA_FOG_Weistrach_Einladung_2015-06.pdf
  9. http://static.spd-prien.de/Unterlagen/2015/2015-05__Laising_Laisingschule.pdf
  10. http://www.woz.ch/1643/anastasia-sekte/wer-heilt-die-welt-und-den-menschen
  11. http://www.pressreader.com/austria/salzburger-nachrichten/20170202/281797103724855