Alexander Emerick Jones

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Alex Emerick Jones bei YouTube

Alexander Emerick Jones (kurz Alex Jones; geb. 11. Februar 1974, Texas) ist ein paläokonservativer US-amerikanischer Verschwörungstheoretiker und Autor.

Nach Besuch eines Colleges in Austin (Texas) begann Jones Mitte der 1990er Jahre seine Karriere als Journalist mit einer Call-In-Fernseh- und Radiosendung auf einem offenen Kanal. Eine transatlantische Kooperation verbindet ihn mit den Brüdern Steve und Paul Joseph Watson aus Großbritannien, die die Internetseite Propagandamatrix.com betreiben. Jones war verheiratet und hat mit seiner von ihm 2015 geschiedenen Ex-Ehefrau drei Kinder. An seine Ehefrau zahlt Jones laut Presseberichten 43.000 US-Dollar monatlich. Im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit wurde bekannt, dass der Anwalt von Jones diesen als "performance Artist" bezeichnet, also als Künstler.[1]

2016 war Jones einer der ersten Verbreiter einer auf fake news basierenden Verschwörungstheorie, nach der Politiker der amerikanischen demokratischen Partei in einen behaupteten Skandal um einen Pädophilen-Ring in einer Washingtoner Pizzeria verwickelt seien. Die Verschwörungstheorie hatte den Namen "Pizzagate" und sollte der amerikanischen Präsidentenwahlkampf beeinflussen. Die Falschmeldungen animierten am 4. Dezember 2016 einen mit einem Sturmgewehr bewaffneten Mann in die Pizzeria in Washington einzudringen, um die angeblich dort festgehaltenen und missbrauchten Kinder zu befreien. Dabei gab er zwei Schüsse auf ein Türschloss und einen Computer ab. Nachdem der Angreifer nichts gefunden hatte, ließ er sich festnehmen.

Die Verbreitung von fake-news und Verschwörungstheorien durch Alex Jones führte zur Beeinflussung und Anstachelung von mindestens drei Attentätern in den USA (siehe unten).

Seine Aktivitäten führt Jones von zu Hause aus, aus seinem Haus in Austin (Texas).

Mediale Aktivitäten

Interviewpartner Donald Trump in der Radioshow von Alex Jones im Dezember 2015. Trump: Your Reputation Is Amazing
Bericht über Danksagung von Trump an Alex Jones

Alex Jones tritt regelmäßig in einer wöchentlichen Sendung im amerikanischen Fernsehen auf, betreibt zwei Rundfunksender und mehrere eigene Webseiten (darunter prisonplanet.com und Infowars.com), auf denen er seine Meinungen, Hypothesen und "Wahrheiten" verbreitet. Seine Beiträge werden in den USA von etwa 60 Rundfunksendern regelmäßig zur Aussendung übernommen. Hinzu kommen Dokumentarfilme aus eigener Produktion. Er beschäftigt ein Team von vierzehn Mitarbeitern, das ihn technisch und organisatorisch unterstützt.

In Deutschland müht sich Infokrieg.tv seit 2006 als deutscher Ableger der von Jones betriebenen Webseite Infowars.com und gilt dortzulande als Anlaufstelle für die rechtsoffene "Infokrieger"-Bewegung.

Im US Wahlkampf 2016 unterstützt er Donald Trump.

Verschwörungstheorien

Cremation of care - Zeremonie im Bohemian Grove Club

Jones ist ein typischer Vertreter der Überzeugung, dass die USA den Anschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 selbst inszeniert haben. Wie in rechtsgerichteten Kreisen verbreitet, fehlen auch bei Jones Verschwörungstheorien um angebliche satanistische oder rituelle Kinderschändungen durch Politiker nicht.

Jones ist auch überzeugt, dass bestimmte, angebliche politische, Machtzirkel (Skull and Bones der Yale University, Bohemian Grove) freimaurerische Symbole verwendeten. Im Sommer 2000 drang Jones mit seinem Mitarbeiter Mike Hanson in das Gelände des Prominenten-Retreats und Clubs Bohemian Grove im Sonoma County, nördlich von San Francisco, ein. Dort machte er heimlich Videoaufnahmen einer jährlich im Juli stattfindenden Zeremonie namens "Cremation of Care", bei der vor dem Maskottchen des Clubs, einer 14 m hohen Eule aus Beton, eine menschenähnliche Holzpuppe verbrannt wird, während ein Feuerwerk veranstaltet wird und aus der Eule die aufgezeichnete Stimme eines ehemaligen Clubmitglieds spricht. Das Video bietet Jones zum Kauf an. Mehr zum Bohemian Grove: [1].

Ein weiteres Thema von Jones ist die Verwendung von Thiomersal in Impfstoffen. Im Februar 2010 interviewte er den deutschen SPD-Politiker Wolfgang Wodarg, um sich von ihm bestätigen zu lassen, dass die Impfkampagne gegen die so genannte "Schweinegrippe" in Wirklichkeit ein "Hoax" sei, also ein Scherz.

1999 zeigte er sich ernsthaft besorgt im Zusammenhang mit dem Jahr 2000-Problem und riet seinen Zuhörern, große Lebensmittelvorräte anzulegen.

Jones behauptet ferner, die Attentate von Boston im April 2013 seien eine False-Flag-Aktion der Geheimdienste und die angeblichen Attentäter, die Brüder Tsernaev, seien unschuldig [2]. Ironischerweise meldet AP, dass der ältere der beiden Brüder von Jones Seite infowars beeinflusst war.[2]

Im April 2015 liess Jones über seinen Mitarbeiter Joe Biggs bei infowars ein Video verbreiten, das zeigen sollte, dass in der mexikanischen Grenzstadt zu den USA namens Anapra (gegenüber des texanischen El Paso) sich IS-Kampfverbände bilden würden. Jones verbreitet seit langem dass die USA den islamischen Staat gebildet habe. Völlig übergangslos war aber auch plötzlich von einem Taliban-Ausbildungslager die Rede. Um die Story, die auch auf szenetypischen mexiko-feindlichen Ressentiments aufbaut, aufregender zu machen, verkleidete sich ein Schauspieler als vermummter IS-Kämpfer mit Kampffahne. Es wurde behauptet dass es dort Massengräber und eine Moschee gebe.[3][4] Tatsächlich handelte es sich bei den Aufnahmen um eine verfallene ehemalige Diskothek aus den 60er Jahren.

Attentäter, die sich auf Alex Jones berufen oder von ihm beeinflusst wurden

Mindestens drei Attentäter beriefen sich bei ihren Anschlägen auf Alex Jones, waren durch ihn beeinflusst oder regelmäßige Kommentarschreiber seines Blogs:

  • Jones gehört zu den prominentesten Vertretern der Birther-Bewegung, die fälschlich die Legitimität von Obamas Präsidentschaft anzweifelt, da dieser in Wahrheit ein in Kenia geborener Moslem sei. Inspiriert von diesen fake-news-Verdächtigungen versuchte Oscar Ortega, nachdem er Jones' Film The Obama Deception gesehen hatte, im November 2011 den Präsidenten zu erschießen, den er für den Antichrist hielt. Das Attentat scheiterte.
  • Jones verbreitete während des US-Präsidenten-Wahlkampfs 2016 erfundene fake-news-Gerüchte über den so genannten Pizzagate-Skandal. Danach sei es in einer Washingtoner Pizzeria zu massenhaftem sexuellen Kindesmissbrauch gekommen, auch die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sei darin verwickelt. Ein Hörer von Jones, Edgar Maddison Welch, ließ sich dadurch motivieren, den angeblichen Ort der Verbrechen schwer bewaffnet zu stürmen. Er konnte festgenommen werden, ohne dass es zu Opfern kam.
  • Am 19. Januar 2002 begab sich ein schwer bewaffneter und maskierter Mann namens Richard McCaslin (aus Carson City, Nevada)[5] auf das Gelände des Bohemian Grove Club. Er führte ein halbautomatisches Gewehr mit integrierter Schrotflinte (wahrscheinlich ein Crossfire Mk1), eine Pistole des Kalibers .45, eine Armbrust, ein Schwert, ein Messer und einen selbstgebauten Granatwerfer mit sich; auf seiner kugelsicheren Kleidung befand sich die Aufschrift "Phantom Patriot".[6] Wie er später den Behörden mitteilte, hatte McCaslin seine bewaffnete Aktion ein Jahr lang geplant, nachdem er durch Verschwörungstheorien von Alex Jones erfuhr, dass auf dem Gelände Kinder bei Ritualmorden hingerichtet und verbrannt würden und sich auf dem Gelände Folterkammern befänden. Für diese angeblichen Greueltaten wollte er sich an den vermeintlichen Tätern rächen und diese töten. Wie McCaslin einem örtlichen Journalisten mitteilte, hatte er mit "bewaffnetem Widerstand" beim Eindringen gerechnet und war bereit zu schießen. McCaslin fand auf dem Gelände aber zunächst niemanden vor, verirrte sich und übernachtete in einer der Hütten.[7] Dann versuchte er, einige der Holzhäuser abzubrennen und löste dabei eine Sprinkleranlage aus. McCaslin wurde von der örtlichen Polizei gestellt, ohne Anwendung von Gewalt abgeführt und im örtlichen Gefängnis psychiatrisch untersucht. Er wurde wegen bewaffneter Bedrohung (er hatte eine Waffe gezückt), Diebstahl und Brandstiftung verurteilt und ist seit Mai 2008 wieder auf freiem Fuß.
  • Jared Lee Loughner, der das Attentat von Tucson 2011 beging, war durch den Film von Alex Jones "Loose Change" beeinflusst worden, der die Verschwörungstheorie zu stützen sucht, nach der die USA selbst den Anschlag auf das Wold Trade Center 2001 verübt hätten. Bei dem Anschlag von Loughner wurden sechs Menschen getötet, darunter ein neunjähriges Mädchen, 13 weitere Personen wurden teilweise schwer verletzt.

In weiteren Schießereien mit der Polizei und Anschlägen spielten von infowars oder von Alex Jones stammende Verschwöungstheorien eine Rolle: [3]

Alex Jones reagierte auf den Vorwurf, Gewalt zu provozieren mit der Behauptung, dass es sich (zumindest bei einem Teil der genannten Anschläge) um so genannte false-flag-Attentate gehandelt habe, die nie stattgefunden hätten und daher von den Behörden inszeniert gewesen seien. Insbesondere behauptete er dies in den Fällen von Edgar Maddison Welch sowie Jared Lee Loughner (Zitat: “This whole thing stinks to high heaven... My gut tells me this was a staged mind-control operation. The government employs geometric psychological-warfare experts that know exactly how to indirectly manipulate unstable people through the media.”).

Literatur

  • John Gartner: Dark Minds - when does incredulity become paranoia ? Psychology Today, 37, September-Oktober 2009[8]

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.nbcnews.com/news/us-news/not-fake-news-infowars-alex-jones-performance-artist-n747491
  2. http://bigstory.ap.org/article/bomb-suspect-influenced-mysterious-radical
  3. http://www.infowars.com/aerial-search-for-isis-camp-at-u-s-border/
  4. YouTube „Infowars Reporter Prepares to Enter Mexico & Investigate ISIS Camp“
  5. http://en.wikipedia.org/wiki/Richard_McCaslin"
  6. http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2002/01/24/MN115878.DTL
  7. Illuminati Conspiracy Archive
  8. ALEX JONES is trying to warn us about an evil syndicate of bankers who control most of the world's governments and stand poised to unite the planet under their totalitarian reign, a "New World Order". While we might be tempted to dismiss Jones as a nut, the "king of conspiracy'" is a popular radio show host. The part-time film-maker's latest movie, The Obama Deception, in which he argues that Obama is a puppet of the criminal bankers, has been viewed millions oftimes on YouTube. When we spoke, Jones ranted for two hours about FEMA concentration camps, Halliburton child kidnappers, government eugenics programs - and more. When I stopped him to ask for evidence the government is practicing eugenics, he pointed to a national security memorandum. But I found the document to be a bland policy report. Jones 'cherry picks not just facts but phrases, which, once interpreted his way, become facts in his mind,"says Louis Black, editor of the Austin chronicle, who knows Jones, a fellow Austin resident. When I confronted Jones with my reading of the report, he became pugnacious, launching into a diatribe against psychologists as agents of social control. Conspiracy thinking is embraced by a surprisingly large proportion of the population. Sixty-nine percent of Americans believe President John F. Kennedy was killed by conspiracy, and 42 percent believe the governmentis covering up evidence of flying saucers, finds Ted Goertzel, a professor of psychology at Rutgers University at Camden. Thirty-six percent of respondents to a 2006 Scripps News /Ohio University poll at least suspected that the U.S. government played a role in 9/11. We're all conspiracy theorists to some degree. We're all hard wired to find patterns in our environment, particularly those that might represent a threat to us. And when things go wrong, we find ourselves searching for what, or who, is behind it. In his 1954 classic, "The paranoid Style in American Politics", historian Richard Hofstadter hypothesized that conspiracy thinking is fueled by underlying feelings of alienation and helplessness. Recent research supports his theory. New Mexico State University psychologist Marina Abalakina-Paap has found that people who endorse conspiracy theories are especially likely to feel angry, mistrustful, alienated from society, and helpless over larger forces controlling their lives. Jones insists he had a "Leave It to Beaver childhood". I couldn't confirm such an idyllic past. When I asked if I could interview his family or childhood friends, he insisted his family was very "private" and he had not kept in touch with a single friend. When I asked if I might look them up, he became irritated. He doubted he could "still spell their names", and besides, I'd already taken up enough of his time. "I turned down 50 or 60 requests for interviews this week" he wanted me to know. The number sounded wildly inflated. Conspiracy theorists have a grandiose view of themselves as heroes "manning the barricades of civilization" at an urgent "turning point" in history Hofstadter held. Jones has a "messiah complex," Black contends. Grandiosity is often a defense against underlying feelings of powerlessness. Even well-grounded skeptics are prone to connect disparate dots when they feel disempowered. In a series of studies, Jennifer Whitson of the University of Texas and Adam Galinsky of Northwestern demonstrated that people primed to feel out of control are particularly likely to see patterns in random stimuli. Might people be especially responsive to Jones' message in today's America, marked by economic uncertainty and concerns about terrorism and government scandals? "There is a war on for your mind," Jones insists on his Web site, infowars.com. He calls his listeners "infowarriors." Information is the conspiracy theorists' weapon of choice because if there's one thing they all agree on, it's that all the rest of us have been brainwashed. The "facts" will plainly reveal the existence ofthe conspiracy, they believe. And while all of us tend to bend information to fit our preexisting cognitive schema, conspiracy theorists are more extreme. They are "immune to evidence", discounting contradictory information or seeing it as "proof of how clever the enemy is at covering things up" Goertzel says. Conspiracy theories exist on a spectrum from mild suspicion to full-on paranoia, and brain chemistry may play a role. Dopamine rewards us for noting patterns and finding meaning in sometimes-insignificant events. It's long been known that schizophrenics overproduce dopamine. "The earliest stages of delusion are characterized by an overabundance of meaningfuI coincidences" explain Paul D. Morrison and R.M. Murray of the Institute of Psychiatry at Kings College London. "Jumping to conclusions" is a common reasoning style among the paranoid, find Daniel Freeman and his colleagues, also at the Institute of Psychiatry. Indeed, there are no coincidences in Jones' world. In a scene from "The Obama Deception", Jones dives "into the belly of the beast", the hotel where purported conspirators will be meeting. As he begins a telephone interview; the fire alarm goes off, "The bastards have set us up", he says. Jones says that he has been visited by the FBI and the Secret Service but can't discuss the interviews. It may be that federal agents, in fact, wanted to evaluate whether he is a threat to the president. There's no reason to believe he is - but the same can't be said ofhis listeners. In 2002, Richard McCaslin, carrying an arsenal of weapons, entered the Bohemian Grove, a campground in California that annually hosts a meeting of the political and business elite. He told authorities he had been planning his commando raid for a year, after (he says) hearingJones claim that ritual infant sacrifice was taking place there. The "war" continues. In a video promoting The Obama Deception, Jones urges, "We know who they are. We know what they are. We know what has to be done." JOHN GARTNER, a PT blogger, is author of The Hypomanic Edge and ln Search of Bill Clinton

    How susceptible are you to conspiracy beliefs? Rate your agreement with the statements below, from 1=strongly disagree to 5=strongly agree.

    1) For the most part, government serves the interests of a few organized groups, such as business, and isn't very concerned about the needs of people like myself. 2) I have trouble doing what I want to do in the world today. 3) lt is difficult for people like myself to have much influence in public affairs. 4) We seem to live in a pretty irrational and disordered world. 5) I don't trust that my closest friends would not lie to me.

    5-11: weakly, 12-18: moderately,19-25: strongly (Adapted from a scale developed by Patrick Leman)