Homöopathie: Unterschied zwischen den Versionen

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Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken, wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.
 
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken, wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.
  
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine ''ganzheitliche Behandlung'' im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.
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Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine [[Ganzheitlichkeit|''ganzheitliche Behandlung'']] im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.
  
 
Hahnemann und moderne Homöopathen orientieren sich an ''Heilgesetzen'', zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.
 
Hahnemann und moderne Homöopathen orientieren sich an ''Heilgesetzen'', zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.

Version vom 25. November 2010, 19:57 Uhr

Titelbild DER SPIEGEL 28/2010
Homöopathieanhänger Prince Charles bei der Inspektion eines Pharmaunternehmen, das Homöopathika herstellt

Die Homöopathie ist eine pseudowissenschaftliche[1][2] Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von dem sächsischen Arzt und Okkultisten Samuel Hahnemann etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Erfinder Hahnemann legte seinerzeit fest, dass nach dem Simile-Prinzip der Homöopathie jede Krankheit durch Stoffe geheilt werde, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufe. Ebenso verkündete Hahnemann, dass nach dem Prinzip der Potenzierung die homöopathischen Mittel um so stärker wirken sollen, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.

Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der "schädlichen Chemie" ist untrennbar ein "Noceboeffekt" verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt.

Siehe auch: Allopathie

Varianten der Homöopathie

Potenziermaschine der Homöopathie
Omeopatia.jpg

Es haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Varianten der ursprünglichen klassischen Homöopathie nach Hahnemann herausgebildet. So unterscheidet man Niederpotenzler von Hochpotenzlern, Monotherapeuten von Polypragmatiker, homöopathische Phytotherapeuten von anthroposophischen Homöopathen, usw.

  • Klassische Homöopathie ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist Georgos Vithoulkas.
  • Komplexmittelhomöopathie ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: Komplexmittelhomöopathie.
  • Die Klinische Homöopathie bezeichnet die Anwendung von homöopathischen Mitteln in so genannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.
  • Methoden der Miasmatischen Homöopathie, Komplexmittelvarianten der Homöopathie mit der Betonung auf die Therapie chronischer Krankheiten unter Berücksichtigung der Hahneman'schen "Miasmenlehre
  • Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum Geistheilen oder einer Energiemedizin. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und Repertorisieren, die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser homöopathische Effekte zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine Information auf das einzusetzende Glas Wasser. Typische Methoden aus diesem Spektrum sind die Harmopathie, Neue Homöopathie nach Erich Körbler, Seghal-Methode, Herscue-Methode, Prozessorientierte Homöopathie, Quantenlogische Homöopathie, Kreative Homöopathie, Impuls-Homöopathie, die Similis Cards, Silent Healing oder die Sankaran-Methode (auch "Bombay-Methode" oder "systematische Homöopathie" genannt).
  • Die Homöosiniatrie ist eine Methode die Elemente der Homöopathie und der Traditionellen Chinesischen Medizin zu vereinigen sucht. Zur Anwendungen kommen sowohl Akupunktur als auch homöopathische Mittel.
  • Digitale Homöopathie als Alternativbezeichnung für die Holopathie.
  • Banerji protocol - Methode
  • C4-Homöopathie
  • "resonance-healing" nach Peter Chappell

Die Elektrohomöopathie hat außer der Namensähnlichkeit wenig mit der Homöopathie zu tun, und bezieht sich auf eine Variante der Spagyrik.

Auch bestimmte elektrisch betriebene Geräte zur Diagnostik oder Therapie werden von ihren Erfindern und Anbietern mit der Homöopathie in Verbindung gebracht oder berufen sich auf diese. Beispielhaft zu nennen sind hier Cem Tech, Transmaterialer Katalysator oder Wave Transfer.

Nach den zu behandelnden Lebewesen wird zwischen der Homöopathie zu Heilzwecken beim Menschen, sowie der Tierhomöopathie und Pflanzenhomöopathie unterschieden. Die Pflanzenhomöopathie ist eine Bezeichnung für Verfahren bei denen mit Hilfe von homöopathischen Produkten das Pflanzenwachstum beeinflusst werden soll. (Beispiel: Produkt Biplantol)

Das Hering'sche Gesetz

Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte Heringsche Gesetz zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:

  • von innen nach außen
  • von oben nach unten
  • von jetzt zu früher
Ausschnitt aus dem Organon

Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage

Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden[3] und sie gilt heute als widerlegt.[4] Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebotherapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.

Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmediziner sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll. Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das Potenzierverfahren (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.

Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken, wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.

Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine ganzheitliche Behandlung im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.

Hahnemann und moderne Homöopathen orientieren sich an Heilgesetzen, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.

Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers.[5]

Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze

Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel

Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein Wassergedächtnis, das "Information" aufnehmen könnte, gibt es nicht.

Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden.

Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von animistischen Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die Potenzierung die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse.[6]

Oft wird das Wassergedächtnis, welches Jacques Benveniste meinte gefunden zu haben, als "Beweis" angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind.[7][8] Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen 'Informationen enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte "Beweis" an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[4]. Welche Informationen die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das Gedächtnis des Wassers müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.

Heutige Homöopathen ziehen sich oft auf die Quantenmechanik zurück, um die angebliche Wirkung homöopathischer Mittel zu erklären. Quanteneffekte sind aber nur auf subatomarer und evtl. noch atomarer Ebene von Bedeutung. Für die makroskopische Welt oder biologische Systeme wie Viren, einzelne Zellen oder aufwärts, sind sie jedoch nicht relevant.

Die Tatsache, dass auch verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund)[9], macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen, dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge.

Homöopathie nebenwirkungsfrei?

Hom2.jpg

Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die so genannten Hochpotenzen bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als nebenwirkungsfrei vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1, Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat [...] Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich verstopfte Nase und depressive Verstimmung genannt. Die meisten homöopathischen Komplexmittel funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von Niedrigpotenzen der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (kritische Potenz im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z.B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10 mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10 mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10 mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.

Unterlassene effektive Therapien können bei Anwendung homöopathischer Mittel tödlich enden. Ein Kleinkind namens Gloria Thomas starb Mai 2002 in Sydney nach einer homöopathischen Fehlbehandlung und Fehlernährung an einer Sepsis. Die homöopathisch orientierten Eltern müssen sich wegen Totschlag verantworten.[10]

Homöopathie und medizinische Ethik

Neben den Gefahren einer unterlassenen oder verzögerten effektiven Therapie zu Gunsten der Anwendung homöopathischer Mittel, ergeben sich auch noch andere ethische Fragen. Die Verschreibung von homöopathischen Mitteln als Placebo kann nur einen Sinn haben, wenn der Behandler den Patienten nicht über den tatsächlichen Placebocharakter dieser Mittel aufklärt, und ihm dabei die Tatsache vorenthält, dass (zumindest bei den nicht niedrig-potenzierten Mitteln) in diesen Mitteln kein Wirkmolekül enthalten ist. Den Patienten jedoch nicht über den eigentlichen Charakter einer Therapie zu informieren, ist eine Missachtung ethischer Grundsätze in der Medizin und untergräbt auch die Beziehung zum Patienten die auf Vertrauen basiert.[11]

Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli

Malaria Nosode

In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel Malaria 2000 (oder andere Mittel) zu einer so genannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria gewappnet zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Der Bayerische Rundfunk zitiert auf seinen Webseiten das Tropeninstitut in München, demzufolge es mehrere Todesfälle bei Menschen gab, die sich auf eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verlassen hatten.[12] Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, "der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche "Prophylaxe" versagt hat, sind literaturkundig". Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben. Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutschen Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: [...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.

Ähnlich kritisch sind auch so genannte Anti Zecken Globuli um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, [...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die Nosoden enthalte, die eine Homöopathische Impfung darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch Ledum palustre (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.

Die Anwendung von homöopathischen Spenglersan Kolloid M-Mittel zur Malariaprophylaxe konnte dokumentiert eine Malaria nicht verhindern, schwedische Ärzte veröffentlichten dazu Fallberichte und eine Warnung.[13]

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat explizit 2009 vor der Homöopathie als Behandlungsoption bei Malaria, HIV-Infektion, Tuberkulose, Influenza und Durchfallerkrankungen im Kindesalter gewarnt.[14][15][16]

Homöopathische Antidote

Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive Erstverschlimmerungen nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch so genanntes Antidotieren vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel [...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...] unwirksam zu machen.[17]

Laut der so genannten Frauenzeitschrift "FÜR SIE" würden Mobiltelefone Homöopatika in ihrer Wirkung "beeinträchtigen". Bei der Einnahme homöopathischer Medikamente sollte man das Handy beiseite legen. Wie auch bei Radiowecker, Computer und Mikrowelle können die elektromagnetischen Felder dieser Geräte die Wirkung der Medikamente beeinträchtigen.[18]

Geschichte der Homöopathie

Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus "wissenschaftlichen" Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass einige Empfehlungen Hahnemanns aus dem Organon wie zum Beispiel die Anwendung von heißem Terpentin auf Verbrühungsverletzungen auch von den Anhängern und Anwendern der Homöopathie nicht mehr breit propagiert werden. Während also bei Verletzungen, bei denen man unmittelbar den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung ersehen kann, die Lehren Hahnemanns z.T. durchaus korrekt als veraltet und unbegründet zurückgewiesen werden, werden die Teile der Lehre, die zwar nicht minder unlogisch und unbegründet sind, bei deren Umsetzung man aber auf den Placeboeffekt hoffen kann, weiterhin gewinnbringend vermarktet.

Homöopathische Ärzte in Europa

In Deutschland sollen etwa 5.000 Ärzte die Zusatzbezeichnung Homöopath erlangt haben. Die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt.[19] Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann, ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.

Das Homöopathika-Geschäft

Oscillococcinum.jpg
homöopathische Abnehm-Globuli

Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60% aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft,[20] mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.[21][22][23][24]

Nach Angaben der Wochenzeitschrift "Der Spiegel" lag im Jahre 2009 der Umsatz an Mitteln der Homöopathie bei 400 Millionen Euro. Nach Angaben des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie zahlten die gesetzlichen Krankenkassen 9 Millionen Euro für homöpathische Mittel. Nicht mit eingerechnet sind hier jedoch die Folgekosten für ineffektive homöopathische Therapien. Nicht vergleichbar mit diesen Kosten sind auch die Kosten durch homöopathische Erst- und Folgeanamnesen, die jedoch meist durch die Patienten gezahlt werden werden müssen.

Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.

Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist Oscilococcinum C200. Dieses Mittel wird auch die "20-Millionen-Ente" genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.

Homöopathie ist für Ärzte finanziell interessant

Die Abrechnung von "homöopathischen" Leistungen durch Ärzte wird für diese immer attraktiver, wie die Ärztezeitung bereits 2007 meldete.[25] Die Vergütung umfasst 90 € Erstanamnese, 20 € Repertorisation, 20 € Analyse und 45 € Folgeanamnese. Für diese 175 € versorgt ein niedergelassener Facharzt 5 "herkömmliche" Patienten ein ganzes Quartal lang, egal wie oft diese in der Praxis erscheinen. Als Indikationen, für die man als Kassenpatient homöopathische Leistungen in Anspruch nehmen darf umfassen dabei Erkrankungen [...], bei denen eine Heilung oder Linderung durch spezifisches therapeutisches Ansprechen von potenziell noch vorhandenen Selbstheilungskräften zu erwarten ist.

Homöopathie und umstrittene Masernpartys

2005 wurde bekannt, dass Anhänger der Homöopathie so genannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels[26]: Homöopathische Ärzte lehnen "Masern-Partys" nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren "eine Überlegung wert", sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.

Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.

"Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik", so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer "Masern-Party" liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.

Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. "Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung." Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.

Studien zur Homöopathie

Die frühen Studien

Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel.

Die Homöopathiestudien zur Zeit des Nationalsozialismus

Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der "Neuen Deutschen Heilkunde". In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an verjudeter Schulmedizin lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes (RGA) Arzneimittelprüfungen statt, viele davon placebokontrolliert. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt und Homöopath Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Von Donner liegen umfangreiche Aufzeichnungen zu den RGA-Untersuchungen und zu vorherigen Studien vor, die als Donner-Bericht zur Homöopathie bekannt wurden und heute im Original im "Homöopathie-Archiv" des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart befinden.[27] Doch es kam bei den staatlich geförderten Untersuchungen nichts positives für die Homöopathie heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass [...] Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie [...] sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist. Dennoch wurde offiziell verlautbart, es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den 1960er Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein totales Fiasko für die Homöopathie.

Moderne Homöopathiestudien

Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.

Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die Schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.

Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: Ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der evidence based medicine (EBM) hin zur Neuerfindung einer cognitive based medicine (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.

Weitere Studien:

  • Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589
  • E. Ernst (2002), "A systematic review of systematic reviews of homeopathy", British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: [...] Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice [...]
  • A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, "Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study", British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction [...] Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.

Homöopathische Arzneimittelprüfung

Homöopathen berufen sich auf durchgeführte so genannte homöopathische Arzneimittelprüfungen, deren Ergebnisse in Arzneimittellehren (materiae medicae) einfließen. An gesunden Versuchspersonen, bzw. an sich selbst wird ein bestimmtes homöopathisches Mittel ausprobiert. Sodann werden berichtete Symptome, Träume (Traumprüfung mit dem Mittel unter dem Kopfkissen) oder Meditationserlebnisse (Meditationsprüfung) notiert und für die Nachwelt festgehalten. Eine in der Homöopathie-Fachzeitschrift homoepathy veröffentlichte Untersuchung derartiger Arzneimittelprüfungen der Jahre 1945 bis 1995 ergab, dass diese Prüfungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden und sie meist von sehr niedriger Qualität sind und auf eine Kontrollgruppe und Placebo-Präparate zum Vergleich verzichtet wurde. Auf Randomisierungen und Verblindungen wurde verzichtet. Interessanterweise werden in Prüfungen minderer Qualität mehr Symptome berichtet als in den anderen Prüfungen.[28]

Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform

Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den besonderen Therapierichtungen nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als "Arzneimittel" vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, Name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. "Binnenkonsens"). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich "Arzneimittel" nennen und als Arzneimittel verkauft werden dürfen.

Proteste gegen staatliche Finanzierung der Homöopathie in England

Boots-Chef zur Homöopathie
Demonstration gegen Homöopathie in England (Quelle: Flickr)
Gemeinsame, und folgenlose Überdosierung homöopathischer Mittel (Quelle: Flickr)
Georgos Vithoulkas

Mitte Mai 2010 sprach sich die britische Ärztevereinigung "British Medical Association" offiziell gegen den Einsatz homöopathischer Mittel im öffentlichen Gesundheitssystem NHS aus. BMA-Ärzte forderten, die homöopathische Mittel aus dem Katalog der von Gesundheitsbehörden bezahlten Mittel zu nehmen. Homöopathie sei nichts als "Hexenhandwerk", sagte ein Vertreter der Standesorganisation.

Ende Januar 2010 veranstalteten hunderte Kritiker der Homöopathie (1023-campaign) in mehreren Städten (unter anderem in London, Birmingham, Liverpool, Manchester, Glasgow, Leicester und Edinburgh) Demonstrationen vor Geschäften der englischen Apothekenkette "Boots", um gegen die Ausgaben von etwa 12 Millionen Pfund (Zeitraum 2005-2009) des staatlichen Gesundheitssystems NHS für unwirksame Homöopathika zu protestieren. Die Apothekenkette wurde aufgefordert, keine Homöopathika mehr zu verkaufen, da diese wissenschaftlich absurd seien. Die Demonstranten versuchten auch, sich durch gemeinsame Einnahme überdosierter Homöopathika wie "Arsen C30" zu vergiften, indem komplette Tablettenröhrchen auf einmal eingenommen wurden. Irgendeine Folge hatte dies für die Konsumenten jedoch nicht.[29][30] Analoge Demonstrationen fanden auch in Neuseeland statt.[31]

Am 22. Februar 2010 forderte die griechische Homöopathiegröße Georgos Vithoulkas die Skeptiker der Homöopathie heraus. Vithoulkas griff in die Debatte um die Homöopathie ein und schlug einen alternativen "Versuch" vor, der jedoch nicht einem modernen Studiendesign entspricht. 40 "Skeptiker" sollten doch 2 Monate lang jeden Tag das Mittel "Alumina 200C" einnehmen. Sie würden dann feststellen, dass am Ende mindestens 10% der Teilnehmer up to 10% or more mit "leichten" oder "schweren" Symptomen einer Obstipation (Verstopfung) kämpfen würden.[32] Eine Obstipation ist allerdings ein relativ häufiger Zustand, sodass es auch spontan bei einer Minderheit von Menschen innerhalb von 2 Monaten dazu kommt. Ohne Kontrollgruppe ist ein derartiger Versuch auch völlig wertlos.[33]

Britisches Unterhaus zur Homöopathie

In einem 275-seitigen Gutachten kommt Anfang 2010 ein Ausschuss des britischen Unterhauses zu dem Ergebnis, dass homöopathische Arzneien nichts weiter als ein Placebo seien. Der Gesetzgeber wurde nun aufgefordert, die Mittel aus dem Leistungskatalog des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) zu streichen. Der Unterhausausschuss forderte zudem die Zulassungsbehörde MHRA auf, homöopathische Arzneien nur noch zuzulassen, wenn die Wirksamkeit in randomisierten klinischen Studien belegt sei. Von weiterer Forschung riet der Ausschuss ab, die Belege zur Unwirksamkeit seien zu massiv.[34]

Deutschland: Widerstand gegen Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen

Hamburger Abendblatt, 12.7.2010
Ärztezeitung, 11.7.2010

Auch in Deutschland nehmen kritische Stimmen (insbesondere in der Bundes-SPD und Bundes-CDU) gegen die Kostenübenahme homöopathischer Therapien durch die gesetzlichen Krankenkassen zu.
So fordert die Bundes-SPD Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird vom Spiegel mit den Worten zitiert: "Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen...Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie."[35] In der Sendung "heute" des ZDF vom 12.7.2010 wies Lauterbach auch darauf hin, dass Krankheitsverläufe durch homöopathische Therapien protrahiert verlaufen könnten. Auch der Vorsitzende des "Gemeinsamen Bundesausschusses", Rainer Hess, schloss sich der Forderung, homöopathische Behandlungen und Medikamente mangels nachgewiesener Wirkung aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, an.[36]
Jürgen Windeler, designierter Leiter des "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) bezeichnete die Homöopathie ein "spekulatives, widerlegtes Konzept", und bis heute sei nicht erwiesen, dass die Methode einen medizinischen Nutzen habe.
Doch die Homöopathie-Lobby wehrt sich. Kritik kommt auch sowohl vom "Bundesverband der Arzneimittelhersteller" (BAH) als auch vom "Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie". Diese sehen in der Homöopathie eine "sinnvolle Alternative" für Patienten und Ärzte.
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen, sagte der "Berliner Zeitung": Die pauschale Kritik an der Homöopathie verkennt, dass selbst die Schulmedizin in vielen Fällen auf die industrielle Nachahmung von Heilmitteln zurückgreift, die es in der Natur kostenlos gibt.

Die Herausforderungen

Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studiennachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert.[37][38][39] In einem Interview, das Ernst am 12. April 2009 der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger gab, ist von einer Erhöhung des Preises auf 100.000 US-Dollar die Rede.[40] Nach Angaben von Ernst bestehe das Angebot seit einem Jahr und sei bislang nicht in Anspruch genommen worden. Darüber hinaus gibt es bei erfolgreichem Wirkungsnachweis auch weiterhin den Preis der James Randi Educational Foundation (JREF) in Höhe von 1 Million US-Dollar zu gewinnen.[41]

Siehe auch: Ausgelobte Preisgelder.

Placeboeffekte und spontane Heilungen

Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch wachsen sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen.[42]

Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des Placeboeffektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das Repertorisieren und Potenzieren überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten "Hardcore"- Homöopathen inzwischen klar. So sei laut Georgos Vithoulkas (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des "homöopathischen Simillimums" derselbe[43] und führt die Selbsthypnose bzw Auto-Suggestion dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: "Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen "George Vithoulkas Stiftung" einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging."

Universitäre Kurse in Homöopathie

  • In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie).[44][45]
  • In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte "Science degrees without the science",[46] und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende[47].
  • Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als Master Universitario en Homeopatía[48] auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer Quantenlogik zur Quantenlogischen Medizin weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität anbieten zu können.[49]

Siehe auch: Universitäten mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten

Zitate

  • Charles Darwin am 4. September 1850: Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung [...] die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Maßstab, am dem die Homöopathie zu messen ist."[50]
  • Das Grundkonzept der Homöopathieforschung, die allgemeine Wirksamkeit der Homöopathie an der isolierten Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel festzumachen, muss insgesamt als gescheitert angesehen werden. Zitat Rainer Lüdtke, Statistiker der Karl und Veronica Carstens-Stiftung[51]
  • Es heißt, der Glaube könne Berge versetzen. Globuli schaffen Ähnliches. Die Wissenschaft will das nicht wahrhaben, weil sie es nicht beweisen kann. [52]
  • Wenn wir glauben, dass das Schütteln von Hochpotenzen uns heilt, wenn wir an die mystischen Kräfte und diesen ganzen Käse glauben, wenn die Menschen beginnen, wissenschaftliches Denken abzulehnen und der medizinische Aberglaube zurückkehrt, dann kappen wir unsere besten Traditionen, dann sind wir auf dem Weg zurück ins Mittelalter. (Edzart Ernst, 14.7.2010, Spiegel Online. [53])

Literatur

  • Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102
  • R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994
  • Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.
  • Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck'sche Reihe, ISBN 3406494692
  • E. Davenas et al: “Human basophil degranulation triggered by very dilte antiserum against IgE”, Nature, 333, 30. Juni 1988, 816-818.
  • John Maddox, James Randi, Walter Stewart: “High-dilution experiments a delusion, Nature 334, 28. Juli 1988, Seiten 287-290

Artikel in Publikumszeitschriften

  • Homöopathie: Die große Illusion, Der Spiegel, Heft 28/2010, S. 58
  • R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts?, GEO, Juni 1997, Seiten 44-56

Weblinks

Blogartikel

Quellennachweise

  1. Siehe Statement National Science Foundation und Stanford Encyclopedia of Philosophy, Zitat: There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences [...]
  2. http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/homoeopathie/kritiker-der-homoeopathie_aid_20668.html
  3. Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82
  4. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064
  5. http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm
  6. http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf
  7. http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all
  8. http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf
  9. https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&sku=Wate-g&uid=11666
  10. http://www.news.com.au/story/0,27574,25428128-421,00.html
  11. Edzard Ernst: Homeopathy, a “helpful placebo” or an unethical intervention? Trends in Pharmacological Sciences, Volume 31, Issue 1, 1, 8 Dezember 2009. doi:10.1016/j.tips.2009.10.005
  12. Prof. Nothdurft vom Tropeninstitut in München: "Von homöopathischen Fachgesellschaften höre ich, dass es eine Prophylaxe im homöopathischen Sinn gar nicht geben kann. Wir haben die bittere Erfahrung gemacht, dass es mehrere Todesfälle gegeben hat, als sich Menschen auf eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verlassen haben." [1]
  13. Carlsson T, Bergqvist L, Hellgren U. Homeopathic Resistant Malaria. J Travel Med. 1996 Mar 1;3(1):62
  14. Oona Mashta: WHO warns against using homoeopathy to treat serious diseases, BMJ 2009;339:b3447. 24 August 2009, doi:10.1136/bmj.b3447
  15. http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/8211925.stm
  16. http://www.senseaboutscience.org.uk/index.php/site/project/392/
  17. http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php
  18. FÜR SIE, Extra-Beilage "Homöopathie". 9. August 2007
  19. Netzeitung 2. Juli 2008 [2]
  20. europäischer Herstellerverband ECHAMP
  21. DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008
  22. European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe
  23. http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf
  24. Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte. In: Homöopathische Nachrichten Jan./Feb. 2008, S.4.
  25. http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/homoeopathie/article/434705/homoeopathie-kollegen-immer-attraktiver.html
  26. http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html
  27. Fritz Donner: Bemerkungen zu der Überprüfung der Homöopathie durch das Reichsgesundheitsamt 1936 bis 1939. Homöopathie-Archiv des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Straussweg 17, D-70184 Stuttgart
  28. F. Dantas, P. Fisher, H. Walach, F. Wieland, D.P. Rastogi, H. Teixeira, D. Koster, J.P. Jansen, J. Eizayaga, M.E.P. Alvarez, M. Marim, P. Belon and L.L.M. Weckx. A systematic review of the quality of homeopathic pathogenetic trials published from 1945 to 1995. Homeopathy, Volume 96, Issue 1, January 2007, Seiten 4-16
  29. http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=32581
  30. http://www.1023.org.uk/the-1023-overdose-event.php
  31. http://skepfeeds.wordpress.com/2010/02/01/homeopaths-admit-expensive-concoctions-just-water/
  32. I challenge the Sceptics ! Several sceptics in 10:23 anti homeopathy campaign (swallowed in public each one a full bottle of different homeopathic remedies just to show that there was nothing in them. I propose to swallow the same content of about 60 tablets but in a different way: Swallow one tablet every day. I propose the remedy to be Alumina 200C ( a dilution far beyond the Avogadro number) and I promise them that in the end of 60 days a considerable number of them (up to 10% or more) will be suffering with slight to severe constipation. In homeopathy one bottle or one tablet is considered as one dose only. Most probably they knew this? The first condition for the participants of this experiment will be to have a good general state of health and a normal stool once a day. The second to be brave enough to continue with the experiment till the end of 60 days and not stop with the first signs of constipation. The [sic] third, to be honest enough to report the effect. I promise you that this experiment will settle the matter once for all. You need to find 40 sceptics for this experiment. As for the side effect? It will be over within a week or two after stopping the remedy. If you are real sceptics dare to stay with your convictions and do the experiment publicly! George Vithoulkas
  33. http://www.quackometer.net/blog/2010/02/george-vithoulkas-makes-a-fool-of-himself.html
  34. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40180/Britische_Politiker_fordern_Verbot_der_Homoeopathie.htm
  35. Homöopathie - Die große Illusion, Der Spiegel, Heft 28/2010
  36. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,705782,00.html
  37. http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34
  38. http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html
  39. http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html
  40. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064
  41. http://www.randi.org/site/index.php/swift-blog/581-homeopathy-qualifies-for-the-million-dollar-challenge.html
  42. Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605
  43. http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]
  44. http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php
  45. http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf
  46. http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf
  47. http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf
  48. http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&tipo=se&mt=bin
  49. http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml
  50. Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4. September 1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered.
  51. Lüdtke R: in Wissenschaftsmagazin "Leonardo" (WDR 5) am 16. April 2007
  52. Petra Thorbrietz: Thorbrietz' Diagnosen, Eine Lanze für die Homöopathie. Focus, 18. März 2010 [3]
  53. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,706257,00.html