Spenglersan Kolloide

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Carl Spengler

Spenglersan-Kolloide (auch Spenglersane) sind homöopathisch D9-potenzierte Bakterienprodukte (Nosoden), die von dem Pharmaunternehmen MECKEL-SPENGLERSAN GmbH aus Bühl[1] zu einer "biologischen Umstimmung" und als vermeintliche Immunmodulatoren beworben werden. Die Spenglersan GmbH arbeitet mit dem Verein ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.) zusammen. Vor seinem Tod übertrug Spengler seine Rezepturen und Rechte an seinen Nachfolger Paul Meckel. Heute heißt die Firma daher Meckel-Spenglersan.

Die Spenglersan GmbH bietet zudem so genannte Spenglersan Entoxin-Mittel zur Entgiftung und Ausleitung nach Vorstellungen eines Ewald Kleine an und vertreibt Mittel zu einer Cluster-Eigenbluttherapie. Im Programm sind auch Vorrichtungen für einen Spenglersan Kolloid Blut-Test.

Die Erfindung stammt von Carl Spengler (1860 - 1937, zuletzt Kurarzt in Davos), wurde aber erst nach seinem Tod nach ihm benannt. Spengler sprach selbst von Immunkörpern. Eines seiner Mittel, das Kolloid T, sollte an Tuberkulose Erkrankte heilen können.

Zu den Spenglersan-Kolloiden existieren einige wenige Veröffentlichungen in naturheilkundlichen Zeitschriften aus den 1950er bis 1970er Jahren. Kontrollierte wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit dieser Mittel belegen könnten, existieren nicht. Gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten wegen fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht.

Die Deutsche Krebsgesellschaft wies darauf hin, dass die Spenglersan-Verfahren nicht wissenschaftlich belegt sind.

Spenglersan Kolloid M: Die unwirksame sog. Malariaprophylaxe

In Schweden mussten 1996 fünf Patienten mit Malaria behandelt werden, die sich durch das Mittel Spenglersan Kolloid M in Westafrika (Guinea Conacry) vor einer Malariainfektion geschützt glaubten, anstatt sich einer etablierten, herkömmlichen Malaria-Prophylaxe zu unterziehen. Spenglersan Kolloid M besteht aus extrem verdünnten Bestandteilen, Plasmodien, die die Ursache für die Malaria sind. Lediglich eine der Personen wendete zeitweilig Mefloquin (Lariam) an. Die Personen infizierten sich jedoch 1995 (P. falciparum und P. ovale). Die Malariafälle führten zu Warnungen schwedischer Ärzte vor derartigen homöopathischen Malariaprophylaxe-Maßnahmen, die sie als nicht effektiv bezeichneten.[2]

Literatur

  • Sauer, Gabius, Vehling-Kaiser. "Krebsbehandlungsmethoden" ohne nachgewiesene Wirkung

Quellennachweise

  1. Meckel-Spenglersan, Pharmazeutische Präparate, Steinfeldweg 13, D-77815 Bühl (Baden)
  2. Carlsson T, Bergqvist L, Hellgren U.: Homeopathic Resistant Malaria. J Travel Med. 1996 Mar 1;3(1):62