Lee Carroll

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Lee Carroll

Lee Carroll ist ein US-amerikanischer Esoteriker und Buchautor, der seit 1992 als Channel-Medium für das Geistwesen Kryon in Erscheinung tritt. Nach seinem Examen in Betriebswirtschaftslehre an der California Western University in den 1950ern gründete Carroll in San Diego eine Firma für Audiotechnik und leitete diese 30 Jahre lang.

In den Folgejahren verfasste Carroll Esoterikliteratur. In deutscher Sprache sind seine Bücher seit 1997 in den esoterisch orientierten Kleinverlagen Ostergaard Verlag, der die Kryon-Lehrbuch-Serie heraus gab[1], und Koha Verlag[2] erschienen, aber auch bei Ullstein. 1991 rief Carroll zusammen mit der Amerikanerin Jan Tober so genannte Kryon-Lichtgruppen ins Leben. Mittlerweile halten beide Veranstaltungen auf der ganzen Welt ab.

Kryon

Lee Carroll beim Channeln

Carroll wird in der Esoterik-Szene als Urheber der Kryon-Channelings angesehen. Die Gründerin der Kryonschule, Sabine Sangitar Wenig, behauptete dagegen in einem Interview, der amerikanische Esoteriker Frank Alper (1930-2007) [1] sei der erste Vermittler Kryons gewesen und habe sie, wie auch Carroll, ins Kryon-Channeling initiiert. Dafür gibt es aber keine weiteren Belege.

Durch die Bücher Carrolls wurde Kryon bei Esoterikern international ein Begriff. Carroll verbreitet seine Kryon-Channelings durch Bücher, CDs, Videos (siehe YouTube), hält weltweit Seminare ab und nimmt regelmäßig an größeren Esoterik-Veranstaltungen teil, im deutschsprachigen Raum an den Kryon-Konferenzen der Buchhandlung Wrage. Er gilt als die Nummer 1 unter den Protagonisten des Kryon-Kultes, gibt sich aber gegenüber weiteren Kryon-Verkündern jovial, obwohl er eigentlich für Deutschland weitere Kryon-Medien ausgeschlossen hat.[3] Seine Auftritte bei Veranstalten sind typische amerikanische Bühnen-Shows. Beim Channeln rudert er mit den Armen, als wolle er die kosmischen Energien herbei schaufeln.

In seinen Channelings ist die menschliche DNS sein Lieblingsthema. Dabei geht es nicht um wissenschaftliche Genforschung, sondern um die Veränderung des Erbgutes durch übernatürliche kosmische Energien, die auch den gesamten Planeten Erde auf eine höhere Bewusstseinsebene bzw. Dimension transformieren sollen. Ziel soll der "Aufstieg" des Menschen zu einer Art Übermensch in einem Neuen Zeitalter sein. Dies ist ein gängiges Muster der Esoterik- und New-Age-Bewegung, die Welt auf ihre Art zu erklären und daraus die Zukunft zu deuten.

In Verbindung mit dem Glauben an Wiedergeburt und Karma ergeben sich auch bei den Channelings von Lee Carroll bedenkliche Interpretationen. So erklärt Carroll in einem Text den Sexualmord an einem Kind auf besondere Weise. Siehe „Die kleine Sally – eine Geschichte, die schwierig zu erzählen und zu verstehen ist“ ab Seite 8.[2] Man stelle sich vor, jemand steht wegen Mordes vor Gericht und erklärt, er habe aus einem früheren Leben einen Vertrag mit dem Opfer, in dem er sich verpflichtete, dieses in einem späteren Leben zu quälen und zu töten, und Vertrag sei Vertrag. In solchen und ähnlichen Ansichten offenbart sich eine gefährliche Irrationalität der Esoterik.

Indigo-und Kristallkinder

Aufmerksamkeit erlangten Carroll und Tober innerhalb esoterischer Kreise für ihr 1999 aufgestelltes Konzept der so genannten Indigo-Kinder, die man an ihrer blauen Aura erkennen soll. Damit beschreiben sie vorgeblich seit den 1970er Jahren zunehmend zu beobachtende Kinder mit angeblichen besonderen medialen und spirituellen Fähigkeiten. Auf Carroll soll auch die Erfindung der Kristallkinder zurückgehen.

Das Konzept der Indigo- und Kristallkinder wird inzwischen durch viele Autoren und Anbieter des Esoterik- und Psychomarktes verbreitet. Auch Jan Udo Holey alias Jan van Helsing hat sich der Thematik angenommen.[4]

Anderssprachige Psiram-Artikel

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.ostergaardverlag.de/buecher.html
  2. http://www.koha-verlag.de/koha/autoren/detail.html?id=carroll_lee
  3. http://kryon-online.de/wer_channelt_kryon.html
  4. http://www.amadeus-verlag.de/product/1_42_Spirituelle-Ratgeber/15_Die-Kinder-des-neuen-Jahrtausends.html