Ingenium

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Werbung für Ingenium von Fritz Madreiter
Ingenium MSL710 mit Zubehör
Älteres Gerät Ingenium 3000

Ingenium (auch Ingenium Bionik System oder Ingenium Matrix Bionik Quantensystem) ist der Name einer Produktfamilie aus dem Bereich der Bioresonanz. Das System besteht aus verschiedenen Hardware- und Softwarekomponenten und soll in der Lage sein, aus Fotos des Patienten oder aus seinen Körperflüssigkeiten, wahlweise aber auch anhand von Vor- und Nachname, Geburtsdatum oder Geburtsort, Diagnosen zu erstellen. Dabei könne es "Fehlstellungen im menschlichen Körper" erkennen und diese über "Bioresonanzen" und eine "Skalare Informationsbefeldung" korrigieren. Auch könne man mit Ingenium alle möglichen Gegenstände und Substanzen über eine Informationswabe mit Heilinformationen versehen, ähnlich wie es aus der Radionik, von der Elektroakupunktur nach Voll und diversen Bioresonanz-Geräten bekannt ist. Ferner eigne sich das System dazu, mittels Quantum Marketing Umsatzsteigerungen in beliebigen Branchen zu erzeugen.

Anbieter und Hersteller

Erfinder von Ingenium ist der Bäckermeister und "ganzheitliche Naturheiltherapeut" Fritz Madreiter (geb. 15. Mai 1965) aus St. Johann in Tirol. Vermarktet wird es vor allem von Madreiters Firma Manufaktur33 GmbH. Vom deutschen Arzt René Hirschel wird es auf Seminaren beworben. Hersteller der Hardware war oder ist die Firma Schwille Elektronik aus 85551 Kirchheim, die auch Unterweisungen dazu im eigenen Haus durchgeführt hat. Das aktuelle Gerät MSL710 hat Dieter Jossner entwickelt; es soll auch von dessen Firma gebaut werden.

Werbung

Madreiter bewirbt Ingenium in einem kurios anmutenden pseudowissenschaftlichen Jargon, wobei er auch die szeneübliche Quantenmystik bemüht. Beispielsweise heißt es auf seiner Internetseite ingenium.me:

"Ingenium ist das einzige reproduzierbare, ganzheitliches, präventives [sic] Quantenmuster-High-Tech-System, das auf sanfte Weise körperliches, geistiges und seelisches Ungleichgewicht auf der rein informativen und energetischen Ebene erkennen und ausgleichen kann. Mit echter Thermodynamikmessung einzigartig und in Echtzeit die Wirkung sichtbar."

Oder:

"Echtes Informations- & Quantenmedizinsystem mit reproduzierbarer Resonanz-Mustererkennung aus über 8000 Datenbanken Weltwissen mit über 1/2 Million Energiemustern & echter regel- und spürbarer Energieübertragung mittels Hightechgeräten aller Art sowie über das Morphofeld weltweit."

Zur Funktionsweise wird mitgeteilt, dass Ingenium "ähnlich wie ein Virus-Scan am Computer" arbeite. Es überprüfe "bis zu fast 700.000 Energiemuster", die zum Beispiel eine Erkrankung oder andere unerwünschte Zustände bedeuten könnten. Danach schicke es "die ermittelten Resonanzmuster wieder in den Körper zurück – nach individuellen Bedürfnissen moduliert". Damit könne Ingenium "destruktive Wellenmuster ausgleichen und neutralisieren (Interferenz)". Das sei "besonders bei Traumata, psychologischen oder chronischen Problemen" hilfreich. Die Wirkung des Gerätes soll so weit gehen, dass es zu biologischen Transmutationen nach Corentin Louis Kervran kommen könne.

Madreiters esoterische und pseudowissenschaftliche Vorstellungen fließen auch in die Werbung für seine Backwaren ein. Die Zutaten werden angeblich "vor Verarbeitung mit Orgon geladen", dafür werde ein Orgonakkumulator eingesetzt.[1] Mit einem speziellen "Biolaser Auflader" sollen zudem "Informationen und Energie" auf die Backwaren übertragen werden. Mittels Kirlianfotografie sei festgestellt worden, dass Brote der Bäckerei Madreiter "eine deutlich kräftigere (10x höhere) Energie Strahlung im Vergleich zu den anderen Bäckerbroten" zeigen.

Produkte

Kernstück des Ingenium-Systems ist das Gerät MSL710, welches die älteren Geräte Ingenium 1000, 2000 und 3000 abgelöst hat. Die Buchstabenfolge MSL soll für "Multi Signal Laser" stehen, die Zahl 710 für den Beginn der Entwicklung, d.h. Juli 2010. Zu dem Medizinprodukt (Klasse IIa) liegt kein Wirksamkeitsnachweise vor. Madreiter bezeichnet Ingenium deshalb als "Wellness System".

Im MSL710 sind Elemente aus Radionik, Bioresonanz, Lichttherapie und Magnetfeldtherapie (PEMF) kombiniert. Es können verschiedene periphere Komponenten angeschlossen werden, die aber offenbar weniger dem nebulösen "Scanvorgang" dienen sollen, sondern zur Übertragung der gesundheitsfördernden "Resonanzmuster" in den Körper: Klebeelektroden, Handelektroden, die auch als "TENS Handapplikatoren" dienen sollen (siehe z.B. Elektroakupunktur), eine "Photonenpanel" genannte LED-Lampe oder ein stabförmiger "Laserapplikator" sowie eine Magnetspule. Es werde ein "Poly-Frequenz-Spektrum" abgegeben, das von 0,6 Hz bis 600 kHz reiche und mit Audio- oder Videosignalen, für die Anschlüsse vorhanden sind, moduliert werden könne. Das Gerät hat ferner zwei so genannte Waben, wie sie traditionell bei Radionik-Geräten vorhanden sind (siehe auch Remedy Maker und Wave Transfer). Das sind Mulden, mit denen es möglich sein soll, bestimme Eigenschaften von Körperflüssigkeiten, Haaren usw. abzunehmen oder auch homöpathische Präparate zu "kopieren".

Unter der Bezeichnung Ingenium wird neben dem Gerät MSL710 und Zubehör ein "Energy Quantum Matrix Spray" angeboten.

Masterarbeit zu Ingenium

Am Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung in Graz wurde 2010 eine Masterarbeit angefertigt, die das Ingenium-System zum Thema hatte und als Nachweismethode u.a. die Stimmfrequenzanalyse "Vocalyse" des Friedrichshafener Arztes Arno Heinen einsetzte.[2] Einer der drei Autoren ist der Ingenium-Vermarkter Fritz Madreiter, Betreuer der Arbeit waren Hendrik Treugut und Arno Heinen.

Quellen

  1. http://www.madreiter.com/messbarbestebackwaren/index.html
  2. Fritz Madreiter, Christiane Renkl Hetzenauer, Jürgen Bergauer: Verlaufsbeobachtung von psychosomatischen Störungen an 30 Probanden unter Anwendung des Ingenium-Matrix-Bionic-Systems. Thesis zur Erlangung des Grades Master of Science (MSc) am Interuniversitären Kolleg für Gesundheit und Entwicklung Graz / Schloss Seggau, September 2010. Betreuer: Privatdozent Dr. med. Hendrik Treugut, Dr. Arno Heinen