Corentin Louis Kervran

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C.L. Kervran

Corentin Louis Kervran (1901, Quimper/Bretagne - 2. Februar 1983) war ein französischer Chemiker, Beamter, Pseudowissenschaftler und Buchautor.

Kervran verbreitete seit dem Ende der 1950er Jahre eine bereits mehr als 150 Jahre vorher entstandenen Vorstellung, derzufolge Lebewesen wie Pflanzen und Tiere prinzipiell zur Umwandlung von chemischen Elementen, als kalte Transmutation (transmutation nucléaire à froid, biologische Transmutation oder Kervran-Effekt) bezeichnet, fähig sein sollen. Er wollte mit seiner Interpretation einer Transmutationshypothese bei Lebewesen unter anderem verstanden haben, weshalb "Hühner neue Eier mit Kalkschale legen können, auch wenn ihr Futter keinen Kalk enthält", eine Behauptung die im Internet als eine Art Eierschalen-Paradoxon die Runde macht. Kervran veröffentlichte nicht in anerkannten Journalen mit Peer Review und seine Hypothesen blieben von der Wissenschaft unbeachtet. Lediglich zwei seiner Artikel erschienen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.[1][2] Seine Lehre wird heute unter anderem von dem deutschen Patentanwalt i.R. Georg von Breunig (alias Georges Bourbaki) und dem griechischen Physiker und Erfinder der Pap-Imi Therapie, Panos T. Pappas, im Internet verbreitet.[3] In seinen letzten Jahren arbeitete Kevran mit dem französischen Ingenieur und Parapsychologen Olivier Costa de Beauregard zusammen, der ein ähnliches biologisches Transmutationskonzept auf der Basis hypothetischer Protonen-Neutronino-Reaktionen erfand.[4] Die zur Transmutation angeblich notwendigen Neutrinos sollten nach seiner Theorie aus kosmischer Strahlung stammen. Zusätzlich sei hierbei auch ein intermediate vector boson Zo und ein Enzym notwendig.

Kervrans Privattheorien um die biologischen Transmutationen führten 1993 zur posthumen Verleihung des Ig-Nobelpreises, der jährlich für skurrile und "nicht reproduzierbare" Beiträge zur Wissenschaft verliehen wird.

Seine Hypothesen spielen in esoterischen Kreisen, bei Alchemisten und Anhängern der sogenannten kalten Fusion eine Rolle. In Russland wurden Überlegungen angestellt, die hypothetischen Kervran-Transmutationen bei Mikroorganismen anzuwenden, um radioaktive Isotope in Abfällen zu nicht-radioaktiven Elementen zu transmutieren.

Biographie und beruflicher Werdegang

Über Kervrans akademischen Werdegang und Qualifikationen ist wenig bekannt. Er war vermutlich Chemiker. In den 1930er Jahren arbeitete Kervran als Arbeitsinspektor in der Stadt Chambery (Savoie). Nach 1945 war er als Regierungsbeamter in verschiedenen französischen Ministerien tätig und unter anderem für die Frage der Sicherheit der Bevölkerung bei radioaktiven Belastungen zuständig. Von 1959 an trat Kervran mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit und schrieb insgesamt acht Bücher.

Kervran-Effekt

Frittage zweier Elemente nach Kervran
Transmutationsgleichung

Aufgrund von seit 1935 vorgenommenen Beobachtungen glaubte Kervran an eine mögliche biologische Transmutation chemischer Elemente innerhalb biologischer Systeme. Je zwei Atomkerne sollten sich nach seiner Hypothese durch frittage zu einem Element vereinigen können, was einer Kernfusion gleichkäme. Allerdings gibt Kervran seine Transmutationsgleichungen auch als reversibel an.[5] Dies bedeutet, dass es seiner Meinung nach neben der kalten Fusion auch eine kalte Kernspaltung geben soll. Den Begriff Kevran-Effekt benutzte Kervran offenbar selbst nicht, sondern dieser wurde nur von Anhängern seiner Hypothese benutzt.

Ausgangspunkt war die Annahme, dass Hühner mehr Kalzium ausschieden, als sie aufnähmen. Französische Arbeiter in der Ölindustrie nähmen in der Sahara mehr Energie auf, als sie abgäben.

Seine postulierten Kernfusionen sollen dabei nicht in Wasserstoffbomben oder Atomreaktoren stattfinden, sondern unter Bedingungen, wie sie in Pflanzen oder Tieren vorherrschen und ohne dass es dabei zu ionisierender Strahlung (Radioaktivität) käme. Weder setzt Kervran große zugeführte Energiemengen voraus, noch käme es dabei zur Freisetzung großer Energiemengen. Kervran glaubte, dass nur seine Kervran-Transmutationen zu erklären in der Lage seien, warum die Konzentration bestimmter Elektrolyte im Blut konstant bleibt.

Als Ergebnis seiner biologischen Transmutationshypothese solle sich laut Kervran das Knochenkalzium aus aufgenommenem Magnesium ergeben.

Seine Hypothesen widersprechen eklatant den Erkenntnissen der Chemie und Physik und seine eigenen Experimente konnten auch nicht erfolgreich reproduziert werden.[6]

Beispiele für Kervran-Fusionen:

  • Na23 + H1 => Mg24
  • Na23 + O16 <= K39
  • Na23 - O16 => Li7
  • Na23 <= Li7 + O16
  • K39 + H1 => Ca40
  • Mg24 + Li7 => P31
  • Mg24 + O16 => Ca40
  • F19 + O16 => Cl35
  • C12 + Li7 => F19
  • Cl35 <= C12 + Na23
  • Fe56 - H1 => Mn55
  • O16 + O16 => S32
  • 2 N14 <= C12 + O16
  • N14 + Mg12 => K19
  • Si28 + C12 => Ca40
  • Si28 + C12 => Ca40
  • P31 + H1 <= S32

Werke

Kervran2.jpg
  • Transmutations Biologiques, Métabolismes Aberrants de l'Azote, le Potassium et le Magnésium Librairie Maloine S.A., Paris, 1962.
  • Transmutations Naturelles, Non Radioactives Librairie Maloine S.A., Paris, 1963.
  • Transmutations à Faible Énergie Librairie Maloine S.A., Paris, 1964.
  • A la Découverte des Transmutations Biologiques Librairie Maloine S.A., Paris, 1966.
  • Preuves Relatives à l'Existence de Transmutations Biologiques Librairie Maloine S.A., Paris, 1968.
  • Transmutations biologiques en agronomie. Librairie Maloine S.A., Paris, 1970.
  • Preuves en Géologie et Physique de Transmutations à faible Énergie Librairie Maloine S.A., Paris, 1973.
  • Preuves en Biologie de Transmutations à faible Énergie Librairie Maloine S.A., Paris, 1975.
  • Transmutations Biologique et Physique Moderne Maloine S.A., Paris, 1982.

Weblinks

Quellenangaben

  1. Kervran, C. L. (1968). Increase in animal Calcium and Phosphorous concentration induced by a dietary overload of Magnesium. Rev. Pathol. Comp. Med. Exp., 5 (4), 209-12.
  2. Kervran, C. L. (1969). Non-zero balance of Calcium, Phosphorous and Copper in the lobster. Rev. Pathol. Comp. Med. Exp., 6 (5), 303-10
  3. Bourbaki, Georges. Alchemie in der Natur
  4. Preuves en Biologie de Transmutations à Faible Energie, Louis C. Kervran, Paris 1975, Maloine, ISBN 2224001789
  5. http://itis.volta.alessandria.it/episteme/ep4/ep4alchem.htm
  6. http://www.luigigarlaschelli.it/Altrepubblicazioni/KERVRAN.htm