Electro Cancer Therapy

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typisches Gerät zur ECT
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Electro Cancer Therapy (ECT, Bio-Elektro-Therapie nach Pekar BET, Electro Carcinom Therapie, perkutane Bio-Elektrotherapie PET, PECT nach Pekar, aseptische Bionekrose, "Weak Current" therapy, Tumor Treating Fields - TTF, Galvanotherapie, perkutane Elektro-Tumortherapie, Tumor-Galvanolyse, ECC usw.) bezeichnet in der Alternativmedizin ein experimentell gebliebenes Verfahren aus dem Bereich der Elektromedizin zur Behandlung von Krebserkrankungen durch schwache elektrische Ströme. In der wissenschaftlichen Medizin wird die Electro Cancer Therapy wegen des Fehlens eines seriös zu nennenden Wirksamkeitsnachweises nicht eingesetzt. Im deutschsprachigen Sprachraum wird zumeist die englischsprachige Bezeichnung "Electro Cancer Therapy" (dt: Elektro- Krebstherapie) und die entsprechende Abkürzung ECT verwendet.

In einem engeren Sinne ist bei der Electro Cancer Therapy ECT die Anwendung schwacher Gleichströme gemeint, die, durch einen Tumor geleitet, alleine zur Zerstörung von Tumoren und Krebszellen führen sollen. Von diesem Konzept abweichend sind aber auch zahlreiche Varianten der ECT zu beobachten, bei denen nicht Gleichströme, sondern Wechselströme eingesetzt werden.

Die Kosten der ECT sind in der Bundesrepublik Deutschland weder in der gesetzlichen noch in der privaten Krankenversicherung erstattungsfähig, weil sie keine medizinisch notwendige Heilbehandlung darstellt.[1]. Auch die Kosten für eine im Zusammenhang mit der ECT durchgeführte CT oder MRT Untersuchung sind in der privaten Krankenversicherung aus denselben Gründen nicht erstattungsfähig.[2]

Geschichtliches und ECT-Szene

Rudolf Pekar
Heilpraktiker Hans Peter Weber aus Köln / Lanzarote (Bild: Selbstdarstellung auf Webseiten der IGOB)

Zur Geschichte der ECT liegen unterschiedliche Angaben zum eigentlichen Erfinder der Anwendung schwacher Gleichströme bei Krebs vor.

1926 soll der Franzose Ferdinand Jean Darier (1856 – 1938) als erster Gleichstrom in der Therapie von Tumoren als "Galvanotherapie" eingesetzt haben. 1959 gab es Berichte über entsprechende Gleichstromanwendungen durch den Russen N. V. Kolpikov.

Die ECT soll von dem österreichischen Arzt Rudolf Pekar aus Bad Ischgl in den 1970er Jahren erfunden worden sein, allerdings wird auch das Jahr 1988 genannt. Offenbar veröffentlichte Pekar erst 1988 zur ECT. Mehrere Quellen nennen für das Jahr 1983 den schwedischen Radiologen Björn Nordenström als den Erfinder des Vorläufers der ECT, der "Elektro-Chemo-Therapie" oder "electrochemical therapy" (EChT), die auch als "Electrolytic Ablation of Tumors" (EAT) bekannt ist. Nordenström behauptet zu dieser Methode durch ein Buch aus dem Jahre 1877 inspiriert worden zu sein.[3] Die Methode verbreitete sich zunächst nur sehr wenig und war lediglich in China (Yuling Xin) und Russland (Tschissow / Sokolow) bei offenbar je nur einem Team anzutreffen.

Als Miterfinder der Gleichstrom ECT wird neben Pekar auch der Heilpraktiker "Prof. Hans-Peter Weber" aus Köln genannt, Vorsitzender eines Vereins "Internationale Gesellschaft für Onco-Bio-Therapie" IGOB. Weber betreibt in Köln ein "Institut Weber"[4] mit Zweigstelle in Lanzarote und tritt auch bei Youtube als Professor in Sachen ECT auf, wo er seinem Ärger über beispielsweise die Wikipedia und "Schulmedizin" freien Lauf lässt. Weber wird in der Öffentlichkeit und im Internet mit "Prof. Dr. med." tituliert. 2012 wurde Weber wegen des Mißbrauchs akademischer Titel und falscher Berufsbezeichnungen angeklagt. Er scheint sich inzwischen dauerhaft nach Spanien abgesetzt zu haben: ..Mittlerweile arbeitet er fast nur mehr in Spanien, wo Wissenschaftler mehr Freiraum haben und nicht wegen jeder Kleinigkeit abgestraft werden.. heisst es über ihn in einer Werbebroschüre.[5] Sein Sohn Peter Weber, Bademeister und Heilpraktiker, führt die Praxis in Köln weiter und bietet ebenfalls die ECT an, sowie weitere fragwürdige Therapien wie etwa mit GcMAF und Amygdalin. Er ist auch Vertreter für ECT-Geräte und bietet kostenpflichtige Kurse an. Er wurde nach einer Anzeige des Deutschen Konsumentenbundes am 12. Februar 2019 vom Landgericht Köln verurteilt es zu unterlassen in nicht an Fachkreise gerichteten Mitteilungen sich als "Heilpraktiker für Krebstherapie" zu bezeichnen und im Zusammenhang mit "Krebstherapie" die Begriffe GcMAF, “Vitamin C Hochdosis-Therapie“, “Vitamin B17” (auch bekannt als “Amygdalin-Therapie“), “Zelltherapie“, “Thymustherapie” und “Aderlass“ zu verwenden.[6][7] Eine ehemalige enge Mitarbeiterin von Weber ist die OP-Schwester und Heilpraktikerin Martina Kondritz aus Köln. Kondritz betreibt eine Naturheilpraxis für Bio-Elektro-Therapie in Pulheim-Brauweiler und gibt Behandlungskosten von rund 420 € an. Sie gilt in Deutschland als die Nachfolgerin von Pekar, und ist einer der deutschen Propagandistinnen der ECT. Zwischen den einzelnen deutschen ECT-Anbietern haben sich erbitterte Streitigkeiten entwickelt, die teilweise mit Pöbeleien im Internet öffentlich ausgetragen werden.

In Bad Ischl (wo auch Pekar wirkte) wurde der Augenarzt Hartmut Kunert als Anwender der BET bekannt, insbesondere durch ein Ermittlungsverfahren gegen ihn.

Der Ingenieur Andreas Schönfeld aus Karlsruhe besitzt Patente auf dieses Verfahren.[8][9]

Der deutsche Chirurg Dietrich Grönemeyer setzte die ECT 2004-2005 bei 15 Patienten ein, und berichtete retrospektiv darüber.[10] Ein weiterer Anwender war der Frankfurter Radiologe Thomas J. Vogl. Vogl war auch als Anwender der 3-Bromopyruvat-Therapie in Erscheinung getreten. Vogl führte 2007 eine Studie durch, die bei Radiology veröffentlicht wurde. Später liess er verlautbaren: .."leider ist das Verfahren aufgrund der mangelnden Langzeitkontrolle der Tumoren eingestellt worden. Derzeit führen wir die Methode nicht durch.".. (siehe dazu den Abschnitt zur Studienlage)

Auch Friedrich Douwes ist oder war ECT-Anwender. Er verlangt rund 650 € für die ECT-Behandlung. Anwender war oder ist auch die Klinik im Leben (Arbeitskreis im Leben) in Greiz.

Electro Cancer Therapy mit schwachem Gleichstrom

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Bei der ECT mit schwachem Gleichstrom handelt es sich um die alternativmedizinisch-klassische Methode der Anwendung von schwachem Gleichstrom zur beabsichtigten Zerstörung von Tumorgewebe im Sinne der ECT-Methode. Dazu werden an das zuvor identifizierte Tumorgewebe Elektroden angelegt, und mit einer Spannungsquelle verbunden, sodaß sich ein Gleichsstrom einstellt. Verwendet werden sowohl Flachelektroden die den Kontakt zur Haut darstellen und Nadelektroden. Über die eingesetzten Spannungen liegen unterschiedliche Angaben vor. Ein Anwender setzt beispielsweise ca 10 V Gleichspannung ein, was bei 150 Ohm ca 60 mA Strom zur Folge hat. Ein anderer Anwender setzt 35 V/75 mA ein. Die eingesetzte Gesamtladungsmenge soll dabei zwischen 35 Coulomb und 90 Coulomb pro Milliliter Tumorgewebe liegen. Die einzelnen Anwendungen können bis zu etwa drei Stunden dauern und sollen mehrfach wiederholt werden. Teilweise soll es sogar ausreichen, die Elektroden nicht direkt an der Tumoroberfläche zu plazieren, sondern auf die Hautoberfläche aufzusetzen, wie dies auch bei den Zappern nach Hulda Clark propagiert wird. Während der Behandlung kommt es zu einem leichten Schmerz oder Kribbeln in dem behandelten Gebiet.

Angaben zur Methode gehen soweit, zu behaupten, dass durch die den geringen Strom es zu einer ansonsten in der Medizin völlig unbekannten "Umwandlung" von Krebszellen in harmlose Fibroblasten (Zellen des Bindegewebes) käme.[11] Bei einem "Edith-Liebergeld-Institut" in Kiefersfelden hört sich das so an: Hauptindikationen - Mamma-Ca, maligne Melanome, Spinaliom, Merkelzell-Ca, Lymphome, Prostata-Ca, Tumore im Genitalbereich, Lungentumore - technische Einrichtung vorausgesetzt. [...] Durch die Stromeinwirkung findet ein stufenloser Übergang eines proliferativen, pathologischen und lokalen Gewebsprozesses in ein physiologisches Geschehen statt.[12]

Als Nebenwirkung können Verbrennungen ersten Grades mit oder ohne Brandblasen auftreten. Bei der Nadelgalvanotherapie bei der der Strom über Nadeln zugeführt wird, können starke Schmerzen auftreten.

ECT - BET Geräte

  • BET 7 und BET 8 der Firma Poduschka aus Erftstadt[13]
  • ECT 2000
  • Tumex
  • ECTPLUS der Firma BIOPHOX und GUTH Meditec GmbH[14]

Ein weiterer Anbieter ist die Firma Medizin-Gerätebau Helkueb OHG aus Rellingen bei Hamburg.

Wechselstrom - Variante ECCT

Ein Patient mit ECCT-Jacke, rechts der deutsche Importeur Weber. Der Patient wird zusätzlich im Bereich des Kopfes mit Laserlicht bestrahlt, im Rahmen einer PDT. Der Patient Peter Trayhurn verstarb im April 2017.

Eine Variante ist die ECCT (Electro-Capacitive Cancer Therapy) des Indonesiers Warsito P. Taruno. Der Anbieter aus Indonesien applizierte elektrischen Wechselstrom über Hautelektroden zur beabsichtigten Tumortherapie. Krebspatienten wurden auch nach Körpermaß abgemessene Spezialkleidung und Hauben verkauft, die die Elektroden bereits integriert enthielten. Auf diese Weise sollten die Kunden den ganzen Tag über und auch nachts dem Strom ausgesetzt sein. Im Dezember 2015 wurde die Firma C-Techlabs Edwar vom indonesischen Gesundheitsministerium geschlossen, da eine Untersuchung laufe, weil Taruno illegalerweise 6000 medizinische Behandlungen mit einem ungeprüften Verfahren (gemeint ist ECCT) angeboten und sich der Zustand von Patienten verschlechtert habe. Warsito Taruno wich daraufhin nach Polen aus. Dort ist er laut facebook in Warschau an einem Curie Institute of Oncology tätig.
In Deutschland wird das wissenschaftlich nicht anerkannte Verfahren von der Firma W Medical Systems von Robert Weber aus Lauenförde angeboten. Die W Medicals ist Distributor der ECCT für Deutschland.

Sennex Tumor-Therapie nach Warnke

Die Sennex Tumor-Therapie nach Warnke ist eine weitere Variante der ECT und geht auf Ulrich Warnke zurück.

Verwechselungsmöglichkeit mit anerkannten Verfahren der Medizin

Das System Nano-Knife zur Irreversiblen Elektroporation (IRE). Rechts oben: Schematische Darstellung der Elektroden und des elektrischen Feldes in der Nähe eines Tumors (Bilder: AngioDynamics, Inc.)

Die hier gemeinte Electro Cancer Therapy, mit ihren Varianten, darf dabei nicht mit bestimmten Verfahren der wissenschaftlichen Medizin verwechselt werden, die auf ersten Blick ähnlich erscheinen. Zu nennen ist zum Beispiel

  • die Galavanotherapie im Sinne des Stangerbads. Hierbei handelt es sich um den Aufenthalt in wassergefüllten hydroelektrischen Wannen, die von einem Gleichstrom durchflossen werden. Die meist von Physiotherapeuten und Bademeistern durchgeführte Behandlung ist im Heilmittelkatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgeführt und soll die Durchblutung der Haut erhöhen und bei Spastiken hilfreich sein.
  • Die HF-Chirurgie mit Elektrokautern (Radiofequenzablation) wird in der Chirurgie regelmässig eingesetzt. Hochfrequente Wechselströme werden über eine Elektrode zur Gewebsverkochung und Zerstörung eingesetzt.
  • Die Elektrochemotherapie ist ein weiteres medizinisches Verfahren, dass mit der ECT verwechselt werden kann. Bei dieser Methode wird elektrischer Strom über Hautelektroden zugeführt. Bestimmte Arzneimittel aus dem Bereich der zytotoxischen Chemotherapien (z.B. Bleomycin oder Cisplatin) werden dabei mit Hilfe des Stroms gezielt über das Phänomen der Elektroporation in das Körperinnere oder unter die Haut gebracht, je nach Plazierung der Elektroden in Tumornähe. Die Elektroporation kann zur RNA-Transfektion von Immunzellen, wie dendritischen Zellen oder zytotoxischen T-Zellen, verwendet werden.
  • Die irreversible Elektroporation (IRE, irreversible electroporation oder NTIRE für Non-Thermal Irreversible Electroporation) ist ein zugelassenes Verfahren zur minimalinvasiven, nicht-thermischen Gewebeablation (Gewebszerstörung) im Rahmen klinischer Studien. Darüber hinaus liegt keine Zulassung vor. Durch kurze und starke Strompulse (50 A) kommt es bei dieser Methode zu bleibenden Schäden an Zellen längs des Stromflusses. Die Spannung wird dabei durch tumornahe Nadeln appliziert. Die zugeführte elektrische Energie führt dabei nicht zu einer Erhitzung und Verkochung des Gewebes. Die Gewebeschäden betreffen jedoch sowohl gesundes Gewebe wie auch Tumorgewebe. Ein kommerzielles IRE-Gerät wurde beispielsweise von der US-Firma AngioDynamics unter dem Namen NanoKnife auf den Markt gebracht.[15] Das System ist in den USA für das Entfernen von Weichgewebe zugelassen, aber bislang nicht für die Behandlung spezifischer Krankheiten. Wegen Werbung mit Vokabeln wie "treatment" und "therapy" wurde AngioDynamics daraufhin im Januar 2011 von der Food and Drug Administration FDA verwarnt.[16][17] Untersuchungen zeigten, dass selbst bei extrem hohen und langen Impulserien mit Feldstärken von 1300 Volt/cm (99 Impulse) Tumorzellnester die Behandlung unbeschadet überlebten. Dies wurde im Rahmen einer Hypothese damit erklärt, dass bestimmte Tumorzellen resistenter als gesunde Zellen gegenüber den Strompulsen reagierten. Wegen der unvermeidlichen starken Muskelkontraktionen kann die Methode nur bei fixierten Patienten in Narkose durchgeführt werden. Aktuell (2017) fehlen noch randomisierte Multi-Center-Studien und Langzeiterfahrungen für eine endgültige Beurteilung der IRE.

Gefahren der Electro Cancer Therapy

Befürworter dieser wissenschaftlich nicht anerkannten Methode der ECT glauben mitunter, dass durch die Anwendung herkömmliche bewährte Verfahren überflüssig seien. Dadurch können Patienten davon abgehalten werden sich einer sinnvollen Therapie zu unterziehen.

Studienlage

Im Jahre 2017 lassen sich zwei Studien identifizieren, die sich auf die Gleichstrom ECT und Anwendungen am krebskranken Menschen beziehen und einen minimalen Qualitätsstandard erfüllen. Beide wurden in Deutschland durchgeführt und aus beiden Studien lässt sich kein Nachweis einer Wirksamkeit ableiten oder belegen. Weitere Studien stammen aus China und Russland, auf die hier nicht eingegangen wird, wegen fehlender und ungenauer Angaben.

  • Retrospektive und nicht kontrollierte Studie an 15 Patienten an der Universität Witten-Herdecke (2001).[18] Durchgeführt von einer Gruppe um Dietrich Grönemeyer. Der Autor bezeichnet die Studie selbst als retrospektiv. Auch sei sie lediglich durchgeführt worden, um die Verträglichkeit der ECT zu beurteilen, nicht um eine etwaige Wirksamkeit zu belegen. Die Patienten waren vorbehandelt und wurden auch während der Studie weiter mit herkömmlichen anerkannten Therapien weiterbehandelt. Die Studie kommt zum Ergebnis dass die Behandlung der ECT "geeignet" sei und von den Patienten "gut toleriert" worden sei.
  • In einer 2007 bei Radiology veröffentlichten prospektiv angelegten Studie ohne Kontrollgruppe des Frankfurter Radiologen Vogl berichten die Autoren über 44 Männer mit Prostatakrebs, die nicht vorbehandelt gewesen seien.[19] Zunächst, 2007, berichten die Autoren dass sich bei einem Teil der Männer die Tumorgröße verringert habe. Als Nebenwirkungen traten Schwierigkeiten beim Wasserlassen und vorübergehende Lähmungen der Beine auf. Zur Studie veröffentlichten die Autoren zwei Jahre später bei Radiology ein Expression of concern letter (Kressel HY), der 2009 veröffentlicht wurde und die Aussagen der eigenen Studie für ungültig erklärt. Radiology schreibt (2009): We subsequently received a letter, presented below, from Dr Vogl and colleagues at the University of Frankfurt, Germany, indicating that their review of the available data does not allow valid conclusions regarding the effectiveness and clinical utility of the technique. We await further animal and clinical studies to clarify the validity of the reported findings.[20] Thomas Vogl schreibt selbst: Following the analysis of the data reported in our article (1), including a meta-analysis of the Internet-available raw data of the summarized study, and with the study protocol submitted to the Ethics Committee of the University of Frankfurt, we think that the available data for galvanotherapy of prostate cancer does not allow any valid conclusion regarding the effectiveness and the clinical utility of the procedure because of the study's deficient methodology.
    For this reason, galvanotherapy is currently no longer used at our institution as a clinical procedure in the treatment of prostate cancer.
    Because of the inadequate theoretic foundation, the biophysical principle of galvanotherapy should be studied initially in cell cultures and then on prostate cancer models with nude mice before a new study protocol is developed. All trials at our institution will be carried out in cooperation with the Department of Urology and Pediatric Urology.
    Demnach sei die Studie nicht geeignet eine Wirksamkeit der ECT nachzuweisen. Die Methode werde auch nicht weiter an Patienten untersucht.
    Trotz dieser Stellungnahme verweisen auch heute (2017) mehrere Anbieter und Befürworter auf diese Studie, und behaupten irreführend sie würde die Wirksamkeit der Methode belegen.

Stellungnahme Deutsche Krebsgesellschaft NRW 2008

Aus: Komplementäre Behandlungsmethoden bei Krebserkrankungen
Bioelektrische Krebstherapie (Elektro-Chemo-Therapie, Galvanotherapie)
Die Bioelektrische Krebstherapie, auch Elektro-Chemo-Therapie (ECT) oder Galvanotherapie genannt, erfolgt durch Gleichstrom, der über Nadelelektroden an den Tumor bzw. an die Metastase geleitet wird. Ziel der Anwendung ist laut Werbung die „schnelle aseptische Nekrose (= Abtötung) von Krebsgewebe durch Strom/Wärme mit Hilfe einer kontrollierten Gleichstromquelle“. Die Werbung gibt vor, dass es sich bei der „Bioelektrischen Krebstherapie“ um eine schonende Therapie handelt, die ausschließlich im Tumor zellzerstörende Effekte ausübt und gesundes Gewebe unbeeinflusst lässt. Diese Aussagen sind bislang wissenschaftlich völlig unbewiesen und als reine Werbestrategie abzulehnen.
Bewertung und Empfehlung
Derzeit wird die ECT wissenschaftlich erforscht, um sinnvolle Anwendungsgebiete zu definieren. Das Verfahren wird seit Jahrzehnten als viel versprechende Therapiemaßnahme beworben und angewendet, ohne dass die Basismechanismen hinreichend erforscht bzw. die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit aufgezeigt wären. Wissenschaftlich falsch wurden angebliche Therapieerfolge veröffentlicht und in ein lohnendes Geschäft „umgemünzt“. Dies machte die ECT schließlich zu einer Außenseitermethode, von deren Anwendung in der Krebsbehandlung zur Zeit wegen fehlender Datenlage dringend abgeraten werden muss.

Siehe auch

Literatur

Zitierbare Literatur zum Thema liess sich 2017 in wissenschaftlichen Datenbanken kaum auffinden, es fanden sich nur drei Eintragungen. Es liegen Veröffentlichungen von Pekar und anderen Autoren in Buchform vor. Auf Beachtung stiess die Methode in der Esoterikzeitschrift Raum und Zeit im Heft 99 im Jahre 1999 und Andreas Bender: "Galvanischer Strom - Wirksame Alternative in der Krebsbehandlung" raum & zeit Ausgabe 187/2014.

  • Rudolf Pekar: Die Perkutane Galvano Therapie bei Tumoren. ISBN: 3-85175-494-8
  • Rudolf Pekar, Die perkutane Bio-Elektrotherapie bei Tumoren. Eine Dokumentation zu Grundlage und Praxis der perkutanen Galvanotherapie 2002, Verlag Wilhelm Maudrich
  • Pekar R: ECT used in treatment of solid cancer, Verlag Wilhelm Maudrich, Wien, 1996, ISBN 3-85175-657-6
  • Bernhard Weber: Heilender Strom: Biologische Elektro-Tumortherapie, Komplementäre und Integrative Medizin, Volume 49, 7, 1. Juli 2008, Seiten 25-28. doi:10.1016/j.kim.2008.05.015
  • Thomas J. Vogl, Heinz P. Mayer, Stefan Zangos, J. Bayne Selby, Jr, Hanns Ackermann, Florian B. Mayer: Prostate Cancer: MR Imaging–guided Galvanotherapy—Technical Development and First Clinical Results, Radiology, 245,3,2007
  • Matsushima Y. et al., Clinical and experimental studies of anti-tumoural effects of Electrochemical Therapy (ECT) alone or in combination with chemotherapy, Eur.J.Surgery, Suppl. 574, Seiten 59-67, 1994, ISSN 1102-416X
  • Xin Yu Ling, Advances in the treatment of malignant tumours by Electrochemical Therapy (ECT), Eur.J.Surgery, Suppl. 574, 31-36, 1994, ISSN 1102-416X
  • Hüseyin Sahinbas, Jürgen Baier, Dietrich Herbert Wilhelm Grönemeyer: "Ergebnisse der Galvanotherapie (ECT) bei lokal begrenzten Tumoren im Grönemeyer-Institut für MikroTherapie" University of Witten/Herdecke, Institute for Radiologie and Microtherapy, Bochum, Germany 2001 (nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht)

Weblinks


Quellennachweise

  1. Urteil des OLG Frankfurt vom 25.02.2010, 3 U 168/09; OLG Köln, VersR 2010, 621
  2. OLG Frankfurt, Urteil vom 20.10.2012, 3 U 278/11
  3. Rae JH, The Application of Electricity as a Therapeutic Agent, (Buch), Verlag: Boericke & Tafel, New York 1877
  4. Institut Weber, Altenbergerstr. 19-21, D-50668 Köln
  5. http://www.rumoro.de/menschen/articles/ect-therapie-bei-krebs-eine-methode-die-hoffnung-gibt.html
  6. LG Köln, 12.2.2019, Aktenzeichen 81 O 105/18
  7. https://www.konsumentenbund.de/wp-content/uploads/20190215_135420_BRW7440BB4520C4.pdf
  8. DE 10126509 C2: Vorrichtung zur Behandlung von Tumoren. Datum der Patenterteilung: 2. Oktober 2003
  9. US 7,204,843 B2: Apparatus for the treatment of tumors. Date of patent: Apr 17, 2007
  10. https://www.psiram.com/ge/index.php/Datei:Groenemeyer_ECT_Studie.jpg
  11. Morton Walker: Galvanotherapy Percutaneous Bio-Electrotherapy for the Elimination of Malignant Tumors, Townsend Letter for Doctors and Patients, Nov. 2001. Zitat: Malignant tumors treated with electric current exhibit a change in their electrical charge. A portion of the cancer cells deteriorate and disappear almost immediately and sometimes they dissipate gradually in a relatively short time. Subsequently, the tissue becomes lighter as seen upon X-ray examination. Another part of the tumor's cells are inverted and reverted; i.e., they first undergo differentiation, then form fibroblasts, and these repair cells integrate the area to bring it back to normal.'
  12. http://www.edith-liebergeld-institut.de/perkutane_galvanotherapie.php
  13. Mess- und Regeltechnik Poduschka, Horst Poduschka, Gilgaustrasse 12, D-50374 Erftstadt
  14. Guth Meditec GmbH, Spitzenbergstr. 6, 73084 Salach
  15. http://www.angiodynamics.com/products/nanoknife
  16. AngioDynamics Warned by FDA on NanoKnife Promotion. Bloomberg, 26. Januar 2011
  17. http://www.fda.gov/ICECI/EnforcementActions/WarningLetters/2011/ucm242346.htm WARNING LETTER, JAN 21 2011
  18. Groenemeyer_ECT_Studie.jpg
  19. Thomas J. Vogl, Heinz P. Mayer, Stefan Zangos, J. Bayne Selby, Jr, Hanns Ackermann, Florian B. Mayer: Prostate Cancer: MR Imaging–guided Galvanotherapy—Technical Development and First Clinical Results, Radiology, (2007) 245,3
  20. http://pubs.rsna.org/doi/full/10.1148/radiol.2521090708