Hans Nieper

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Hans Alfred Nieper (23. Mai 1928, Hannover - 21. Oktober 1998) war ein deutscher Arzt und Ufologe. Er galt als Anhänger der orthomolekularen Medizin und entwickelte umstrittene Mittel gegen Krebs (z.B. Salze der Asparaginsäure und Thiurame) und gegen Multiple Sklerose (MS) im Rahmen seiner eumetabolischen Medizin.

Hans Nieper studierte in Mainz, Freiburg und Hamburg Medizin und eröffnete die private Silbersee-Klinik in Langenhagen bei Hannover.

Esoterisch inspirierte Veröffentlichungen von Nieper finden sich im Ehlers Verlag und bei Raum & Zeit. Das verschwörungstheoretische Secret-TV widmete Nieper einen Beitrag. Auch im NET-Journal finden sich Beiträge Niepers.

Nieper starb am 21. Oktober 1998 an einem Herzinfarkt.

Arzt

Nieper setzte sich für die Ganzheitsmedizin des Krebsarztes Josef Issels sowie für das umstrittene, Blausäure bildende Amygdalin und Tumosteron in der Krebsbehandlung ein. In den frühen 1970er Jahren engagierte sich Nieper für den Einsatz von Selen, Ananas und Beta-Carotinen in der Medizin. Auch befürwortete er spezielle Anti-Krebs-Diäten. Seiner Meinung nach seien 92% aller Krebsfälle durch "geopathogene Zonen" ausgelöst. Er warnte auch vor den Effekten elektromagnetischer Felder durch Heizdecken. Die Zuckerkrankheit (Diabetes Typ II) führte Nieper auf den Gebrauch von Spülmitteln beim Geschirrabwaschen zurück. In Spülmitteln enthaltene Fettlöser sollen demnach insulinbildende Zellen in der Bauchspeicheldrüse schädigen. Zitat Nieper (1998): Unsere 1973 begonnenen Untersuchungen führten zu der Erkenntnis, daß der Diabetes II mit großer Wahrscheinlichkeit durch den Effekt von Detergentien (in Geschirrspülmitteln [die Fettlöser]) insbesondere am Eßgeschirr, bedingt sein könnte...In den meisten Fällen reicht es vollkommen aus, mit reinem, heißem Wasser abzuspülen...In die Spülmaschine kann man etwas Essig und Soda einfüllen anstelle des normalen Spülmittels.. Die entsprechende "Warnung" erschien im Esoterikmagazin Raum & Zeit im Jahr 1998.[1]

Zu den von Nieper empfohlenen Therapien fehlen meist jegliche wissenschaftliche Daten oder Literaturangaben. Die Amygdalin-Anwendung bei Krebs blieb bislang in klinischen Studien wirkungslos.

Nieper soll auch Menschenversuche mit Cäsiumchlorid gemacht haben.

Das von Nieper empfohlene Nieper-Calcium EAP ist als Therapie bei der Multiplen Sklerose nicht anerkannt.[2][3]

Von Nieper entwickelte Mittel wurden ohne FDA-Erlaubnis in die USA importiert und führten dort zu einem „import alert“ der FDA[4]. Nieper-Produkte wurden über eine Cancer Control Society in Los Angeles, eine A. Keith Brewer Science Library in Richland Center (Wisconsin) und Hans Nieper Foundation in San Juan Capistrano (Kalifornien) sowie in Vorträgen promotet.

Nieper gilt als Gründer des in Bad Aibling residierenden Vereins "DGO" (Deutsche Gesellschaft für Onkologie e.V.), der sich alternativmedizinischen Therapien von Krebserkrankungen widmet.

Zu seinen Patienten gehörten angeblich viele Berühmtheiten aus aller Welt wie Filmstars, königliche Hoheiten und Politiker. Darunter waren u.a. Anthony Quinn, John Wayne, Yul Brynner, William Holden, Nancy Sinatra, Prinzessin Caroline von Monaco und der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan.

Ufologe und Amateurforscher in Sachen Physik

Nieper war bis 1997 Präsident der pseudowissenschaftlichen Deutschen Vereinigung für Raumenergie (Nachfolger wurde Josef Gruber). Er galt als typischer Vertreter der Einstein-Kritiker.

Nieper schuf Beiträge zur Physik einer "Vakuum-Feld-Theorie" und Nieperschen "Gravitationstheorie". Er galt als Propagandist der so genannten Raumenergieforschung. 1953 konzipierte er die "Abschirmungstheorie der Gravitation", die in einem Zusammenhang mit den hypothetischen Tachyonen gesehen werden muss.

Nieper berief sich auch auf das so genannte Magyary-Phänomen, das von einem abschirmenden Effekt der Sonne auf das Schwerefeld des Mondes bei Sonnenfinsternissen ausgeht. Ein ungarischer Ingenieur namens (Eugen ?) Magyary wollte 1961 während einer Sonnenfinsternis gezeigt haben, dass die "Anziehkraft" des Mondes auf die Erde geringer geworden sei. Die Sonne stelle nach seiner Theorie eine Quelle für überlichtschnelle Tachyonen dar. Stehe nun der Mond zwischen Sonne und Erde, so nehme ein "Energie-Druck" zwischen Sonne und Mond ab. Der Mond absorbiere einen weiteren Teil des von der Sonne kommenden "geschwächten" Tachyonenfeldes und damit werde der Energiedruck auf den Mond kleiner und die Anziehungskraft zwischen Erde und Mond nehme ab.

Aus seiner Tachyonenfeld-Theorie leitete er auch die Möglichkeit energieproduzierender Technologien ab. Nach seiner Auffassung werden bei allen Arten von Beschleunigungen (Schwerkraft-, elektromagnetische und elektrostatische Beschleunigungen) Tachyonen eingefangen. Nieper war überzeugt, dass elektrische Motoren nicht deshalb funktionieren, weil ein elektromagnetisches Feld in ihnen aufgebaut wird, sondern weil dieses Feld eine Tachyonen-einfangende Wirkung auf ein "Feinberg-Feld" habe, das sie durchdringe. Nieper hielt auch abrupte Entladungen von Kondensatoren mit einem hohen Spannungsgradienten, besonders wenn sie rhythmisch erfolgten, für eine geeignete Methode, Energie aus dem Tachyonenfeld "auszukoppeln".

Aufgrund dieser Überzeugung organisierte Nieper ab 1980 eine Reihe von Kongressen über die "Konversion von Schwerkraftfeldenergie" und gründete im April 1981 die Deutsche Gesellschaft für Schwerkraft-Feld-Energie (DVS), die es sich zur Aufgabe machte, die energietechnische Nutzung des postulierten Tachyonenfeldes voranzutreiben. Er war bis zum 22. November 1997 deren Präsident und wurde danach deren Ehrenpräsident. Die Gesellschaft besteht noch heute unter dem Namen Deutsche Vereinigung für Raum-Energie. Ebenfalls 1981 war er einer der Initiatoren bei der Gründung der American Association of Gravity Field Energy in Huntsville, Alabama.

Werke

  • Hans A. Nieper: Theorie der Energieabschirmung als Ursache von Gravitationswirkungen. Wetter – Boden – Mensch, Heft 14 (1972), S.823-830.
  • Hans A. Nieper: The Clinical Applications of Lithium Orotate – A Two Year Study. Aggressology, Vol.14, No.6 (1973), S.407-411.
  • Hans A. Nieper (Hrsg.): Konversion von Schwerkraft-Feld-Energie – Energietechnische Tagung in Hannover. Ilmer Verlag, Hannover 1981.
  • Hans A. Nieper (Hrsg.): Konversion von Schwerkraft-Feld-Energie – Revolution in Technik, Medizin, Gesellschaft. Ilmer Verlag, Hannover 1982. 4. erweiterte Neuauflage MIT-Verlag, Langenhagen 1983. http://www.mitverlag.de/details.php?ID=8
  • Hans A. Nieper: Das Tachyonenfeld. Raum & Zeit, Anfang 1982. Englisch im Internet bei Sumeria: http://www.sumeria.net/phys/tachyon2.html oder http://www.sumeria.net/phys/tachyon1.html
  • Hans A. Nieper: New Horizons in Non-Toxic Cancer Therapy: Beta-Carotin, Lithium Orotate, Anavit, Bromelain, Benzaldehyde, Tomosterone, DHEA and Ascorbate. Journal of the International Academy of Preventive Medicine, November 1982, S.5-10.
  • Hans A. Nieper: Nikola Teslas Vermächtnis. Mit der Tachyonen-Energie zum allgemeinen Wohlstand. Raum & Zeit, Gehrden, 1985
  • Hans A. Nieper (Hrsg.): Revolution in Technology, Medicine and Society – Conversion of Gravity Field Energy. 1985. http://www.mitverlag.de/details.php?ID=16
  • Hans A. Nieper: Kostensenkung mit Magneten. Raum & Zeit, Jg.6/7, Nr.31 (Dezember/ Januar 1987/88), S.87-88.
  • Hans A. Nieper: Das neue Vitamin Mi (Membran-Integritäts-Faktor). Raum & Zeit, August-Sept. 1988, S.1-13.
  • Hans A. Nieper: Suppression of Cancer Development by Calcium Colamine Phosphate and by Calcium-I-dl-Aspartate. Townsend Letter for Doctors & Patients, Nr.149 (Dezember 1996), S.82.
  • Hans A. Nieper: Bau der Pyramiden mit Gravitations-Konversions-Technik. Ein bisher unveröffentlichtes Dokument von Dr. H. Nieper. NET-Journal, Jg.9, Heft 7/8, Juli-August 2004, S.29-34.
  • Hans A. Nieper: Neu entdeckte Technologien im Altertum. DVD-Aufzeichnung des Vortrags von Dr. Hans A. Nieper (†). NET-Journal, Jg.9, Heft 11/12, November-Dezember 2004, S.54-55.

Weblinks

Quellennachweise

  1. Raum und Zeit, Heft 94/98
  2. http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-infos/index.php?kategorie=datenbank&cnr=79&anr=209
  3. [1]
  4. http://www.fda.gov/ora/fiars/ora_import_ia6628.html