David Dees

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David Dees (rechts) mit Alex Jones
David Dees (links) mit Ron Paul

David Dees ist ein US-amerikanischer rechtsgesinnter Künstler, Verbreiter von Verschwörungstheorien, Antisemit und Leugner des Holocaust[1][2][3] aus Louisville im US-Staat Kentucky. Die amerikanische Anti Defamation League (ADL) bezeichnet Dees als "Conspiratorial Artist" ("Verschwörungs-Künstler").[4] Im Eigenverständnis sieht sich Dees als "freischaffender Künstler und Illustrator" ("freelance artist and illustrator").

Dees war seit 1996 Zeichner für Sesamstraße (Sesame Street Magazine). Er zeichnete auch Cartoons und Bilder für Kinder und arbeitete für die Konzerne Warner Brothers Animation und Disney Home Video.

Nach eigenen Angaben will Dees von 2003 bis 2010 an einem geheimen Ort in Schweden gelebt haben, bis ihn die schwedische Regierung im Herbst 2010 aufgefordert habe, das Land zu verlassen. Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Jeff Rense soll Dees daraufhin angeboten haben, ihn zu unterstützen und eine Unterbringung in Oregon (USA) angeboten haben.

Bilder und Videos von Dees erscheinen auf zahlreichen Internetseiten von Verschwörungstheoretikern und so genannten Truthern. So finden sich Bilder von Dees auf den Seiten von Kulturstudio oder VitaVision.

Zu den bekannteren Unterstützern gehören Alex Jones und Jeff Rense. Auch wird Dees auf Fotos mit Ron Paul gezeigt. Der US-Präsident Donald Trump zeigte mindestens einmal ein Bild von Dees.

Neben Themen aus dem Bereich des Antisemitismus befassen sich die Propagandabilder von Dees thematisch mit Verschwörungstheorien um einen von den USA durchgeführten Anschlag auf das World Trade Center im September 2001, Chemtrail, Elektrosmog oder Energiesparlampen. Des Weiteren werden Horrorbilder zu einem angeblichen Impfzwang und tödlicher Krebstherapie gezeigt. Ein weiteres Anliegen von Dees ist seine Kritik an Barack Obama. Er verbreitet auch Bilder, auf denen er den freien Waffenbesitz in den USA befürwortet.

Ein weiterer Zeichner gleicher Gesinnung ist Ben Garrison, dessen Zeichnungen regelmässig bei Propagandaschau erscheinen.

Antisemitismus und Leugnung des Holocaust

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Werbung für den verurteilten Ernst Zündel
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Ein großer Anteil der von Dees verbreiteten Bilder hat seinen eindeutigen Zweck in der Verbreitung antisemitischer Propaganda und der Leugnung des Holocaust. So zeigt er ein Bild, das einen angeblichen Zweifler des Holocaust in einem Gefängnis zusammen mit Mördern und Serien-Vergewaltigern zeigt. Die Gefängniswärter sind mit einem Z in einem Davidstern gekennzeichnet, was darauf hinweisen soll, dass sie als Zionisten anzusehen seien. Dees verbreitet auch Bilder, auf denen er beweisen will, dass die von Holocaustleugnern verbreitete Lüge zutreffe, die besagt, dass in den Gaskammern von Auschwitz kein "Zyklon B"-Giftgas eingesetzt wurde und es auf dem Gelände von Auschwitz keine Massengräber gäbe. Zyklon B bezeichnete er auf einem Bild als "Mittel gegen Läuse" ("lice spray"). Auf einem anderen Bild wird eine Frau gezeigt, die von einem Elektroschockgerät eines „Z“-Polizisten getroffen wird, weil sie ein Buch liest, dessen Titel in Frage stellt, dass 6 Millionen (Juden) gestorben sind.

Auch der Holocaustleugner Ernst Zündel war Gegenstand eines Bildes von Dees. Zündel war im Februar 2007 wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Dees weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück:

Those who attempt to smear my art as 'anti-semitic' are fools and frauds.

David Dees und der deutsche Klett Verlag

Grafik von Dees in einem Schulbuch des deutschen Klett-Verlags. Das Bild zeigt einen Pacman der Rothschild-Bank, der versucht Europa zu verschlingen.

2017 wurde bekannt, dass der deutsche Verlag Klett eine Grafik von Dees in einem Schulbuch (Anstöße 2, 2012) verwendete, das vier Jahre lang an Schulen genutzt wurde. Die Abbildung zeigte einen von der Rothschild-Bank gesteuerten Pacman, der den europäischen Kontinent verschlingt. Die Abbildung wurde in einem Zusammenhang mit der Bankenkrise von 2007 gezeigt. Die Verwendung der Abbildung sorgte auch im Ausland für kritische Berichte in Medien.[5][6]

Erst nachdem Proteste gegen den Klett Verlag laut wurden[7][8][9][10], stellte der Verlag die Auslieferung des Buchs ein.

David Dees und US-Präsident Donald Trump

Donald Trump mit einem Bild von Dees im März 2016 (Bildquelle:[11]). Rechts das Originalbild, das die Herkunft zeigt. Deutlich sind Veränderungen am Bild erkennbar

Im US-Präsidentschaftswahlkampf zeigte der damalige Kandidat Donald Trump ein Bild von David Dees auf einer Wahlkampfveranstaltung vor. Allerdings wurden am Bild einige Veränderungen vorgenommen. So wurde die Kennzeichnung der Herkunft (unten rechts) entfernt. Entfernt wurde auch antisemitische Beschriftungen auf der Stirn der anderen Präsidentschaftskandiaten.

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.antisemitism.org.il/eng/events/46229/USA-Holocaustdenialinaguiseofart
  2. http://www.adl.org/main_Extremism/David_Dees.htm
  3. http://morris108.wordpress.com/2009/02/23/dees-illustration-on-holocaust-denial-seen-by-millions-on-jewish-rense-site/
  4. http://www.adl.org/main_Extremism/David_Dees.htm
  5. Menachem Rephun: German publisher apologizes for anti-Semitic illustration, JPUpdates.com, 29. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  6. Un éditeur de livres scolaires allemand s’excuse pour un contenu antisémite, The Times of Israel, 27. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  7. Abitur mit Antisemitismus, ak[due]ll, 21. Januar 2017
  8. https://www.vice.com/de/article/wie-es-eine-antisemitische-karikatur-in-deutsche-schulbucher-geschafft-hat Wie es eine antisemitische Karikatur in deutsche Schulbücher geschafft hat
  9. Philipp Frohn: Antisemitische Karikatur in Schulbuch: Ein „bedauerlicher Fehler“, die tageszeitung, 31. Januar 2017, abgerufen am 30. Januar 2017
  10. http://www.tagesspiegel.de/wissen/unsaegliches-elaborat-schulbuchverlag-druckte-antisemitische-grafik/19327660.html
  11. AP Photo/Brynn Anderson, 5.3.2016