Bernd Kröplin

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PM-Artikel

Bernd Kröplin (geb. 1944 in Schleswig) ist ein deutscher Bauingenieur, Erfinder und Parapsychologe. Bis April 2010 war er ordentlicher Professor an der Fakultät für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart. Kröplin trat mit verschiedenen Luftschiffanwendungen und einem umstrittenen Wassertestverfahren ("subtile Trockenbildmethode nach Kröplin") an die Öffentlichkeit.

Kröplin machte insbesondere mit einer eigenen esoterisch-parapsychologischen "subtilen Wassertropfenanalyse" auf sich aufmerksam. Nach seiner Vorstellung soll sich unter einem Lichtmikroskop eine postulierte "Beziehung zwischen Experimentator und Wassertropfen" zeigen, die ein Wassergedächtnis nahelege und sich zum Nachweis elektromagnetischer Strahlung von Mobiltelefonen eigne. Nach Kröplin habe Wasser die Fähigkeit, Informationen zu speichern, auf menschliche Gefühle zu reagieren oder gar mit anderen Flüssigkeiten zu kommunizieren. Eine wissenschaftliche Anerkennung blieb der Kröplin-Methode genauso versagt wie eine eingehendere Rezeption. Sie fand aber Beachtung bei Fernsehpastor Jürgen Fliege, im P.M. Magazin,[1][2] in der Deutschen Hebammen Zeitschrift und im Natur und Kosmos-Heft.

In eigenen Veröffentlichungen zu seinem Testverfahren sind esoterische Erklärungsversuche zu erkennen. So formuliert er als Quintessenz seiner Forschung, "dass sich materielle Anordnungen in Flüssigkeiten [...] durch geistige und emotionale Prozesse beeinflussen lassen".

Für seine Arbeiten erhielt er 1999 den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis.[3]

Luftschiff-Anwendungen

Kröplin verfolgte lange Zeit die Idee, fliegende Luftschiff-Plattformen als Sendestation für die Mobilfunkkommunikation zu nutzen. Er war zunächst Aufsichtsrat und später Vorstandsmitglied der mittlerweile gescheiterten Cargolifter AG.[4]

Subtile Trockenbildmethode nach Kröplin

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Seit 1999 erforschen die Bio-Synergetikerin Minnie Hein und Kröplin die Kröplinsche "subtile Trockenbildmethode". Bei der Wassertropfenanalyse nach Kröplin werden Wassertropfen getrocknet und dabei entstehende bleibend sichtbare Strukturen unter einem Lichtmikrokop im Dunkelfeld betrachtet und ausgewertet. Die beobachteten ästhetisch ansprechenden Strukturen, so seine These, veränderten sich auf charakteristische Weise, je nachdem, welche Person die Flüssigkeit auf den Objektträger tropfe und in welcher Verfassung die jeweilige Person sei. Der eingetrocknete Wassertropfen erzeuge, quasi wie ein Spiegel, ein Bild des Experimentators, behauptet Kröplin. Welcher Mechanismus diesem telekinetischen Phänomen zu Grunde liegen soll, gibt Kröplin selbst nicht an, auch nicht, ob es sich einfach um den Experimentatoreffekt handelt.

Nach Angaben von Kröplin habe er sich für seine Methode von der Stuttgarter Künstlerin Ruth Kübler inspirieren lassen. Entsprechend ließ Kröplin daher auch selbstkritisch offen, ob Tropfenbilder nicht auch "mehr Kunst als Wissenschaft" seien.

Nach Kröplin sollen die Wassertropfentrocknungsstrukturen in Abhängigkeit zu anwesenden elektromagnetischen Feldern unterschiedlich aussehen und seien "kein Zufall". Nach Einwirkung von statischen Magnetfeldern und Mobilfunkfeldern zeigten die Mikroskopbilder nach Kröplin deutlich erkennbare, in der Vielfalt aber "verarmte" Strukturen. "Das Wasser hat behalten, was mit ihm passiert ist [...] auch nachdem man das Handy weggenommen hat." Das Stuttgarter Wissenschaftsministerium war daraufhin bereit, dem Bauingenieur für seine parapsychologischen Forschungen auf diesem Gebiet knapp 300.000 Euro zu bewilligen. Kröplin fertigte in seinem Institut Rückstände tausender getrockneter Tropfen von Wasser aus der Stuttgarter Leitung, aus Heilquellen, Speichel, Blut und Urin von Hunderten Testpersonen. Unter dem Mikroskop offenbarten sich charakteristische Strukturen, die höchst ästhetisch aussahen. Doch ihre Reproduktion erwies sich als schwierig. Sie differierten nicht nur von Experimentator zu Experimentator, sondern auch von Tag zu Tag. Analoge Probleme sind auch von anthroposophischen Nachweisverfahren der Bildschaffenden Methoden der Anthroposophie bekannt. Kröplins Methode ähnelt in der Tat der Tropfbildmethode nach Theodor Schwenk, dem kapillar-dynamischen Bluttest nach Kaelin, dem Auras-Blank-Blutausstrichtest und der Rationalen Bildekraftuntersuchung.

Gutachten

Projekt Apollo

Lauretana-Werbung

In der Werbung für ein angeblich "elektrosmog-resistentes" und "feinclusteriges" Mineralwasser, das auf Naturkostmessen präsentiert wird, das mineralienarme Lauretana-Wasser, wird auch der Name Bernd Kröplin genannt. Kröplin soll im Rahmen eines Projektes Apollo dem italienischen Mineralwasser bescheinigt haben, durch die Einwirkungen eines Mobiltelefons nicht in der Struktur "destabilisiert" zu werden. Stattdessen "verstärke" sich sogar durch das heilsame Handyfeld die ideale Ausgangsstruktur von Lauretana.

Energy Transmission Generator System HC 204‎

Im Jahr 2007 fertigte Kröplin zum Energy Transmission Generator System HC 204‎ der Firma Coufal ein positives Gutachten. Dieses pseudomedizinische Behandlungsgerät soll nach der Ähnlichkeitsregel der Homöopathie funktionieren und dabei soll ein wissenschaftlich unbekanntes Übertragungssystem mittels "Piezoenergie" zum Einsatz kommen. "Einzigartige sinusförmige Schwingungsmuster" sollen am Kopf- und Fußende einer Liege erzeugt werden und damit eine "Zellstimulation in Gang setzen" können. Einen wissenschaftlichen Beleg für behauptete Heilwirkungen, die einzig auf dieses System zurückgingen, werden von Anbieterseite nicht genannt. Vielmehr wird auf Untersuchungen verwiesen, bei denen dieses System zusätzlich eingesetzt wurde. Kröplin wandte bei seinem Test eine "Tropfenbildmethode des Institutes für Statik und Dynamik der Universität Stuttgart" an.

Zitate

  • Wenn ich Gedächtnis laut Brockhaus definiere als eine Fähigkeit Informationen aufzunehmen, über einen längeren Zeitraum zu speichern und dann wiederzugeben, dann könnte man von einem Gedächtnis des Wassers sprechen.
  • Ich glaube [...], dass wir wegkommen müssen bei diesen Dingen von einer Methodik des Zweifels. Das ist der eigentliche, vielleicht gar der Fluch… unserer Existenz. Wir erkennen durch Zweifel. Wir erkennen dadurch, dass wir Dinge in die Dualität stellen und Dinge bezweifeln. … Und die ganze Wissenschaft ist eben so aufgebaut, dass sie die Wahrheit zu erkennen versucht, … indem sie die Dinge bezweifelt. Ich glaube, es wäre also wunderbar zu einer Methodik zu kommen, die das anders machen kann. Und wenn wir … über das Phänomen, also das Selbst-Erscheinende, vorgehen, dann kommt diese Härte des Zweifels in dem gar nicht vor. Und ich glaube, dass wir die Dinge auch anders erkennen können, also im positiven Sinne, ohne dass wir solche Versuchsanordnungen machen müssen.

Literatur

  • Bernd Kröplin: Buch, Welt im Tropfen: Gedächtnis und Gedankenformen im Wasser
  • Joachim Schöck, Bernd Kröplin: Apollo VII - Elektrosmog: Eine Methode zur Detektion von elektromagnetischen Feldern in lebendigen Organismen, Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen
  • GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V.): Wasser und Gedächtnis: Zeigt Kröplins Ausstellung "Welt der Tropfen" Wissenschaft oder nur Kunst?
  • Ulrich Schnabel, Christoph Drösser: Kann Wasser denken? Die Zeit 49/2003, 27. November 2003
  • P.M. Magazin - Welt des Wissens, Ausgabe Juli 2005, S. 45-54
  • P.M. Magazin - Welt des Wissens, Ausgabe Juni 2008, S. 20
  • Der Tagesspiegel, Berlin, 2. Februar 2004
  • Das Gedächtnis des Wassers - H2O speichert Informationen. Natur und Kosmos, August 2003
  • Deutsche Hebammen Zeitschrift (DHZ), September 2006, S. 12-14

Weblinks

Quellennachweise

  1. P.M. Magazin - Welt des Wissens, Ausgabe Juli 2005, Seiten 45 - 54
  2. P.M. Magazin - Welt des Wissens, Ausgabe Juni 2008, Seite 20
  3. ZEIT Nr. 36/99
  4. http://www.netzeitung.de/wirtschaft/176003.html?Cargolifter_kaempft_ums_Ueberleben