Auras-Blank-Blutausstrichtest

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H. Auras-Blank

Der Auras-Blank Blutausstrichtest (auch Blutausstrich-Ganzkörper-Test, Holistische Blutdiagnostik, Auraskopie, Aurasskopie oder Aurastest) ist eine pseudowissenschaftlich-diagnostische[1] Methode, die wissenschaftlich nicht validiert ist, aber dennoch in einigen Praxen, Ordinationen und kleineren Privatkliniken eingesetzt wird. Der Name des Verfahrens geht auf eine Hannelore Auras-Blank zurück, die die Methode in den 1960er Jahren erfand. Einige Aspekte dieses Außenseitertests erinnern an die bildschaffenden Methoden aus der Anthroposophie, andere Aspekte hingegen haben einen rein spekulativen-telepathischen Hintergrund. So glauben die Anwender, in diesem Bluttest mikroskopisch kleine Abbildungen erkrankter Organe erkennen zu können.

Die Kosten für dieses Verfahren - zwischen 120-300 Euro - müssen von den Patienten voll übernommen werden, da die Krankenkassen das Verfahren nicht anerkennen. Seit 1973 wird im privaten Institut für holistische Blutdiagnostik in Witten die Auraskopie angeboten. Dort werden auch Anwender in dem Verfahren unterwiesen.

Beachtung fand das Verfahren in der Esoterikzeitschrift Esotera.[2]

Methode

Blutausstrich
OP-Clip Interpretation nach Auras-Blank

Wie bei analogen Verfahren werden dem Patienten einige Tropfen Blut aus der Fingerbeere entnommen. Im Anschluss daran wird ein relativ dicker Ausstrich auf einem Objektträger gefertigt und dieser nach dem Trocknen mikroskopisch untersucht. Es wird dabei deutlich mehr Blut ausgestrichen als sonst labormedizinisch üblich ist. Die Beurteilung erfolgt zunächst in der Lupenvergrößerung und im Anschluss bei mehrhundertfacher Vergrößerung.

Nach Auras-Blank werden an Stellen, an denen das eintrocknende Blut dicker aufgetragen ist, so genannte bildhafte Formen sichtbar, die morphologisch (also von der Form her) ausgewertet werden. Dabei sollen im Ausstrich Formen entstehen können, die auch Organen ähneln sollen. Zitat von Auras-Blank: "Die so betrachteten Blutausstriche offenbaren innere Vorgänge des Patienten in farbenprächtiger Weise, naturgetreu, miniaturisiert und anatomisch korrekt in Form und Position [...]".

Nach Auras-Blank seien die tatsächlich erkrankten Organe mikroskopisch klein im Blut erkennbar. So zeigten sich im Krankheitsfall miniaturisierte Bauchspeicheldrüsen, Dick- und Dünndärmchen und so weiter. Weiterhin fänden sich Abbildungen künstlich eingepflanzter oder auch bei Operationen im Körper verbliebener Gegenstände, zum Beispiel Operationsfäden oder OP-Clips. Herzschrittmacher kämen hingegen nicht zur Abbildung, da sich diese aus Sicht der Anwender dieser Methode in die körpereigene Schwingung einfügten und somit unsichtbar würden. Die erkennbar werdenden Strukturen seien auch den histologischen Schnitten durch die erkrankten Organe ähnlich.

Die Ansicht von Auras-Blank, hier etwas Außergewöhnliches entdeckt zu haben, wurde in etablierten labormedizinischen Kreisen abgelehnt, da die sich zufällig bildenden Formen als Artefakte angesehen werden, bei denen auch künstliche Verunreinigungen der Blutproben durch Fusseln, Staubteilchen oder andere Schmutzpartikel sichtbar werden.

Befürworter der Methode glauben dagegen, mit dem Auras-Blank-Test körperliche Gebrechen aller Art in einem ganzheitlichen Sinne erkennen zu können. So könne auch Krebs erkannt werden. Toxine und Schadstoffe sollen mit dem angeblichen Allround-Test erkennbar werden, genauso wie Störungen des Säure-Basen-Haushalts.

Da die Methode in keiner Weise validiert ist und auch keine kontrollierten Studien zum Thema existieren, können groteske Fehldiagnosen auf Basis dieses Test mit möglichen dramatischen Folgen für den Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Auraskopie / Aurasskopie

Als Auraskopie wird auch ein analoger Blutausstrich-Test bezeichnet, der ohne Färbung auskommt. Dieses Verfahren ist nicht mit der esoterischen Auraphotographie identisch.

Literatur

  • Hannelore Auras-Blank, Wolf D. Blank: Aurasskopie - das bildhafte Erkennen von Krankheiten aus wenigen Tropfen Blut. ISBN-10: 3980112608 / ISBN-13: 978-3980112604
  • Oepen, Federspiel, Sarma, Windeler: Lexikon der Parawissenschaften
  • Esotera Heft 12/1980
  • Wolf-Dieter Blank: Blut - Indikator der Wechselwirkung zwischen Umwelt und Mensch. Hagia Chora 9/2001

Quellennachweise

  1. Schmoll/Höffken/Possinger: Kompendium internistische Onkologie - Standards in Diagnostik und Therapie, Seite 2379. Springer Verlag
  2. Esotera, Heft 12/1980