Logo (Bild: Wiki-Watch)
Wolfgang Stock (Bild: "Neuraltherapie Blog" des Marketingexperten Claus Fritzsche)
Kritik-Thema: Der zehnte Vorname von Karl-Theodor zu Guttenberg (Bild: W. Stock)

Wiki-Watch (ursprünglich Arbeitsstelle Wiki-Watch im "Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht" der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina) ist der Name eines umstrittenen internetbasierten Projekts, das sich als ein System zur Beurteilung der Qualität von Wikipedia-Artikeln versteht. Das Projekt will laut eigener Darstellung dazu beitragen, Wikipedia „transparenter zu machen“. Wiki-Watch stellt sich als wissenschaftliches Projekt der Europa-Universität Viadrina dar, wird aber weder mit Universitäts- noch mit Drittmitteln betrieben.[1]

Den Projektbeteiligten wird vorgeworfen, selbst unter verschiedenen Identitäten Wikipedia-Artikel bearbeitet und dabei wiederholt gegen Grundprinzipien der Onlineenzyklopädie verstoßen zu haben. Dabei geht es sowohl um Beiträge zu einem Diabetes-Wirkstoff der Firma Sanofi-Aventis, der in einer dem Unternehmen zuträglichen Weise dargestellt wurde, als auch um Einflussnahme auf Artikel von Einrichtungen und Personen, die Arzneistoffe auf ihren Nutzen und ihre Sicherheit überprüfen und im Falle des erwähnten Präparats zu einer verhaltenen Bewertung gekommen waren. Ein weiterer Kritikpunkt ist die jahrelange weltanschauliche Einflussnahme von Projektangehörigen auf Artikel aus dem Themenbereich Evangelikalismus und Homosexualität, die ebenfalls unter Verwendung zahlreicher Benutzerkonten bearbeitet wurden.

Anlass zur Entstehung von Wiki-Watch im Oktober 2010 soll nach Angaben der Projektverantwortlichen eine Kontroverse um die journalistische Sorgfaltspflicht gewesen sein, nachdem verschiedene Medien, darunter die BILD-Zeitung, einen falschen Vornamen („Wilhelm“) des CSU-Politikers Karl-Theodor zu Guttenberg ungeprüft aus der Wikipedia in ihre Berichterstattung übernommen hatten.

Betreiber und Mitarbeiter

Auf den Webseiten von Wiki-Watch und in deren Impressum firmiert das Projekt als Arbeitsstelle im Studien- und Forschungsschwerpunkt "Medienrecht" der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder).[2] Auch eine Pressemitteilung der Viadrina vom Oktober 2010 vermittelt den Eindruck, dass es sich um ein universitäres Projekt handele.[3] Tatsächlich aber wurde Wiki-Watch bis Anfang September 2011 von dem promovierten Journalisten und CDU-Politiker Wolfgang Stock (geb. 1959) betrieben, der gleichzeitig geschäftsführender Gesellschafter der PR-Beratungsfirma Convincet GmbH ist. Im Studiengang "Kulturmanagement und Kulturtourismus" der Viadrina wird Stock in der Liste der Dozenten geführt. Seinen Professorentitel führt er aufgrund seiner Tätigkeit als Hochschullehrer von 2001 bis 2009 an der Gustav-Siewerth-Akademie, einer privaten Hochschule in Baden-Württemberg, deren Studierendenzahl im Wintersemester 2010/2011 mit 9 (in Worten: neun) angegeben wurde. Er ist außerdem Vorstandsmitglied des evangelikalen "Christlichen Medienverbundes KEP" der Evangelischen Allianz. Geschäftsführer ist Wolfgang Baake.[4] PR-Experte Stock hatte für Convincet die Videopodcasts der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel initiiert und anfänglich produziert. Anfang September 2011 verzichtete Stock auf die Leitung des Projekts, nachdem Wochen zuvor Kritik in der Presse und in Internetblogs laut wurde.[5][6]

Der zweite Leiter von Wikipedia-Watch ist der Jurist Johannes Weberling (geb. 1958), der als Honorarprofessor an der Viadrina beschäftigt ist. Im Impressum des Jahres 2018 ist er genannt. Insgesamt sollen nach Angaben von Weberling drei Personen für das Projekt tätig sein. Gemeint sind die beiden genannten Professoren sowie ein Student.

Obwohl auf der Homepage von Wiki-Watch das Logo der Europa-Universität Viadrina abgebildet ist, gehören die dafür benutzten Domains wiki-watch.de und wiki-watch.com nicht der Viadrina, sondern sind auf die Privatadresse von Wolfgang Stock angemeldet. Die Domain wikiwatch.de, die auf die gleiche Seite führt, gehört Johannes Weberling. Auch das Logo von "Wiki-Watch" ist von Stock privat als Wort-Bild-Marke registriert worden.[7] Als telefonischer Kontakt zu Wiki-Watch ist eine private Mobilfunknummer von Stock angegeben.

Als Mitarbeiter von Wiki-Watch nennt der deutsche Wikipediakritiker Andreas Mäckler auch Gunnar Melf Tobias Hamann, dermit ihm an einem "Schwarzbuch Wikipedia" arbeite.[8] Tatsächlich werden Gunnar Melf und Tobias Hamann als Co-Autores des wikipedia-gegnerischen Werks "Schwarzbuch Wikipedia" des Krimiautoren Andreas Mäckler (siehe auch Free21) genannt, welches 2019 im Verlag zeitgeist print online von Thomas Röttcher erschien.

Ein weiterer Mitarbeiter von Wiki-Watch war der Rechtsanwalt Florian Thomas Hofmann (auch Thomas Hofmann). Im Zuge der unten aufgeführten Vorgänge wurde sein Name von der Seite entfernt.

Bewertungen von Wikipedia-Artikeln

Mit Mitteln der Statistik bewerten die Wiki-Watch-Beteiligten einzelne Artikel der Wikipedia hinsichtlich ihrer Qualität. Dabei werden Sterne vergeben, das Maximum sind 5 Sterne. Eingesetzt wird dabei eine abgeänderte Software der University of Santa Cruz (WikiTrust). Kriterien zur Beurteilung sind unter anderem die Zahl der Autoren und der genannten Belege.[9]

Die Kontrolle über die eigenen Bewertungen erfolgt durch Wiki-Watch selbst.

Geschäftsbeziehungen der Betreiber, Aktivitäten bei Wikipedia

 
(Bild: W. Stock)
 
(Bild: W. Stock)
 
Hinweis auf diskretes Vorgehen bei Convincet (Bild: W. Stock/Convincet)

Convincet-Geschäftsführer und Wiki-Watch-Leiter Stock hatte in mindestens einem Vortrag Krisenprävention und soziale Medien (CV-Wirtschaftszirkel Düsseldorf des Cartellverbands der katholisch deutschen Studentenverbindungen) die Gefahren negativer Aussagen in sozialen Netzwerken und Wikipedia-Artikeln erklärt und den Nutzen der Convincet-Dienste in solchen Fällen herausgestellt.[10] Nach Ansicht von Stock biete Wikipedia nicht nur „null Transparenz“, sondern sei auch „sehr wirtschafts-kritisch“. Im Vortrag ging es u.a. um die Marktreaktion auf einen Artikel in der medizinischen Fachzeitschrift Diabetologica. Im September 2009 war der Artikel Risk of malignancies in patients with diabetes treated with human insulin or insulin analogues: a cohort study veröffentlicht worden, der auf eine erhöhte Anzahl der Krebs-Neuerkrankungen (Inzidenz) bei mit dem Diabetes-Wirkstoff Insulin glargin (Markenname Lantus, hergestellt von Sanofi-Aventis) hinwies und weitere Langzeit-Untersuchungen zur Sicherheit des Produktes anmahnte.[11][12] Am Artikel waren das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und dessen damaliger Leiter Peter Sawicki maßgeblich beteiligt.[13]

Die aus dieser Veröffentlichung und einer IQWIG-Meldung[14] resultierenden Kursverluste griff Stock in seinem Vortrag auf (Seite 12). Anschließend führte er aus: „Seither: Das gesamte Web wird beobachtet!“ und „Auch der Trend von kritischen Kanälen, Themen löst Alarm aus“ (Seite 13).[15]

Als im Februar 2011 bei Wikipedia Parallelen zwischen der im Vortrag dargestellten „Case Studie 2: Insulin“ und zahlreichen vorangegangenen, gleichsinnigen Änderungen durch verschiedene Benutzerkonten, die sich auf Wolfgang Stock zurückführen lassen, zur Sprache kamen, wurden Seiten aus dem im Internet verfügbaren Vortragsdokument entfernt. Gegenüber der ursprünglichen Version fehlen in der bereinigten Version die Seiten 12 (Kursrückgang der Sanofi-Aventis-Aktie), 13 (im Zusammenhang mit der Marktreaktion ergriffene Maßnahmen zur „Beobachtung des gesamten Webs“) und 20 (Werbetext der Convincet GmbH „Es geht nicht darum, die Beiträge zu zählen, die wir finden, sondern die Beiträge zu finden, die zählen. Weil sie Ihnen schaden können.")

Aus Vortragsdokument entfernte Seiten

Die Bearbeitungen zahlreicher Benutzerkonten, zu deren Identität sich Stock teils selbst bekannte bzw. deren Identität durch zahlreiche Indizien auf ihn zurückzuführen ist, wurden in einer Aufstellung dokumentiert und verknüpft. Die aufgeführten Benutzerkonten bearbeiteten verschiedene Artikel aus dem Themenbereich „Insulin glargin“ und „Sanofi-Aventis“ gleichsinnig und in einer für das Unternehmen positiven Weise. In diesem Rahmen wurde auch unbelegte/verzerrte/übertriebe Kritik am Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und dessen damaligem Leiter Peter Sawicki geäußert. (Im Artikel Operation Hippokrates („Die Chronologie einer Intrige“) stellte Spiegel-Autor Markus Grill die übergeordneten politischen Vorgänge um das Institut und dessen Leiter umfassend dar.) Zu den bearbeiteten Wikipedia-Artikel gehören u.a.:

Zu den beteiligten Benutzerkonten, die einschlägige Änderungen vornahmen, zählen:

Zu den Beiträgen der einzelnen Benutzer und deren Zusammenhänge siehe IQWIGundCo (pdf-Dokument).

 
Wikipedia-Kurier vom 2. Juli 2011

Die Beiträge im Themenkomplex „Insulin“ sowie auch zahlreiche Versuche von anderen Nutzern aus dem Dunstkreis von Wiki-Watch, evangelikale und homophobe Standpunkte in Artikeln durchzusetzen, wurden in einem sogenannten „Checkuser-Verfahren“ in der Wikipedia analysiert. Dabei wird überprüft, ob eine Person unter dem Deckmantel verschiedener angemeldeter Benutzer agiert („Sockenpuppe“). Im Checkuser-Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass die Konten „Wiki-Watch-de“, „Diskriminierung“. „Kewn Jänkins“, „Advocado2010“ und „Advocado“ „in Kombination mit einschlägigen Beiträgen mit hoher Sicherheit auf Nutzung durch die gleiche Person schließen lassen“.[20]

Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

 
Mitteilung bei "FAZ-net" über juristische Schritte gegen die FAZ nach einem Artikel über Wiki-Watch

Auf FAZ.net erschien am 1. Juli 2011 ein Artikel zu den Manipulationen im Zusammenhang mit Wiki-Watch unter dem Titel "Hier prüft der Staatsbürger das Insulin noch persönlich"[21] Am 2. Juli wurde der Artikel auch in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) veröffentlicht. Der Text auf FAZ.net war vom 2. bis zum 8. Juli 2011 nicht mehr verfügbar, nachdem Wolfgang Stock und Johannes Weberling juristisch gegen den Text vorgegangen waren.[22] Laut Artikelautor Wittkewitz zog die FAZ den Artikel aber nicht wegen grober Fehler, sondern wegen eines kleinen Details zurück. Es wurde fälschlich behauptet, dass Wiki-Watch Wikipedia-Einträge mit bis zu sechs Sternen bewerten würde. Es sind allerdings nur bis zu fünf Sterne.[23] Zu den zahlreichen gleichsinnigen, durch verschiedene Nutzerkonten („Sockenpuppen“) vorgenommen Änderungen erklärte Stock im Artikel, „in einem großen Haushalt mit acht Personen mit gemeinsamem Internetanschluss zu leben.“ Dabei habe er versehentlich den Account „K.atarina.w“ benutzt, der einer Bekannten gehöre. Andere Beiträge wurden mit einer „aktiven Haltung als Staatsbürger“ begründet.

Wolfgang Stock gab auf Facebook bekannt:

„[...] Wiki-Watch, Johannes Weberling und ich sind heute Opfer eines unglaublich schlecht recherchierten, in sehr vielen Punkten ganz einfach widerlegbaren, miesen FAZ-Artikels. Es fängt schon damit an, dass Wiki-Watch angeblich 6 Sterne in der Bewertung vergeben würde - dabei sind es 5... Leider hört es damit nicht auf - aber es gibt ja deutsches Presserrecht: Gegendarstellung in gleicher Größe...Klar. Digial verschwindet er nicht so schnell. Aber Dienstag/Mittwoch wird die FAZ ja per Print auf unsere rechtlichen Forderungen reagieren müssen [...]“[24]

Im Sinne des „Streisandeffektes“ verbreiteten zahlreiche deutsche Blogs den entfernten FAZ-Artikel. Nach Rivva nahmen nach der Entfernung des Artikels die Twitter-Meldungen und Blogbeiträge zum Thema deutlich zu.[25] Nach Angaben von Weberling wolle man auch erreichen, dass Online-Kopien des FAZ-Artikels gelöscht werden:

"Ich bin davon überzeugt, dass wir die meisten Hinweise auf den falschen Text sehr schnell aus dem Internet bekommen."[26]

Seit dem 8. Juli 2011 ist der FAZ-Artikel – laut Angaben der Zeitung in überarbeiteter Form – wieder online.[27] Neben einigen sprachlichen Änderungen wurden folgende Sätze ergänzt: „Es ist gut möglich, dass wir früher mit Accounts auf verschiedenen Laptops eingeloggt blieben und nicht bei jedem Edit immer der tatsächliche Editor angemeldet wurde. Meine Frau und unsere Kinder haben - auch als Editoren - teilweise identische Interessen (regional, inhaltlich, krankheitsbezogen) wie ich. Möglicherweise steht dieses Lebenskonzept nicht jedem meiner Kritiker vor Augen.“

Artikel im Spiegel

 
Zweifel an Eidesstattlicher Erklärung Stocks in Sozialen Netzwerken

Am 11. Juli 2011 (Artikel als E-Paper bereits am 10. Juli verfügbar) berichtet Der Spiegel über die Vorwürfe gegen Wiki-Watch.[28] Gegenüber der Zeitschrift räumte eine Pressesprecherin von Sanofi-Aventis ein, dass das Pharmaunternehmen seit Juli 2009 von Stocks Firma Convincet in Kommunikationsfragen beraten werde. In Unterlagen der Stuttgarter E-Business-Tage, bei denen Stock sich über Krisenprävention "aufgezeigt an einem Beispiel aus der Pharmaindustrie" geäußert hatte, sprach er ebenfalls über die negative Marktreaktion der Aktie von Sanofi-Aventis bei Veröffentlichung der genannten Studie über Insulin glargin (Lantus). (Details siehe Abschnitt Geschäftsbeziehungen der Betreiber, Aktivitäten bei Wikipedia). Unter seinen Referenzen listete Stock Sanofi-Aventis auf. (Kompletter Vortrag hier erhältlich, pdf-Format). Laut Darstellung des Spiegels habe Stock in einer eidesstattlichen Versicherung zudem erklärt, seit Gründung von Wiki-Watch keine Änderungen mehr an Wikipedia-Artikeln vorgenommen zu haben.[28] Hinsichtlich dieser Darstellung wurden kurz nach Vorveröffentlichung des Artikels Zweifel laut; ein Twitter-Nutzer verwies darauf, dass Stock mit einem von ihm selbst zugeordneten Nutzerkonto noch im Februar 2011 bei Wikipedia editiert habe (siehe Bild rechts).[29]

Finanzierung

Zur Finanzierung des Projekts ist so gut wie nichts bekannt. Der Erfurter Blogger Steffen Prößdorf erkundigte sich zu dieser Frage bei der Pressestelle der Universität Viadrina und erhielt folgende Auskunft:

Besonderheit des Studien- und Forschungsschwerpunkts Medienrecht ist, daß er seit seiner Gründung ausschließlich drittmittelfinanziert ist, zu seiner Finanzierung also keine Etatmittel der Universität verwendet werden.[30]

Laut Weberling, zitiert von Meedia, erhalte Wiki-Watch jedoch keine Drittmittelfinanzierungen: "Das stimmt schon deshalb nicht, weil Wiki-Watch bisher keine Drittmittel bekommen hat [...]"[31]

Die Märkische Oderzeitung, die laut Darstellung von Weberling den "Studienschwerpunkt Medienrecht" an der Viadrina "ermöglicht", ist als Drittmittelgeber benannt worden. Die Märkische Oderzeitung erscheint in der "Märkischen Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG", die zu jeweils 50 Prozent der "Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG" in Ulm und der "Stuttgarter Verlagsgesellschaft mbH" gehört. Wolff Heintschel von Heinegg, der Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Uni Frankfurt (Oder), erklärte in einem Artikel von "Der Spiegel": "Sollten sich die Vorwürfe gegen Stock bewahrheiten, "dann müssen wir in letzter Konsequenz das Ganze einstampfen".[32]

Am 7. September erklärte die Universität, dass alle Vorwürfe "nachweislich falsch" seien. Wolfgang Stock habe die Leitung von Wiki-Watch aufgegeben, um "Schaden von der Hochschule abzuwenden". Die Uni werde die Arbeitsstelle weiter betreiben.[33] Details zur Entscheidung wurden nicht bekannt gegeben.

Evangelikale und homophobe Beeinflussung

 
Die Wiki-Watch-Mitarbeiter Wolfgang Stock, Johannes Weberling und Florian Thomas Hofmann (v.l.n.r.)

Der Wiki-Watch-Mitarbeiter Florian Thomas Hofmann editiert seit Jahren unter verschiedenen Benutzernamen in der Wikipedia, darunter

Dazu eine Einschätzung von Wikipedia-Benutzern: "Als besonders problematisch im evangelikalen Themenfeld fiel der Account Benutzer:Diskriminierung auf, nämlich mit "beratungsresistentem klerikalen POV-Pushing", einhergehend mit persönlichen Angriffen gegen andersdenkende Wikipedianer und mit Umgehung administrativer Sperrung."[35]

Zu den Themen zählen zahlreiche evangelikale Konfliktfelder, darunter

Die Artikel wurden fortwährend im Sinne eines evangelikalen Weltbildes bearbeitet, umgeschrieben und gegen Kritik verteidigt. Der Themenkomplex wurde im genannten FAZ-Artikel angesprochen und ist seit mehreren Jahren Reizthema innerhalb der Wikipedia, aufgrund der zahlreichen Sockenpuppen aber kaum zu durchschauen.[35][36][37]

Wiki-Watch und VroniPlag

Wiki-Watch engagierte sich auch gegen das anonym betriebene Projekt "VroniPlag"[38], das Dissertationen von prominenten Trägern von Doktortiteln auf Plagiate überprüft. Diesem Projekt wurde im Wiki-Watch-Blog vorgeworfen, nicht korrekt zu zitieren, dabei wurde das Projekt jedoch bezeichnenderweise fälschlich "vreniplag" genannt.[39] Bei VroniPlag war die Wiki-Watch-Gruppe auch undercover aktiv und hatte eine eigene Benutzerseite. Diese wollten die Beteiligten jedoch sofort gelöscht sehen, nachdem sie enttarnt waren. Als das nach dem Prinzip der Wikisoftware nicht wie gewünscht funktionierte, beantragten sie beim Betreiber eine Sperrung. Dem wurde auch entsprochen, die Beiträge sind aber noch über die History aufrufbar.[40]

Siehe auch

Artikel zum Thema

Webseiten von Wiki-Watch

Weblinks zum Thema


Quellennachweise

  1. Meedia: Kritischer Report: Wiki-Watch droht FAZ, 4. Juli 2011
  2. www.wiki-watch.de/index.php?Content=Impressum
  3. Medieninformation Nr. 181-2010 der Europa-Universität Viadrina vom 22. Oktober 2010
  4. http://www.pro-medienmagazin.de/impressum.html
  5. http://www.europa-uni.de/de/struktur/zse/pressestelle/medieninformation/129-2011/index.html
  6. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wiki-Watch-Leiter-zieht-sich-zurueck-1339566.html
  7. http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/register/3020100520442/DE
  8. Zitat Mäckler:
    Andreas Mäckler (Hrsg.) Schwarzbuch Wikipedia Mobbing, Diffamierung und Falschinformationen in der Online-Enzyklopädie, und was jetzt dagegen getan werden muss Mit Beiträgen von Günter Bechly, David Berger, Elias Erdmann, Markus Fiedler, Tomasz M. Froelich, Gunnar Melf Tobias Hamann (Wiki-Watch), Arne Hoffmann, Michael Klein, Walter Krämer, Michael Kühntopf, Heather Anne De Lisle, Katrin McClean, Hermann Ploppa, Lorenzo Ravagli, Helmut Roewer, Stuart Styron, Niki Vogt, Harald Walach, Torsten Walter, Volkmar Weiss, Werner (WikiMANNia), Jörg Wichmann, Wiki-Radar, Claus Wolfschlag
  9. http://blog.wiki-watch.de/?p=80
  10. http://erbloggtes.wordpress.com/2011/02/04/wiki-watch-wachter-uber-wikipedia/
  11. Risk of malignancies in patients with diabetes treated with human insulin or insulin analogues: a cohort study. In: Diabetologia. 2009 September; 52(9): 1732–1744.
  12. Schlussfolgerungen des Diabetologica-Artikels: Considering the overall relationship between insulin dose and cancer, and the lower dose with glargine, the cancer incidence with glargine was higher than expected compared with human insulin. Our results based on observational data support safety concerns surrounding the mitogenic properties of glargine in diabetic patients. Prospective long-term studies are needed to further evaluate the safety of insulin analogues, especially glargine.
  13. siehe Autorenliste des o.g. Artikels
  14. https://www.iqwig.de/index.879.html?random=928a67
  15. Vortragsfolien in ursprünglicher Fassung
  16. „Ich habe als Autor der ersten Biographie über Merkel (…) Wolfgang Stock“
  17. Zudem Äußerung Kan900s über das Konto „Wiki-Watch-de: „Sie haben soeben den Account von meinem wissenschaftlichen Mitarbeiter genutzen Account Benutzer:Wiki-Watch-de gesperrt.“
  18. Über den Artikel „Wolfgang Stock“: „Ich bin eindeutig KEINE „Person des öffentlichen Lebens“, sondern eine „weniger bekannte Person“.
  19. zahlreiche Indizien hinsichtlich der dahinter stehenden Person, vgl. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:IQWIGundCo.pdf
  20. Ergebnis Checkuser-Abfrage
  21. Jörg Wittkewitz: Hier prüft der Staatsbürger das Insulin noch persönlich, FAZ, 2. Juli 2011, Seite 42. Volltext als pdf
  22. http://www.faz.net/artikel/C31013/wiki-watch-zum-artikel-hier-prueft-der-buerger-das-insulin-noch-persoenlich-30453452.html
  23. Kritischer Report: Wiki-Watch droht FAZ, Alexander Becker, Meedia, 04.07.2011
  24. http://www.facebook.com/Prof.Dr.WolfgangStock
  25. http://rivva.de/121970885
  26. http://meedia.de/internet/kritischer-report-wiki-watch-doht-faz/2011/07/04.html
  27. Jörg Wittkewitz: Hier prüft der Staatsbürger das Insulin noch persönlich, FAZ, 8. Juli 2011, Seite 42. Artikel auf FAZ.NET
  28. 28,0 28,1 Markus Grill: Wir bleiben im Hintergrund. Der Spiegel 28/2011, 74-76
  29. Twitter: Wiki-Watch: Zum Wert einer Eidesstattlichen Versicherung, http://twitpic.com/5o1px9
  30. http://steproe.wordpress.com/2011/07/04/ratselraten-um-wiki-watch-finanzierung/
  31. http://meedia.de/internet/kritischer-report-wiki-watch-doht-faz/2011/07/04.html
  32. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,773475,00.html
  33. dpa: Wiki-Watch-Projekt wird fortgesetzt, 7. September 2011
  34. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Benutzernamen_%C3%A4ndern&diff=prev&oldid=75680842
  35. 35,0 35,1 http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:KarlV/Wiki-Watch_Juni_2011#Evangelikalen-POV
  36. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Checkuser/Anfragen/Archiv/2010-4#.288._Dezember_2010.29_-_Benutzer:Diskriminierung
  37. Siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Checkuser/Anfragen/Archiv/2009-2#.2814._Juli.29_-_Himmlische_Heerscharen
  38. http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home
  39. http://blog.nz-online.de/vipraum/2011/06/27/wiki-experten-unter-sich/
  40. http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Benutzer_Diskussion:Wiki-Watch