Der umgangssprachliche Begriff Klimalüge (auch Klimaschwindel, Klimahysterie, Global Warming Swindle) bezieht sich auf Ansichten verschiedenster Herkunft, die die zur Zeit stattfindende globale Erderwärmung pauschal leugnen oder behaupten, dass menschliche Aktivitäten (der so genannte anthropogene Einfluss) keinen Einfluss auf das Weltklima haben.

Klimaskeptiker, die eine bereits länger andauernde globale Erderwärmung verleugnen, werden auch "Klimaskeptiker der ersten Stufe" oder "der ersten Art" bezeichnet, unterscheidbar zu denjenigen, die lediglich den menschlichen Einfluss als relevant ablehnen.

Die Befürworter dieses Gedankens glauben daran, dass die Bevölkerung weltweit durch staatliche Einrichtungen, eine mächtige Klimaindustrie und Klimalobbyisten zum Thema Klima belogen werde. Angebliches Ziel sei es, in der Bevölkerung Angst vor einem Klimawechsel zu schüren, und höhere Steuern und Abgaben von den Bürgern zu verlangen. Sie sehen hier also eine Interessensgemeinschaft am Werk, die Bürokratie fördern wolle, sowie Wissenschaftler, die nach mehr Forschungsgeldern suchen und Naturschutzverbände und im Umweltschutz engagierte politische Parteien, die mehr gesellschaftliche Anerkennung suchen.

Schwerpunktmässig stammen die Urheber des Klimalüge-Gedankens aus der Erdöl-, Kohle- und Zigarettenindustrie, aber auch aus politischen Kreisen sowie - wenig erstaunlich - aus dem für Verschwörungstheorien sehr empfänglichen Bereich der Anti-NWO-Bewegung und rechtsgerichteter nationaler libertarian Gruppen, die die Diskussion um den Klimawandel für ihr Bestreben nach mehr Staatsferne nutzen wollen.

Zusätzlich gibt es auch eine Minderheit von Wissenschaftlern, die Außenseitermeinungen zum Thema der Erderwärmung und ihren Ursachen vertreten. Die eigentlichen Anhänger des Klimalüge-Glaubens sind von dieser Minderheit der Klimatologen und Meteorologen zu unterscheiden, die im Rahmen des wissenschaftlichen Diskurses (eher als Klimaskeptiker bezeichenbar) eine Kritik an etablierten Ansichten zur globalen Klimaerwärmung haben, die von etwa 98% aller Meteorologen geteilt wird.

Propagandamäßig wird auch verbreitet, dass das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, die oberste Weltklimabehörde [1]) doktrinmäßig eine Klima-Katastrophe konstruieren würde. Überhaupt sei dies bereits vor Gründung des IPCC als deren eigentliche Aufgabe festgelegt und beschlossen worden.

Amerikanische Klimaskeptiker riefen auch zu CO2-Verschwendungstagen auf.[1]

Der wissenschaftliche Sachstand zu den Ursachen der Erderwärmung ist in den Berichten des IPCC dokumentiert. Dieser Sachstand wird von fast allen relevanten wissenschaftlichen Fachorganisationen mitgetragen und nur von wenigen Fachwissenschaftlern (circa 2%) abgelehnt.

Aktuell (2012) gibt es vier globale Temperaturdatensätze (HadCRU, GISS, NOAA, und BEST), die auf meteorologischen Temperaturdaten beruhen. Hinzu kommen zwei Datensätze (RSS, UAH), die auf Satelitenmessungen im Mikrowellenbereich beruhen. Die globalen Trends dieser Datensätze ähneln sich sehr und zeigen eine globale Erwärmung von ca 0.15°C/Dekade innerhalb der letzten 40 Jahre. Korrigiert man diese Datensätze um ihren Anteil natürlicher Variablität (ENSO, Vulkane, Sonne), auf den jeder Datensatz anders reagiert, so ist der verbleibende und somit bereinigte Erwärmungstrend der letzten 40 Jahre aller Datensätze praktisch identisch. Satellitendatensätze etwa reagieren stärker auf ENSO, da die untere Atmosphäre, die sie eigentlich messen, sich schneller und weitflächiger bei ENSO Ereignissen erwärmt oder abkühlt.[2]

Konzept einer Globalen Abkühlung

Einige Anhänger der Klimalüge-Ansichten sprechen auch von einer Globalen Abkühlung (Global Cooling nach Ernst Georg Beck), die der Erde bevorstehe und behaupten, dass die Durchschnittstemperaturen weltweit sinken würden.[3] Hierbei stützen sie sich auf ausgesuchte Messorte und Messdaten kurzer Zeiträume.

Relativ populär ist insbesondere die Ansicht, dass es ab 1998 eine Abkühlungsphase gäbe.

Zu diesem Personenkreis gehört auch der habilitierte Geograph Werner Kirstein vom "Institut für Geographie der Universität Leipzig".(Zitat: Wir erleben jetzt auch sehr wahrscheinlich den Beginn einer neuen Kaltzeit. Viele Geologen sind sich da ganz sicher. Der ganze Schwindel der Erwärmung ist ja auch durch Klima-Gate aufgeflogen.) Kirstein glaubt an seit zehn Jahren abnehmende "globale Lufttemperaturen". Seine Angaben werden von der amerikanischen GISS-Datenreihe, der englichen HADCRU-Datenreihen sowie den UAH und RSS Satellitendaten widerlegt. Auch sei Grönland im 11. bis 12. Jahrhundert zu großen Teilen eisfrei. Eisbohrkerne aus Grönland widerlegen Kirstein allerdings. Kirsteins Ansichten werden auch als DVD über die, dem Esoterik- Verschwörungstheorienbereich zuzuordnende, Internetplattform NuoViso von Frank Höfer verkauft.[4]

Die Globaltemperatur der Erde des Jahres 2010 war die höchste seit Beginn von Wetteraufzeichnungen.[5]

Die Kritiker und Leugner der Globalen Erderwärmung

 
Klimaskeptischer rechts-konservativer TV-Sender Fox News (USA) mit manipulierten Umfrageergebnissen die in der Summe 120% ergeben (Fox News: Rasmussen-Umfrage vom 12. April 2009)
 
CNN-TV-Meteorologe Chad Myers und Global Warming
 
Anwendung von Greenpeace-Methoden in der Auseinandersetzung mit Greenpeace: CFACT

Die Anhänger des Klimalüge-Konzepts entstammen sehr unterschiedlichen Bereichen und Interessengruppen bis hin zu konservativen think tanks, bezahlten Desinformanten und Lobbyisten der Erdölindustrie, denen die globale Klimaänderung ein Dorn im Auge ist. Auch das amerikanische "George C. Marshall Institute" und das "American Petroleum Institute" gehören zu den Unterstützern klimaskeptischer Aktivitäten. Anhänger der Klimalüge sind auch in Russland zu finden.[6] Russische Wissenschaftler meldeten sich auch immer wieder mit dem Argument zu Wort, dass ein Anstieg der globalen Erdtemperaturen zur Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen in arktischen Gegenden führen würde, und dass der Energieaufwand für Heizungen gesenkt werden könne, was generell als positiv zu bewerten sei.

Auch die vergangene George Bush-Administration der USA versuchte jahrelang, Argumente zu widerlegen, die einen Anstieg der Temperaturen belegen. Immer wieder behaupten einige wenige Wissenschaftler, das Thema Treibhauseffekt sei auf ein großes Komplott von Wissenschaftlern zurückzuführen, die mit ihren Theorien lediglich Zugriff auf Forschungsgelder haben wollten. Diese Thesen werden von Journalisten gern und ausführlich aufgegriffen und es entstanden einige Dokumentationen und Filme in diesem Bereich.

In amerikanischen Massenmedien ist der "Global warming swindle" häufig unterschwelliges Thema, etwa bei Fox News, einem konservativ-rechten Fernsehsender, der zum Thema der Klimaerwärmung manipulierte Umfrageergebnisse zeigte oder auch CNN, wo Fernseh-Meteorologen Wetterereignisse mit Klimaveränderungen fälschlich in Verbindung bringen.

  • Am 11. Juni 2007 strahlte RTL den britischen Dokumentarfilm "The Great Global Warming Swindle"[7] in einer überarbeiteten Fassung unter dem deutschen Titel "Der Klimaschwindel" aus. Kernaussage des Films war es, den Zusammenhang von globaler Erwärmung und den erhöhten Werten an Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre zu widerlegen.
  • Auch der private deutsche Nachrichtensender ntv übernahm die besagte PR-Dokumentation, genauso wie Channel-4. In der propagandamäßig inszenierten Dokumentation werden Zahlenwerte und Statistiken in gefälschter Form dargestellt und die Aussagen von Wissenschaftler aus dem Zusammenhang gerissen und falsch zitiert. Auch treten Wissenschaftler auf, die direkt oder indirekt vom Öl-Multi Exxon-Mobil finanziert werden.[8][9][10][11]
  • Artikel Die Klimalüge - Dossier gegen die Ölpanik der Zeitschrift Cicero, die zugleich eine "Klimahysterie" unterstellte.

Bis in die 1990er Jahre und zum Teil noch heute werden klimakritische Studien von Unternehmen aus dem Kohlebereich und der Erdölindustrie unterstützt. Mit ExxonMobil beteiligte sich ein Ölunternehmen aktiv an der Verbreitung von Skeptikerpositionen. Die Union of Concerned Scientists kam in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass ExxonMobil mit einer langfristigen Strategie, die auch Irreführung und Fälschungen beinhaltet, dafür gesorgt hat, dass [...] wissenschaftliche Erkenntnisse verschleiert, Politiker, Medien und die Öffentlichkeit manipuliert und Maßnahmen zur Eindämmung von Emissionen verhindert wurden [...], wie die Financial Times Deutschland berichtet. ExxonMobil hat zu diesem Zweck mit ca. 16 Mio. US-Dollar zwischen 1998 und 2005 ein Netzwerk von 43 scheinbar unabhängigen Organisationen unterstützt, welche in der Öffentlichkeit eine den Konzerninteressen dienende Verwirrung über den Stand der Klimaforschung stifteten. Auch der Zigarettenhersteller Philip Morris förderte ein Engagement gegen Forschungsergebnisse, die einen globalen Temperaturanstieg belegen.[12]

Typische Vertreter des Klimalüge-Konzeptes im deutschsprachigen Raum sind die Buchautoren Kurt G. Blüchel (Werk: "Der Klimaschwindel"), der klimaverändernde "kosmische" Faktoren in Form von "sterbenden Sternen" sieht und sich auf das Gilgamesh-Epos und andere Legenden beruft, Hartmut Bachmann, für den die Klimaänderung eine vom IPCC konstruierte Lüge zwecks eines "gigantischen, weltweiten, lang andauernden Geschäftes" ist, und Peter Ripota.

International ist auch die LaRouche-Politsekte aktiv auf Seiten der Gegner der Hypothese eines durch menschliche Aktivität mitbedingten Klimawandels.

Finanzierung klimaskeptischer Positionen

(fehlt)

Global Climate Change und die Industrie um fossile Energieträger - Beispiel: Exxon-Mobil

Mineralölkonzerne, Steinkohleindustrie und verwandte Wirtschaftszweige und insbesondere der US-amerikanische Konzern Exxon-Mobil finanzieren PR-Firmen, bestimmte "Institute" und Einzelpersonen zum Zweck der Beeinflussung der öffentlichen Meinung zum Thema Global Climate Change (GCC).[13][14][15][16][17][18][19] Die finanzielle Unterstützung erfolgt auch nachträglich, wie im Fall von Personen aus dem "environment" der ehemaligen Bush-Regierung.[20] Exxon-Mobil gibt dies selbst auch zu.[21][22][23]

Globale Temperaturverläufe auf der Erde

 
Verlauf bis Juni 2009 Quelle: Metoffice UK, Hadley Centre

In den seit der Industrialisierung vergangenen Jahrzehnten ist weltweit ein allmählicher Anstieg der Durchschnittstemperatur am Erdboden, in der erdnahen Atmosphäre und in den Weltmeeren zu beobachten gewesen. Dabei kam es jeoch nicht zu einem kontinuierlichen, stetigen Anstieg der globalen Temperatur. Vielmehr zeigten sich auch Phasen einer Abkühlung, etwa zwischen 1940 und 1975. Nach aktuellen Berechnungen und Prognosen ist eine zukünftige Erwärmung auf langfristige Sicht sehr wahrscheinlich. Ursachen sind natürliche Faktoren (Aktivität der Sonne, Vulkanismus, Meeresströmungen, El Niño und La Nina, ...) und durch den Menschen mitverursachte Faktoren wie der Anstieg der CO2-Konzentrationen in der Erdatmosphäre. Die wahrscheinlichen Ursachen des aktuellen Anstiegs der Globaltemperaturen liegen nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Verständnis in der Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes durch menschliches (anthropogenes) Einwirken auf die Atmosphärenzusammensetzung (greenhouse gases GHG) und andere klimarelevante Faktoren wie Abholzungen und landwirtschaftliche Nutzung.
Nach Angaben von Keenlyside, Latif und anderen Klimatologen aus dem Jahr 2008 sei allerdings eine Seitwärtsbewegung der Globaltemperatur in der nächsten Dekade aufgrund natürlicher Ursachen wahrscheinlich, die in einem Zusammenhang mit der "Atlantischen Multidekaden Oszillation" (AMO, eine Intensitätsschwankung von Meeresströmungen im Nordatlantik) steht,[24] siehe das Wetterjournal-Blog vom 22. Dezember 2009[2].

Globale Abkühlung statt globale Erwärmung?

 
Beispiel: Ausgesuchter Zeitraum

Immer wieder werden Diagramme und andere Daten (beispielsweise Wetterereignisse) argumentativ ins Spiel gebracht, die eine Abkühlung beweisen sollen. Dabei sind folgende Vorgehensweisen zu beobachten:

  • Es werden im Sinne eines "cherry picking" Temperaturverläufe an ausgesuchten Orten präsentiert, an denen es zu einer Abkühlung kam. Genauso wäre es auch prinzipiell möglich, Temperaturverläufe von Orten zu präsentieren, an denen es einen markanteren positiven Trend des Temperaturverlaufs gab, als er in der Darstellung der globalen Temperatur der Erdoberfläche erkennbar ist.
  • Es werden Zeiträume herangezogen, zu denen es zu einem Absinken der globalen Temperatur der Erdoberfläche kam. Etwa der Zeitraum 1940-1975 oder die Jahre ab 1998, einem "El Nino-Jahr", oder die Jahre 2008-2009.
  • Bezüge zum Wetter, die jedoch kaum Relevanz für eine Betrachtung des Klimas haben.

Aber auch engagiert auftretende Befürworter der Hypothese einer aktuellen anthropogenen Klimaänderung (Gruppen wie Einzelpersonen) verweisen zuweilen auf Wetterereignisse oder selektierte Daten, um den eigenen Standpunkt plausibler erscheinen zu lassen.

Pause bei der Erderwärmung seit 1998?

 
Diagramm aus Zeitschrift Spiegel, das einen negativen Trend belegen soll
 
4-Jahresperiode
 
NASA: 2009 das zweitwärmste Jahr seit 130 Jahren. Quelle: [25]
 
10-Jahresperiode
 
30-Jahresperiode

Bei der Betrachtung kurzer Zeiträume ergeben sich stets aufgrund der natürlichen Variabilität auch bei steigenden Temperaturen Phasen einer Stagnation oder auch eines zeitweiligen Rückgangs der globalen Temperaturen. Eine tatsächliche Umkehrung eines globalen Temperaturtrends lässt sich an Hand weniger Beobachtungsjahre nicht nachweisen. Dies gilt umgekehrt auch dann, wenn ein dauerhafter negativer Trend sich zu einem positiven Trend entwickelt. Der Kieler Klimaforscher Mojib Latif kommentierte dies mit den Worten Wir müssen der Öffentlichkeit erklären, dass die Temperaturen durch die Treibhausgase nicht von einem Rekord zum anderen eilen, sondern natürlichen Schwankungen unterliegen. Zum Temperaturverlauf ab 1998 ist in Kommentaren (beispielsweise im Spiegel, siehe Bild links) häufiger die Ansicht zu hören, dass es seitdem zu einer globalen Abkühlung gekommen sei. Trotz weiter steigender CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre steige die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an. Aus Messwerten ergibt sich dies jedoch nur unter zwei Bedingungen:

  • Einmal, wenn Messdaten aus der Arktis nicht berücksichtigt werden. Dies ist bei einigen aktuellen Datenauswertungen der Fall, da es im Gebiet der Arktis wenig Beobachtungsstationen gibt. In Analysen, bei denen die "weißen Flecken" des Messnetzes interpoliert werden, trifft dies nicht zu.
  • Kurze Beobachtungsperioden unter 4 Jahren. Die drei Diagramme (rechts) zeigen die globalen Temperaturverläufe bis Oktober 2009 bei unterschiedlich eingestellten Beobachtungsperioden, in rot sind positive Trends erkennbar, in blau negative Trends. Das Diagramm ganz oben zeigt eine Beobachtungsperiode von 4 Jahren, bei der ein negativer Trend in den letzten Jahren auftaucht (mit Pfeil markiert). Dabei tauchen dann aber auch weitere negative Trendabschnitte in der zurückliegenden Zeit auf. Wer selbst den Einfluss der gewählten Periode ausprobieren möchte, kann dies mit diesem Javascript tun: [3].

In der Klimatologie sind Beobachtungsperioden jenseits von 15 Jahren sinnvoll. Das IPCC verwendet beispielsweise eine 25-Jahresperiode, da erst ab 25 Jahren von einem "klimatologisch relevanten Langzeittrend" gesprochen werden kann. Eine ausführliche Erörterung zur Frage sinnvoller Beobachtungstrends ist im "Tamino-blog" [4] (sinnvoll: ab 15 Jahre) und im "more grumbine science" [5] nachzulesen.

Global war 2009 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren, gleichauf mit 2007 und übertroffen nur vom bisherigen Rekordjahr 2005 (siehe Grafik links unten). Die Globaltemperatur der Erde des Jahres 2010 war die höchste seit Beginn von Wetteraufzeichnungen.(GISS-Klimadaten/NASA)

Bedeutung der Treibhausgase für das Erdklima

Wasserdampf hat einen Anteil von gut 60% am natürlichen Treibhauseffekt, der unsere Erdoberfläche warm (15 °C) hält. Hätten wir ihn nicht, wäre unser Planet eine Eiswüste mit minus 18 °C. Allgemein ist in der Wissenschaft spätestens seit den 1990er Jahren anerkannt, dass es einen statistisch signifikanten anthropogenen Einfluss von Treihausgasen auf das Klima gibt und dass eine der Ursachen der Anstieg der Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre ist. Nach Wasserdampf ist Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas.

Ohne Berücksichtigung der Treibhausgase sind die beobachteten Temperaturdaten nach Meinung der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler nicht zu erklären.

Fakten zum Treibhausgas Kohlendioxid

 
CO2-Konzentrationen ([26])

Die Menschheit verändert durch das Verbrennen fossiler Energieträger und das Abholzen der Regenwälder die Erdatmosphäre. Die heutigen, durch den Mensch verursachten Emissionen des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) betragen fast 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Heute liegen diese Emissionen 80% über den Werten von 1970. In den letzten hunderttausenden Jahren verlief die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre zyklisch und überstieg nie 280 ppm. Die Bilanz des Kohlendioxidkreislaufes war somit in dieser Zeit weitgehend ausgeglichen. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert stieg der CO2-Anteil in der Atmosphäre auf den bislang höchsten Wert von 385 ppm (2008). In den Jahren von 1960 bis 2005 stieg der CO2-Anteil im Mittel um 1,4 ppm bis 2 ppm pro Jahr. Gegenüber vorindustriellen Zeiten hat sich die Menge des in der Atmosphäre befindlichen Kohlendioxids um 40% erhöht.[27]

Sonnenstrahlung und globale Erderwärmung

Die Leugner des Klimawandels und Klimaskeptiker behaupten immer wieder, die Sonne sei überwiegend oder ausschließlich Schuld an der globalen Erwärmung - nicht der Mensch und die von ihm anthropogen produzierten Treibhausgase. Drei Viertel der zusätzlichen Erwärmung ist vom Menschen gemacht, nur ein Viertel geht auf natürliche Ursachen, insbesondere die Sonne, zurück. Sonneneinflüsse sind insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beobachten gewesen. Seit etwa 1980 nahm die Sonnenhelligkeit ab, aber die Erderwärmung global um 0,5 Grad zu. Die Sonnenerwärmung, so die Sonnenforscher übereinstimmend, scheide also als Ursache der aktuellen Erderwärmung aus.

Siehe getrennten ausführlicheren Artikel Intensitätsschwankungen der Globalstrahlung.

Erdklima im Vergleich zum Klima anderer Planeten

Der beobachtete Anstieg der Globaltemperatur der Erde in den letzten Jahrzehnten wird gelegentlich mit Temperaturänderungen und möglichen Klimaänderungen auf anderen Planeten und Monden in unserem Sonnensystem verglichen, um einen durch menschliche Aktivität entstandenen Einfluss auf die Globaltemperatur der Erde zu relativieren oder ablehnen zu können. Herangezogen werden Klimadaten der Planeten Mars und Pluto, sowie von Triton, einem Mond des Planeten Neptun.

Das Klima auf dem Planeten Mars ist nicht auf einfache Weise mit dem der Erde zu vergleichen. Ein sicherer wissenschaftlicher Hinweis darauf, dass der Mars sich in analoger Weise wie die Erde erwärme, liegt wie auch bei Pluto oder Triton nicht vor.

Literatur

  • Ross Gelbspan, The Heat Is On: The Climate Crisis, The Cover-up, The Prescription. Basic Books (1998) ISBN-10: 0738200255 ISBN-13: 978-0738200255

Weblinks

GISS-Klimadaten der NASA

HadCRUT3 Global surface temperatures Klimadaten des UK Met-Office

Quellennachweise

  1. http://www.heise.de/tp/blogs/2/108619
  2. http://www.scienceblogs.de/primaklima/2012/01/der-neueste-globale-gletscherreport-des-wgms-ist-raus.php
  3. http://www.aps.org/units/fps/newsletters/200807/monckton.cfm
  4. http://www.scienceblogs.de/primaklima/2010/10/klimaschmock-september-2010-professor-kirstein-und-die-uni-leipzig.php
  5. Giss-Klimadaten der amerikanischen NASA
  6. http://de.rian.ru/science/20080625/112064781.html
  7. http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Global_Warming_Swindle
  8. http://www.independent.co.uk/environment/climate_change/article2355956.ece
  9. http://blog.zeit.de/kosmoblog/?p=825
  10. http://www.stern.de/wissenschaft/natur/590871.html?nv=ct_mt
  11. http://www.sueddeutsche.de/,ra10m1/wissen/artikel/281/118149/
  12. http://www.guardian.co.uk/environment/2006/sep/19/ethicalliving.g2
  13. http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2006/sep/26/comment.oil
  14. http://www.independent.co.uk/news/world/europe/exxon-spends-millions-to-cast-doubt-on-warming-427404.html
  15. http://www.ucsusa.org/news/press_release/ExxonMobil-GlobalWarming-tobacco.html
  16. http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Exxon#Lobbying
  17. http://www.exxonsecrets.org/
  18. http://www.democracynow.org/2006/3/24/irs_audited_greenpeace_at_request_of
  19. http://www.factcheck.org/article395.html
  20. http://www.marketwatch.com/story/exxon-mobil-hires-former-bush-environment-aide?source=blq%2Fyhoo&siteid=yhoo&dist=yhoo
  21. http://www.msnbc.msn.com/id/16593606/
  22. http://uk.reuters.com/article/idUKN2328446120080523
  23. http://members.greenpeace.org/blog/exxonsecrets/2009/05/26/exxon_admits_2008_funding_of_global_warm
  24. N. S. Keenlyside, M. Latif, J. Jungclaus, L. Kornblueh & E. Roeckner: Advancing decadal-scale climate prediction in the North Atlantic sector. Nature, Heft 453, 84-88 doi:10.1038/nature06921. 8. Mai 2008
  25. http://www.columbia.edu/~jeh1/mailings/2010/20100115_Temperature2009.pdf
  26. Wikimedia
  27. http://www.skepticalscience.com/docs/ScientificGuideA5_German.pdf


Worum geht es? Es wird zunächst behauptet, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, weil die Fakten dies nicht ausreichend belegen. Darauf aufbauend wird zusätzlich oft behauptet, dass die "Klimalüge" des menschengemachten Klimawandels auf eine mächtige Lobby zurückgeht.
Was sind die Fakten? Die Klima-Daten sind tatsächlich interpretierbar, es entnehmen aber 98% aller Fachwissenschaftler den Daten, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt.
Was ist davon zu halten? Es ist möglich, dass sich 98% der Fachwissenschaftler irren, aber es ist recht unwahrscheinlich. Dass es die 2% sind, die sich irren, ist viel wahrscheinlicher.

Die Idee von der Lobby, die hinter der Hypothese des Klimawandels stecken soll, ist offensichtlich eine Verschwörungstheorie, da man mindestens genauso gut zeigen kann, welche Lobby hinter den Leugnern eines Klimawandels steckt.