Hartmut Fischer: Unterschied zwischen den Versionen

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==Siehe auch==
 
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*[[Behandlungsexperimente der COVID-19 Erkrankung mit Chlordioxid]]
 
*[[Behandlungsexperimente der COVID-19 Erkrankung mit Chlordioxid]]
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*[[Pseudomedizinische Therapievorschläge gegen COVID-19 Infektion]]
  
 
==Quellennachweise==
 
==Quellennachweise==

Version vom 13. August 2021, 21:20 Uhr

Hartmut Fischer (rechts) bei einer online-Veranstaltung der COMUSAV 2021 (links Maria Hubmer-Mogg)
Zitat aus Fischer-Buch DMSO-Handbuch

Hartmut Fischer (geb. 1966) ist ein deutscher promovierter Chemiker, Autor und Heilpraktiker aus Lauterbach. Fischer ist Befürworter der Scharlataneriemethoden MMS, Chlordioxid (CDL) und CDI (Chlordioxidinjektionen/Chlordioxidinfusionen) bei Erkrankungen. Chlordioxid ist kein zugelassenes Arzneimittel. 2014 trat Fischer bei der MMS-Promotionveranstaltung Spirit of Health Kongress auf. Für den März 2018 ist Fischer erneut als Vortragsredner beim Spirit of Health Kongress 2018 in Berlin vorgesehen, der vom Jim Humble Verlag organisiert wird. In den Vorjahren wurden die "Spirit of Health Kongresse" für Propaganda für das Scharlataneriemittel MMS genutzt, vor dem zahlreiche internationale Gesundheitsbehörden warnen. 2021 trat Fischer bei einer Online-Veranstaltung der Gruppe COMUSAV auf, die hauptsächlich im spanischsprachigen Raum aktiv ist und den experimentellen Einsatz von Chlordioxid bei der COVID-19 Krankheit propagiert.

Das von ihm 2013 erworbene Hotel (Hotel-Restaurant Vorderburg), hat mittlerweile wieder den Besitzer gewechselt, befindet sich nun in anderen Händen. [1]. Die geplante Einrichtung der Heilpraktikerpraxis namens "Praxisinstitut für Naturmedizin - PraNatu", wurde nicht verwirklicht. Die Gründe dafür liegen im dunkeln.

Kurzbiographie

Nach eigenen Angaben studierte Fischer Chemie in Würzburg und arbeitete in einem Pharmaunternehmen. Ende der neunziger Jahre wurde Fischer Heilpraktiker und bezeichnet sich aktuell als "Pharmakritiker".

Engagement für Dimethylsulfoxid, Chlordioxid und MMS

Fischer ist Anwender von Therapien mit Dimethylsulfoxid (DMSO) und bewirbt diese mit einem Buch (DMSO-Handbuch, erschienen im Daniel Peter Verlag) und Seminaren. Zu DMSO behauptet Fischer, dass Anwendungen beim Menschen äußerlich, oral und intravenös praktizierbar seien. In der Buchwerbung zum DMSO-Handbuch behauptet Fischer, ".. dass DMSO die größte Anzahl und Bandbreite von Wirkungen zu bieten hat, die jemals für ein einzelnes Mittel nachgewiesen werden konnten". Zur Substanz DMSO lägen mehr als vierzigtausend Fachartikel vor, die "der breiten Öffentlichkeit .. sogar bewusst zurückgehalten wurden." Warum wissenschaftliche Fachliteratur zu DMSO "zurückgehalten" werde und von wem, wird nicht erläutert. Zur gleichen Substanz mit vierzigtausend Fachartikeln aus der Forschung behauptet Fischer zudem, dass eine "Unterdrückung" vorliege, da DMSO nicht patentierbar ist (siehe dazu: Angebliche Unterdrückung nicht patentierbarer Wirkstoffe in der Medizin). Fischer macht in seiner Veröffentlichung auch Angaben zu kombinierten Anwendungen von DMSO mit Wasserstoffperoxid und Chlorioxid/MMS.

Fischer behauptet, die angenommene Wirkung von Chlordioxid/MMS durch Zugabe von DMSO steigern zu können (Zitat):

"DMSO wirkt ganzheitlich als "Kanalöffner". Der Verstärkungseffekt für z.B. Chlordioxid [gemeint ist hier MMS] ist deshalb nur ein Aspekt der vielfältigen Möglichkeiten, die DMSO bietet".

Fischer stellt in seinem DMSO-Handbuch auch Behauptungen zu alternativmedizinischen Behandlungen von Krebskrankheiten auf und bezieht sich dabei auf das Krebswundermittel Dichloressigsäure (DCA), rechtsdrehende Milchsäure und Alpha-Liponsäure, wenn diese mit DMSO als "Schleppersubstanz" kombiniert würden. Dichloressigsäure (DCA) ist derzeit in keinem Land zur Krebstherapie zugelassen, da ein Nachweis der Wirksamkeit fehlt. Die US-amerikanische Krebsgesellschaft veröffentlicht auf ihren Webseiten eine Stellungnahme, in der dargestellt wird, dass DMSO bei Krebs unwirksam ist.[2]

Zur Zeit der Coronaviruspandemie bewirbt Fischer insbesondere experimentelle Menschenversuche mit Chlordioxid bei an COVID-19 Erkrankten. Chlordioxid ist jedoch nicht als Arzneimittel zugelassen und wird in keiner Leitlinie zur Behandlung der COVID-19 Krankheit erwähnt. Zahlreiche Gesundheitsbehörden weltweit waren vor Chlordioxid oder MMS-Behandlungen. Als Heilpraktiker ist es Fischer nicht erlaubt Infektionskrankheiten zu behandeln. Fischer befürwortet Chlordioxid-Infusionen bei COVID-19 und macht dazu Dosierungsvorschläge. So solle man etwa 5-10 mL Chlordioxid mit 500 mL Kochsalzlösung einmal täglich infundieren, oder rektal über einen Schlauch zuführen.

Siehe auch

Quellennachweise