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=== Konflikte mit Papst Franziskus ===
 
=== Konflikte mit Papst Franziskus ===
Im Zusammenhang mit dem wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Kardinalsstand zurückgetretenen Washingtoner Alt-Erzbischof Theodore McCarrick und dem Vertuschungsskandal um seine Vergehen wurde am Abend des 25. August 2018 in den USA ein elfseitiges Schreiben von Erzbischof Viganò veröffentlicht, in dem er behauptet, dass Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009 oder 2010 strenge kanonische Sanktionen gegen McCarrick verhängt und ihm ein Leben in Gebet und Buße auferlegt habe, und dessen Nachfolger Papst Franziskus beschuldigt, diese 2013 wieder aufgehoben und McCarrick zu einem seiner Berater gemacht zu haben, obwohl er von ihm selbst über die Vergehen McCarricks informiert worden sei. Er forderte in seinem Schreiben Papst Franziskus und mehrere Kardinäle zum Amtsverzicht auf. Dies wird von Kirchenhistorikern als Versuch Viganòs und anderer bewertet, den Papst zu stürzen.<ref>Massimo Faggioli: ''Neue Regeln für das Konklave: Warum der Papst jetzt handeln sollte. Franziskus-Gegner könnten Wahl von neuem Pontifex massiv beeinflussen.'' In: katholisch.de, 2. August 2021 [https://www.katholisch.de/artikel/30763-neue-regeln-fuer-das-konklave-warum-der-papst-jetzt-handeln-sollte].</ref>
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Im Zusammenhang mit dem wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Kardinalsstand zurückgetretenen Washingtoner Alt-Erzbischof Theodore McCarrick und dem Vertuschungsskandal um seine Vergehen wurde am Abend des 25. August 2018 in den USA ein elfseitiges Schreiben von Erzbischof Viganò veröffentlicht, in dem er behauptet, dass Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009 oder 2010 strenge kanonische Sanktionen gegen McCarrick verhängt und ihm ein Leben in Gebet und Buße auferlegt habe, und dessen Nachfolger Papst Franziskus beschuldigt, diese 2013 wieder aufgehoben und McCarrick zu einem seiner Berater gemacht zu haben, obwohl er von ihm selbst über die Vergehen McCarricks informiert worden sei. Viganò sah in Papst Franziskus einen Usurpator, der die Kirche zerstören wolle. Er forderte 2024 die Schweizer Garde auf, ihn zu verhaften, weil Franziskus' Segnungen homosexueller Paare erlaubt hatte. Er forderte in seinem Schreiben Papst Franziskus und mehrere Kardinäle zum Amtsverzicht auf. Dies wird von Kirchenhistorikern als Versuch Viganòs und anderer bewertet, den Papst zu stürzen.<ref>Massimo Faggioli: ''Neue Regeln für das Konklave: Warum der Papst jetzt handeln sollte. Franziskus-Gegner könnten Wahl von neuem Pontifex massiv beeinflussen.'' In: katholisch.de, 2. August 2021 [https://www.katholisch.de/artikel/30763-neue-regeln-fuer-das-konklave-warum-der-papst-jetzt-handeln-sollte].</ref>
    
Die Würzburger Wochenzeitung ''Die Tagespost'' publizierte Viganòs Vorwürfe gegen Papst Franziskus in deutscher Übersetzung als „exklusive Veröffentlichung“.<ref>[https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-UEbersetzung;art4691,191445 ''Das Schreiben von Ex-Nuntius Viganò exklusiv in deutscher Übersetzung.''] Die Tagespost vom 29. August 2018, abgerufen am 11. September 2018</ref> Am 7.&nbsp;Oktober 2018 übte Kurienkardinal Marc Ouellet scharfe Kritik an Viganòs Behauptungen.<ref>[https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-10/brief-kardinal-ouellet-vigano-mccarrick-missbrauch-homosexuell.html Gudrun Sailer: ''Vatikan: Offener Brief von Kardinal Ouellet zu den jüngsten Anschuldigungen gegen den Heiligen Stuhl.''] Vatican News vom 7.&nbsp;Oktober 2018</ref> In seiner Replik an Ouellet kritisierte Viganò den Papst erneut und bezeichnete Homosexualität im Klerus als „ansteckende Plage“. Missbrauchsopfer zu beklagen, aber nicht „Homosexualität als die Hauptursache zahllosen sexuellen Missbrauchs“ zu benennen, sei „Heuchelei“.<ref>[https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/erzbischof-vigano-papst-soll-irrtumer-bekennen ''Erzbischof Vigano: Papst soll „Irrtümer bekennen“.''] katholisch.de vom 19.&nbsp;Oktober 2018</ref> 2020 warf er dem Papst Abfall vom Glauben vor, nachdem dieser für die zivilrechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften eingetreten war. Dessen Äußerungen seien „heterodox“.<ref>Andres Wysling: ''[https://www.nzz.ch/meinung/homosexuelle-papst-wagt-leichte-kurskorrektur-ld.1583203 Der Papst wagt eine leichte Kurskorrektur.]'' Neue Zürcher Zeitung vom 22.&nbsp;Oktober 2020, abgerufen gleichentags.</ref>
 
Die Würzburger Wochenzeitung ''Die Tagespost'' publizierte Viganòs Vorwürfe gegen Papst Franziskus in deutscher Übersetzung als „exklusive Veröffentlichung“.<ref>[https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/online/Exklusiv-Das-Schreiben-von-Ex-Nuntius-Vigano-in-deutscher-UEbersetzung;art4691,191445 ''Das Schreiben von Ex-Nuntius Viganò exklusiv in deutscher Übersetzung.''] Die Tagespost vom 29. August 2018, abgerufen am 11. September 2018</ref> Am 7.&nbsp;Oktober 2018 übte Kurienkardinal Marc Ouellet scharfe Kritik an Viganòs Behauptungen.<ref>[https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-10/brief-kardinal-ouellet-vigano-mccarrick-missbrauch-homosexuell.html Gudrun Sailer: ''Vatikan: Offener Brief von Kardinal Ouellet zu den jüngsten Anschuldigungen gegen den Heiligen Stuhl.''] Vatican News vom 7.&nbsp;Oktober 2018</ref> In seiner Replik an Ouellet kritisierte Viganò den Papst erneut und bezeichnete Homosexualität im Klerus als „ansteckende Plage“. Missbrauchsopfer zu beklagen, aber nicht „Homosexualität als die Hauptursache zahllosen sexuellen Missbrauchs“ zu benennen, sei „Heuchelei“.<ref>[https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/erzbischof-vigano-papst-soll-irrtumer-bekennen ''Erzbischof Vigano: Papst soll „Irrtümer bekennen“.''] katholisch.de vom 19.&nbsp;Oktober 2018</ref> 2020 warf er dem Papst Abfall vom Glauben vor, nachdem dieser für die zivilrechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften eingetreten war. Dessen Äußerungen seien „heterodox“.<ref>Andres Wysling: ''[https://www.nzz.ch/meinung/homosexuelle-papst-wagt-leichte-kurskorrektur-ld.1583203 Der Papst wagt eine leichte Kurskorrektur.]'' Neue Zürcher Zeitung vom 22.&nbsp;Oktober 2020, abgerufen gleichentags.</ref>
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