Radisana

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Anwendung der Harmonisierungsplatte unter dem Bett. Bild: raumharmonisierung.at
Aufgeschnittene Harmonisierungsplatte mit "Informationsträger", einem Stück Papier mit Kreisen darauf. Bild: SRF[1]

Radisana ist ein eingetragener Markenname der Firma Raumharmonisierung Helmut Stöllger aus Ronnenberg bei Hannover, unter dem "Harmonisierungsplatten" verkauft werden, die vor Elektrosmog schützen sollen, aber auch vor gesundheitlich nachteiligen Einflüssen angeblicher Wasseradern und anderen "Störzonen". Unter das Bett gelegt soll eine solche Platte beispielsweise für erholsameren Schlaf sorgen.

Die rechteckigen Platten bestehen aus lackiertem Sperrholz, sind 2 bis 3 cm dick und haben je nach Modell Seitenlängen von 12 bis 20 cm. In der Werbung werden die branchenüblichen pseudowissenschaftlichen Begriffe benutzt. So beruhe die Wirkung auf einer "Formresonanz von 2 Spiralen, die unendlich und rechts- wie auch linksdrehend angeordnet sind". Die stark abgerundeten Kanten sollen eine ungünstige "Kantenstrahlung" verhindern. Die Platte nehme eine störende "Frequenz auf und gibt Sie im gleichen Moment so ab, das eine Interferenz entsteht" [sic], wodurch eine störende "Welle praktisch ausgelöscht" werde, usf. Dies werde durch in der Platte eingearbeitete "Informationsträger" bewirkt. In der Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens wurde im März 2014 eine aufgesägte Harmonisierungsplatte präsentiert.[1] Der "Informationsträger" entpuppte sich als ein Stück Papier, auf dem konzentrische Kreise abgebildet waren.

Helmut Stöllger (geb. 1952) gründete seine Firma 1993. Es existieren Vertretungen in der Schweiz[2] und in Österreich. 2013 gab Stöllger die Gründung einer Radisana Inc. in Clearwater in Florida[3] bekannt.

Untersuchung der ETH Zürich (2014)

Im Auftrag des Schweizer Fernsehen (SRF, Sendung "Kassensturz" vom 18. März 2014)[4] untersuchte die ETH Zürich eine Radisana Harmonisierungsplatte. Über das Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung wurde in der Sendung "Kassensturz" berichtet. Es zeigte sich, daß die aus Birkensperrholz gefertigte Platte keinen Einfluß auf elektromagnetische Felder hatte. Der Untersucher Gregor Dürrenberger wird mit den Worten zitiert: "Die Messungen ergaben die gleichen Werte wie bei einem Stück Holz...Die Platte hat in einem Raum keine Auswirkung. Da kann man zu Hause genauso gut ein Stück Holz oder ein Buch unters Bett legen." Der geheimnisvolle "Informationsträger" sei in Wirklichkeit ein Stück Papier, bemalt mit Kreisen, eine Art Kinderzeichnung.[5]

Siehe auch

Quellen

  1. 1,0 1,1 Angst vor Elektrosmog: Geldmacherei mit Esoterik-Humbug. Sendung Kassensturz des SRF vom 18. März 2014
  2. REUTEMANN Beratungen, Raumharmonisierung, Roosstrasse 23, CH-8832 Wollerau SZ
  3. RADISANA, INC. 810 LOTUS PATH, CLEARWATER, FL 33756, USA
  4. SRF, Kassensturz, Peter Basler: Angst vor Elektrosmog: Geldmacherei mit Esoterik-Humbug, 18. März 2014
  5. http://www.srf.ch/konsum/themen/gesundheit/angst-vor-elektrosmog-geldmacherei-mit-esoterik-humbug