Erich Schott

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Erich Schott (geb. 1941) ist ein deutscher promovierter Arzt, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychologe aus D-87509 Immenstadt. Nach eigenen Angaben ist der überzeugte Homöopath Erich Schott nicht mehr beruflich tätig und bezieht wie seine Ehefrau eine Rente. Ab 1978 führte er mit seiner Ehefrau Ulrike eine gemeinsame Behandlungspraxis.

Schott machte im Juli 2016 durch einen offenen Brief an Papst Franziskus auf sich aufmerksam, in dem er diesen dazu aufforderte, sich für die pseudomedizinische Lehre der Germanischen Neuen Medizin (GNM, auch Germanische Heilkunde genannt) des deutschen ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer einzusetzen. Sein Brief und ein entsprechender Briefverkehr mit Hamer und Aufsichtsämtern werden von Hamer-Anhängern wie Helmut Pilhar im deutschsprachigen Internet verbreitet.

Bereits 1986 geriet die Familie Schott in die Schlagzeilen, da sie angesichts der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl große Mengen an Trockenmilch kauften und den Hersteller Töpfer GmbH (Dietmannsried) später verklagten, weil ihrer Ansicht nach die Trockenmilch mit radioaktiven Isotopen oberhalb gesetzlicher Grenzwerte belastet gewesen sei.[1]

Engagement für Germanische Neue Medizin nach Hamer

  • 2016 wandte sich Schott an das Hessische Landesprüfungsamt für medizinische Berufe, um sich damit für die Wiedererlangung der entzogenen Approbation des strafrechtlich verurteilten ehemaligen Arztes Ryke Geerd Hamer einzusetzen. In dem Brief finden sich unsachliche Äußerungen wie:
Großer Schmerz und Wut, verbunden mit Ohnmachtsgefühlen erfassen mich, wenn ich mitbekomme, wie einem großen Entdecker und Wohltäter der Menschheit mitgespielt wird und ihm die Krönung seines Lebenswerks entzogen wird. Immer wieder produzieren wir Märtyrer, denen wir nach ihrem Tod ein Denkmal setzen, statt ihnen zu Lebzeiten den Nobelpreis zu verleihen, den manche anderen unberechtigt bekommen...

oder

Mächtige Institutionen und Verbände wirken wohl zur Wahrung Ihrer Eigeninteressen im gewohnten Sinne auf Sie ein und erwarten wieder eine Ablehnung. Aber es gibt im Leben nur wenige Situationen, bei denen man an einer Entscheidung mitwirkt, die von historischer Bedeutung ist..

In dem Brief ist unsachlich auch vom "europäischen Hochadel" und "Finanzdynastie" die Rede. Völlig unverständlich beruft sich Schott auch auf den Insektenforscher Günther Enderlein und seine bereits im 19. Jahrhundert widerlegte Pleomorphismushypothese: "Auch die von Prof. Enderlein zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte Zyklogenie und Polymorphie von Mikroorganismen ..." Statt Fachliteratur zu zitieren, verweist Schott in seinem Brief auf den Ingenieur und Medizinlaien Helmut Pilhar, der die Briefe von Schott im Internet veröffentlicht. Auch übernimmt Schott eine beliebte Falschmeldung von Hamer, nach der in Israel weniger Menschen an Krebs sterben als in anderen Ländern: "Die Krebssterberate in Israel ist um den Faktor 100 geringer als in den übrigen Staaten und liegt somit bei nahezu 0 %..." Schott machte sich nicht die Mühe, diese falsche Sensationsmeldung nachzurecherchieren. Eine ausführliche Darstellung dazu findet sich im Abschnitt "Krebsinzidenzen und Krebsmortalität in Israel" im Psiram-Artikel Widerlegte falsifizierbare Kernaussagen der Germanischen Neuen Medizin. Ursache war ein fehlerhafter Artikel in einem newsletter der israelischen Botschaft. Darin wurde die auf 100.000 Menschen bezogene Mortalitätsrate in Israel mit der absoluten Zahl der an Krebs Verstorbenen in Israel verwechselt. Die Botschaft korrigierte später die Angabe, die offenbar von einem Laien verfasst worden war.

  • Im Juli 2016 sandte Erich Schott einen offenen Brief an Papst Franziskus, später im August folgte eine Ergänzung des Briefs. Darin forderte er den Papst auf, sich zum "Wohl der ganzen Menschheit" für die Lehre von Hamer einzusetzen, den er nebenbei fälschlich auch als Physiker bezeichnet. Schott sieht in der Hamer-Lehre eine Art Überwindung eines von ihm angenommenen "Schisma" zwischen Medizin und Theologie "durch Würdigung der "Germanischen Heilkunde von Dr. med. Mag. theol. Ryke Geerd Hamer". Schott behauptet in seinem Brief, dass die katholische Kirche ein angeblich fatales "erkenntnistheoretisch geteilte[s] Menschenbild" in der Medizin nicht verurteile, sondern fördere.

In einem anthroposophisch anmutendem Duktus schreibt Schott:

"Leider hat sich im Laufe der Jahrhunderte in der abendländischen Kultur ein Schisma zwischen Theologie und Medizin herausgebildet, mit fatalen Auswirkungen. Die Kirche als Institution hat an dieser Entwicklung leider Anteil. Sie stellt sich nicht gegen das von Descartes explizit formulierte erkenntnistheoretisch geteilte Menschenbild. Der Mensch wurde aufgeteilt in den sichtbaren Körper, welcher der Naturwissenschaft überlassen wird und in die Seele, welche Domäne der Kirche bleibt. Daraus resultiert eine letztlich nicht fruchtbare Arbeitsteilung von Arzt- und Priestertum. Gar zu leicht gerät dabei der Mensch als leib-seelische Ganzheit aus dem Blick..."

(Anmerk.: Hamer brachte Rudolf Steiner nur Verachtung entgegen. Er bezeichnete Steiner 2006 als General-Großmeister einer Loge mit dem biologischen Reifestand eines Vierjährigen, der als Autist und Kokainkonsument keine Sexualität gehabt habe, mit kindlichem Körperbau und „child-face“, und der diverse "Revierkonflikte" erlitten und als biomanischer Pseudo-Leitwolf Fachwissen mit kindlicher Stimme vorgetragen habe. Seine Hellsicht sei eine paranoide Wach-Sensation gewesen.)

Diese von ihm beschriebene Entwicklung sei letztendlich die Ursache dafür, dass Patienten ohne Nutzen "von Ärzten verstümmelt, vergiftet und verstrahlt werden":

"Das resultierende vorherrschende Krankheitverständnis kann am Beispiel der Krebserkrankungen und deren "Bekämpfung" am meisten verdeutlicht werden. Es legitimiert eine Therapie, in welcher täglich unzähligen Menschen - entgegen dem Hippokratischen Eid, dem Patienten vor allem nicht zu Schaden - von Ärzten verstümmelt, vergiftet und verstrahlt werden. Die Menschen liefern sich einer solchen Behandlung aus, weil sie von Angst und Unsicherheit dominiert sind..."

Schott bezichtigt darüber hinaus die international nach wissenschaftlichen Leitlinien praktizierte Medizin eines tiefen christlich-religiös motivierten Unglaubens für Schöpfungen von Gott. Obwohl Krebsstatistiken in Industriestaaten für behandelte Krebspatienten Überlebenswahrscheinlichkeiten oberhalb von 55% attestieren, übernimmt Schott Hamers Glauben an eine angebliche 5-10%ige Heilungsschance in der modernen Medizin (Zitat: "Die in Aussicht gestellte geringe 5-Jahres Überlebenswahrscheinlichkeit von 5-10 % ist für ihn ein makaberes Lotteriespiel, ob er unter der geringen Zahl der Überlebenden sein wird..."). Steigende Lebenserwartung in Industriestaaten und Widersprüche in der GNM (siehe Widerlegte falsifizierbare Kernaussagen der Germanischen Neuen Medizin und Opfer der Germanischen Neuen Medizin) werden nicht zur Kenntnis genommen.

Entsprechend der Hamerlehre werden von ihm Krebsmetastasen als unbewiesene Hypothese bezeichnet ("Durch das unbewiesene, aber wie eine selbstverständliche Wahrheit betrachtete Metastasenkonzept wird für das Überleben des Patienten der Krankheitsdämon zur vielköpfigen Hydra..."). Obwohl in der Medizin die Überlebenschancen für Krebspatienten steigen, sieht er ärztliches therapeutisches Handeln als Ursache der Krebssterblichkeit an: "Dieses Chaoskonzept mit Diagnoseschock, Vergiftung, Verstrahlung und gegebenenfalls Verstümmelung erzeugt in der Tat arztbedingt eine äußerst lebensgefährliche Krankheit...". Um dem ein Ende zu setzen, müsse die "Theologie eingreifen, wenn sie glaubhaft bleiben will". Allerdings sieht Schott im Rahmen einer Verschwörungstheorie "mächtige Interessen" und "Krebsförderungsgesellschaften" am Werk, die Patienten aus finanziellen Gründen schädigen wollten, flankiert von "organisierter Medienhirnwäsche und Hetzpropaganda" und einer "gottlosen Geisteshaltung". Die wissenschaftliche Medizin (die sich im Gegensatz zu pseudowissenschaftlichen "Bestätigungen" auf das Prinzip der Widerlegung beruft) sei demnach "Ersatzreligion mit unantastbaren Dogmen ".
Ohne zu zitieren beruft sich Schott auf ausgesuchte Kritiker der Medizin wie den Impfkritiker Bert Ehgartner oder den Krankenpfleger Lothar Hirneise.

In seinem Brief an den Papst setzte sich Schott auch dafür ein, das mittelalterliche Artefakt Turiner Grabtuch anzuerkennen. Er bringt das Tuch mit der abgesetzten italienischen Königsfamilie und Vittorio Emanuele in Verbindung. Dieser hatte 1978 unabsichtlich den Hamer-Sohn Dirk erschossen. Da der verstorbene Papst Paul II das Grabtuch von der Königsfamilie erhielt, glaubt Schott hier in völlig absurder Weise an eine mögliche Voreingenommenheit der katholischen Kirche in Sachen der obsoleten Außenseiterlehre GNM. So schreibt Schott wörtlich: "Wie ausgeführt, konnte sich Papst Johannes Paul II. infolge des vorgenannten Dilemmas nicht für Doktor Hamer einsetzen. Somit konnte der Tod von vielen Millionen Menschen, die durch Doktor Hamers Erkenntnisse noch leben könnten, nicht verhindert werden. Insofern bitte ich Sie, der diesem Beichtgeheimnis nicht unterliegt, auch zur nachträglichen Gewissensentlastung von Papst Johannes Paul II. und Exkönig Umberto II., sich für Doktor Hamer beziehungsweise seine bahnbrechenden Erkenntnisse zu engagieren..

Quellennachweise

  1. http://www.zeit.de/1987/07/dicht-an-der-grenze