Bernhard Schaub

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Bernhard Schaub (2011)

Bernhard Schaub (geb. 1954 in Bern) ist ein Schweizer Anthroposoph und Buchautor. Er ist in Deutschland und der Schweiz als Leugner des Holocaust bekannt geworden und bezeichnete sich 2002 selbst auch als staatlich bezahlter Rechtsextremer[1]. Sein im Oktober 1992 im Selbstverlag erschienenes Werk Adler und Rose - Wesen und Schicksal des deutschsprachigen Mitteleuropa[2] erregte Aufsehen, da er in dem Buch den Genozid an den Juden während des Nationalsozialismus leugnet und den Zweiten Weltkrieg als "Präventivkrieg" von Hitler bezeichnet. Außerdem sei die Schweiz heute das Ziel einer "jüdischen Verschwörung", die eine Neue Weltordnung (NWO) errichten wolle. Schaub spricht in diesem Zusammenhang auch von den "Eineweltlern". Die von ihm gemeinten "Eineweltler" wollten eine "Mischrasse", die von einem "'auserwählten Volk", einem Gott (Jahve) und einem Kult des "Holocaust-Gedenkens" beherrscht sei.

Bernhard Schaub war Waldorfschullehrer für die Fächer Geschichte und Deutsch an einer "Rudolf-Steiner-Schule" im Schweizer Adliswil, wo er nach Bekanntwerden seines Buches Adler und Rose im Januar 1993 entlassen wurde. Danach war er bis 1999 an der "Klubschule Migros" in Frauenfeld "pädagogischer Mitarbeiter" und wurde nach einem Vortrag vor Rechtsradikalen (Zitat: Europa ist die Heimat der weißen Rasse), den er am 15. Juni 1998 in München hielt, ebenfalls entlassen.[3] Im Schweizer Eschenz betreibt Schaub den Ghibellinum-Verlag.[4]

Seither ist er als Vortragsredner im In- und Ausland vor allem im rechtsextremen Umfeld wie der NPD tätig. Am 31. Oktober 2009 trat er auf einer so genannten "Antizensurkonferenz" des Sektengründers Ivo Sasek auf. In seinem Vortrag wandte sich Schaub gegen ein Schweizer Gesetz, das die Leugnung des Holocaust in der Schweiz unter Strafe stellt.[5]

Aktivitäten

Bernhard Schaub auf der AZK (Bild: www.haszysz.net/tag/zensur)

Im März 1994 gründete Schaub mit Arthur Vogt, Andreas Studer und dem Holocaustleugner Jürgen Graf die Arbeitsgemeinschaft zur Enttabuisierung der Zeitgeschichte (AEZ)[6]. Sie wurde später umbenannt in Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte. Die zugehörige Zeitschrift Aurora mit 13 Ausgaben zwischen 1994 und 1997 (Auflage bis 200 Exemplare) wurde maßgeblich von Bernhard Schaub verfasst. Der Verein versuchte in der Schweiz, Gedanken der Holocaustleugner zu verbreiten und versendete nach eigenen Angaben entsprechende Propaganda an 6.000 Adressen aus Politik und Hochschulen (Zurück ins Mittelalter?). Zum gleichen Zweck wurde eine Hochglanzbroschüre verbreitet, in der die Existenz der Gaskammern in Auschwitz bestritten wurde (Das Rudolf-Gutachten). [7]

Bernhard Schaub war für die rechtsextreme "Partei National Orientierter Schweizer" (PNOS), die auch gewaltbereite Rechtsextreme zu ihren Mitgliedern zählte, in maßgeblicher Stellung tätig. Er ist der Verfasser des Parteiprogramms und verfasste für das Parteiorgan Zeitgeist der PNOS zahlreiche Kolumnen. Nach seinem angeblich freiwilligen Austritt gründete er die "Nationale Ausserparlamentarische Opposition" (NAPO) in der Schweiz, die sich als "Sammelbewegung für den echten nationalen Widerstand in der Schweiz" sieht.

Die NAPO wünscht "kinderreiche weiße Familien, spricht über Kulturfremde und Fremdrassige" sowie deren Rückführung". Nachzulesen in der Broschüre "Leitsätze", Verfasser: Bernhard Schaub, Vertrieb: sein Verlag WotansWort.

Bernhard Schaub stand dem "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" (VRBHV) bis zu dessen Verbot am 7. Mai 2008 vor[8], der von so bekannten Holocaustleugnern und Rechtsextremen wie Horst Mahler, Manfred Roeder und Ernst Zündel gegründet wurde (am 9. November 2003, dem Jahrestag der Reichspogromnacht). Im Auftrag des VRBHV hielt Schaub eine von ihm im Internet verbreitete Rede auf der "Holocaust-Konferenz" in Teheran im Dezember 2006.[9][10] Außerdem führte er mit Ursula Haverbeck-Wetzel die in Vlotho ansässige und ebenfalls am 7. Mai 2008 verbotene „Heimvolkshochschule“ Collegium Humanum e.V., einen vom ehemaligen NS-Funktionär Werner Georg Haverbeck gegründeten Anlaufpunkt der Neuen Rechten und der "Freien Kameradschaften".[11]

Bernhard Schaub wurde zweimal wegen "Rassismus" (Bestreiten des Holocaust in der Schweiz) verurteilt. In einem Fall wurde eine Geldstrafe verhängt, im Jahr 2007 verurteilte ihn das Bezirksgericht Dornach zu drei Monaten Haft auf Bewährung.[12]

Publikationen

  • Das Feuer der Freiheit. Eine eidgenössische Denk- und Kampfschrift gegen die EG. Konradin Verlag, Brugg 1992
  • Adler und Rose. Wesen und Schicksal des deutschsprachigen Mitteleuropa. Konradin Verlag, Brugg 1992
  • Reich Europa. Manifest der Reichsbewegung. Verlag Zeitenwende (Sven Henkler), Dresden 1999
  • Ausbruch aus den Ideologien. Verlag Zeitenwende, Dresden 2001

1997 erschien der Schaub-Artikel "Switzerland in the Grip of the 'Traditional Enemy'" im Journal of Historical Review, dem Organ der führenden amerikanischen Organisation der Holocaustleugner, dem IHR.

Eine von "Unbekannten" produzierte DVD mit dem Titel "Die frohe Botschaft von Teheran" mit "Überlegungen zur politischen Bedeutung der Konferenz zur Erforschung des Holocausts in Iran auf Einladung des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinedjad" wird in den USA von Ingrid Rimland–Zündel, der Ehefrau von Ernst Zündel, für 20 Dollar angeboten, mit dem Warnhinweis, dass diese DVD in EU-Staaten vom Zoll beschlagnahmt werden könne. Die DVD enthält einen Mitschnitt einer Rede von Schaub aus dem Jahre 2006, als dieser auf Einladung von Achmadinedschad an einer Teheraner "Holocaust-Konferenz" teilnahm. Schaub stand damals dem mittlerweile verbotenen "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" (VRBHV) vor, den er gemeinsam mit Horst Mahler und Ursula Haverbeck gegründet hatte. Das entsprechende Youtube-Video mit dem gleichen Titel ist von Deutschland aus gesperrt.

Pseudonyme

Bernhard Schaub veröffentlicht(e) auch unter den folgenden Pseudonymen, wohl um den Anschein größerer Verbreitung der Thesen der Holocaustleugner zu erwecken:

  • Hans Herzog
  • E. Wolff

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.akdh.ch/pnos.htm#schaub
  2. http://www.info3.de/ycms/artikel_1158.shtml
  3. http://www.rundschau.ch/showart.asp?ID=27
  4. Ghibellinum-Verlag, Postfach 44, CH-8264 Eschenz
  5. http://psiram.com/ge/index.php/Datei:Holocaustleugner_bernhard_schaub_azk.png
  6. http://www.gra.ch/chron/chron_einschaetzungen.asp?Jahr=2004
  7. u.a. bei: http://www.hans-stutz.ch/rechtsextremismus/1996/01-12-schweizer-holocaust-leugner.html, sowie: http://www.antifa-freiburg.de/spip.php?page=antifa&id_article=54&design=3
  8. http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/sixcms/media.php/4055/VS_Bericht_2005.pdf Seite 51
  9. Zitat von "Holocaust"-Konferenz (10.12.06): Umso bedeutender ist es, dass nun unter der wahrheitliebenden und gottesfuerchtigen heutigen iranischen Regierung versucht werden soll, Licht zu bringen in das Dickicht von Greuelpropaganda, mit der das wehrlos gemachte Deutschland seit sechzig Jahren ueberzogen worden ist und die zugleich das moralische Fundament abzugeben schien für die Vertreibung der Palaestinenser aus ihrer Heimat und die Gruendung des Staates Israel mit all ihren Folgen. Wir europaeischen Kaempfer fuer Recht und Wahrheit moechten Ihnen allen hier im islamischen Raum zurufen: Wir haben denselben Feind! Es ist der Menschenverderber, der mit Hilfe des amerikanischen Kampfelefanten die ganze Welt dem juedischen Kapital unterwerfen und alle eigenstaendigen Voelker, Kulturen und Religionen vernichten will, bis nur noch eine gesichtslose Masse von geistig minderwertigen Sklavenarbeitern uebrigbleibt, die fuer Zion arbeitet. Das darf nicht sein! Wir werden den Feind und seine Luegen bekaempfen und uns befreien – so wahr uns Gott helfe!
  10. http://72.14.221.104/search?q=cache:sCjKHYZtyTcJ:www.suedostschweiz.ch/medien/sogr/index_detail.cfm%3Fid%3D346087+schaub+bernhard+theran&hl=de&gl=ch&ct=clnk&cd=11
  11. http://www.hans-stutz.ch/Archiv/2006/links/maerz-holocaust.html
  12. http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-grosse-Auftritt-der-HolocaustLeugnerin-/story/13425297


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