Pap-Imi-Therapie

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Panos Pappas
Behandlung eines Krebskranken mit PaPImi

Die Pap-IMI-Therapie nach Panos Pappas (auch PAPimi Ioneninduktionstherapie nach Pappas) ist ein alternativmedizinisches Außenseiterverfahren zur Behandlung chronischer und schwerer Erkrankungen ohne wissenschaftlich bekannten Nutzeffekt.

Beim Pap-IMI-Produkt handelt es sich offenbar um ein sogenanntes Magnetfeldtherapiegerät im Sinne der Pulsierenden Signaltherapie (PST) bzw. der PEMF-Therapie. Da diese Methoden bisher keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen konnten, ist die therapeutische Wirksamkeit des Produkts fraglich. Die Behandlung wird in Deutschland nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Die Namensgebung geht auf den in Griechenland Mathematik und Physik lehrenden Professor Panos T. Pappas zurück. Von Pappas ist keine medizinische Ausbildung bekannt. IMI steht für Ion Magnetic Induction, also magnetische Induktion von Ionen. In der medizinischen Fachliteratur ist Pappas völlig unbekannt, ebenso unabhängige seriöse Studien zu dieser Methode.

In Deutschland wird die Pap-IMI-Therapie bzw. ähnliche Geräte z.B. von Georg von Breunig beworben. Von Breunig distanziert sich inzwischen von Pappas und bewirbt das Konkurenzprodukt Rehatron der Firma AOG/Guth, die zunächst mit Pappas zusammenarbeitete, aber schließlich durch eine kleine Schaltungsänderung sich nicht mehr an einen Vertrag mit Erfinder Pappas gebunden sah. Nachdem Pap-IMI auf den Markt kam, entstanden einige Nachahmerprodukte und es kam zu erbitterten juristischen Auseinandersetzungen.

Die Methode

Papimi.jpg

Die Pap-IMI-Therapie beinhaltet die äußerliche Anwendung von hochfrequenten Wechselströmen zu therapeutischen Zwecken. Das von Pappas patentierte Gerät hat eine Stromaufnahme von 1,5 kW. In ihm wird eine Hochspannung von 30 kV erzeugt, die zyklisch knapp jede Mikrosekunde über eine Funkenstrecke entladen wird, analog zu den alten Knallfunkensendern aus der Zeit um 1900. Die Folge ist eine gedämpfte hochfrequente Schwingung im Bereich von etwa 700 kHz (Mittelwelle) mit erheblichen Oberwellenanteilen. Jede Entladung führt zu hohen Strömen im Bereich bis 1.000 A, die durch eine relativ große Spule mit 2 Windungen geleitet werden. Der Patient wird dem magnetischen Wechselfeld der Spule ausgesetzt.

Unterstellter Wirkmechanismus

Der Hersteller gibt auf seiner Homepage an, es handele sich um ein patentgeschütztes[1][2] Gerät, welches für die gepulste Diathermiebehandlung zugelassen sei. Die gepulste Diathermiebehandlung (Gewebserwärmung durch starke elektromagnetische HF-Felder) ist jedoch bei schweren Erkrankungen wie Krebs in der angebotenen Weise nicht indiziert. Nach Herstellerangaben soll die Erzeugung des magnetischen Wechselfeldes im Organismus einen alternierenden Wechselstrom mit begleitender hoher Spannung erzeugen. Nach Pappas sollen "kranke Zellen" ein gestörtes elektrisches Zellmembranpotential aufweisen, das über die Pap-IMI-Anwendung beeinflussbar sei.

Studien zu PAP-IMI Anwendungen

Zu der Methode liegen keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen über Anwendungen am Menschen vor. Im Jahr 2002 wurden in Israel Mäusen in einem Tierversuch die Ulna-Knochen gebrochen und die Versuchstiere wurden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen die Hälfte mit einem PAP-IMI Gerät behandelt wurden. Im Resultat zeigte sich bei den behandelten Mäusen eine langsamere Knochenheilung als bei den unbehandelten Versuchstieren.[3]

Heilversprechen

Der Hersteller behauptet, das Gerät könne Knochenfrakturen 100-mal schneller heilen, als dies normalerweise geschieht. Des Weiteren könne damit Krebs, Arthrose oder die Multiple Sklerose geheilt werden oder das Immunsystem gestärkt werden. Pappas ist sogar der Meinung, dass seine Methode bei AIDS effektiv wäre.

Analoge Geräte und Nachbauten

Nachahmer Rehatron

Das Pap-Imi Gerät wurde von verschiedenen Firmen unter verschiedenen Bezeichnungen nachgebaut. So auch ein Gerät namens TheraCell, das zur Schmerztherapie beworben wird.

Weblinks

Quellenangaben

  1. US-Patent Nr. 5,556,418: Method and apparatus for pulsed magnetic induction. Inventor: Panagiotis T. Pappas; Date of Patent: Sep. 17, 1996
  2. PCT/US93
  3. Leisner S, Shahar R, Aizenberg I, Lichovsky D, Levin-Harrus T. The effect of short-duration, high-intensity electromagnetic pulses on fresh ulnar fractures in rats. J Vet Med A Physiol Pathol Clin Med. 2002 Feb;49(1):33-7