Mike Brady (rechts) mit Bruder
Mike Brady (oben) mit Adolf Schneider
Artikel in "Blick" 14.4.2010
Scheinprodukt "EMM-Motor" und unkritische Beschreibung in NET-Journal[1]
Jubelartikel in NET-Journal[1]

Michael James Brady (geb. wahrscheinlich 1949; meist Mike Brady genannt) ist ein südafrikanischer Geschäftsmann. Brady wurde durch seine Geschäftsaktivitäten um angeblich funktionsfähige "Magnetmotoren" (im Sinne von "Magnetgeneratoren") bekannt, die er über die von ihm gegründete Firma Perendev-Group (Perendev Power Developments Pty Ltd.) vermarktete.[2] Unterstützend wirkten dabei Adolf Schneider, Verleger des NET-Journals[3] sowie Jubelartikel in der Esoterikzeitschrift Raum & Zeit und auf den Webseiten von "unglaublichkeiten" des rechtsgerichteten Antisemiten Bernhard Becker aus Jena. Auch Sterling Allan, der Gründer der Firma Pure Energy Systems Network Inc. (PESN), gehörte zu Bradys Unterstützern; er organisierte für Brady eine USA-Reise zur Bewerbung seiner funktionsuntüchtigen Perendev-Generatoren, war Webmaster der Seite "perendev.co.za" und Anmelder der Domain "perendev.com".

Brady arbeitete 17 Jahre bei einer geheimen Polizeieinheit in Südafrika, bevor er sich als Erfinder bezeichnete und eine Firma in Johannesburg gründete, mit Filialen in Russland, Deutschland, Schweiz und den Niederlanden. Im Zusammenhang mit der Firma Perendev Power in München wird aber auch ein Rechtsanwalt Hans Badenhorst genannt. Laut Angaben auf der Homepage der Firma Perendev Power soll Brady ein Wasserstrahlvortriebssystem, ein Ortungssystem für gestohlene Autos und ein Batterieaufladesystem erfunden haben, aber dabei von Konkurrenten betrogen worden sein. Schließlich habe er einen Magnetmotor erfunden, der die Erdanziehungskraft zur Energieerzeugung nutze.

Im Jahr 2004 zog Brady nach München, ins Villenviertel Grünwald. 2007 wich Brady in die Schweiz in den noblen Ort Wollerau am Zürichsee[4] aus, wo er in der Nachbarschaft des Tennis-Profis Roger Federer durch seinen ausschweifenden Lebenstil mit Maserati und mehreren Ranger Rover auffiel.
Im März 2010 wurde Brady aufgrund eines Haftbefehls der Münchner Staatsanwaltschaft (München I) wegen gewerbsmäßigen Betrugs verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert wurde. Im November 2010 wurde er wegen Betrugs in 36 Fällen und versuchten Betrugs in 19 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt. Er soll am 21. Oktober 2014 aus der Haft entlassen worden sein.

2018 gründete Mike Brady in Südafrika die Firma Perendev Developments Pty ltd. Die Firma gibt vor Magnetmotoren mit einer Leistung von 50 KW zu entwickeln, wofür allerdings gutgläubige Anleger gesucht werden.[5]

Betrugsvorwürfe, Verhaftung und Verurteilung

Der Norweger Torbjørn Homelien von der Firma Aqua GEN AS bestellte bei der Firma Perendev einen "Freie Energie Generator", der in der Lage sein sollte, unbegrenzt 6 Kilowatt Leistung zu erbringen. Er überwies vorab die Summe von 6.000 US-Dollar und sollte den Generator nach zwei Monaten erhalten. Es wurde jedoch nichts geliefert und der Kunde erhielt auch keinerlei Erklärungen dazu. Als es dem Kunden gelang, Mike Brady telefonisch zu erreichen, vertröstete dieser den Kunden mehrmals. Es würden gerade "Verbesserungen" entwickelt, war eine der Ausreden. Letztendlich versuchte der Kunde Perendev zu verklagen, da keine Lieferung erfolgte. Laut Berichten des Kunden wurde dieser telefonisch von Brady bedroht.[6]

Auch in Deutschland soll es Personen geben, die annehmen, von Brady/Perendev betrogen worden zu sein. Bei Yahoo ist eine Benutzergruppe von Perendev-Geschädigten zu finden, die ihre Erfahrungen austauschen.[7][8] Insgesamt soll es dem "Münchner Abendblatt" zufolge 41 Personen geben, die um ingesamt eine Million Euro betrogen worden seien, indem sie Zahlungen an die Firma Perendev Power leisteten, ohne dass sie dafür funktionierende "Freie-Energie"-Generatoren erhielten.[9] Nach Angaben der TZ München seien 61 Personen betrogen worden.[10]

Die in München ansässige Filiale der Perendev-Group war plötzlich nicht mehr telefonisch erreichbar. Brady setzte sich in die Schweiz nach Wollerau am Zürichsee (Kanton Schwyz) ab, wo er am 29. März 2010 in seinem Haus aufgrund eines Haftbefehls der Münchner Staatsanwaltschaft (München I) wegen gewerbsmäßigen Betrugs verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert wurde. Im November 2010 wurde er wegen Betrugs in 36 Fällen und versuchten Betrugs in 19 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten verurteilt.[11]

Nach Absitzen der Haftstrafe wurde Mike Brady nach Südafrika abgeschoben. Er erhielt ein Landesverbot.

Verbindungen zu Adolf Schneider

Der Schweizer Adolf Schneider beteiligte sich aktiv an der Vermarktung des Magnetmotors von Brady, und fiel dabei auf ihn herein. Mehrere Artikel in seinem NET-Journal (ab 2004) sind als unkritische Jubelartikel anzusehen. 2014 heeisst es dann: “Mike Brady aus der Haft entlassen - frei!”. Im NET-Journal berichtet Schneider Brady 19500 Euro Anzahlung für eine Schweiz - Lizenz und einen 100-kW Magnetmotor geleistet zu haben, die nicht zurückgezahlt wurden.

Nachdem Brady von Südafrika aus seine Versuche fortsetzte, Anleger und Lizenznehmer für seinen Magnetmotor zu finden, schreibt Schneider:

..Am 25. November 2016 antworteten wir: “Wir haben einige Teile Deines Berichts gelesen und kennen ja Deine ganze Geschichte. Ehrlich gesagt, würden wir es besser finden, wenn Du die Vergangenheit ruhen lassen und stattdessen mit der Verwertung Deiner Technologie voranmachen würdest.”

Patente

Brady versuchte, seinen Magnet-Motor patentieren zu lassen. Es wurde eine vorläufige Patentnummer für eine "Permanent Magnet Machine" vergeben, jedoch kein Patent erteilt, da die Patentschrift Mängel aufwies und das Funktionsprinzip als das eines Perpetuum Mobile angesehen wurde. Laut Patentanmeldung sollten abstoßende Kräfte von Magneten den Motor antreiben.[12][13]

Aufmerksamen Betrachtern des "Patents" fiel eine starke Ähnlichkeit zu einem Patent eines ungenannten südamerikanischen Erfinders auf, der dieses 1990 anmeldete und "keramische Magneten" dazu einsetzte, aber später sein Projekt nicht weiter verfolgte, da es zu "Magnetfeldverlusten" (degaussing) gekommen sei. Dieser Erfinder berichtet auch über Anrufe eines südafrikanischen Interessierten.

Trotz der Nichterteilung des Patents bot Brady dieses für 500.000 US-Dollar Investoren an, damit diese angeblich mögliche Anwendungen daraus alleine in den USA vermarkten könnten.

Zeitungsartikel

  • Reinhard Keck: Abgezockt mit "Wundermaschinen": Betrüger geschnappt. Artikel in Münchner Abendzeitung vom 20. April 2010 [2]
  • Dorita Plange: Artikel Vom feinen Zürichsee direkt nach Stadelheim - Hokuspokus-Betrüger festgenommen!, TZ-München, 20. April 2010 [3]
  • Joel Bedetti: Erfinden und betrügen - Der Magneto-Mann. Artikel aus "20 Minuten ch". 21. April 2010 [4]
  • Deutscher Betrüger in Wollerau verhaftet. Er verkaufte Schweizern einen Wundermotor, der allein durch die Erdrotation läuft., Artikel in "Blick" (CH) 20. April 2010
  • T. Gautier: Der Gauner aus Grünwald. Artikel in "Hallo München" vom 22. April 2010 [5]
  • Bernd Kastner: Prozess um das Perpetuum Mobile - Die perfekte Profit-Maschine, Artikel in "Süddeutsche Zeitung" (München) vom 10.9.2010 Volltext

Galerie

Anderssprachige Psiram-Artikel

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. 1,0 1,1 Artikel: Perendev-Magnetmotor startet in den Markt! Sensationelle Technologie im Leasing und Contracting, von Adolf und Inge Schneider, NET-Journal Heft 3/4 März/April 2007
  2. Das Angebot:
    Sehr geehrter Interessent, wir bieten Ihnen an wie folgt:
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    Technische Daten
    Maße 1.6m lang; 1.2m breit; 1.4m hoch
    Gewicht 1350 kg + Abhängigkeit von Konfiguration und Leistung max. 290 kWh permanent 2 x 1
    Anschlusseinfassung 3 x 240 Volt ; 1 x 400 Volt
    Geräuschpegel 30 dBa
    Temperatur 30 °C im Leerlauf
    Strahlung nein, durch das Gehäuse wird jede mögliche Strahlung nach Außen abgeschirmt
    Generatoren AEG, Bosch oder Hitachi (je nach Modell oder Verwendungsart)
    Wechselstromerzeuger 1500 U/min für 50 Hz ; 1800 U/min für 60 Hz
    Allg. Geschäftsbedingungen zu Anschaffung und Nutzung
    •Zahlung: 1.) Bei Bestellung 50% Anzahlung, zahlbar innerhalb 14 Tagen, rein Zahlung netto
    2.) Bei Lieferung 50% sofort fällig, rein netto
    •Die Lieferzeit beträgt 9 – 12 Monate nach Zahlungseingang
    •Der Kunde erwirbt zu keiner Zeit das Eigentum an dem Gerät, sondern ein Nutzungsrecht ab Aufstellung. Hierzu wird ein Leasingvertrag bei Aufstellung geschlossen.
    •Vor Bestellung hat der Interessent kein Anrecht ein Gerät in laufendem Betrieb anzuschauen
    •Bei Stornierung des Auftrages werden 7% vom Nettobetrag der Anzahlung, zzgl. verursachter Bankkosten einbehalten
    •Die gesetzliche Garantie beträgt 5 Jahre, die Lebensdauer 25 Jahre
    Die Auftragsannahme erfolgt per Mail: admin@perendev-power.com
    Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
    Mit freundlichem Gruß
    Perendev Power Holding AG
    Michael J. Brady
    Und hier gehts zu den Infos:

    www.perendev-power.com
  3. Artikel: Perendev-Magnetmotor startet in den Markt! Sensationelle Technologie im Leasing und Contracting, von Adolf und Inge Schneider, NET-Journal Heft 3/4 März/April 2007
  4. Roosstrasse 23, Office 203 Roospark, CH-8832 Wollerau
  5. https://www.linkedin.com/pulse/perendev-developments-pty-ltd-michael-james-brady
  6. http://www.phact.org/e/z/perendev.htm
  7. http://tech.groups.yahoo.com/group/PerendevJustice/
  8. PerendevJustice-owner {at} yahoogroups.com
  9. Reinhard Keck: Abgezockt mit "Wundermaschinen": Betrüger geschnappt. Artikel in Münchner Abendzeitung vom 20. April 2010 [1]
  10. Dorita Plange: Artikel Vom feinen Zürichsee direkt nach Stadelheim - Hokuspokus-Betrüger festgenommen!, TZ-München, 20. April 2010
  11. Merkur Online: Patent vorgetäuscht: Tüftler muss ins Gefängnis
  12. http://peswiki.com/index.php/Directory:Perendev_Permanent_Magnet_Patent_Application
  13. WO 002006045333 A1: Permanent Magnet Machine. Anmelder und Erfinder: Brady Mike, DE. Anmeldedatum: 27.10.2004