Werner Kropp

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Werner Kropp

Werner Kropp (gest. 5. Februar 1995) war ein Erfinder aus Brione im Kanton Tessin in der Schweiz und Gründer der Wekroma-Firmengruppe. Kropp glaubte an die Existenz einer wissenschaftlich unbekannten "dritten Kraft" (oder "Feldkraft" oder "Interferenzenergie"), die von statischen Magnetfeldern sowie von magnetischen Wechselfeldern ausgehen soll. In diesem Zusammenhang sprach er auch von einer "Energetischen Interferenz Resonanz Technologie" (ERIT). Mit Hilfe dieses hypothetischen Effekts glaubte er, "permanente Informationsübertragungen" auf Gegenstände und Wasser realisieren zu können. Diese sind die Basis seiner Wekroma-Produkte. Er behauptete, "Schadinformationen" durch seine Produkte "neutralisieren" zu können, indem er "Interferenzenergien" einsetze. Kropp soll zeitlebens auf der Suche nach den Maxwell'schen Gleichungen "übergeordneten Vektorpotential-Feldern" gewesen sein, die er "K-Feld" nannte.

Allgemeines

Wertloses Vanity-Award "Marquis Who is Who", das jedermann käuflich erwerben kann

Zur Person Kropps sind im Internet keine seriös zu nennenden Angaben auffindbar. Lediglich in diversen Webshops finden sich Angaben, nach denen er Physiker gewesen sein soll. Auch wird er als Dr. und Professor tituliert. Wissenschaftliche Veröffentlichungen eines Physikers mit dem Namen Werner Kropp sind jedoch nicht in Datenbanken auffindbar. Zur Aufwertung der Person werden Angaben um einen angeblichen Vorschlag zur Erteilung des Nobelpreises verbreitet. Allerdings kann jede Person von jedermann zum Nobelpreis vorgeschlagen werden. Derartige Angaben sind genauso wertlos wie die zu Kropp bekannten gekauften Vanity-Awards im "Marquis Who is Who".

Offenbar basieren Kropps Hypothesen zu einer elektromagnetischen Informationsübertragung auf pseudowissenschaftlichen Annahmen der Ärzte Joachim Prinz und Walter Gorenflos (gest. 1987) aus den 1970er Jahren. Diese vermuteten die Existenz von Vektorpotentialen, die dann entstehen sollen, wenn zwei Magnetfelder sich so überlagern, dass ein "Nullfeld" erscheine. In diesem Nullfeld soll es möglich sein, Informationen beliebiger Art auf ein Trägermaterial zu übertragen. Die Vorstellung, mit einem praktisch nicht vorhandenen Magnetfeld bzw. durch zwei sich gegenseitig aufhebende Magnetfelder (erzeugt durch zwei Spulen, die gegensinnig von Strom durchflossen werden) besondere Effekte erzielen zu können, ist in der Pseudowissenschaft und der Pseudomedizin häufiger anzutreffen. Vor allem bei den Skalarwellen spielen bifilar gewickelte Spulen, "Möbius-Spulen" und ähnliche Anordnungen eine Rolle.

Kropp gibt eine Anordnung aus zwei ringförmigen Spulen an, die gegensinnig von Gleichstrom durchflossen werden. In der Mitte dazwischen befindet sich eine Küvette mit der zu behandelnden Flüssigkeit.[1] Nach Kropps Vorstellung soll so ein magnetisches Vektorpotential erzeugt werden. Fälschlich beruft er sich dabei auf das quantenmechanische Phänomen des Aharonov-Bohm-Effekts[2] Durch moduliertes Laserlicht oder eine dritte kleinere, anscheinend von einem Wechselstrom durchflossene Spule soll dann eine "Energiemodulation" stattfinden, durch die dann die eigentlichen "Informationen oder Organisations- oder Wirkungsmuster" auf die Substanz erfolgen sollte. Auch eine Transmutation von chemischen Elementen hielt Kropp mit seiner Vorrichtung für möglich. Beispielsweise will er an einer "Standart-Mulitelementlösung" beobachtet haben, dass die Elemente Stickstoff, Kalium und Brom daraus "verschwunden" seien bzw. sie hätten "sich in andere Elemente verwandelt (Transmutation!)", nach Kropps Mutmaßung in Zinn, Wismut oder Chlor.[3]

Kropps Ausführungen stellen sich als reine Privatphysik dar; wissenschaftlich tragfähige Erklärungen oder auch nur Hypothesen zu seinen behaupteten Beobachtungen finden sich nicht. Nach Angaben des Esoterikers Marco Bischof, der sich mit Kropps Wekroma-Produkten befasste und 1991 an Werbeschriften der Firma Wekroma mitgewirkt haben will,[4] habe Kropp bei seinen Forschungen mit dem englischen Elektroingenieur Cyril Smith (geb. 1930) zusammengearbeitet.

Wekroma

"Aquator" zur Wasserbelebung
"Erdstrahlen-Aktiv-Gerät"

Die in den 1980er gegründete Firma Wekroma – der Name soll ein Akronym für "Werner Kropp Medizin Alternativ" sein – war zunächst in Campione d'Italia ansässig, der italienischen Enklave und (früheren) Steueroase im Kanton Tessin in der Schweiz. 1988 wurde zum Vertrieb die Wekroma (UK) Ltd. gegründet, die 2009 erloschen ist. Auf der Webseite wekroma.li ist von einem Firmensitz in London die Rede, während die Administration von Liechtenstein aus erfolgen sollte. Tatsächlich war die Firma auf der Isle of Man angemeldet.[5] In Deutschland gibt es die Wekroma Bioenergetische Produkte Vertriebs-GmbH,[6] Geschäftsführerin ist Kropps Ehefrau Ellen Kropp (geb. 1932). Dem letzten veröffentlichten Jahresabschluss (Stand: Juni 2014) für das Jahr 2007 zufolge ist dieses Unternehmen ebenfalls inaktiv. Von 1993 bis 2002 existierte in Menzingen im Kanton Zug in der Schweiz die Wekroma AG. Als Firmenzweck waren u.a. der Handel mit "paramedizinischen Oelen" und "Forschung über kosmische Kommunikation im Mikro- und Makrobereich sowie Forschung und Anwendung von kosmischen Energiefeldern" angegeben. 2009 wurde von Ellen Kropp die Wekroma AG neu gegründet, mit Sitz in Herisau im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

Produkte sind oder waren unter anderem:

  • Kosmetische Öle und Lotionen: Aktiv Lymphöl, Atemwegs Lotion, Augen Lotion, Basis Hautöl, Beauty Öl, Chakra Hautöl, Chi Massageöl, Derma Lotion, Faszinations Öl, Haarwasser, Happy Day Bio-Parfüm, Harmonie Lotion, Lady Lotion, Licht Hautöl, Massage Öl, Meridian Öl / Lotion, Mundwasser, Nagel Öl, Nerven Öl, O3 Lotion, Only One Creme, AKW.ST Lotion (alte Bezeichnung: RAD-8; "zur energetischen Stimulation bei Strahlenschäden"), Raucher Lotion (das Verreiben dieses Öls auf bestimmten Stellen der Haut soll ermöglichen, "in wenigen Tagen problemlos zum Nichtraucher zu werden"), Relax Öl, Schönheitsampullen, Spektral Öl, Sport Öl, TOK-1 Lotion, Zahn Öl, Zell Impulse Creme
  • Erdstrahlen-Aktiv-Gerät, ein Gebilde aus vergoldeten Stäben, das gegen negative Auswirkungen vermeintlicher Erdstrahlen und Wasseradern schützen soll

Nach Kropps Tod werden von verschiedenen Händlern weiterhin Produkte unter dem Markenzeichen Wekroma angeboten, vor allem sind dies einige der Hautöle, sowie die Basenmischung und das Wasserbelebungsgerät Aquator.

Um die Wirkung von Wekroma-Produkten glaubhaft zu machen, wird in der Werbung auf "Vergleichsstudien" mit Hilfe einer "Blutkristallisation"-Methode verwiesen. Diese Studien werden jedoch nicht benannt, scheinen unveröffentlicht und sind somit wissenschaftlich wertlos. Des Weiteren wird behauptet, dass eine Wirkung der Produkte durch Kinesiologie, Akupunktur, Radiästhesie und "Aura-Messungen" erwiesen sei. Dabei wird verschwiegen, dass keine der genannten Methoden eine seriös zu nennende Nachweismethode darstellt.

Marco Bischof zufolge seien Wekroma-Präparate auch zur Behandlung schwerer Krankheiten am Menschen erprobt worden; Bischof nennt unter anderem Melanome, Toxoplasmose, Lepra und Drogenabhängigkeit.[4] Auch der Chemiker Walter Medinger, der mit seiner Firma IIREC als Gutachter für dubiose Produkte tätig ist, hat eine positive Beurteilung zu Wekroma-Produkten abgegeben. "Ohne Zweifel", so Medinger, sei "das Wekroma-Verfahren eine äußerst wirksame Methode zur Beeinflussung der nicht chemischen Eigenschaften des Wassers".[7]

Patentanmeldungen

Patentierte Vorrichtung (DE 4036648), bei der Streifen aus magnetischer Folie (50) eine Flüssigkeit in einem Rohr (34) "biologisch günstig beeinflussen" sollen. Durch die Magnete würden laut Kropp "die Elektronen in den Molekülen der Flüssigkeit auf ein höheres Niveau gehoben, was einer Vermittlung von Informationen entspricht."
Anordnung aus der Patentanmeldung EP 429988 zur Übertragung von "Informationen" auf Flüssigkeiten. 1 und 2: Von Gleichstrom durchflossene Spulen; 5: Küvette mit Flüssigkeit. Durch eine "Hochfrequenzantenne" AT oder einen Laserstrahl ST soll die Übertragung der Informationen im Detail gesteuert werden.

Kropp hat diverse Erfindungen publiziert. Bei den meisten geht es darum, dass Flüssigkeiten und Gase seiner Ansicht nach sich durch magnetische und elektrostatische Felder "biologisch günstig beeinflussen" ließen. Seine Vorrichtung zur vermeintlichen Erzeugung magnetischer Vektorpotentiale und zur Übertragung von "Informationen" auf Flüssigkeiten und andere Substanzen ist vor allem in den Patentanmeldungen DE 4234502 und EP 429988 dargestellt.

Die im Folgenden genannten Patente und Patentanmeldungen sind allesamt erloschen. Einige seiner Erfindungen hat Kropp außer in Deutschland auch in Australien, Brasilien, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada, Norwegen, Russland, Ungarn und USA zum Patent angemeldet; diese sind hier nicht gesondert aufgeführt.

  • DE 4329329 A1: Verfahren und Vorrichtung zur Intensivierung der Vermischung mehrerer gasförmiger und/oder flüssiger Medien und/oder auch pulverartiger bzw. feinkörniger Stoffe in Verbindung mit diesen Medien. Anmeldedatum: 31.08.1993. Zurückgewiesen: 18.02.2005
  • DE 4318238 A1: Verfahren und Verpackung zum Konditionieren von Pflanzen, insbesondere Bäumen (Method and packaging for conditioning plants, in particular trees). Anmeldedatum: 01.06.1993. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Konditionieren von Pflanzen, insbesondere von Bäumen, und ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Substrat mit insbesondere homöopathischer Wirkung und/oder mit physikalisch energetischer Wirkstoff-Informationsprägung beispielsweise in Form einer Flüssigkeit in biologisch aktive Bereiche des Baumes eingebracht wird.
  • DE 4234502 A1: Verwendung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zur Beeinflussung chemischer Verbindungen sowie zur Erzeugung von Transmutationen chemischer bzw. atomarer Elemente (Use of electromagnetic energy in magnetic field region). Anmeldedatum: 13.10.1992. Zurückgewiesen: 04.03.2003. Verwendung eines Verfahrens und einer Vorrichtung bei dem bzw. mit dem durch Einwirkung von elektromagnetischen Wirkenergien bestimmter Frequenzen innerhalb von mit gegeneinander oder zueinander gerichteten Magnetfeldern beaufschlagten Raumbereichen chemische Verbindungen (hetero- und homöopolare auch anorganische und organische) in ihrer Zusammensetzung bzw. ihrem Aufbau beeinflußt werden.
  • DE 4036648 B4: Vorrichtung zur Beeinflussung von Flüssigkeiten durch Magnetfelder. Anmeldedatum: 16.11.1990. Patent erteilt: 07.07.2005. Patent erloschen: 03.06.2009. Hier wird eine Anordnung beschrieben, die dem Wekroma-Waserbelebungsgerät Aquator ähnelt.
  • DE 3741949 A1: Bioenergetisch wirksame Anordnung (Arrangement with bioenergetic activity). Anmeldedatum: 10.12.1987. Anmeldung zurückgenommen: 13.12.1994. Zur zuverlässigen und über längere Zeit und reproduzierbar wiederholten sowie bequemen Einflußnahme durch bioenergetisch wirksame Substrate verschiedener Art auf die bioenergetisch beeinflußbaren Punkte bzw. Bereiche auf der Körperoberfläche von Lebewesen, insbesondere Menschen und Tieren, ist erfindungsgemäß die Anbringung der Substrate an die Lebewesen umgebende Gegenstände, z.B. Kleidung, vorgesehen.
  • DE 2952592 A1: Herstellung von Arzneimitteln und von Mitteln zur Unschädlichmachung von Mikroorganismen. Anmeldedatum: 28.12.1979. Zurückgewiesen: 25.09.1982
  • EP 429988 A1: Verwendung von insbesondere magnetischen Vektorpotentialen zur Behandlung von Materialien (Use of particular magnetic vector potentials for treating materials). Anmeldedatum: 16.11.1990. Die Erfindung betrifft die Verwendung von Wechselwirkungen mit Vektorpotentialen, insbesondere des magnetischen Vektorpotentials vorzugsweise im magnetfeldfreien Raum für die gezielte Übertragung von vorbestimmten Wirkkraft-Organisations- bzw. Orientierungsmustern auf Substrate, insbesondere speziell Substate mit Wassereigenschaften und damit verwirklichte Substrate, sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zum praktischen Einsatz dieser Verwendung.
  • EP 249004 B1: Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Substrat mit einer energetischen Wirkladung (Process and apparatus for the production of a substrate having an energizing active charge). Anmeldedatum: 10.04.1987. Patent erteilt: 19.07.1995

Weblinks

Quellennachweise

  1. Patentanmeldung EP 429988 A1: Verwendung von insbesondere magnetischen Vektorpotentialen zur Behandlung von Materialien. Anmeldedatum: 16.11.1990
  2. Aharonov-Bohm-Effekt. Spektrum.de, Lexikon der Physik
  3. Patentanmeldung DE 4234502 A1: Verwendung eines Verfahrens und einer Vorrichtung zur Beeinflussung chemischer Verbindungen sowie zur Erzeugung von Transmutationen chemischer bzw. atomarer Elemente. Anmeldedatum: 13.10.1992. Zurückgewiesen: 04.03.2003
  4. 4,0 4,1 Marco Bischof: Tachyonen Orgonenergie Skalarwellen, S. 337. AT Verlag, 2002
  5. http://portal.gov.im/pvi/CompanyDetails.aspx?company=040735C
  6. Wekroma Bioenergetische Produkte Vertriebs GmbH, Hub 7, 83203 Prien am Chiemsee
  7. www.nie-mehr-rueckenschmerzen.info, abgerufen am 27. Dezember 2011