Superionisiertes Wasser

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Superionisiertes Wasser (SIW, Aqua Elix, Trink-Formula, Perfect Formula, Perfect Aqua, Perfect Solution Water oder auch Perfect Solution Aqueous Formula (PSAF)) ist ein Scharlatanerieprodukt aus dem Bereich der "basischen Wässer", das mit angeblichen Wundereigenschaften beworben wird. Entstehen soll das Produkt aus einer heiligen Dissoziation, die nicht weiter erläutert wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasser soll das superionisierte Wasser drei zusätzliche Elektronen in der äußeren Elektronen-Hülle des Wassermoleküls besitzen, was dieses Produkt aktiviere und "lebendiger" mache und ihm spezielle Eigenschaften verleihen soll. Laut Werbung habe das SIW eine H3O+ + OH -Struktur. SIW soll einen Gefrierpunkt von unter -7°C und einen ph Wert von 7 haben und im Gegensatz zum herkömmlichen Wasser elektrisch leitfähig sein.

Herkömmliches Wasser sei hingegen als Unstrukturiertes Wasser anzusehen, das auf elektronischer Ebene nicht in einem natürlichen Gleichgewicht sei, denn Wasser fehle es an äußeren Elektronen. Dies führe laut SIW-Werbung dazu, dass Krankheiten entstehen würden. Darüber hinaus sei dieses Produkt laut Vermarktern absolut ungefährlich.

Einer der Vermakter von superionisiertem Wasser ist der türkischstämmige Ayhan Doyuk. Eine weitere Bewerberin ist die Heilpraktikerin Ina Gutsch. Beworben wird SIW auch in Zeitenschrift [1].

Die erfundenen Angaben zu diesem Produkt werden von den Anbietern nicht belegt und müssen geglaubt werden. Seriöse Literatur zum Thema fehlt völlig und wird auch von den Anbietern nicht genannt.

Erfinder

Ayhan Doyuk Präsentation
Als Erfinder wird ein Drunvalo Melchizidek angegeben, der das superionisierte Wasser angeblich 1999 auf einem spirituellen Festival in Mount Shasta (Kalifornien) vorgestellt haben will. Das Herstellungsverfahren wird vom Entwickler Ayhan Doyuk nicht offengelegt.

Herstellung und Physik

Ionisiertes Wasser, egal ob super- oder nicht, würde diese Eigenschaft durch Ladungsaustausch mit der Umgebung sofort wieder verlieren.

Laut [2] wird alkalisches ionisiertes Wasser "durch Elektrolyse von destilliertem Wasser durch hoch effiziente Filter auf der negativen (-) Seite aktiviert [...]. Solches Wasser ist angereichert mit verschiedenen Mineralien". Diese Aussage ist nicht haltbar, da destilliertes Wasser per Definition einen neutralen pH-Wert hat und keine Mineralien enthält. Daran kann man auch durch Destillation oder Filtration nichts ändern.

Die demonstrierten Effekte lassen sich teilweise physikalisch dadurch erklären, dass es sich bei den jeweiligen Versuchen um spezifische andere Flüssigkeiten handelt. So lässt sich Öl mit etwas Seifenlauge problemlos ausfällen. Trotzdem wird niemand auf die Idee kommen, bei einem Ölunfall massiv Seife auszubringen.

Nicht nachvollziehbar ist dagegen z.B. die Behauptung, besagtes Ausfallprodukt verwandele sich in "Fischfutter", da völlig unklar ist, woher der dafür letztlich benötigte Stickstoff kommen soll.

Wundereigenschaften

Das SIW soll einerseits für den Mensch unschädlich sein, andererseits soll es die Gesundheit fördern, indem es

  • schädliche Bakterien und Mikroben einkapsele
  • Blutgefäße im Sinne eines Rohrfrei-Produktes reinige
  • das Blut kristallklar mache und den Sauerstoffgehalt im Blut um 60% erhöhe
  • Blutfette in harmloses Öl umwandele
  • angenommene Organ-Blockaden beseitige
  • Diabetes und Krebs heilen könne
  • Nierensteine schmerzlos auflösen könne.

Absurderweise wird auch behauptet, dass dieses Produkt den pH-Wert des Menschen in 18 Sekunden auf pH 7 senken könne (was einer Azidose entspricht, die mit dem Leben nicht vereinbar ist). Die Vermarkter dieses Produktes behaupten auch, dass das superionisierte Wasser

  • Öle und Gifte beseitigen,
  • Müllhalden in Gärten verwandeln und Abwässer reinigen und
  • radioaktive Strahlung neutralisieren könne.

Außerdem könne superionisiertes Wasser Brände besser als Wasser löschen.

Von diesen Wundereigenschaften hätten sich - nach Angaben von Drunvalo Melchizidek - Mitarbeiter des FBI, der CIA, des amerikanischen Militärs und führende Wissenschaftler überzeugen können. Diese Behauptungen sind aber nicht belegt, die Mitarbeiter werden nicht näher bezeichnet oder namentlich genannt.

Siehe auch

Quellennachweise

  1. Zeitenschrift Ausgabe 43, 2004
  2. http://www.elodia.ch/index.php?option=displaypage&Itemid=181&op=page

Weblinks