Gernot D. Homes

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Gernot D. Homes (Bild: Broschüre "Vorbeugung und Behandlung von Krebs mit Vitamin B17 - Eine Übersicht")

Gernot D. Homes (geb. 1962) ist ein deutscher Chemieingenieur (FH) und Informatiker aus Dußlingen. Er machte 1982 eine Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten und wurde 1990 Chemieingenieur (FH). Aktuell ist er in der Informatikbranche tätig (PC- und Netzwerkbetreuung).

Verbreitung pseudomedizinischer Ansichten

In einer 2009 erschienenen Broschüre mit dem Titel "Vorbeugung und Behandlung von Krebs mit Vitamin B17 - Eine Übersicht"[1] verbreitet er als Medizinlaie pseudomedizinische Privatansichten zum Thema Krebserkrankungen und insbesondere Vorstellungen zu einer Amygdalin-Therapie. Seine Ansichten leitet Homes unter anderem von dem Buch "World Without Cancer" des amerikanischen Verschwörungstheoretikers G. Edward Griffin ab, der ebenfalls über keinerlei medizinische Qualifikation verfügt. Als weitere Quelle nennt Homes ausgerechnet einen deutschen Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Michael Megerle (Firma Topfruits; Zitat Homes: "Einige der folgenden Informationen habe ich von der Internetseite www.aprikosen.info/aprikosenkerne.htm entnommen.") und ein Werk des Riedlinger Heilpraktikers Peter Kern.

Kurz dargestellt vermutet Homes, dass die Krebserkrankung eine "nahrungsbedingte, chronische Stoffwechselerkrankung" sei, die:

"sich durch einfache Verabreichung eines Vitamins in den Griff bekommen lässt. [...] Krebs wird durch die Abwesenheit einer Substanz ermöglicht, welche der moderne Mensch von seinem Speiseplan entfernt hat. Diese Substanz hat die Bezeichnung Amygdalin, Mandelonitril, Laetril (Lätril ausgesprochen) oder Vitamin B17. [...] Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass Völker deren Nahrung reich an Vitamin B17 ist, keinen Krebs kennen. In völkerkundlicher Literatur gut dokumentierte Beispiele sind die Hunza (Himalaja, West-Pakistan), die Inuit (Eskimos), die Abchasen (Kaukasus) sowie die Hopi und Navajo-Indianer (Nordamerika). Interessanterweise erkranken aber auch Menschen dieser Völker an Krebs, sobald sie ihre traditionelle Diät mit der westlichen, an Vitamin B17-armen Diät vertauschen."[2]

Bei dieser Meinung, die mit Erkenntnissen der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll in Einklang zu bringen ist, und ohne sich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Tumorentstehung zu beziehen, nennt Homes hier lediglich die Substanz Amygdalin (auch Laetrile). Die Substanz wird in den Kreisen der Befürworter fälschlich als "Vitamin B17" bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um ein Pseudovitamin, das nur in Teilen der Alternativmedizin Relevanz hat. Ein Vitamin mit dem Namen "B17" existiert nicht, genauso wenig wie ein angenommener Vitamin B17-Mangel. Homes bezieht sich nicht auf die zum Thema zahlreich vorliegende Literatur, weder zu Krebs bei Inuit (> 300 Veröffentlichungen in der Medline, Beispiel[3]) noch bei Abchasen, Hopi oder Navajo. Nebenbei reaktiviert er den Jahrzehnte alten und widerlegten Hunza-Mythos. In der Bevölkerung der Hunza (Nordpakistan) ist Krebs sehr wohl bekannt.[4] Unter Berufung auf eine im Jahr 1902 durchgeführte Untersuchung des schottischen Embryologen John Beard kommt Homes 110 Jahre später zur Erkenntnis: "Krebs ist ein unkontrollierter Heilungsprozess".

Die Broschüre ist online auf diversen Webseiten von Nahrungsergänzungsmittelanbietern zu finden, die aus dem Ausland Nahrungsergänzungsmittel und Esoterikprodukte in den deutschsprachigen Raum liefern, sowie auf den Webseiten der Baptistengemeinde Metzingen.[5]

Da es sich bei Amygdalin nicht um ein zugelassenes Arzneimittel handelt, ist auch ein Import aus dem Ausland mit Risiken für den Besteller behaftet. Seit 2008 werden Sendungen mit Amygdalin vom deutschen Zoll beschlagnahmt. Homes schreibt daher in seiner Broschüre:

"Es gibt noch die Möglichkeit sich Vitamin B17 über Großbritanien, Polen, Irland, Schweiz, Tschechien, Russland, Niederland und Belgien schicken zu lassen, wenn man dort über eine Vertrauensperson verfügt"

Quellennachweise

  1. http://www.provitaspharma.com/index_htm_files/Vitamin%20B17%20Homes.pdf
  2. Gernot Homes: Vorbeugung und Behandlung von Krebs mit Vitamin B17 - Eine Übersicht. Ausgabe 2009-03, Seite 5
  3. Friborg JT, Melbye M.: Cancer patterns in Inuit populations. Lancet Oncol. 2008 Sep;9(9):892-900. doi: 10.1016/S1470-2045(08)70231-6.
  4. http://psiram.com/ge/index.php/Hunza-Mythos#Die_Realit.C3.A4t
  5. http://ubg-metzingen.de/downloads/Vitamin_B17-Stand_2009-03.pdf (inzwischen gelöscht)