Esoterische Mauertrockenlegung

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Aquapol, ein esoterisches Produkt zur Mauertrockenlegung
Werbung für Aquapol von Jürgen Fliege

Esoterische Mauertrocknung bezeichnet unterschiedliche außerwissenschaftliche oder pseudowissenschaftliche Verfahren, zu denen ihre Anbieter oder Befürworter behaupten, dass sie den Wassergehalt in Mauerwerk oder Räumen reduzieren könnten. Die hier thematisierte esoterische Mauertrocknung ist nicht mit etablierten Verfahren der Horizontalsperre zu verwechseln, die standardmäßig in Neubauten verwendet und gelegentlich in Altbauten nachgerüstet werden. Auch handelt es sich nicht um klassische Be- oder Entlüftungsverfahren oder Heizungen.

Feuchte in Mauerwerk

Ein hoher Wassergehalt im Mauerwerk (etwa durch eine undichte Vertikal- oder Horizontalsperre) führt zu kapillar aufsteigender Feuchtigkeit im Mauerwerk. Diese hat Feuchtigkeitsschäden zur Folge:

  • Kondensation durch Wärmeverluste über die Wand
  • Schimmelpilzbefall
  • Schwammbefall
  • Erhöhte Wärmeleitfähigkeit und Wärmeverluste

Der Schimmelpilzbefall und andere Faktoren können eine Gesundheitsgefährdung zur Folge haben. Wärmeverluste erhöhen die Heizkosten.

Konventionelle Mauertrockenlegung

Bei der konventionellen Mauertrockenlegung kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung:

  • Vertikale Abdichtungen
  • Drainagen
  • Horizontalsperren (horizontale Dichtung), "Verkieselung", Mauersägeverfahren, I-Bau-Saniersystem, Stahlplatten, Injektionsverfahren
  • Entfeuchtungsputzen und Sanierputzen
  • Lüftungsmaßnahmen. Entweder durch Schaffung einer Lüftung durch zusätzliche Öffnungen, gegebenenfalls ergänzt durch einen erzwungenen Luftwechsel durch Ventilatoren

Besondere Schwierigkeiten ergeben sich bei feuchten Bodenplatten von Kellerräumen.

Behauptete Methoden esoterischer Mauertrockenlegungsverfahren

Hygrische Diode

Eine Sonderrolle spielen bestimmte Wand- oder Fassadenfarben, die ebenfalls zur Senkung der Feuchte im Mauerwerk führen sollen. Die chemische Industrie bietet "Thermobeschichtungen" an, die zu einer Trocknung der Mauerfeuchte geeignet seien. Bekanntestes Produkt ist wohl ThermoShield, das Eigenschaften einer "hygrischen Diode" erfüllen soll, die Wasser wie ein großflächiges Ventil nur in eine Richtung durchlasse, analog zur Diode in der Elektrotechnik.

Elektroosmose

Ein bekanntes und physikalisch grundsätzlich mögliches, hinsichtlich seiner Brauchbarkeit zur Mauertrocknung allerdings umstrittenes Verfahren ist die Elektroosmose. Die Elektroosmose beschreibt einen Flüssigkeitstransport entlang einer Phasengrenze oder Oberfläche in einem elektrischen Feld. Unter bestimmten Bedingungen wird Wasser in einem elektrischen Gleichfeld in Richtung der negativen Elektrode bewegt. Das Wasser muss in dünnen Kapillaren von höchstens einigen Mikrometern vorliegen, was in feuchtem Mauerwerk indes der Fall sein kann. Eine weitere Bedingung ist, dass die elektrische Spannung ausreichend hoch ist Damit überhaupt mit einer Wirkung zu rechnen ist, müssen Elektroden in ausreichender Zahl in die zu trocknende Wand eingebracht werden. Probleme entstehen auch durch Elektrokorrosion der Elektroden. Viele Fachleute aus dem Bereich der Bauphysik sind der Ansicht, dass die Elektroosmose noch nicht zum Stand der Bautechnik zählt und deshalb nicht empfohlen werden kann.[1]

Diverse Anbieter werben mit Geräten, die mit einer Kleinspannung von wenigen Volt funktionieren sollen oder bei denen nur ein Loch für eine einzige Elektrode in eine Wand gebohrt werden müsse, was zudem für einen ganzen Kellerraum ausreichend sei. Bei mehreren Verfahren wird außerdem eine Wechselspannung benutzt. Die Verwendung des Wortes "Elektroosmose" suggeriert ein physikalisch anerkanntes Prinzip bei solchen zur Mauertrocknung jedoch untauglichen Gerätschaften.

Elektromagnetische Felder zur Mauertrocknung

Mehrere Anbieter behaupten, Wände mit magnetischen Wechselfeldern oder auch mit "elektromagnetischen Wellen" zu trocknen (von elektromagnetischen Wellen zu sprechen ist hier physikalisch unsinnig, da die verwendeten Frequenzen von einigen Hertz bis zu etwa 100 kHz Wellenlängen von mindestens einigen Kilometern ergeben). Mindestens ein Anbieter behauptet, ein "elektromagnetisches Feld" mit einer Frequenz im Bereich 10 Hz auszusenden, was auf unbekannte Weise zur Trocknung von Wänden in der Nähe des Aufstellungsorts führen soll. Bei mehreren Geräten ist die angeblich entscheidende Komponente ein Schwingkreis, der in bestimmten Abständen, z.B. 50 mal je Sekunde, zu einer gedämpften Schwingung von 141 kHz angestoßen wird. Das schwache Magnetfeld der Spule des Schwingkreises soll ebenfalls die erwünschte Fernwirkung auf Feuchtigkeit in Mauern in der Umgebung haben. Typisch werden Reichweiten von 10 bis 20 m angegeben. In der Szene verwendete Ausdrücke wie "drahtlose Elektroosmose" oder "elektrodenfreie Elektroosmose" für solche Scharlatanerieprodukte suggerieren auch hier die Nähe zu einer zumindest in Ansätzen etablierten Methode, die aber überhaupt nicht gegeben ist.

Sonstige

Ein großer Teil der auf dem Markt befindlichen Produkte wie Aquapol, Biopol, Harmofix, ProSanitas usw. wird mit gänzlich esoterischen oder frei erfundenen scheinwissenschaftlichen Aussagen zum Wirkprinzip beworben. Häufig müssen auch die nicht existierenden Skalarwellen zur Erklärung herhalten.

Produkte aus dem Bereich der esoterischen Mauertrockenlegung

Stromloser "Cobra-Generator" bzw. "Naturenergiegenerator"
Der proSanitas-Mauerentfeuchter soll mit "Raumenergie" arbeiten
Produkte des Mauertrocknungssystems ECODRY auf Basis einer "Impuls-Resonanz-Technologie" (Bild: ECODRY Systeme GmbH)
Produkt Wall-Drying der Firma Terra Energetic. Aus der Werbung: Die Wall Drying 10 für 970 €. Trocknet Wände und Mauern im Radius von 10 Metern mit einer Tiefenwirkung von 10 Metern. Ohne Baumaßnahmen ideales Produkt für Laien.

Allgemeines

Einige der Anbieter von esoterischen Mauertrocknungsverfahren bieten zusätzlich eine Entlüftung an oder verwenden zusätzlich zu ihren eigenen Verfahren auch etablierte Verfahren, was die Bewertung des Gesamtverfahrens erschwert und Rechtsstreitigkeiten verkompliziert. Auch kann es bei einem Misserfolg für einen Kunden schwierig zu belegen sein, dass er die Gewährleistungsbedingungen eingehalten hat.[2] Die Bedienungsanleitung eines bestimmten Produkts aus diesem Bereich verlangte sogar mehrmals tägliches Stoßlüften von mindestens zwei Stunden Dauer.[3]

Auswahl von Produkten

Im Handel sind sowohl Geräte mit Energieverbrauch, also in der Regel mit einem Stromanschluss, als auch solche ohne Energieverbrauch. Firmennamen und Produktnamen haben oftmals nur kurze Zeit Bestand. So wurde aus der Firma Hydropol Hydrodry, nachdem ein Gericht gegen Hydropol vorging. Eine Liste zur Übersicht ist deshalb nur eine Art Momentaufnahme der Szene.

  • Aquapol, ein "magnetokinetisches" System zur Trockenlegung feuchten Mauerwerks der österreichischen Firma Aquapol - wasserpolarisationstechnische Geräte GmbH aus Reichenau an der Rax. Es wurde von Jürgen Fliege in der ARD beworben. In der ZDF-Fernsehsendung WISO wurde dagegen vor diesem Scharlatanerieprodukt gewarnt. Auch das ARD-Fernsehmagazin plusminus brachte einen kritischen Bericht über Aquapol, vor dessen Ausstrahlung die Firma der Redaktion mit rechtlichen Schritt drohte. Der Chef von Aquapol, Wilhelm Mohorn, ist bekennender Scientologe und Vereinsvorsitzender des ÖVR. Aquapol-Geräte kosten von 4.000 bis über 10.000 €.
  • Aqualan (D), Aquabloc (AUT) und Aquaex (L,NL,B): Bei diesem Gerät sollen hypothetische Skalarwellen die Mauern trocknen. Die Leistungsaufnahme aus dem Stromnetz soll dabei 4,5 W betragen.
  • Biopol Magnum: Ein Plastikkasten unbekannten Inhalts, der ohne Energiezufuhr Mauern trocknen soll und außerdem in 60 m Umkreis Wasser beleben und Elektrosmog unschädlich machen soll
  • Cobra Technik. Die Firma bot ein "Resonanzverfahren" mit einem stromlosen "Naturenergiegenerator" (NEG, bzw. "Cobragenerator") an. Die Webseite von Cobra ist inzwischen offline (cobra.cc). Dennoch wird Cobra weiterhin von einer Firma EMT[4] angeboten, die weitere Scharlatanerieprodukte wie zum Beispiel Fostac anbietet.
  • Desicca, eine Firma aus Aschersleben,[5] bietet neben etablierten Verfahren auch ein Mauertrocknungssystem auf Basis der drahtgebundenen Elektroosmose an, die nach Desicca-Angaben auf einen russischen Professor Reuss aus St. Petersburg (1806) zurückgehen soll. Der Schweizer Erfinder Paul Ernst (der gern mit dem Schweizer Nobelpreisträger Richard Ernst verwechselt wird) habe später in den 1930er Jahren eine "Umpolarisierung der natürlichen Polung des Mauerwerkes" entdeckt, was dazu genutzt werden könne, Wasser ins Erdreich zurückwandern zu lassen, indem man eine Elektrode im Mauerwerk "erde". Alleine die "Erdung" der Elektrode solle ausreichen, das Wasser passiv - also ohne Energieverbrauch - aus dem Mauerwerk zu treiben.
  • Drymat System. Ein Dübelloch und eine Steckdose – 
mehr brauchen wir nicht ist die Devise der Firma Drymat[6] aus Niederwiesa. Ihr 6 Watt verbrauchendes Gerät soll "langwellige Signale" aussenden. Diese, so der Hersteller, "weiten kurzzeitig den mathematischen Winkel zwischen den H2O-Atomen Sauerstoff und Wasserstoff. Dies führt zur gleichzeitigen Auflösung der Cluster zwischen den Molekülen. Die Anhaftung der Salzione an den kapillaren Wänden wird dadurch aufgehoben." Im Ergebnis sinke das Wasser im Mauerwerk "aufgrund der natürlichen Schwerkraft nach unten".
  • Dry-Tech: Eine angeblich bei der französischen Eisenbahn und der Pariser Metro zum Trockenlegen von Tunneln verwendete Technik, die 950 Euro kostet. Das Wundergerät gibt eine Kleinspannung von 3 Volt ab. Diese drei Volt sollen gegen aufsteigende "Wasserströme ankämpfen", wie es in der Werbung heißt. Anbieter ist die Firma BAUKONTROL aus Eppingen-Mühlbach[7], die auch einen "Wassermagneten" (Fluid-Magnetics) zur Wasseraufbereitung im Angebot hat.
  • DryTronic wird von der Firma "Global-Assistance" und diversen anderen angeboten. Das strombetriebene Gerät von DryTronic soll nach einem "elektrokinetischen" Prinzip funktionieren und eine "Feuchtigkeitssperre" und "Rückdämmung von Feuchtigkeit in Bauwerken" bewerkstelligen. Zum Betrieb werden Elektroden in den feuchten Wänden oder Böden befestigt, eine Verbindung zum Erdbereich hergestellt und dann mit dem Gerät verbunden.
  • ECODRY der Firma ECODRY Systeme GmbH aus Sauerlach.[8] Die Firma behauptet, eine "elektrokybernetische" Mauertrocknung durch eine "Impuls-Resonanz-Technologie" (IRS) bewerkstelligen zu können, die die Firma erfunden haben will. Entsprechend gibt ECODRY auch auf seiner Webseite bekannt: "Es stimmt, dass wir wissenschaftlich noch nicht alle in der Praxis belegten Eigenschaften beweisen können, aber einen Teil sehr wohl!" Nach Angaben des Herstellers sollen die ECODRY-Kästen mit "elektromagnetischen Impulsen" in eine "Molekularstruktur des Wassers" eingreifen können, was zu einer "kapillaren Wanderung" wichtig sei. Auch werde das Wasser auf wundersame Weise "zurück ins Erdreich orientiert", was ein positiver TÜV-Bericht dokumentiere.
  • Energiedraht. Zwei gewöhnliche isolierte Kupferdrähte von rund 20 cm Länge, die verdrillt sind und durch einen Kunststoffschlauch (Schrumpfschlauch) zusammengehalten werden.
  • Harmofix ist ein Produkt der "Harmofix Ltd. Naturtechnologie" aus Fichtelberg.[9] Angeboten wird ein "Harmofix Multi Energieumwandler" Gerät, das durch Verwendung von "natürlichen Skalarwellen "das verkümmerte Energiespektrum in Mauern und Wänden in pluspolares rechtsdrehendes Energiewirbel" umwandele, um einer Kapillarität entgegen zu wirken, wie es in der Werbung heisst. Nebenbei soll das Produkt auch eine Heilwirkung auf Menschen haben. Unter der Bezeichnung "Harmofix" werden zahlreiche weitere fragwürdige Produkte angeboten, so die "Automobil-Card", "Energie-Wandler HF1 und HF2" und "Funk-Chip", die durch "quantenphysikalische Programmierung" vor Elektrosmog schützen sollen, ein "Prana-Transformer" soll Heilung bei Krankheit bewirken und Blockaden "lösen".
  • Hydropol: Ein Gerät der in Liechtenstein ansässigen Hydropol Schweiz AG, das über "schwachfrequente Wellen" und eine der Wissenschaft unbekannte "drahtlose Elektroosmose" Wände "umpolen" könne und dadurch Wasser nach außen abfließen lasse.
  • Hydrotronic. Das Produkt mit "Entfeuchtungsgarantie" soll mit einem wissenschaftlich unbekannten elektrokinetischen Verfahren, das mithilfe einer "neuartigen Impulsgebertechnik" funktionieren soll, entfeuchten. "Schwache, kontinuierliche Impulse" sollen "die Ladungsstruktur im Mauerwerk" beinflussen. Technische Grundlage sei eine "DIR-Dipol-Impuls-Resonanz-Technologie". Zitat aus der Werbung: "Hydrotronic K2000® sendet schwache, niederfrequente elektromagnetische Wellen aus, welche die Ionenwanderung von Wasser und Salzen in den Baustoffen beeinflussen. Dadurch wird das Strömungspotential der aufsteigenden Feuchtigkeit neutralisiert. Es kommt also zu keinem weiteren kapillaren Auftrieb."
  • Hydrosecco ist ein elektrisches Gerät des Herstellers "Mauerentfeuchtung und Bautenschutz Gerhard Weitmann" aus Augsburg.[10] Die behauptete Wirkung soll durch Aussenden elektromagnetischer Wellen geschehen.
  • Matrolan. Das Matrolan-System zur Mauerentsalzung und Mauertrocknung besteht aus einem 13 Watt verbrauchenden Gerät des Herstellers Hamatrol aus D-89343 Jettingen-Scheppach, das "aktive Elektroosmose"-Signale mit Energien im Leistungsbereich 10 bis 26 mW über Elektroden und eine Erdverbindung an eine Wand abgibt.
  • Mikropol. Das österreichische Franchise-Unternehmen Mikropol Gesellschaft für Gebäudetrockenlegung mbH[11] bietet ein Elektroosmose-Verfahren zur Mauertrockenlegung an.
  • Novidry ist ein Gerät, das "elektro-physikalisch" eine Mauertrocknung erzielen soll. Es wird an eine Steckdose angeschlossen und soll eine Reichweite von 8 m haben. Anbieter ist eine Firma alphanovis bzw. Investorenda GmbH aus Konstanz.[12]
  • Oekodry ist ein österreichisches Mauertrocknungsverfahren der Firma Oeko-Dry Mauertrockenlegung GesmbH aus Steinabrueckl[13] Sie gibt zur esoterisch anmutenden "High-Tec" Methode an, dass sie eine "kostenlose unerschöpfliche natürliche Energie" der Erde nutze, die analog zum Erdmagnetfeld und der Gravitation existiere. Die Energie wird dabei als Freie Energie bezeichnet oder auch als "Erdenergiefeld".
  • Omega Generator. Die Firma Omega direkt GmbH aus Erfurt[14] bietet einen elektrischen "Omega Generator" an, der eine "Omega - elektrophysikalische Mauerwerksentfeuchtung" realisieren soll. Dabei soll es sich um ein Gerät zur "drahtlosen elektrophysikalischen Mauerentfeuchtung" handeln, mit quarzgesteuerter Elektronik und innen angebrachter Antenne.
  • Osmoterra
Zeichnung aus einem Patent der Firma Schwille Elektronik (siehe Sinpro). Das Gerät soll Wände drahtlos mit einem elektrischen Wechselfeld trocknen, das mit einem Tesla-Transformator (2) erzeugt wird.
  • proSanitas-Raumentfeuchter PME (Bürger-proSanitas, Ehingen). Das 1400 Euro teure Gerät ähnelt einer Blechdose mit Zackenkranz und wird unter die Kellerdecke gehängt. Es benötigt keine Energiezufuhr, sondern arbeite mit "Raumenergie". Diese sei, so der Anbieter Udo Bürger, "in jedem Raum vorhanden, masselos, richtungslos, Materie durchdringend (außer Kunststoff), hochfrequenter Natur, schneller als Licht und quantitativ unendlich. Entsprechend ist die Wirkung des PME unerschöpflich."
  • Rondom. Laut Fantasieerklärung des Herstellers Coufal sorge dieses Gerät "mittels elektromagnetischer Wellen in verschiedenen Frequenzen für eine Änderung des Frequenzspektrums im Mauerwerk, so dass sich die ursächlichen Spannungskräfte für die aufsteigende Kapillarfeuchte nicht mehr bilden können". Es wird eine Reichweite von 16 m angegeben.
  • Sinpro ist ein eingetragenes Warenzeichen für elektronische Artikel der Firma Schwille-Elektronik aus Kirchheim bei München.[15] Aktivitäten zur Mauertrocknung sind aktuell nicht mehr erkennbar. Die Firma erhielt 2009 ein Patent auf eine Vorrichtung, die mit einem Tesla-Transformator und ein elektrisches Wechselfeld erzeugen und damit Mauern über eine Entfernung von bis zu 8 Metern trocknen sollte.[16]
  • Sinus Mauerentfeuchtung ist eine Firma aus Fürth[17], die eine "drahtlose" Mauerentfeuchtungsmethode anbietet.
  • SKM. Das System der SKM electronic[18] wurde offenbar inzwischen umbenannt in "Ecodry" (siehe oben). Das System sollte mit "Potentialwirbeln" funktionieren.
  • Vasati Resonator
  • Wall-Drying: Ein Kasten unbekannten Inhalts der bayerischen Firma Terra Energetic, der keine Energiezufuhr benötigt, "feinstofflich" funktionieren soll, einfach "höher als die höchste feuchte Stelle" aufzustellen ist und dabei eine "Reichweite" von 10 m haben soll. Zur Funktionsweise seiner Geräte beruft sich der Hersteller in unklarer Weise auf Burkhard Heim.
  • Wet-ex ist der Name von "Generatoren" der österreichischen Firma "EGM Benisch e.U."[19], die eine "elektrophysikalische Mauerentfeuchtung" erreichen sollen.
  • Wigopol ist in mehreren Ländern aktiv und wird von einem Rudolph K. Moser aus Graz (Österreich)[20] gesteuert. Wigopol beruft sich auf ein Patent (AT 408 111 B). Laut Erfindung soll die Mauertrocknung durch Abstrahlung eines "elektromagnetischen Wechselfeldes" im Frequenz-Bereich von 6 bis 15 Hertz geschehen.

Die österreichische Norm B 3355

In Österreich gibt es mit der ÖNORM B 3355 "Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk" ein Regelwerk, welche die Trocknung von Mauern zum Gegenstand hat.[21] Mehrere Anbieter fragwürdiger Trocknungssysteme erwähnen diese Norm in ihrer Werbung und erwecken dadurch den Eindruck, ihr Verfahren sei behördlicherseits anerkannt, zumal mit Aussagen der Art, dass die ÖNORM B 3355 in ganz Europa gültig sei. Dabei haben die meisten nationalen oder internationalen Normen und so auch diese keinen Gesetzescharakter, sondern sind technische Richtlinien oder Empfehlungen, an die man sich halten kann, aber nicht muss. Zudem werden elektrophysikalische Verfahren in der B 3355 lediglich kurz erwähnt; in Abschnitt 4.4 von Teil 2 heißt es:

Elektrophysikalische Verfahren sind solche, bei welchen mittels im Mauerwerk verlegter Elektroden eine elektrische Gleichspannung in das Mauerwerk eingebracht wird. Die angewandten Verfahren unterscheiden sich in Hinsicht auf Ausbildung und Anordnung der verwendeten Elektroden sowie in Hinsicht auf die angelegten Spannungen zur Erzielung des erforderlichen Stromflusses.

In Abschnitt 5.2.3 folgen noch einige wenige und allgemein gehaltene Arbeitshinweise, z.B. dass die Elektroden nur bei einer Mauerwerkstemperatur über +5 °C verlegt werden dürfen. "Drahtlose" Verfahren und solche, die völlig ohne Energiezufuhr auskommen sollen, werden überhaupt nicht behandelt.

Lobbyvereinigung EURAFEM

Der EURAFEM e.V. (Europäischer Arbeitskreis für Mauerwerkssanierung e.V.)[22] ist ein Münchner Verein, der die Interessen der hier thematisierten Branche vertritt, aber auch Mitglieder hat, die seriös zu nennende Verfahren einsetzen. Präsident ist der Unternehmer und Privatflieger Edgar Aust aus Tecklenburg. Der Verein, dem sowohl die österreichische Aquapol-Zentrale als auch die deutsche Aquapol-Vertretung angehören, hat auch einen wissenschaftlichen Beirat, dem nach Vereinsangaben der emeritierte Josef Riederer (ehemaliger Leiter des Rathgen-Forschungslabors der Staatlichen Museen zu Berlin und ehemaliger Honorarprofessor im Fachgebiet Denkmalpflege an der Technischen Universität Berlin) und ein Dipl.-Ing. Peter Follin (Architekt und Energieberater aus Schleching) angehören sollen.

Der Verein vergibt Zertifikate an Mitglieder. Um ein EURAFEM-Zertifikat zu erhalten, reicht es, drei Berichte von Objekten einzureichen, die mit der Methode des Antragstellers getrocknet worden seien. Nach Angaben des Vereins werde gegebenenfalls eine Stichprobe und eine "Vorortbegehung" durchgeführt. Der Verein verwaltet auch den Ernst-Vill-Verlag.

Weblinks

Quellennachweise

  1. Jürgen Weber (2002): Elektroosmotische Trockenlegungsverfahren – eine ingenieurmäßige Betrachtung
  2. Zum Beispiel heißt es in den Allgemeine Geschäftsbedingungen des Anbieters Drymat (Stand 10.08.2007): "Für das gelieferte Drymat-System wird eine Gewährleistung von 20 Jahren ab Installationstermin gewährt [...] Ausgenommen sind drückendes Wasser, Schichtenwasser oder Kondenswasser. [...] Die Gewährleistung entfällt, wenn der Käufer trotz Aufforderung des Verkäufers Feuchtigkeitsquellen nicht beseitigt hat oder sonstige nicht vom Verkäufer zu vertretende Faktoren den Erfolg des gelieferten Mauerentfeuchtungssystems beeinträchtigt haben."
  3. Haus & Grund Dresden e.V., März 2009
  4. Europe Management Umwelttechnologie GmbH, Geschäftsstelle Deutschland, Stollenstraße 2 B, 79227 Schallstadt
  5. Desicca GmbH, Neue Straße 13, 06449 Aschersleben
  6. DRYMAT® Systeme Frank Lindner (Personengesellschaft), Chemnitzer Straße 7, D-09577 Niederwiesa
  7. BAUKONTROL, Kögelgasse 9, D-75031 Eppingen-Mühlbach
  8. ECODRY Systeme GmbH, Mühlweg 1, 82054 Sauerlach
  9. Harmofix Ltd. Naturtechnologie, Bayreuther Straße 19, D-95686 Fichtelberg
  10. Mauerentfeuchtung und Bautenschutz Gerhard Weitmann, Vogelmauer 41, D-86152 Augsburg
  11. MIKROPOL GESELLSCHAFT FÜR GEBÄUDETROCKENLEGUNG MBH, PERFEKTASTRAßE 11, A-1230 WIEN
  12. Investorenda GmbH, Kappelersgutweg 1, 78462 Konstanz
  13. Oekodry, Hauptplatz 6, A-2751 Steinabrueckl
  14. Omega Direkt GmbH, Heinrich-Credner-Straße 3, D-99087 Erfurt
  15. SCHWILLE-ELEKTRONIK Produktions- und Vertriebs GmbH, Benzstraße 1A, D-85551 Kirchheim
  16. EP 01791137 B1: Vorrichtung und Verfahren zum Beeinflussen von kapillaren Flußvorgängen (Device and method for affecting capillary flow). Anmeldedatum: 23.11.2006. Veröffentlichungsdatum: 29.07.2009
  17. Keller F. Sinus-Mauerentfeuchtung, Lilienthalstraße 13 90766 Fürth
  18. SKM electronic - Mauertrockenlegung, Gert Karwath, Globiger Straße 9, D-06888 Dabrun
  19. EGM Benisch e.U., Rudolf-Diesel-Strasse 26, A-2700 Wiener Neustadt
  20. Rudolf Moser, Raiffeisenstraße 46, A-8010 Graz
  21. OENORM B 3355-1: Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk. Bauwerksdiagnose und Planungsgrundlagen. Ausgabe: 2011-01-15. OENORM B 3355-2: Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk. Verfahren gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk. Ausgabe: 2011-01-15. OENORM B 3355-3: Trockenlegung von feuchtem Mauerwerk. Flankierende Maßnahmen. Ausgabe: 2011-01-15.
  22. Europäischer Arbeitskreis für Mauerwerkssanierung e.V., Amtsgericht München VR 16390. Anschrift: Prof.-Eichmann-Straße 8, D-80999 München. Vertretungsberechtigt: Edgar Aust, Präsident