Ökologismus

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Ökologismus ist die Weltanschauung des zum Selbstzweck gewordenen Umweltschutzes, bei der nicht der Mensch, sondern die Erde im Mittelpunkt der naturromantischen, teils bis in die Esoterik reichenden Überzeugungen steht (Earth first). Eine Grundlage des Ökologismus ist die Tiefenökologie. Nach dem englischen Politikwissenschaftler Andrew Dobson erfüllt der Ökologismus alle Charakteristika einer politischen Ideologie. Andere, wie z.B. der Publizist Michael Miersch, sehen darin sogar eine Art neue Religion.[1]

Ansichten

Titelbild von "Der Spiegel" Heft 14/2004. Gezeigt wird eine Gegend in der Nähe von Husum

Vertreter des Ökologismus verwenden in ihrem Vokabular gern Begriffe aus der wissenschaftlichen Ökologie und vereinnahmen diese im Sinne ihrer Ideologie, ohne die wissenschaftlich korrekten Zusammenhänge zu beachten. Ökologisten geben vor, die Umwelt retten zu wollen, indem rigide auf die Erhaltung natürlicher Gleichgewichtszustände bestanden wird und neue, nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsformen sowie Wertesysteme angestrebt werden sollen. Dabei wird anthropozentrisches Denken strikt abgelehnt und die Rückkehr der Menschheit in einen imaginären Einklang mit der Natur gefordert. Die oft gleichzeitig mit dem Ökologismus anzutreffende Wissenschaftsfeindlichkeit begründet sich besonders mit dem in der wissenschaftlichen Forschung dominierenden rationalen Denken und der damit einhergehenden angeblichen Instrumentalisierung der Natur für menschliche Zwecke. So lehnen Vertreter des Ökologismus vor allem Gentechnologie und Kernkraftwerke vehement ab. Charakteristisch für den Ökologismus sind Alarmismus und eine Reihe von Weltuntergangs- und Endzeitvorhersagen, nach denen die menschliche Zivilisation unweigerlich dem Untergang geweiht ist, sollte sie den Forderungen nach einer "ökologischen" Umgestaltung der Gesellschaft und der Wirtschaft ("Große Transformation") nicht nachkommen, wobei mit religionsähnlichem Vokabular von einer "Rache der Natur" und "Leugner" gesprochen wird.

Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass ihre Forderungen in einigen Fällen sogar den Erkenntnissen der wissenschaftliche Ökologie widersprechen und manche zum Dogma erhobenen Wirtschaftsformen, wie z.B. "Öko-Landwirtschaft", sogar umweltschädlich sind.[2][3] So würde z.B. ein flächendeckender "Öko-Landbau" zur Gefährdung von Wäldern führen, da bei einem vollständigen Umstieg auf "Öko-Landbau" der Flächenverbrauch weltweit 30% größer wäre.[4] Ebenso ist die "Energiewende" uneffektiv[5], was die Reduzierung des CO2-Ausstoßes betrifft (andere Aspekte werden hier nicht erörtert) und wirkt durch Monokulturen von "Energiepflanzen", Windkraftanlagen und Biogasanlagen zerstörerisch auf Ökosysteme, die Artenvielfalt und das Landschaftsbild[6][7], nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern, in denen tropische Regenwälder für die Bioethanolherstellung weichen müssen, mit dem beispielsweise Kfz-Kraftstoff gestreckt wird, und durch den umweltschädlichen Abbau seltener Erden wie z.B. Neodym für Windkraftanlagen.[8]

Darüber hinaus gibt es in der Natur kein Gleichgewicht, da diese ein offenes System ist, in dem lediglich ein Fließgleichgewicht herrscht.

Militante Umweltschutzorganisationen wie die Sea Shepherd Conservation Society verüben auch Anschläge auf Fisch- und Walfangschiffe. Diese Aktionen polarisieren und sind eher geeignet, dem Artenschutz mehr zu schaden als zu nützen.

Menschenfeindliche Zitate

Einige Vertreter des Ökologismus wie z.B. David Brower, ein US-amerikanischer Umweltaktivist, fallen ähnlich wie Tierrechtler durch menschenfeindliche Äußerungen auf, wie z.B.:

  • "Kinderkriegen sollte ein strafbares Verbrechen an der Gesellschaft sein, sofern die Eltern keine Genehmigung der Regierung haben. Alle potentiellen Eltern sollten verpflichtet werden, chemische Verhütungsmittel zu nehmen und die Regierung Gegenmittel an die Bürger geben, die für das Kinderkriegen ausgewählt wurden."[9]
  • "Obwohl der Tod junger Männer im Krieg ein Unglück ist, ist es nicht schwerwiegender als das Betreten von Bergen oder Wildnissen durch die Menschheit".[10]
  • "Holzfäller, die ihren Arbeitsplatz wegen der Gesetze zum Schutz der Spotted Owl verlieren, unterscheiden sich in meinen Augen nicht von den Leuten, die ihren Arbeitsplatz verloren, weil die Öfen von Dachau abgeschaltet wurden".[11]
  • "Ich bekam den Eindruck, daß ich, anstatt auszugehen, um Vögel zu schießen, ausgehen sollte, um Kinder zu schießen, die Vögel schießen".[12]
  • "Menschen haben als Spezies nicht mehr Wert als Nacktschnecken".[13]
  • "Der Gesellschaft billige, reichliche Energie zu geben ist das Gleiche wie einem idiotischen Kind ein Maschinengewehr zu geben".[14]
  • "Die (US) Amerikaner sind der Krebs des Planeten".[15]
  • "Als radikale Umweltschützer können wir AIDS nicht als Problem sehen sondern als notwendige Lösung".[16]
  • "Ich vermute, daß die Ausrottung der Pocken falsch war. Sie spielten eine wichtige Rolle im Gleichgewicht des Öko-Systems".[17]

Ein weiterer Aspekt ist offensichtliche Instrumentalisierung des Erdbebens und des darauf folgenden Tsunamis, die zu einem Störfall im Kernkraftwerk Fukushima führten, um die Menschen zu manipulieren und gegen die Nutzung der Kernkraft zu stimmen, wie dies zum Beispiel Claudia Roth von Bündins 90/Die Grünen auf ihrer Facebookseite besonders deutlich demonstrierte und ihr harsche Kritik einbrachte.[18]

Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst. Hunderttausende Menschen leben heute fernab ihrer verstrahlten Heimat. Unsere Gedanken sind heute bei den Opfern und ihren Familien. Die Katastrophe von Fukushima hat uns einmal mehr gezeigt, wie unkontrollierbar und tödlich die Hochrisikotechnologie Atom ist. Wir müssen deshalb alles daran setzen, den Atomausstieg in Deutschland, aber auch in Europa und weltweit so schnell wie möglich umzusetzen und die Energiewende voranzubringen, anstatt sie wie Schwarz-Gelb immer wieder zu hintertreiben. Fukushima mahnt.

Dass die Todesopfer der Naturkatastrophe geschuldet waren und nicht der Havarie im Kernkraftwerk, erwähnte sie nicht.

Merkmale

Charakteristische Merkmale für den Ökologismus sind u.a.:

  • Angstmache vor vermeintlichen Umweltkatastrophen in der Zukunft, Verbreitung von Endzeitstimmung
  • Alarmismus
  • Einreden von schlechtem Gewissen, wenn man sich nicht nach Ansicht von Ökologisten umweltfreundlich verhält (z.B. PKW-Nutzung, Vielfliegerei, Mülltrennung)
  • Betonung von Gegensätzen zwischen Natur und Zivilisation (Natur = gut, Mensch = böse)
  • Rückwärtsgewandte Naturromantik ("Früher war alles besser")
  • Personalisierung und Idealisierung der Natur (siehe Gaia Hypothese)
  • Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit (zum Beispiel Ablehnung der Gentechnik)
  • Neophobie
  • Kapitalismuskritik
  • Forderung nach einem autoritären Staat
  • Konsumfeindlichkeit
  • unsoziale Forderungen (z.B. unangemessen hohe Preise für Energie und Nahrungsmittel, Verbot der traditionellen Jagd bei indigenen Völkern), z.T. Menschenfeindlichkeit

Der Ökologismus hat durch Elemente wie Heimat- und Naturverbundenheit teilweise auch Berührungspunkte mit der rechten Szene (siehe Braune Esoterik). In diesem Zusammenhang wird auch von Ökofaschismus bzw. brauner Ökologie gesprochen.

Weblinks

Quellenverzeichnis

  1. Maxeiner, D., Miersch, M.: Lasset uns Mülltrennen. Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten. Erschienen in der Zeitschrift Cicero, Februar 2005
  2. http://www.animal-health-online.de/main/sind-bio-schweine-umweltschweine/
  3. http://www.animal-health-online.de/vog/mogel.html
  4. Petersdorff, W. v., Germis, C.: Warum Bionahrung die Welt nicht besser macht. F.A.Z. 27.12.2006
  5. Laut Wikipedia trug Deutschland im Jahr 2012 2,4% zur jährlichen weltweiten Kohlendioxidemission bei. Bei diesem Prozentsatz fällt die Verringerung der CO2-Emission in Deutschland durch erneuerbare Energieformen global betrachtet kaum ins Gewicht. Setzt man die Kosten der Energiewende zu diesem geringen Nutzen in Beziehung, ist sie völlig uneffektiv. Laut Medienberichten ist die CO2-Emmission trotz des vermehrten Einsatzes erneuerbarer Ernergieformen sogar wieder angestiegen. Laut einer Strömungs-Modellrechnung der Stanford University würden Windkraftanlagen, sollten sie den gesamten heutigen Weltenergiebedarf decken, den Energiegehalt der unteren Luftschicht um circa 0,007 % verringern. Dies sei jedoch mindestens eine Größenordnung kleiner als der Einfluss durch Besiedlung und durch Aerosole aus Abgasen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie#Klimatische_Auswirkungen
  6. http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article114216742/Oeko-Strom-vertreibt-Voegel-von-deutschen-Feldern.html
  7. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) sieht mit 189 GW ein großes Potenzial für Windkraftanlagen an Land in Deutschland. Damit ließen sich theoretisch, also bei Volllast, 65 % des deutschen Strombedarfes decken. Dafür müssten aber 2% der gesamten deutschen Landesfläche außerhalb von Schutzgebieten für die Windenergie geopfert werden. Quelle: http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Windenergie/Oekobilanzen-fuer-Onshore-Windenergieanlagen-im-Blick
  8. Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder ARD-Panoramasendung vom 28. April 2011
  9. David Brower, Umweltidol in den USA und Chef diverser Umweltorganisationen, zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch "Trashing the Planet", 1990
  10. David Brower zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch "Environmental Overkill" 1993
  11. David Brower zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch "Environmental Overkill", 1993
  12. Paul Watson, ehemaliges Mitglied von Greenpeace und Gründer der Umweltorganistion Sea Shepherd, zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch "Trashing the Planet", 1990
  13. John Davis, Herausgeber von "Earth First!", berichtet in Human Events, 28. April 1990. Ursprünglich geäußert bei einer Radio-Talkshow mit Cliff Kincaid WNTR, Washington D. C
  14. Paul Ehrlich zitiert von R. Emmett Tyrrell in "The American Spectator", 6. September 1992
  15. Paul Ehrlich in seinem Buch "The Population Bomb", 1968); Eine Anmerkung zu Paul Ehrlich: 1994 erhielt er, zusammen mit seiner Frau Anne, den Sasakawa-Umweltpreis der UN Umweltbehörde (UNEP) für besondere Verdienste um den Umweltschutz
  16. Miss Ann Thropy (Pseudonym), Earth First Journal, Mai 1987, zitiert von Lynn Wallis in "Vital Speeches of the Day", November 1991
  17. John Davis, Herausgeber von Earth First Journal, zitiert in Organization Trends, Capital Research Center, Januar 1991
  18. Facebookseite von Claudia Roth