Wilhelm von Brehmer: Unterschied zwischen den Versionen

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==Hypothesen zu Siphonospora polymorpha==
 
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[[image:Propionibacteriumacnes3.jpg|Propioni Bacterium Acnes|thumb]]
 
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1928 identifizierte von Brehmer im Blut einen Mikroorganismus, den er ''Siphonospora polymorpha'' nannte, und der später im Jahre 1960 als ''Corynebacterium parvum'' und wiederum später ''Propionibacterium acnes'' international bezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um einen typischen normalen Keim der Hautflora, der auch eine Rolle bei der Akne spielt. Die gram-positiven Propionibacterien wachsen relativ langsam und bilden keine Sporen. Propionibacterium acnes findet sich überall auf der Haut des Menschen und wird allgemein als ein nicht-pathogener Keim angesehen. Er findet sich typischerweise auch bei einigen Käsesorten. Der verwandte Keim ''Propionibacterium freudenreichii'' ist beispielsweise verantwortlich bei der Entstehung des ''schweizer Käse'' mit seinen charakteristischen Löchern die durch die Freisetzung von Kohlendioxid entstehen.
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1928 identifizierte von Brehmer im Blut einen Mikroorganismus, den er ''Siphonospora polymorpha'' nannte, und der später im Jahre 1960 als ''Corynebacterium parvum'' und wiederum später ''Propionibacterium acnes'' international bezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um einen typischen normalen Keim der Hautflora, der auch eine Rolle bei der Akne spielt. Die gram-positiven Propionibacterien wachsen relativ langsam und bilden keine Sporen. Propionibacterium acnes findet sich überall auf der Haut des Menschen in Konzentrationen bis etwa 1 Million Keime pro cm<sup>2</sup> und wird allgemein als ein nicht-pathogener Keim angesehen. Er findet sich typischerweise auch bei einigen Käsesorten. Der verwandte Keim ''Propionibacterium freudenreichii'' ist beispielsweise verantwortlich bei der Entstehung des ''schweizer Käse'' mit seinen charakteristischen Löchern die durch die Freisetzung von Kohlendioxid entstehen.
  
 
Die von Brehmer'sche Bezeichnung Siphonospora polymorpha wurde dagegen international nie anerkannt. Der deutsche Biologe [[Günther Enderlein]] hatte ebenfalls diesen Erreger entdeckt und als ''Leptotrichia buccalis Robin'' bezeichnet. Später wurde dieser Erreger auch als ''Amoeba cachexia'' oder als ''Onkomyxa'' benannt.
 
Die von Brehmer'sche Bezeichnung Siphonospora polymorpha wurde dagegen international nie anerkannt. Der deutsche Biologe [[Günther Enderlein]] hatte ebenfalls diesen Erreger entdeckt und als ''Leptotrichia buccalis Robin'' bezeichnet. Später wurde dieser Erreger auch als ''Amoeba cachexia'' oder als ''Onkomyxa'' benannt.

Version vom 27. Juni 2008, 21:39 Uhr

Wilhelm von Brehmer

Wilhelm von Brehmer (geboren 1883, gestorben 1958) war ein deutscher Pharmakologe sowie Urheber eines umstrittenen Blut-Test der in der Alternativmedizin Verwendung findet, der Dunkelfeld Blutdiagnostik nach von Brehmer. Von Brehmer gilt als Anhänger des zu seinen Lebzeiten bereits widerlegten Pleomorphismus-Konzepts von Mikroorganismen.

Bekannt wurde von Brehmer durch seine umstrittenen Ansichten und Hypothesen zur Krebsentstehung und zum Pleomorphismus von Mikroorganismen (insbesondere bei Corynebacterium parvum/Propionibacterium acnes), denen lediglich eine medizinhistorische Bedeutung zukommt. Ein in alternativmedizinischen Kreisen verwendeter Bluttest ist nach ihm und einer von ihm entwickelten Färbetechnik benannt: die Dunkelfeld-Blutdiagnostik nach von Brehmer. Diese soll laut Aussage von Anwendern zur Früherkennung von Krebserkrankungen geeignet sein ohne dass diese dazu wissenschaftlich-neutrale Nachweise dazu erbringen.

Kurzbiographie

Von Brehmer studierte in Berlin Pharmazie und wurde 1923 Leiter der pathologisch-anatomisch-mikrobiologischen Laboratorien in Berlin-Dahlem. Später siedelte er nach Nürnberg über und arbeitete am Nürnberger Theresien Krankenhaus (Paracelsus-Institut). Nachdem er 1937 aus dem Staatsdienst ausgeschieden war, zog er nach Berlin und später nach Hamburg, wo er privat e Forschungen betrieb. 1949 gründete er die IFA - Internationale Akademie für Blut-, Geschwulst und Infektionskrankheiten e.V. in Bad Kreuznach.

Hypothesen zum pH-Wert des Blutes

Von Brehmer war der Meinung dass der direkt beim punktieren des Patienten gemessene pH-Wert des Blutes nicht nur ein Indikator für Zustände einer Azidose oder Alkalose (stark abweichende pH-Werte bei bestimmten Stoffewechselkrankheiten und Lungenkrankheiten) wäre, sondern auch für Krebserkrankungen wäre. Bei Krebspatienten wäre seiner Meinung nach stets ein basischer (also zu hoher) pH-Wert zu messen.

Hypothesen zu Siphonospora polymorpha

Propioni Bacterium Acnes

1928 identifizierte von Brehmer im Blut einen Mikroorganismus, den er Siphonospora polymorpha nannte, und der später im Jahre 1960 als Corynebacterium parvum und wiederum später Propionibacterium acnes international bezeichnet wurde. Es handelt sich dabei um einen typischen normalen Keim der Hautflora, der auch eine Rolle bei der Akne spielt. Die gram-positiven Propionibacterien wachsen relativ langsam und bilden keine Sporen. Propionibacterium acnes findet sich überall auf der Haut des Menschen in Konzentrationen bis etwa 1 Million Keime pro cm2 und wird allgemein als ein nicht-pathogener Keim angesehen. Er findet sich typischerweise auch bei einigen Käsesorten. Der verwandte Keim Propionibacterium freudenreichii ist beispielsweise verantwortlich bei der Entstehung des schweizer Käse mit seinen charakteristischen Löchern die durch die Freisetzung von Kohlendioxid entstehen.

Die von Brehmer'sche Bezeichnung Siphonospora polymorpha wurde dagegen international nie anerkannt. Der deutsche Biologe Günther Enderlein hatte ebenfalls diesen Erreger entdeckt und als Leptotrichia buccalis Robin bezeichnet. Später wurde dieser Erreger auch als Amoeba cachexia oder als Onkomyxa benannt. Von Brehmer beobachtete aus seiner Sicht auffällige Veränderungen der Form dieser Bakterie in Anhängigkeit zum pH-Wert. In Folge beschrieb er verschiedene Erscheinungsformen der Bakterie, so wie Enderlein dies bereits vorher getan hatte. Zu einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Pleomorphismusanhängern scheint es aber nicht gekommen zu sein.

Von Brehmer war überzeugt, der Erstbeschreiber dieses Erregers zu sein. Laut Enderlein gehörte diese Bakterie jedoch zur sogenannten Mucor racemosus fresens - Zyklode seiner eigenen verworrenen Ansichten einer Cyclogenie-Hypothese, und heutige Anhänger der Enderlein'schen Pleomorphismushypothese berufen sich zur Bestätigung auch auf von Brehmers Berichte.

Krebsentstehung laut von Brehmer

1934 stellte er die These auf, daß Krebs beim Menschen aufgrund der Anwesenheit von unsichtbaren Mikroformen von Siphonospora polymorpha entstünde. Bei der Siphonospora-Infektion handelt es sich nach Brehmer um eine Infektion, die durch die Ernährung, besonders durch Fleischnahrung, den Körper befällt. Die Infektion muß nicht, aber sie könne zu bösartigen Geschwulsten führen. Dabei spiele der pH - Wert des Blutes eine große Rolle. In den verschiedenen Wachstumsformen dieser Bakterie sah v. Brehmer eine Analogie zu Zellveränderungen bei der Entstehung von Tumoren. Hohe pH-Werte und sogenannte höher entwickelte Wachstumsformen seiner Siphonospora polymorpha wären Zeichen für die Krebsentstehung beim Menschen als ein Infektionskrankheit. 1931 und 1932 veröffentlichte er dazu Fachartikel in Fortschritte der Medizin, 1932 unter dem Titel Krebs - Eine Erregerkrankeit. Seine Ansicht zu Krebs als Infektionskrankheit stieß aufgrund der Widersprüche zu den damaligen Erkenntnisssen auf heftigen Widerstand in Wissenschaftskreisen. Wissenschaftliche Überprüfungen in den Folgejahren (1933 und 1934) ergaben keinerlei krebsauslösende Potenz für Siphonospora p.

Therapeutische Konzepte

Von Brehmer entwickelte in seiner Nürnberger Zeit aus Siphonospora polymorpha - Kulturen ein Medikament das er als Siphonospora Vaccine bezeichnete und das er zur Therapie bei Krebspatienten, aber auch Rheumatikern als geeignet ansah. Handelsnamen waren Toxinal und Arthrisinal U. Analoge Präparate sind heute noch bei Sanum-Kehlbeck erhältlich. Zusätzlich zur Einnahme von Medikamenten sollte dabei auf den pH-Wert und die Ernährung der Patienten Einfluss genommen werden. In den 1950er Jahren arbeitete von Brehmer an der Weiterentwicklung einer Vaccine aus Schildkröten-Tuberkelbazillen, dem Sclerotin, bzw Friedmann-Vaccine. Der ursprüngliche Erfinder dieser Vaccine von 1912, Friedrich Franz Friedmann wehrte sich erfolglos gegen diese Weiterentwicklung von von Brehmer.

Dunkelfeld-Blutdiagnostik nach von Brehmer

Dunkelfeldmikroskopisch wird hierbei in Ölimmersion eine Blutprobe des Patienten nach einer eigenen Färbemethode von von Brehmer gefärbt, bzw sie kann auch ungefärbt bleiben, und diese wird auf Corynebacterium parvum (Siphonospora polymorpha) im Blutplasma bzw in den Erythrozyten (als Einschluss in den roten Blutkörperchen also) getestet. Die lichtmikroskopische Begutachtung laut von Brehmer'schen Anweisungen von Wachstumsformen der Bakterie soll Hinweise auf ein mögliches Krebsleiden geben. In den Laboren die dieses Verfahren einsetzen, wird versucht das entsprechende Stadium des Formenwandels zu erkennen. Unterschieden werden hierbei sieben verschiedene Stadien. Von Brehmer versuchte vergebens dieses Verfahren bei Kliniken und Arztpraxen durchzusetzen - ohne Erfolg. Nur einzelne Labore führen diese Diagnostik heute noch durch. Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Eignung gibt es nicht. Da Propionibacterium acnes (alias Siphonospora p.) eine typischer Bestandteil der Hautflora ist, ist es im Rahmen der Blutabnahme leicht möglich diesen Keim mit in den Ausstrich zu verschleppen. Daher ist die reine Anwesenheit des Keimes im Blutausstrich nicht relevant.

Literatur

  • Krebs - eine Erregerkrankheit. Fortschritte der Medizin, 12/1932.
  • Die Messung der Wasserstoffionenkonzentration (pH-Wert) im Organismus, eine neue diagnostische Methode. Die Medizinische Welt, 49/1933.
  • Siphonospora polymorpha n.sp., ein neuer Mikroorganismus und seine Beziehungen zur Tumorgenese. Die Medizinische Weit, 34/ 1934.
  • Siphonospora polymorpha v. Br. in ihrer Bedeutung für Blut- und Geschwulstkrankheiten unter besonderer Berücksichtigung des Krebs. Linck-Verlag Hermann Linck, Haag/Amper, 1947.

Weblinks