Terrania

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Produkt Terrania-Autokennzeichen zum Gebrauch auf Privatgrundstücken oder Dekorationszwecken
Terrania-Anhänger Georg Berres beim Zerschneiden seines Personalausweises vor dem Reichstag[1]

Terrania ("Welt-Netzwerk-Staat Terrania") ist der Name eines 2011 in Deutschland entstandenen internetbasierten Spassstaatprojektes. Mitgliedern des Projekts versprechen die Initiatoren eine Beendigung der eigenen deutschen Staatsbürgerschaft ohne nachteilige Folgen, eigene Identitätsdokumente, eigene Autokennzeichen sowie Steuerersparnisse und eine weltweite "diplomatische Immunität". Das Projekt verspricht auch Ersatz für die in Deutschland gesetzlichen Zahlungsmittel in Form eines ansonsten wertlosen "Terra", der vom Namen her an den Euro erinnern soll uns sich auf eine 5 Minuten Arbeitsleistung bezieht und dessen Wert sich kontinuierlich verringert.

Im Eigenverständnis sieht sich das Projekt als real existierender Staat und weltweites Netzwerk freier Menschen. Ein behauptetes "Staatsgebiet" umfasse die geamte Erde und das Projekt organisiere sich unter anderem über das Internet. Im Gegensatz zur gesetzlichen Lage in der Bundesrepublik Deutschland, in der die von der DDR her bekannten Personenkennziffern oder eine analoge ID-Nummer nicht verwendet werden, ist in Terrania jedem Mitglied eine eigene unverwechselbare ID-Nummer (HUMANS Nember ID) zugeordnet über die ein Emailpostfach angebunden ist. Nach Vorstellungen der Initiatoren gelte für jeden Terraner weltweit ausschließlich die Gesetze, zu denen er sich freien Willens verpflichte. Darüber hinaus verfüge er über "diplomatische Immunität".

Ach sei das "Bündnis freier Menschen" zugleich eine Weltanschauungsgemeinschaft. Daraus ergebe sich angeblich automatisch, dass Terrania das Recht habe Ämter zu vergeben und Steuern zu erheben.

Das Projekt erinnert an das gescheiterte Projekt von Esoterikern, KRR-Aktivisten und Alternativgeschäftsleuten Fürstentum Germania, zu dem ebenfalls behauptet wurde, es könne über besondere Rechte als Glaubensgemeinschaft verfügen.

Als einer Hauptinitiatoren gilt der deutsche Erzieher und Alleinunterhalter Matthias Leonhard Jonathan[2] aus Westfalen, der von sich behauptet im Mai 2010 als Deutscher unter Selbstverwaltung gestellt zu haben und seinen Personalstatus bei der Wirtschafts- und Verwaltungseinheit "Bundesrepublik Deutschland" aufgelöst habe, seine deutsche Staatsbürgerschaft aufgegeben habe und im Oktober 2010 eine "Gemeinnützige Treuhand-Stiftung Matthias Jürgens" gegründet habe. Auch habe er ein "Bündnis freier Menschen" gegründet, das am 1. Januar 2011 zum Welt-Netzwerk-Staat Terrania wurde.

Als "Botschafter" von Terrania will ein "Jesus Urlauber" (alias Georg Berres, Spitzname "Bauchi". Siehe auch: Nu Era) fungieren. Berres hatte, in Hoffnung auf Medienresonanz, unter Jubelrufen Wir sind keine Deutschen mehr, wir sind freie Menschen! seinen Personalausweis auf der Treppe zum Reichstag mit einer Schere zerschnitten. Zu seinem Bedauern nahmen freundliche Wachleute keinerlei Notiz von der Aktion. Direkt anschliessend war er mit Freundin "Frau Bauchi" schwarz mit der U-Bahn gefahren und prompt von BVG-"Kontrollettis" erwischt worden. Da er sich nun nicht mehr ausweisen konnte und die Geldbusse nicht bezahlen konnte, wurde er für einige Stunden von der Polizei festgenommen um seine Identität festzustellen[3]. Für "Bauchi" ein Grund in einer eigenen Internet TV Show (Bauchi-auf-Sendung) aufgebracht zu seinem selbst herbeigeführten Mißgeschick zu konstatieren: Im Moment stehen wir exakt an der Grenze zum Faschismus. Ein Schritt weiter, und wir sind mittendrin.

Terrania ist auch der Name mehrerer Unternehmen. Des weiteren taucht Terrania auch bei der Perrypedia auf, die sich mit Perry Rhodan Romanen befasst. Terrania ist nämlich als "Terrania City" die von 100 Millionen Terranern bewohte Metropole auf dem Gebiet der "Dritten Macht".

Anknüpfung an kommissarische Reichsregierungen

Die Macher des "Welt-Netzwerk-Staats Terrania" knüpfen an Überzeugungen und widerlegte Hypothesen der KRR-Szene an, nach denen Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland automatisch auch Staatsbürger des "Deutschen Reichs" seien.

Terrania und Schenkerbewegung

2013 kam es zum Zusammenschluss von Terrania mit der "Schenkerbewegung" (nicht zu verwechseln mit Schenkkreis). Die "Schenkerbewegung" umfasst:

  • Verein zur Förderung des Schenkens VFS e. V.*Verein pro Beutelsbacher Konsens VBK e. V.
  • Förderverein der Schenker-Bewegung FdSB e. V.
  • Widugard
  • Freiland-Stiftung Mutter Erde
  • Terrania-Tagungshaus (Herberge Demogratia)
  • Freie Schenker Marburg, in "Hannes Wohnzimmer" (vormals Musikkneipe Clou in der Gisselberger Straße in Marburg). Der Marburger Treffpunkt "Hannes Wohnzimmer" wird von einer "Interessensgemeinschaft Freundeskreis Hannes Wohnzimmer" um „Person Johannes Lammers“ betrieben[4]. Das Weltbild des Betreibers und Truthers Johannes "Hannes" Lammers ist geprägt von Verschwörungstheorien. So sehe man sich von "Rothschilds" oder einer "Neuen Weltordnung" und "Geheimgesellschaften" bedroht. Der von Gegnern der US-Demokraten im amerikanischen Wahlkampf in Umlauf gebrachten durchsichtigen Verschwörungstheorie um einen vermeintlichen Pädophilie-Kinderhandel durch US-Demokraten ("Pizzagate") wird trotz Widerlegung Glauben geschenkt. Ein Blog von Betreiber Hannes verlinkt zu einem Youtube-Video mit dem Titel Der Holocaust ist die größte und nachhaltigste Lüge der Geschichte. Darin sind Interviewausschnitte mit der verurteilten Holocaustleugnerin und dafür von Neonazis verehrten Ursula Haverbeck zu sehen. In diesem Kontext ist auf dem Blog folgendes Zitat zu finden: „Der Holocaust ist die größte Lüge der Geschichte. Deutschland hat keine Schuld am Zweiten Weltkrieg und Adolf Hitler war der einzige Staatsmann der Welt, der die Welt vor der plutokratisch-jüdischen Gefahr hätte retten können, um den unterjochten Planeten wieder zubefreien“. Lammers weigerte sich Einkommenssteuer zu bezahlen und erwähnt in seinem Blog von Zwangsgeldzahlungen durch das Finanzamt bedroht zu werden, das er als "gewerblichen Betrieb Firma Finanzamt Marburg" ansieht. Die Einkommenssteuer sieht Lammers als eine "Schenkung" an. Auch sei ein Einkommensteuergesetz von 1934 durch Hitler ratifiziert worden, und gemäß Art. 139 des Grundgesetzes seien keine "Nazigesetze" zulässig. Daher weigere er sich seit dem 31. Dezember 2014 als "Hannes" die Rechte und Pflichte der "Person Johannes Lammers" "wahr zu nehmen", was ein deutlicher Hinweis ist zu seiner Nähe zur Reichsbürgerbewegung.[5] Seinen Besitz habe er Ende 2014 "verschenkt".

Quellennachweise