Spenglersan Kolloide

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Carl Spengler

Spenglersan-Kolloide (auch Spenglersane) sind homöopathisch D9-potenzierte Bakterienprodukte (Nosoden) die von dem Pharmaunternehmen MECKEL-SPENGLERSAN GmbH aus Bühl zu einer "biologischen Umstimmung" und als vermeintliche Immunmodulatoren beworben werden. Die Spenglersan GmbH arbeitet mit dem Verein ZAEN (Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.) zusammen.

Die Spenglersan GmbH bietet zudem sogenannte Spenglersan Entoxin-Mittel zur [[Entschlackung|Entgiftung und Ausleitung] nach Vortstellungen eines Ewald Kleine an und vertreibt Mittel zu einer Cluster-Eigenbluttherapie. Im Programm sind auch Vorrichtungen für einen Spenglersan Kolloid Blut-Test.

Die Erfindung stammt von Carl Spengler (1860 - 1937), die Methode wurde aber erst nach seinem Tode nach ihm benannt. Spengler sprach selbst von Immunkörpern. Eines seiner Mittel, das Kolloid T, sollte an Tuberkulose Erkrankte heilen können.

Zu den Spenglersan-Kolloiden existieren einige wenige veröffentlichungen in naturheilkundlichen Zeitschriften aus den fünfziger bis siebziger Jahren. Kontrollierte wissenschaftliche Studien die eine Wirksamkeit dieser Mittel belegen könnten, existieren nicht.

Spenglersan Kolloid M: die unwirksame sog. Malariaprophylaxe

In Schweden mussten 1996 fünf Patienten mit Malaria behandelt werden, die sich durch das Mittel Spenglersan Kolloid M in Westafrika (Guinea Conacry) vor einer Malariainfektion geschützt glaubten anstatt sich einer etablierten herkömmlichen Malaria-Prophylaxe zu unterziehen. Spenglersan Kolloid M besteht aus extrm verdünnten Bestandteilen Plasmodien, die die Ursache für die Malaria sind. Lediglich eine der Personen wendete zeitweilig Mefloquin an. Die Personen infizierten sich jedoch 1995 (P. falciparum und P. ovale). Die Malariafälle führten zu Warnungen schwedischer Ärzte vor derartigen homöopathischen Malariaprophylaxe-Maßnahmen und bezeichneten diese als nicht effektiv[1].

Quellennachweise

  1. Carlsson T, Bergqvist L, Hellgren U. Homeopathic Resistant Malaria. J Travel Med. 1996 Mar 1;3(1):62