Medias Klinikum Burghausen.jpg

Das Medias Klinikum Burghausen ist eine private Klinik in Burghausen im oberbayerischen Landkreis Altötting.[1] Die Klinik geriet im April 2017 in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass die Klinik über längere Zeit hinweg Schleichwerbung für eigene Krebsbehandlungen mit angeblichen Heilerfolgen verbreitete, obwohl in der von der Klinik bezahlten Werbung die genannten Patienten in Wirklichkeit verstorben waren. Die Klinik wurde auch kritisiert, weil hohe Behandlungskosten von gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt wurden und Patienten in Geldnot gerieten.

Allgemeines

 
Karl Reinhard Aigner und Alternativmedizin-PR-Mann Ralf Kollinger (Bild: Ralf Kollinger: Die Öffentlichkeit muss mehr eingebunden sein)

Trägerin der Klinik ist die Medias Verwaltungsgesellschaft mbH. Die Klinik befindet sich in einem dreistöckigen L-förmigen Neubau in Burghausen, der in Modulbauweise für 7 Millionen Euro errichtet wurde.[2] Die Klinik ist im Krankenhausversorgungsplan von Bayern nicht aufgeführt. Es scheint nur eine einzige chirurgische Abteilung zu bestehen. Die Zahl der Betten soll 26 betragen (nach Presseangaben sollen ursprünglich 36 Betten geplant gewesen sein). Offenbar betreibt die Klinik in Dubai ein Büro im "Dubai Healthcare City".[3]

An der Klinik werden vor allem Behandlungen von Krebserkrankungen angeboten. Auf ihren Webseiten im Internet bietet das Krankenhaus folgende Behandlungen an (Stand: April 2017):

  • Regionale Chemotherapie (RCT) mit unmittelbar nachfolgender Entgiftung mit Chemofiltration und bei Erfolg chirurgischer Resektion. (Artikel bei der Wikipedia: [1])
  • Hyperthermie
  • Immuntherapie
  • Onkologische Chirurgie
  • Schmerztherapie

Angeboten wird auch eine "Komplementäre Onkologie nach Bausemer"[4] des Heilpraktikers Olaf Bausemer. Bis zu den Presseberichten über den Schleichwerbungsskandal nannte Bosemer eine eigene Behandlungspraxis innerhalb der Medias Klinik.[5] Danach wurde der Eintrag entfernt. Lediglich uf den englischsprachigen Seiten der Klinik hieß es noch eine Zeitlang: "In addition, as of August 2016, he also leads the complimentary oncology of the Medias Clinic in Burghausen." Bausemer führt den akademischen Titel Dr. phil. Er ist kein Arzt. Bausemers Angebot bezieht sich auf den Methodenmix einer Immundiagnostik, Lokalen Hyperthermie, Fiebertherapie sowie so genannten Tumorimpfungen (siehe Govallo-Therapie, nicht zu verwechseln mit wissenschaftlich anerkannten Impfungen gegen bestimmte HPV-Viren).

Die Klinik wurde in der Presse auch als behandelnde Klinik der 2009 verstorbenen Patientin Susanne Rehklau genannt. Das krebskranke Mädchen verstarb nachdem ihre Eltern eine anerkannte Behandlung ablehnten und sich der pseudomedizinischen Methode Germanische Neue Medizin nach Ryke Geerd Hamer anvertrauten, was zum Fortschreiten der Krankheit führte und die Prognose fatal verschlechterte. (siehe Einzelheiten zum Fall Susanne Rehklau im Artikel Opfer_der_Germanischen_Neuen_Medizin#2009:_Susanne_Rehklau_.28Deutschland.29)

Ärztlicher Leiter der Klinik ist der Chirurg Prof. Dr. med. Karl Aigner, der auch bei der deutschsprachigen Wikipedia eingetragen ist: [2]. Aigner ist seit dreißig Jahren Befürworter und Anwender der von ihm begründeten umstrittenen regionalen Chemotherapie, die auch unter der Abkürzung RCT bekannt ist und an der Medias Klinik eingesetzt wird. Bei einer RCT wird ein zytotoxisches Mittel (Zytostatikum) nicht systemisch als Infusion oder Tablette im ganzen Körper verteilt, sondern nur in den Tumor injiziert. (ein ähnliches Verfahren ist die Transarterielle Chemoembolisation/TACE). Befürworter der regionalen Chemotherapie erhoffen sich weniger unerwünschte (Neben-)Wirkungen. Auch sei es möglich im Tumor höhere Konzentrationen des Zytostatikum zu errreichen. Die regionale Chemotherapie ist bis heute eine experimentelle, und laut Gutachten nicht leitlinien-entsprechende Behandlungsmethode geblieben. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, da positive Ergebnisse aus kontrollierten klinischen Studien fehlen. Nach Aussage des Würzburger Medizinrechtlers Burkhard Tamm handelt es sich bei der RCT um eine "Aussenseitermethode".[6] Von einer systemischen Chemotherapie bei der das Zytostatikum im gesamten Körper verteilt wird, rät Aigner seinen Patienten ab.[7]

Skandal um Werbung mit bereits verstorbenen Patienten

 
Von der Medias Klink bis 2017 verlinkter Artikel der Abendzeitung über die 6 Monate nach Behandlung verstorbene Patientin Michaela K.
 
inzwischen kommentarlos entfernte Seite des Medias Klinikum Burghausen, auf der Artikel der Publikumspresse zum Download angeboten wurden, die eigene Behandlungserfolge belegen sollen oder Patienten auf das Klinikum aufmerksam machen sollen (Bild: Version von 2016)
 
facebook-Meldung der Medias Klinik vom 20.11.2016, in der über den angeblich erfolgreich behandelten Patienten Rolf Dietrich K. berichtet wird. Zu diesem Zeitpunkt war der Patient schon seit mehr als zwei Jahren verstorben.

Im April 2017 meldeten der Norddeutsche Rundfunk (NDR)[8] und die Süddeutsche Zeitung[9] übereinstimmend, dass das Medias Klinikum Burghausen über facebook-Seiten der Klinik[10] und über eigene Webseiten[11] mit Therapieerfolgen bereits verstorbener Patienten für eigene Behandlungsangebote werbe oder Belege für angebliche Behandlungserfolge in Form von direkten Links nenne. Auch die norwegische Zeitung Aftenposten berichtete über die Medias Klinik. Berichtet wurde über einen Fußballspieler, der die Behandlung in Deutschland nicht bezahlen konnte und daher zu einer Spendenaktion für sich aufrufen musste.[12]

Nach Angaben der SZ sollen "viele" der angeblich als geheilt bezeichneten Patienten gestorben sein, ohne dass die Klinik ihre Praxis geändert habe. Explizit nennt die SZ als Beispiel die damals 37-jährige Briefträgerin Michaela aus der Nähe von Altötting, die an Brustkrebs erkrankt war. Sie wurde von Aigner mit der regionalen Chemotherapie behandelt, die Krankenkasse übenahm aber nur einen Teil der Kosten. Ein halbes Jahr nach Behandlung verstarb Michaela, gleichzeitig warb die Klinik bis zur Aufdeckung des Skandals weiter mit einem Artikel in der Abendzeitung.

Der Norddeutsche Rundfunk nannte als Beispiel den im Juni 2014 verstorbenen Medias-Patienten Rolf Dietrich K. aus dem schleswig-holsteinischen Bargteheide. Im November 2016, mehr als zwei Jahre später, hiess es auf den facebook-Seiten der Klinik: "Seltener Gesichtskrebs: RCT rettete mein Leben." Zu erfahren war, dass K. "mit dem Leben schon abgeschlossen hatte", dann aber eben gerettet wurde. Neben Rolf Dietrich K. nennt der NDR noch drei weitere ehemalige Patienten.[13]

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 18. April 2017 meldete, sollen mehrere der Artikel, die sich positiv mit den angeblichen Behandlungeserfolgen der Klinik befassen, von der Journalistin Linda Amon (vorher: Bild-Zeitung) stammen. Amon soll der SZ gegenüber zugegeben haben, nicht als neutrale Journalistin gehandelt zu haben, sondern im Auftrag der Medias Klinik, von der sie ein Honorar erhalten habe. Der auf diesen Umstand angesprochene Klinikchef Aigner bezeichnete Amon zunächst als "freie Journalistin", räumte später jedoch ein, dass Amon ein "monatliches Pauschalhonorar für die Darstellung der Klinik nach außen" bekomme. Amon ist auch unter dem Benutzernamen "Linda Amon" Autorin bei der deutschsprachigen Wikipedia[14] und machte dort als Medizinlaie Änderungen ausgerechnet am Artikel regionale Chemotherapie, was jedoch wachen anderen Autoren auffiel. Ein Wikipedia-Account namens Amonpress legte den Artikel zu Karl Reinhard Aigner an.[15]. Die Wikipedia sperrte den Account amonpress am 18. April 2017 als "scheinbar nicht mehr genutzten Erstaccount der Benutzerin Linda Amon" wegen fehlender Verifizierung.

Die von der Klinik für alle Leser verlinkten Artikel waren demnach ein typischer Fall einer Schleichwerbung, offenbar um die Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes zu umgehen. Linda Amon ist Inhaberin der Werbefirma amonpress media & consulting aus 82110 Germering.[16] Auf ihren Webseiten nennt sie selbst die Artikel zu angeblich erfolgreichen Krebsbehandlungen an der Medias Klinik.[17] Sie schreibt selbst zu ihren Angeboten:

Je häufiger potentielle Kunden von Dienstleistungen oder Produkten erfahren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich im Bedarfsfall an das Angebot erinnern. Redaktionelle Berichterstattung vereint zudem zwei unschätzbare Vorteile: Sie ist glaubwürdiger als Werbeaussagen und mit einem geringeren Budget zu erzielen.
Wir verfügen über in Jahrzehnten etablierte Branchenkontakte und erzielen im Jahr zwischen 150 und 200 Veröffentlichungen.
[18]

Auch der Alternativmedizin-PR-Experte Ralf Kollinger unterstützte die Werbeaktion der Klinik. Er veröffentlichte dazu einen Text in dem er ungeprüft die Angaben der verschiedenen Regenbogenpresse-Artikel übernimmt.[19][20] (Download im April 2017) Auch Kollinger interessiert es nicht ob die von ihm genannten Patienten heute noch am Leben sind oder nicht.

Bis zum Bekanntwerden des Skandals hatte das Medias Klinikum auf der für jeden Leser erreichbaren Webseite www.medias-klinikum.de/presse.html (Webarchiv) Kopien von Artikeln in Lokalzeitungen und der Regenbogenpresse aus den Jahren 2009 bis 2016 veröffentlicht. Inzwischen, nach Bekanntwerden des Skandals, wurde die Seite ohne Begründung entfernt. Eine Zeitlang waren die einzelnen pdf-Dateien noch auf den englischsprachigen Seiten des Klinikums zu finden. Auch finden sich die pdf-Dateien weiterhin auf dem Server der Klinik, bei direkter Anwahl der Adresse. Genannt werden die Zeitschriften aktuell für die Frau (2), Die Zwei (2), GlücksPost, Neue Woche, Bild der Frau, Bild Zeitung Frankfurt, Exklusiv für die Frau, Frau von Heute (2), Freizeit Momente, Friday Magazine, Echo der Frau, Exklusiv für die Frau, Myself, Neue Welt, Neue Post, Schöne Freizeit, Tina, Welt der Frau, Woche der Frau und Woche Heute. Als Zeitungen werden Abendzeitung (2), Altöttinger Wochenblatt, Burghauser Anzeiger (2) und die Mittelbayerische Zeitung zitiert. Auch werden arabische Magazine genannt: Arab Health Magazine (2) und Healthcare Middle East (eine Liste der Artikel findet sich auf der Diskussionsseite dieses Artikels).

Typische Titel der Artikel lauten etwa So besiegte ich den Krebs, Vom Krebs geheilt: Jetzt soll sie zahlen, Sanfte Chemo besiegte den Krebs, Eine spezielle Chemo-Therapie heilte meinen Brustkrebs, Durch eine schonende Therapie konnte Bettina B. den bösartigen Tumor besiegen, Eine spezielle Chemotherapie rettete mir das Leben, Vom Krebs erlöst, Todkrank! Keine Hoffnung auf Heilung - und dann das Wunder!.

In der akademischen Medizin wird der Begriff einer Heilung bei Krebs zurückhaltend genutzt. Bei den meisten Krebserkrankungen kann erst etwa fünf Jahre nach einer erfolgreichen Therapie von einem vermutlichen Erfolg gesprochen werden, falls der Tumor inzwischen nicht mehr nachweisbar ist (bei einigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs muss wegen der möglichen Spätrezidive sogar bis zu zehn Jahre gewartet werden). Endgültige Prognosen kurz nach einer erfolgreich erscheinenden Behandlung sind stets unseriös, was jedoch im allgemeinen Medizinlaien nicht bekannt ist. Erst etwa 15 Jahre nach Behandlung lassen sich sichere Prognosen aus einem Befund und der Krankengeschichte ableiten.

Das deutsche Heilmittelwerbegesetz schränkt die Werbung für Ärzte und Kliniken ein. So ist es explizit verboten, mit Behauptungen zu eigenen Behandlungserfolgen zu werben. Von der Werbung Angesprochene haben in der Regel nämlich keine Möglichkeit den Wahrheitsgehalt zu beurteilen und erlangen in der Regel auch keine Informationen über mögliches Therapieversagen bei anderen Patienten. Daher nimmt der Gesetzgeber hier den Verbraucher vor entsprechender Werbung in Schutz. Es dürfen auch keine Bilder von angeblich Geheilten veröffentlicht werden. Eine beliebte Umgehungsmöglichkeit besteht jedoch darin, Journalisten oder Buchautoren zu bewegen, Artikel oder Bücher zu veröffentlichen, die Behandlungserfolge thematisieren und die jeweiligen Ärzte oder Kliniken nennen und dazu passende Bilder zeigen. Sehr beliebt sind auch Veröffentlichungen zu angeblich erfolgreich behandelten Prominenten und Sportlern. Eine entsprechende Werbepraxis war in der Vergangenheit zum Scharlataneriemittel Galavit zu beobachten. (Einzelheiten im Artikel Galavit)

Weblinks



Quellennachweise

  1. Medias Klinikum GmbH & Co.KG, Krankenhausstr. 3A, D-84489 Burghausen
  2. http://www.hcm-magazin.de/das-medias-klinikum-burghausen-ist-fertig/150/10737/338554
  3. Dubai Office: Unit 1005, ́A ́Block Al-Razi Building (Bldg. No 64), Dubai Healthcare City, Dubai, United Arab Emirates, Phone +971 4 4231991, Fax +971 4 4231990, Mobile +971 50 7147103, info@medias-klinkum.de, www.medias-klinikum.com
  4. Zitat: Medias Klinik Burghausen:
    Seit 2016 ergänzt das Medias Klinikum Burghausen sein medizinisches Leistungsspektrum um Komplementäre Onkologie nach BAUSEMER. Im Rahmen der ständigen Weiterentwicklung in der Onkologie gewinnt die Hinzunahme von biologischen Krebstherapien zu den etablierten schulmedizinischen Verfahren immer mehr an Bedeutung.
    Dr. Bausemer und sein Team verfolgen seit 1993 einen ganzheitlichen Ansatz in der Behandlung von Tumorpatienten. Er begleitet die schulmedizinischen Therapieverfahren mit biologischen Krebstherapien wie Immundiagnostik und –stimulation, Phytotherapie, Lokale Hyperthermie, Fiebertherapie und Tumorimpfung. Dabei werden sinnvolle konventionelle Therapieelemente mit ganzheitlichen biologischen Behandlungskonzepten optimal aufeinander abgestimmt. So gelingt eine sinnvolle Kombination aus Schulmedizin und biologischen Heilverfahren – zum größtmöglichen Nutzen für den Patienten. In einer Zeit, in der die Uniformität und Standardisierung immer mehr Raum einnimmt, ist es sein Anliegen, dem Wunsch nach ganz persönlicher Betreuung und Service bei einer so lebensbedrohlichen Erkrankung nachzukommen. Im Zentrum seines ganzheitlichen Behandlungskonzepts stehen der Erhalt der Lebensqualität und die Achtung der Werte.
    Die Marke Bausemer
    Neben einer über 20 jährigen Fachkompetenz und Expertise in Krebsmedizin und seit mehreren Jahren bestehenden Kooperationen mit Universitätsmedizin und onkologischen Fachkliniken, legt Dr. Bausemer sehr großen Wert auf eine individuelle, exklusive Betreuung seiner Patienten. Therapiekonzepte in seiner Praxis kommen nie von der Stange, sondern basieren auf den individuellen Bedürfnissen des Patienten und höchsten Qualitätsstandards bei Geräten, Verfahren und Medikamenten, die eigens für den Patienten hergestellt werden. Die Wünsche, Bedürfnisse sowie die jeweilige Lebenssituation der Patienten werden in die Therapieentscheidung mit einbezogen.
    Detaillierte Informationen dazu und zu unserem onkologischen Netzwerk finden Sie auf unserer Internetseite www.biologische-krebstherapie.com
  5. Kontakt BAUSEMER im Medias Klinikum Burghausen, So finden Sie uns - Die Praxis befindet sich im Medias Klinikum Burghausen an der Salzach (Bayern).
    Komplementäre Onkologie im Medias Klinikum Burghausen, Krankenhausstraße 3 a, 84489 Burghausen
    www.biologische-krebstherapie.com
    Rufen Sie uns an unter Telefon +49 8677.9160.298 und vereinbaren Sie einen individuellen Beratungstermin in unserer Praxis.
  6. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Krebsklinik-wirbt-mit-Toten,krebs374.html
  7. Zitat:
    Systemische Chemotherapie begünstigt Zweit-Tumor Fünf Jahre gelten als Schallgrenze: Danach konnten sich Krebspatienten in Sicherheit wiegen, die größte Gefahr einer Neuerkrankung schien gebannt. Ein Trugschluss: Denn tatsächlich können ausgerechnet die Medikamente, die im Rahmen einer systemischen Chemotherapie einen Tumor heilen sollen, ihn auch hervorrufen – und das sogar noch Jahre nach der Behandlung. Hintergrund: Zytostatika, mit denen Krebszellen an ihrer Teilung – und damit am Wachstum – gehindert werden sollen, greifen in die Erbsubstanz ein. Hier stoppen sie den Zellzyklus, indem sie den Stoffwechsel der Teilung beeinflussen. Zwar sind Tumorzellen weit stärker betroffen als gesunde Zellen, weil sie sich häufiger teilen. Doch auch im gesunden Gewebe können chemotherapeutische Substanzen Schäden an den Zellen und der DNA hinterlassen, die für immer bleiben – und dadurch selbst Jahre später noch einen Zweittumor auslösen. „Es ist schon länger bekannt, dass Zytostatika selbst Krebs fördern können“, sagt Prof. Karl Reinhard Aigner, Ärztlicher Direktor vom Medias Klinikum in Burghausen, „vor allem, wenn man sie systemisch verabreicht.“ Bei der systemischen – also der herkömmlichen –Chemotherapie wird das Mittel im ganzen Körper verteilt. „Das bedeutet, dass der größte Teil des Zytostatikums nicht in den Tumor gelangt, sondern in gesundem Gewebe hängen bleibt – und hier teils irreparable Schäden anrichtet“, so Prof. Aigner. „Deshalb werden bei uns in der Klinik Tumore nur regional behandelt.“ Das heißt: Bei der so genannten „Regionalen Chemotherapie“ wird das Zytostatikum über einen Katheter in der Leiste nur in den Tumor, die Tumorregion oder die Metastasen geleitet. „Dadurch kommen die Wirkstoffe zu 98 Prozent im Tumorgewebe an, nur etwa zwei Prozent gehen auf dem Weg dorthin verloren“, erklärt Prof. Aigner. Bei der systemischen Chemotherapie ist das Verhältnis umgekehrt: Da bleiben bis zu 98 Prozent des Zytostatikums, das ja ein starkes Zellgift darstellt, im gesunden Gewebe hängen, wo es dann sofort oder später zu den bekannten Nebenwirkungen führen kann. Normalerweise erholen sich gesunde Zellen schneller von diesen Zellgiften als Krebszellen, weil verschiedene Enzyme die Reparatur der DNA übernehmen. Doch können, vor allem nach mehrfachen Behandlungen, diese Reparaturmechanismen erlahmen. Dadurch wird es Chemotherapeutika leichter gemacht, bleibende Schäden an Zellen und Erbgut hinterlassen. Abgesehen von der Gefahr eines Zweittumors können systemisch – also im ganzen Körper - verabreichte Zytostatika auch andere, länger anhaltende oder dauerhafte Gewebeschäden hervorrufen. Einige dieser Substanzen sind „neurotoxisch“ – also Gift für die Nerven – und beinhalten ein verstärktes Risiko für Nervenschäden. Das kann dann den Tast- und Berührungssinn beeinträchtigen, zu Kribbeln und Empfindlichkeit gegenüber Kälte, Hitze und Berührung führen, sowie zu Störungen der Feinmotorik, wenn die Hände betroffen sind. Bei Nervenschäden an den Fußsohlen kann es zu Problemen beim Gehen kommen.
    „Bei der Regionalen Chemotherapie gibt es keine Nervenschäden“, sagt Prof. Aigner. „Und die Behandlung kann auch keine späteren Zweittumore auslösen.“
  8. https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Krebsklinik-wirbt-mit-Toten,krebs374.html
  9. http://www.sueddeutsche.de/bayern/medizin-auferstanden-1.3466376
  10. https://www.facebook.com/pg/MediasKlinikum
  11. http://www.medias-klinikum.de
  12. http://www.aftenposten.no/100Sport/fotball/Stig-Edvard-31-har-uhelbredelig-kreft---na-bidrar-Fotball-Norge-med-kronerulling-til-unik-behandling-191026b.html
  13. Sendung Panorama 3 (NDR3 Fernsehen), 18. April 2017, 21.15 Uhr
  14. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Benutzer:Linda_Amon
  15. https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Reinhard_Aigner
  16. amonpress media & consulting, Linda Amon, Oskar-Maria-Graf-Str. 1, D-82110 Germering

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  17. http://www.amonpress.de/veroeffentlichungen.html
  18. http://www.amonpress.de/referenzen.html
  19. https://www.psiram.com/de/index.php/Datei:Krebs-Prof-Dr-med-K-R-Aigner-rettet-den-Patient-und-die-Kassen-lassen-den-Patient-im-Stich.pdf
  20. https://www.psiram.com/de/index.php/Datei:Kollinger-Telegramm-Ralf-Kollinger-und-K-R-AignerimInterview17Januar2014.pdf