Antisemit und Verschwörungstheoretiker Iwan Götz
Verschwörungstheoretiker Jessie Marsson bei "Bewusst TV"

Im deutschsprachigen Internet werden Spekulationen über angebliche Fälle von Kindesmissbrauch durch Politiker präsentiert, die aufgrund fehlender Belege und Widersprüchen als Kindesmissbrauch-Fakes bezeichnet werden können und von tatsächlichen derartigen Fällen wie beispielsweise dem Marc-Dutroux-Fall zu unterscheiden sind. Derartige Fake-Geschichten sind meistens an weitere Gerüchte oder Angaben aus der rechtsextremen oder Antisemitenszene gekoppelt. Häufig werden bei diesen Spekulationen auch angebliche satanische Riten ins Gespräch gebracht, mit Anspielungen auf Täterkreise aus Freimaurerei oder heutiger Illuminaten. Im englischen Sprachraum ist der entsprechende Begriff Satanic Ritual Abuse (SRA) geläufig.

Das Thema des Kindesmissbrauchs und Einzelheiten über die bekannten Verbrechen des Kinderschänders Marc Dutroux wecken bei Lesern starke Gefühle des Mitleides mit den Opfern, aber auch der Solidarität mit den couragierten Aufklärern. Offenbar wird bei den hier thematisierten Verschwörungstheorien um vermeintliche Kindesmisshandlungen versucht die Leser für weitergehende Anschuldigungen jeseits des Themas anzusprechen. Gleichzeitig werden beim Leser starke Aversionen und de Fakto Hass auf die vermeintlichen Verbrecher und Drahtzieher geweckt, die übergangslos auch für politische Ziele genutzt werden können.

Beispiele sind absurde Behauptungen seitens des deutschen Holocaustleugners Iwan Wanja Götz, oder beleglos gebliebene Angaben einer Janett Seemann oder eines Alex Jones. In allen Fällen kam es aufgrund der Spekulationen zu keinerlei bekannt gewordenen Reaktionen seitens der Staatsanwaltschaften oder Ermittlungsbehörden. Äusserungen des ehemaligen Sprechers des gescheiterten KRR-Projekts Fürstentum Germania namens Jessie Marsson-Dumanch und seiner Ritter der Menschlichkeit zu angeblichen Kinderschänderringen von Politikern sind mit großer Zurückhaltung anzusehen. Bewusst TV interviewte dazu Marsson. In seinen Erzählungen [1] tauchen so gut wie nie nachprüfbare Fakten oder Namen auf. Ortsnamen werden mit Absicht undeutlich und "vernuschelt" ausgesprochen. Die wenigen Angaben die nachprüfbar sind (Datumsangaben, beruflicher Werdegang) erwiesen sich nicht übereinstimmend zu anderen von ihm gemachten Angaben, bzw zu recherchierbaren Fakten.

Literatur

  • Scharfetter C: Opfer des Satanskultes. Kausalattribution in autobiographischer Narration. Krankenhauspsychiatrie 2000; 11(4): Seiten 128-133. DOI: 10.1055/s-2000-11349

Weblinks