Gerhard Kemme (geb. 26. Juli 1948) ist ein rechtsextrem gesinnter ehemaliger Elektrotechniker, ehemaliger Kompanieführer bei den Panzergrenadieren der Bundeswehr und Kritiker der Relativitätstheorie aus Hamburg. Er war einer der letzten geduldeten Teilnehmer im Internetforum von Ekkehard Friebe und Jocelyne Lopez, die ihn gegen Kritik an seiner Verehrung für Hitler in Schutz nahm. Wie Lopez war Kemme im Mahag-Forum von Harald Maurer aktiv.

Gerhard Kemme und die Physik

Kemme verfasste eine Schrift, in der er behauptet, dass die Erklärung der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen eine "ungelöste physikalische Frage" sei.[1] Er ist der Meinung, es müsse ein "Übertragungsmedium" geben und entwickelt auf laienhafte Weise eine Art Äthermodell, ohne auf die Widersprüche eines solchen seit Anfang des 20. Jahrhunderts überholten Konzepts einzugehen.

Für Heiterkeit sorgte Kemme im Mai 2008 mit einem offenbar ernst gemeinten Experiment, das Gegenargumente zur Relativitätstheorie liefern sollte. Dazu benutzte er zwei Stoppuhren, von denen er eine mit einem Magneten beschwerte, die andere in einem Waschsalon in eine Trockenschleuder legte. Nach dem Schleudern zeigten beide Uhren die gleiche Zeit an. Daraus folgerte Kemme, dass Uhren nicht so leicht zu beeinflussen seien und das Hafele-Keating-Experiment aus dem Jahr 1971 manipuliert worden bzw. aufgrund angeblicher Fehleranfälligkeit der benutzten Atomuhren ungültig sei.[2][3] Die Arbeit von Hafele und Keating war eine der ersten, die relativistische Effekte sowohl der Geschwindigkeit als auch der Gravitation durch Uhrenvergleich experimentell bestätigte, allerdings mit Atomuhren mit Ganggenauigkeiten um 10 Nanosekunden. Inzwischen wurden solche Experimente sogar mit Amateurmitteln ausgeführt.[4]

Rechtsextreme Gesinnung

Auch in anderen Internet-Foren veröffentlichte Kemme rechtsextreme Aussagen bzw. wurde mit entsprechenden Aussagen zitiert, so am 20. April 2008 in den Newsgroups alt.fan.adolf-hitler, de.talk.tagesgeschehen und de.soc.politik.misc mit einem Glückwunsch zu Hitlers Geburtstag.[5] Für das Entbieten des Hitlergrußes im Verlauf einer Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung wurde Kemme zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.[6] Dennoch tritt er weiterhin als Revisionist und Unterstützer rechtsextremer Parteien sowie von Rudolf Hess auf und lässt antisemitisches Gedankengut in seine Forenbeiträge einfließen.

Quellen

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