Auras-Blank-Blutausstrichtest

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Der Auras-Blank Blutausstrichtest (auch Blutausstrich-Ganzkörper-Test oder Auraskopie) ist ein alternativmedizinisch-diagnostische Methode, die wissenschaftlich nicht auf eine mögliche Eignung hin validiert ist, aber dennoch in einigen Praxen, Ordinationen und kleineren Privatkliniken eingesetzt wird. Einige Aspekte dieses Aussenseitertests erinnern an die bildschaffenden Methoden aus der Anthroposophie, andere Aspekte hingegen haben einen rein spekulativen-telepathischen Hintergrund. So glauben die Anwender in diesem Bluttest mikroskopische kleine Abbildungen erkrankter Organe erkennen zu können.

Die Kosten für dieses Verfahren müssen von den Patienten voll übernommen werden, da die Krankenkassen das Verfahren nicht anerkennen.

Der Name des Verfahrens geht auf eine Hannelore Auras-Blank zurück, die die Methode in den sechziger Jahren erfand.

Als Auraskopie wird auch ein analoger Blutaustrich-Test bezeichnet, der ohne Färbung auskommt.

Seit 1973 wird im privaten Institut für holistische Blutdiagnostik in Witten die Auraskopie angeboten.

Methode

OP-Clip Interpretation nach Auras-Blank

Wie bei analogen Verfahren werden dem Patienten einige Tropfen Blut aus der Fingerbeere entnommen. Im Anschluss daran wird ein relativ dicker Ausstrich auf einem Objektträger gefertigt und dieser nach dem Trocknen mikroskopisch untersucht. Es wird dabei deutlich mehr Blut ausgestrichen als es sonst labormedizinisch üblich ist. Die Beurteilung erfolgt zunächst in der Lupenvergrößerung und im Anschluss bei mehrhundert-facher Vergrößerung.

Nach Auras-Blank werden an Stellen, an denen das eintrocknende Blut dicker aufgetragen ist, sogenannte bildhafte Formen sichtbar die morphologisch (also von der Form her) ausgewertet werden. Dabei sollen im Ausstrich Formen entstehen können, die auch Organen ähneln sollen. Zitat von Auras-Blank: ..Die so betrachteten Blutausstriche offenbaren innere Vorgänge des Patienten in farbenprächtiger Weise, naturgetreu, miniaturisiert und anatomisch korrekt in Form und Position..

Nach Auras-Blank würden mikroskopisch klein die tatsächlich erkrankten Organe im Blut erkennbar. So zeigen sich im Krankheitsfall miniaturisierte Bauchspeicheldrüschen, Dick- und Dünndärmchen und so weiter. Weiterhin fänden sich Abbildungen künstlich eingepflanzter oder auch bei Operationen im Körper verbliebener Gegenstände, zum Beispiel Operationsfäden oder OP-Clips. Herzschrittmacher kämen hingegen nicht zur Abbildung, da diese aus Sicht der Anwender dieser Methode sich in die körpereigene Schwingung einfügten und somit unsichtbar würden. Die erkennbar werdenden Strukturen würden auch den histologischen Schnitten durch die erkrankten Organe ähneln.

Die Ansicht von Auras-Blank, hier etwas Außergewöhnliches entdeckt zu haben, wurde in etablierten labormedizinischen Kreisen abgelehnt, da die sich zufällig bildenden Formen als Artefakte angesehen werden bei denen auch künstliche Verunreinigungen der Blutproben durch Fusseln, Staubteilchen oder andere Schmutzpartikel sichtbar werden.

Befürworter der Methode glauben dagegen mit dem Auras-Blank Test körperliche Gebrechen aller Art in einem ganzheitlichen Sinne erkennen zu können. Toxine und Schadstoffe sollen mit dem angeblichen Allround-Test erkennbar werden, genauso wie Störungen Störungen des Säure-Basen-Haushalts.

Auraskopie

Aus wenigen Tropfen Blut wird im Auratest eine Diagnose gestellt. Man kann angeblich Stoffwechselstörungen, Allergien, Mangelkrankheiten, Krebsbelastungen, Lymphbelastungen, Fettstoffwechselstörungen, Kreislaufstörungen und Fehlfunktionen von Bauchspeicheldrüse und Leber feststellen. Für diesen 'Test' werden 120 Euro verlangt.

Die Auraskopie hingegen soll Herz,- Nieren und Bauchspeicheldrüsenbelastungen, Gallen- und Leberfehlverhalten, Ursachen für allergische Störungen, Abklärung unklarer Beschwerden, Auswirkung von Blockaden der Wirbelsäule auf einzelne Organbereiche, Umweltbelastungen, organische Nervenerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) sowie die präzise Ursachenfindung bösartiger Erkrankungen ermöglichen. Hierfür verlangt man schon 300 Euro.

Beide Verfahren sind wissenschaftlich unhaltbar. Frau Auras-Blank hat es niemals für nötig gehalten, ihre Wunderdiagnosen zu validieren. Dabei wäre es kein Problem, ihre Diagnostik einem randomisierten Doppelblindversuch zu unterziehen. Fettstoffwechselstörungen sind labortechnisch leicht und preiswert zu diagnostizieren und mit den Diagnosen der Frau Auras-Blank zu vergleichen.

Der Blutausstrich der Auraskopie und des Auratests bilden in der Tat Muster - aber deshalb, weil die Blutproben unterschiedlich behandelt und somit unregelmäßig dicht und mit verschiedenen Lösungen behandelt worden sind. Bilden sich nun bestimmte Formen, werden diese konkreten Organen zugeordnet und auf deren Gesundheitsstatus geschlossen. Dieser Test ist absolut nutzlos und sogar gefährlich, wenn man sich allein auf seine pseudodiagnostische Aussage verlässt. Die Chance auf Fehldiagnosen und daraus abgeleitete Fehlbehandlungen ist extrem hoch. Keine Kasse ist verpflichtet, für diese Wunderdiagnose zu bezahlen.

Dieses Verfahren ist nicht mit der Auraphotographie identisch.