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Als '''morphisches Feld''' (engl. „morphic field“) oder '''morphogenetisches Feld''' bezeichnete der britische Biologe [[Rupert Sheldrake]] Anfang der 1980er Jahre seinem Buch ''A New Science of Life'' ein [[Esoterik|esoterisches]] Konzept, zu einem nicht näher definierten hypothetischen biologischen (und potentiell gesellschaftlichen) Feld, das als „formbildende Verursachung“ verantwortlich sein könnte, für die Entwicklung von Strukturen. Kernpunkt seines Modells ist die Annahme, dass Informationen für ein jeweilige System auch Enstehung verfügbar bleiben und daher stetig zunehmen. Als Vermittler der Informationen seien seine „morphische Felder" anzusetzen, die ohne Energieverbrauch durch einen von Sheldrake postulierten Prozess der „morphischen Resonanz" die Entstehung von Komplexität auf allen möglichen Ebenen beschleunigen sollen.
Als '''morphisches Feld''' (engl. „morphic field“) oder '''morphogenetisches Feld''' bezeichnete der britische Biologe [[Rupert Sheldrake]] Anfang der 1980er Jahre seinem Buch ''A New Science of Life'' ein [[Esoterik|esoterisches]] Konzept, zu einem nicht näher definierten hypothetischen biologischen (und potentiell gesellschaftlichen) Feld, das als „formbildende Verursachung“ verantwortlich sein könnte, für die Entwicklung von Strukturen. Der allgemeine Charakter der Hypothese wurde als [[pseudowissenschaft]]lich und nicht falsifizierbar bezeichnet.&nbsp;<ref name="JOCS">Anthony Freeman: ''The Sense of Being Glared At''. In: ''Journal of Consciousness Studies'', 12, Nr. 6, 2005, S. 4–9. [http://www.imprint.co.uk/Editorial12_6.pdf Online-Ausgabe] [http://www.sheldrake.org/deutsche/jcs_2005.html Auszüge des Artikels in deutscher Übersetzung]</ref><ref>Lewis Wolpert: Pseudoscience and antiscience. Nature  334, 114 - 114 (14 Juli 1988) Book Review on: The New Age:Notes of a Fringe Watcher by Martin Gardner</ref><ref>A book for burning? Nature, volume 293, Seite 245–246. 24 September 1981. doi 10.1038/293245b0 [http://www.imprint.co.uk/Editorial12_6.pdf Online]</ref><ref>Michel de Pracontal. L'Imposture Scientifique en Dix Lecons, Editions La Decouverte, Paris, 2001. ISBN 2-7071-3293-4.</ref>  
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Etwa zum Zeitpunkt der Vorstellung seines morphischen Feldes zog sich Sheldrake aus der wissenschaftlichen Forschung zurück. Er glaubte durch seine Hypothesen eine Art spirituelle Wende in der Wissenschaft eingeleitet zu haben.
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Der allgemeine Charakter der Hypothese wurde als [[pseudowissenschaft]]lich und nicht falsifizierbar bezeichnet.&nbsp;<ref name="JOCS">Anthony Freeman: ''The Sense of Being Glared At''. In: ''Journal of Consciousness Studies'', 12, Nr. 6, 2005, S. 4–9. [http://www.imprint.co.uk/Editorial12_6.pdf Online-Ausgabe] [http://www.sheldrake.org/deutsche/jcs_2005.html Auszüge des Artikels in deutscher Übersetzung]</ref><ref>Lewis Wolpert: Pseudoscience and antiscience. Nature  334, 114 - 114 (14 Juli 1988) Book Review on: The New Age:Notes of a Fringe Watcher by Martin Gardner</ref><ref>A book for burning? Nature, volume 293, Seite 245–246. 24 September 1981. doi 10.1038/293245b0 [http://www.imprint.co.uk/Editorial12_6.pdf Online]</ref><ref>Michel de Pracontal. L'Imposture Scientifique en Dix Lecons, Editions La Decouverte, Paris, 2001. ISBN 2-7071-3293-4.</ref>  
 
Seine Theorie wird teilweise von Vertretern der Sozialwissenschaften und [[Gestalttherapie]] ernsthaft diskutiert,&nbsp;<ref>Dürr, H.-P., Gottwald, F.-T. (1999) (Hg.): Rupert Sheldrake in der Diskussion. Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens., Scherz Verlag, Bern München Wien</ref> von der großen Mehrheit der Naturwissenschaftler aber abgelehnt bzw. ignoriert.&nbsp;<ref name="JOCS"/><ref>http://homepage.mac.com/gerhardlang/AKP/Texte/Texte_ieS/ArtikelShel.doc</ref>. Ein weiteres von Sheldrake eingeführtes Prinzip ist die sogenannte ''morphische Resonanz''.
 
Seine Theorie wird teilweise von Vertretern der Sozialwissenschaften und [[Gestalttherapie]] ernsthaft diskutiert,&nbsp;<ref>Dürr, H.-P., Gottwald, F.-T. (1999) (Hg.): Rupert Sheldrake in der Diskussion. Das Wagnis einer neuen Wissenschaft des Lebens., Scherz Verlag, Bern München Wien</ref> von der großen Mehrheit der Naturwissenschaftler aber abgelehnt bzw. ignoriert.&nbsp;<ref name="JOCS"/><ref>http://homepage.mac.com/gerhardlang/AKP/Texte/Texte_ieS/ArtikelShel.doc</ref>. Ein weiteres von Sheldrake eingeführtes Prinzip ist die sogenannte ''morphische Resonanz''.
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Eine weitere von Sheldrake eingeführte Hypothese wurde von ihm ''morphische Resonanz'' bezeichnet.
 
Eine weitere von Sheldrake eingeführte Hypothese wurde von ihm ''morphische Resonanz'' bezeichnet.
 
Darunter versteht er eine postulierte Interaktion zwischen morphischem Feld und Struktur auf einer Art Feedbackbasis.
 
Darunter versteht er eine postulierte Interaktion zwischen morphischem Feld und Struktur auf einer Art Feedbackbasis.
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Als Beispiel einer ''morphic resonance'' führt Sheldrake aus der Intelligenzforschung den sogenannten Flynn Effekt an. Gemäß dem Politologen James Flynn steigt der durchschnittliche Intelligenzquotient in den Industrieländern seit Jahrzehnten stetig an. Sheldrake erklärt dies mit Hilfe seiner Hypothese so, dass aus den gelösten Aufgaben der IQ Tests eine Strategie herausdestilliert und an die nächsten Testpersonen weitergereicht wird, welche somit sukzessive immer bessere Testergebnisse liefern. Über die tatsächlichen Ursachen des Flynn Effekt wird in der Fachwelt rege diskutiert. Als mögliche Erklärungen werden eine verbesserte Ernährung genannt oder der Umstand, dass die Fähigkeiten, die in einem IQ Test abgefragt werden, trainierbar sind und über die Jahre in die Lehrpläne von Schulen eingeflossen sind. Wichtig hier ist allerdings, dass die Zunahme Mitte der 1990er zum Erliegen gekommen ist. Unabhängige Studien zeigen, dass der IQ international wieder sinkt, ein Umstand, den Sheldrake geflissentlich übersieht.
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==Kristallisation durch morphische Felder ?==
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Als ein Beispiel für die Wirkung eines „morphischen Feldes" in der Chemie nannte Sheldrake Parameter der Kristallbildung, die bekanntlich durch mehrere Faktoren beeinflusst wird. Laut Sheldrake würde eine einmal eingeleitete Kristallisation ihre ''Information'' dazu an räumlich entfernte Kristallisationsprozesse weiterreichen und diese beschleunigen. Sheldrake verweist in diesem Zusammenhang auch auf einen Anstieg der Schmelztemperatur von synthetisch in Laboren erzeugten Kristallen (etwa der Salycilate). Eine Erklärung für weltweit ansteigende Schmelztemperaturen von Kristallen läßt sich jedoch [[Okkhams Messer|hypothesensparsamer]] herkömmlich durch Fortschritte bei der Aufreinigung der Ausgangssubstanzen und ein verbessertes Qualitätsmanagement erklären.
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===Termiten-Experiment===
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==Termiten-Experiment==
 
<!--Hier Sheldrakes Bezugnahme: http://www.sheldrake.org/deutsche/siebenex/termiten.html-->
 
<!--Hier Sheldrakes Bezugnahme: http://www.sheldrake.org/deutsche/siebenex/termiten.html-->
 
Morphische Felder werden von Sheldrake postuliert, um die Ganzheitlichkeit selbstorganisierender Systeme zu erklären. Sheldrake leitet aus seinen Beobachtungen ab, dass man diese nicht allein aus der Summe ihrer Bestandteile heraus oder aus deren Wechselwirkungen erklären kann. Das von Sheldrake genannte Gedankenmodell, dass Formen von selbstorganisierenden Systemen durch morphische Felder ausgeprägt werden, ordnet demnach Atome, Moleküle, Kristalle, Zellen, Gewebe, Organe, Organismen, soziale Gemeinschaften, Ökosysteme, Planetensysteme, Sonnensysteme und Galaxien. Mit anderen Worten, sie ordnen Systeme auf allen Stufen der Komplexität und sind die Grundlage für die Ganzheit, die wir in der Natur beobachten, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Dies ist eine erste, vereinfachte Definition für morphische Felder.
 
Morphische Felder werden von Sheldrake postuliert, um die Ganzheitlichkeit selbstorganisierender Systeme zu erklären. Sheldrake leitet aus seinen Beobachtungen ab, dass man diese nicht allein aus der Summe ihrer Bestandteile heraus oder aus deren Wechselwirkungen erklären kann. Das von Sheldrake genannte Gedankenmodell, dass Formen von selbstorganisierenden Systemen durch morphische Felder ausgeprägt werden, ordnet demnach Atome, Moleküle, Kristalle, Zellen, Gewebe, Organe, Organismen, soziale Gemeinschaften, Ökosysteme, Planetensysteme, Sonnensysteme und Galaxien. Mit anderen Worten, sie ordnen Systeme auf allen Stufen der Komplexität und sind die Grundlage für die Ganzheit, die wir in der Natur beobachten, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Dies ist eine erste, vereinfachte Definition für morphische Felder.
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