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Ziel war offensichtlich auch die Wirkungslosigkeit der etablierten Antibiotika-Therapien nachzuweisen und die von der ILADS vertretenen Standards zu etablieren. Marques et. al. behandelten 100 Patienten über 1-4 Monate und kamen zu dem Ergebnis, dass das Medikament ein effektives Präparat für den Einsatz wäre. Das Studiendesign weist jedoch grundlegende Schwächen auf (v. a. den Verzicht auf eine Kontrollgruppe) und ist deshalb prinzipiell ungeeignet, die Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention sicher zu belegen.  
 
Ziel war offensichtlich auch die Wirkungslosigkeit der etablierten Antibiotika-Therapien nachzuweisen und die von der ILADS vertretenen Standards zu etablieren. Marques et. al. behandelten 100 Patienten über 1-4 Monate und kamen zu dem Ergebnis, dass das Medikament ein effektives Präparat für den Einsatz wäre. Das Studiendesign weist jedoch grundlegende Schwächen auf (v. a. den Verzicht auf eine Kontrollgruppe) und ist deshalb prinzipiell ungeeignet, die Wirksamkeit einer therapeutischen Intervention sicher zu belegen.  
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Darüber hinaus ist Skepsis geboten, was die Bedeutsamkeit von Persister-Infektionen bei Borreliose und die zu ihrem Nachweis eingesetzte Xenodiagnostik angeht. In einem begleitenden Editorial in Clinical Infectious Disease werden einzelne Aspekte der Xenodiagnostik, die methodische Herangehensweise, der Einsatz von Diagnose- und Messinstrumentarien sowie die Schlussfolgerungen, zu denen Horowitz gelangt, kritisch kommentiert. So zum Beispiel, dass entgegen der üblichen Praxis während des Studienverlaufs das Protokoll geändert wurde und  ein neuartiges PCR-Assay zum Einsatz kam und dass die Autoren aufgrund der, bei gerade mal 2 Individuen, nachgewiesenen DNA spekulierten, dass dies möglicherweise auf lebensfähige Organismen zurückzuführen sei. Diese Interpretation erscheint den Autoren des Ediotorials spekulativ und höchst unwahrscheinlich.  
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Darüber hinaus ist Skepsis geboten, was die Bedeutsamkeit von Persister-Infektionen bei Borreliose und die zu ihrem Nachweis eingesetzte Xenodiagnostik angeht. In einem begleitenden Editorial in Clinical Infectious Disease werden einzelne Aspekte der Xenodiagnostik, die methodische Herangehensweise, der Einsatz von Diagnose- und Messinstrumentarien sowie die Schlussfolgerungen, zu denen Horowitz gelangt, kritisch kommentiert. So zum Beispiel, dass entgegen der üblichen Praxis während des Studienverlaufs das Protokoll geändert wurde und  ein neuartiges PCR-Assay zum Einsatz kam und dass die Autoren aufgrund der, bei gerade mal 2 Individuen, nachgewiesenen DNA spekulierten, dass dies möglicherweise auf lebensfähige Organismen zurückzuführen sei. Diese Interpretation erscheint den Autoren des Editorials spekulativ und höchst unwahrscheinlich.  
 
<ref>https://academic.oup.com/cid/article/58/7/t46/412453/Editorial-Commentary-Xenodiagnosis-for?searchresult=1</ref>
 
<ref>https://academic.oup.com/cid/article/58/7/t46/412453/Editorial-Commentary-Xenodiagnosis-for?searchresult=1</ref>
    
Befürwortende Rezensionen zu der Arbeit oder sonstige unabhängige Veröffentlichungen, die sich über die Arbeit äußern, wie Leserbriefe waren bisher nicht zu finden.<ref>www.omicsonline.org/open-access/the-use-of-dapsone-as-a-novel-persister-drug-in-the-treatment-of-chroniclyme-diseasepost-treatment-lyme-disease-syndrome-2155-9554-1000345.php?aid=71596</ref> Darüber hinaus sind bis dato auch noch keine anderen Arbeiten zu finden, die sich mit einem Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und einem Nutzen bei der Behandlung einer Borreliose oder Neuroborreliose befassen.  
 
Befürwortende Rezensionen zu der Arbeit oder sonstige unabhängige Veröffentlichungen, die sich über die Arbeit äußern, wie Leserbriefe waren bisher nicht zu finden.<ref>www.omicsonline.org/open-access/the-use-of-dapsone-as-a-novel-persister-drug-in-the-treatment-of-chroniclyme-diseasepost-treatment-lyme-disease-syndrome-2155-9554-1000345.php?aid=71596</ref> Darüber hinaus sind bis dato auch noch keine anderen Arbeiten zu finden, die sich mit einem Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff und einem Nutzen bei der Behandlung einer Borreliose oder Neuroborreliose befassen.  
 
=====Weitere Kritik in den USA=====
 
=====Weitere Kritik in den USA=====
Ein kritischer Artikel in The Lancet im September 2011 bezieht sich auch auf anti-wissenschaftliche Haltung, ethische Fragen, Aktivisten und Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. <ref>http://www.healthunit.org/hazards/documents/Advocacy_of_Lyme_Disease.pdf</ref> In einem Artikel der ''Federation of American Societies for Experimental Biology'' beschreibt der Executive-Director of the American Lyme Disease Foundation, Baker das Vorgehen von ILADS und Horowitz als unerbittlichen Angriff auf dieevidenzbasierte biomedizinische Forschung und die Integrität von herausragenden Wissenschaftlern.<ref>http://www.fasebj.org/content/24/11/4175</ref>
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Ein kritischer Artikel in The Lancet im September 2011 bezieht sich auch auf anti-wissenschaftliche Haltung, ethische Fragen, Aktivisten und Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. <ref>http://www.healthunit.org/hazards/documents/Advocacy_of_Lyme_Disease.pdf</ref> In einem Artikel der ''Federation of American Societies for Experimental Biology'' beschreibt der Executive-Director of the American Lyme Disease Foundation, Baker das Vorgehen von ILADS und Horowitz als unerbittlichen Angriff auf die evidenzbasierte biomedizinische Forschung und die Integrität von herausragenden Wissenschaftlern.<ref>http://www.fasebj.org/content/24/11/4175</ref>
    
Ein Artikel im Environmental Health Perspectives-Journal versucht die oft unklaren und verworrenen Symptome, in Abwesenheit von objektiven ärztlichen Untersuchungs- und Laborbefunden zu beschreiben. Und die daraus entstehende Verwirrung und Unsicherheit, die Patienten dann empfinden, was wiederum der Grund ist für die Unfähigkeit die gesundheitlichen Probleme adäquat zu formulieren, zu artikulieren und entsprechend den medizinischen Bedürfnissen zu handeln, einem Zustand der als Ratlosigkeit bezeichnet werden kann. <ref>https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1241213/pdf/ehp110s-000607.pdf</ref> Dies ist dann die Grundlage auf der die Patienten mit alternativen und nicht belegten Aussagen und Methoden beeinflußt werden.  
 
Ein Artikel im Environmental Health Perspectives-Journal versucht die oft unklaren und verworrenen Symptome, in Abwesenheit von objektiven ärztlichen Untersuchungs- und Laborbefunden zu beschreiben. Und die daraus entstehende Verwirrung und Unsicherheit, die Patienten dann empfinden, was wiederum der Grund ist für die Unfähigkeit die gesundheitlichen Probleme adäquat zu formulieren, zu artikulieren und entsprechend den medizinischen Bedürfnissen zu handeln, einem Zustand der als Ratlosigkeit bezeichnet werden kann. <ref>https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1241213/pdf/ehp110s-000607.pdf</ref> Dies ist dann die Grundlage auf der die Patienten mit alternativen und nicht belegten Aussagen und Methoden beeinflußt werden.  
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