Magnetmotor nach Engel

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Thomas Engel (Bild: "Schweizer Familie" 2015)

Der Magnetmotor nach Engel (Thomas Engel Magnetmotor, Engelmotor oder Quantenmotor) ist eine gescheiterte Perpetuum Mobile-Erfindung des Uhrmachers und Erfinders Thomas Engel, der seit 1977 in der Schweiz lebt und aus dem deutschen D-63150 Heusenstamm stammt. In Heusenstamm existiert die Firma "Engellabor", das vom Sohn von Thomas Engel, Oliver Engel, geführt wird.[1] Die Engel-Laboratories stellen Produkte aus Kunststoff her.

Dem Magnetmotor nach Engel wurde 2013 ein vorübergehendes überregionales Interesse zuteil, nachdem der promovierte "Technik und Motor"-Redakteur Dr. Lukas Weber in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 12. November 2013 einen in Passagen unkritischen Artikel zum Engelmotor verfasste, in dem suggeriert wurde, dass der Engelmotor mehr Leistung zur Verfügung stelle als er an Strom verbrauche.[2]

2014 erhielt Thomas Engel Besuch von zwei Ingenieuren der Firma Siemens, die sich für seinen Motor interessierten. Im gleichen Jahr ergab eine Untersuchung der Firma Siemens, dass ein von Siemens begutachteter Engelmotor mehr elektrische Energie verbrauchte als er zur Verfügung stellte. Es handelt sich demnach um einen herkömmlichen Elektromotor.

Inzwischen werden Informationen zum Magnetmotor nach Engel von einem Stefan Haenelt[3] verbreitet, da der Erfinder Engel angeblich schwer krank sei und daher seine Motoren nicht vorführen könne. Trotz des angeblichen schlechten Gesundheitszustandes erschien im Januar 2015 ein weiterer Artikel über Thomas Engel und seinen "Quantenmotor" in der Schweizer Zeitschrift “Schweizer Familie”.[4]

Magnetmotor nach Engel

Artikel in FAZ von 2013

In Beschreibungen des Magnetmotors nach Engel (oder Quantenmotors nach Engel) wird dieser als ein erfolgreicher so genannter Magnetmotor vorgestellt. Im Artikel der FAZ suggeriert Redakteur Weber, dass der Magnetmotor nach Engel seine Energie aus Magneten gewinne:

Der Engel-Motor zieht seine Kraft aus Neodymmagneten (NdFeB). Das sind die stärksten bekannten Dauermagnete, eine Scheibe vom Durchmesser einer Euromünze kann etwa zehn Kilogramm halten...”

Engel selbst glaubt, dass sein Motor mit Schwungrad nicht elektrisch oder "magnetisch" angetrieben werde, sondern von einer Kraft, "die in Quanten" stecke. Nach Engel sei sein Motor daher auch eine "Vorrichtung zum Umlenken von Quanten".

Thomas Engel

Thomas Engel wurde 1927 in Heusenstamm bei Offenbach geboren. Engel erhielt ein Patent für ein Verfahren zur Verarbeitung von Polyethylen-Kunststoffen. Seit 1977 lebt Engel in der Schweiz nahe Luzern. Dort stellte er Luxusuhren für Prominente her.[5] Engel-Uhren erzielten Höchstpreise bei Versteigerungen. Eine Engeluhr wurde z.B. für 260.000 Euro ersteigert. Thomas Engel ist auch als Autor von Büchern in Erscheinung getreten.

Rezeption und Zitate

  • “Wenn in unserer Welt alles mit rechten Dingen zugeht, dann müssen alle angeblichen Perpetua mobilia, also auch der ‘Quantenmotor’ von Thomas Engel, letztendlich Schein-Perpetua mobilia sein. Anders ausgedrückt: Scheinbare Perpetua mobilia sind in Wirklichkeit keine abgeschlossenen Systeme, sondern stehen oft in subtiler Weise in Wechselwirkung mit ihrer Umgebung und ziehen daraus die Energie, die sie in Bewegung bringt. Um ein angebliches Perpetuum mobilia zu entlarven, muss man es also nur rigoros von der Aussenwelt isolieren, dann bleibt es stehen.” (Zitat von Ulrich Walter, Dipl.-Physiker und Ordinarius für Raumfahrttechnik an der TU München)

Quellennachweise

  1. Engel Labor, Oliver Engel, Weiskircher Weg 10, D-63150 Heusenstamm, Telefon 0 61 04 - 40 66- 47 Telefax 0 61 04 - 6 69 20 45, info@engellabor.de
  2. Weber, Lukas: “Er läuft und läuft und läuft”, in “FAZ”, 12.11.2013
  3. https://www.xing.com/profile/Stefan_Haenelt/
  4. Röthlisberger, Daniel: “Der Erfinder”, in “Schweizer Familie”, 15. Januar 2015
  5. https://watch-wiki.org/index.php?title=Engel,_Thomas