Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie

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EMTT Magnetolith Storz.jpg

Die Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT, engl. Electromagnetic transduction therapy oder Magnetolith Extracorporeal Magnetotransduction Therapy) der Schweizer Firma Storz Medical AG[1] ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, bei der sich wiederholende, kurzzeitige Magnetfelder zur Anwendung kommen. Das entsprechende Behandlungsgerät von Storz hat den Namen "Magnetolith". Diese Magnetfeldanwendung ist der Gruppe der nichtinvasiven "Pulsed electromagnetic field therapy" (PEMF) - Verfahren zuzuordnen.

Wegen fehlendem Nachweis einer Wirksamkeit erstatten gesetzliche Krankenkassen die Behandlungskosten nicht. Gefahr droht insbesondere Trägern eines Herzschrittmachers.

Zur EMTT existiert ein werbeartiger Artikel bei der deutschsprachigen Wikipedia. Der Lobby-Autor des Artikels "Novak Pav.", wurde inzwischen wegen des Vorwurfs des "bezahlten Schreiben" bei der Wikipedia gesperrt: ..Die Nutzungsbedingungen der Wikipedia erfordern die Offenlegung bezahlten Schreibens mit entsprechenden Angaben. Der Benutzer wurde auf seiner Diskussionsseite angesprochen, dass es Anhaltspunkte für mögliches bezahltes Schreiben gibt und es wurde um Antwort gebeten. Bezahltes Schreiben wurde weder offengelegt, noch eine akzeptable Erklärung gegeben, dass es in diesem Fall nicht zutreffend ist. Keine Offenlegung gemäß Nutzungsbedingungen muss als täuschende Handlung gewertet werden, es erfolgte daher eine unbegrenzte Sperre des Benutzers..

Methode

Unter der Behandlung werden kurzzeitige Ströme durch eine wassergekühlte Spule geleitet. Dazu wird ein Kondensator zyklisch alle 0,1 bis 10 Sekunden (sehr unterschiedliche Angaben) auf 15 bis 30 KV aufgeladen und über die Spule ("Behandlungsschlaufe") kurzgeschlossen, was kurzzeitige Magnetfelder zur Folge hat. Zu den verwendeten Frequenzen (Impulse/Sekunde) und Intensitäten der Magnetfelder liegen unterschiedlich Angaben vor. Der Hersteller spricht von Magnetfeldern von mindestens 10mT, in einem Fachartikel zum Thema[2] wird davon abweichend behauptet dass Magnetfelder unter 80 mT keine Wirkung erzeugten.

Zur Behandlungsfrequenz gibt der Hersteller an:

..Our Magnetolith machine uses EMTT to target painful areas of the body generating high energy magnetic waves at extremely high oscillating frequencies ranging from 100–300 kHz..

Es bleibt aber unklar, ob damit die Anzahl Magnetfeldwechsel gemeint ist, oder der Kehrwert des kurzzeitigen Magnetfeld-Impulses. Im werbeartigen Artikel der deutschsprachigen Wikipedia heisst es:

..Aufgrund der hohen Frequenz und des starken Magnetfeldes findet man bei EMTT-Geräten typischerweise Magnetfeldgradienten von 60.000 T/s bis zu 150.000 T/s. Puls-Wiederholungsraten von mehreren Hz sind möglich. Aufgrund der sehr hohen Oszilationsfrequenz (100 – 300 kHz) unterscheidet sich die EMTT von anderen allgemeinen Formen der Magnetfeldtherapie oder PEMF (Pulsierende Magnetfeldtherapie)..[3]

Die Lobbyorganisation DIGEMTT (siehe Abschnitt DIGEMTT) gibt zur Methode an:

Mit der Magnetotransduktions-Therapie werden schmerzende Körperareale mit hochenergetischen Magnetimpulsen behandelt. Innerhalb von Sekundenbruchteilen baut ein Therapiesystem eine Spannung zwischen 15 und 30 kV auf. Die erzeugte Energie wird über eine Behandlungsschlaufe auf die zu behandelnden Körperareale übertragen. Die Impulsintensität übersteigt das Erdmagnetfeld um mehr als das 1000-fache und ist in der Lage, Zellmembranen zu durchdringen und in der Zelle therapeutisch wirksam zu werden. Die einzelnen Impulse werden mit einer Applikationsfrequenz von 0,1 – 0,3 Hertz auf den Körper übertragen und dringen – je nach Einstellung – bis zu 18 cm tief ins Gewebe ein, so dass auch tiefere Gewebeschichten mühelos erreicht werden können.

Behauptungen zum medizinischen Wirkprinzip

Laut Herstellerangaben sei es das Ziel auf biozellularer Ebene körpereigene Heil-und Regenerationsprozesse...anzuregen. Unter anderem beruft man sich dabei auf den Erfinder Nikola Tesla.

Lobbyorganisation DIGEMTT

Befürworter der Extrakorporalen Magnetotransduktionstherapie sind in der Lobbyorganisation "Deutschsprachige Internationale Gesellschaft für Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie" (DIGEMTT) organisiert, die vom Orthopäden Ludger Gerdesmeyer geleitet wird.[4] Organisiert werden unter anderem Abrechnungsseminare.

Literatur

  • Tim Klüter, André Krath, Martin Stukenberg, Hans Gollwitzer, Norbert Harrasser, Karsten Knobloch, Nicola Maffulli, Jörg Hausdorf, Ludger Gerdesmeyer (2018): Electromagnetic transduction therapy and shockwave therapy in 86 patients with rotator cufftendinopathy: A prospective randomized controlled trial, Electromagnetic Biology and Medicine, DOI: 10.1080/15368378.2018.1499030

Siehe auch

  • Pap-Imi-Therapie
  • TheraCell (frühere Namen: Regatron, später Rehatron alpha) der Firma Guth. Beide Geräte, Magnetolith und TheraCell erscheinen funktionsgleich zu sein.

Quellennachweise

  1. Storz Medical AG, Lohstampfestrasse 8, CH-8274 Tägerwilen, Schweiz
    Gerold Heine
  2. *Tim Klüter, André Krath, Martin Stukenberg, Hans Gollwitzer, Norbert Harrasser, Karsten Knobloch, Nicola Maffulli, Jörg Hausdorf, Ludger Gerdesmeyer (2018): Electromagnetic transduction therapy and shockwave therapy in 86 patients with rotator cufftendinopathy: A prospective randomized controlled trial, Electromagnetic Biology and Medicine, DOI: 10.1080/15368378.2018.1499030
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Extrakorporale_Magnetotransduktionstherapie
  4. DIGEMTT, Konrad-Adenauer-Allee 33, D-86150 Augsburg
    Vertreten durch: Prof. Dr. Ludger Gerdesmeyer