Drion-Power

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Drionpower.jpg
Pseudowissenschaftliche Werbeangaben zum angeblichen Funktionsmechanismus von Webseiten der Firma XION ECO Systems (Bonn)

Drion-Power ist eines der zahlreichen Produkte auf dem unübersichtlichen Markt der Wundermittel zur Kraftstoffeinsparung beim Auto. Versprochen werden nicht nur "8-15% weniger Kraftstoff-Verbrauch", sondern auch eine höhere Motorleistung, weniger Abgase und eine Schonung des Motors. Erfinderin ist Roswitha Doubrawa (geb. 1954).

Das Gerät besteht aus einem zylindrischen Behälter aus Blech mit unbekanntem Inhalt, der mit Schellen oder Kabelbindern außen an der Benzinleitung befestigt wird. Es ähnelt damit vielen Produkten zur "Wasserbelebung", bei denen außen an der Wasserleitung angebrachte Behälter mit "informierten Mineralien" o.ä. die Qualität des Wassers erhöhen sollen. Beworben wird es mit oberflächlich wissenschaftlich anmutenden, aber sinnfreien Aussagen. So heißt es im Prospekt:

Die durch Drion Power erzeugte Ionisierung bewirkt eine positive Veränderung der Moleküle, insbesondere der Clusterstrukturen und somit eine Erhöhung der Oberflächenspannung des Kraftstoffs. Der Kraftstoff wird optimal für die Brennkammer aufbereitet und der thermische Wirkungsgrad zugunsten der Verbrennung erhöht. Die Fließeigenschaft des Kraftstoffs wird hierbei deutlich verbessert.
Die wird erreicht, indem durch das Drion die Massengenauigkeit und die Massenauflösung im Vergleich zum Lineardetektor verbessert wird. Das Reflekton ist im Grunde ein Ionenspiegel. Durch die geeignete Wahl der Reflektorgeometrie lässt sich die durch den Ionisationsprozess bedingte Anfangsenergieverteilung der Molekülionen weitgehend kompensieren und in einen optimalen Ablaufprozess integrieren.

Drion Power war auch Thema eines Artikels des auf solche Themen spezialisierten NET-Journal im Jahr 2008.[1] Nach Angaben des Autors Gottfried Hilscher sei Drion Power das "Lebenswerk" der Erfinderin Roswitha Doubrawa, die die Drion-Power-Behhälter in Heimarbeit fertige. Doubrawa habe einen Weg gefunden, Kraftstoffe auf Distanz durch ein geheimes "Wirkstoffgemenge" und mit einem geheimnisvollen "Quarzkristall" zu "ionisieren", was zu ausschließlich positiven Effekten führen soll. Doubrawa behauptet, dass ihr die Erfindung durch eine esoterisch anmutende Innenschau ermöglicht worden sei. Ein gewaltsames Öffnen des Behälters würde eine Art Sicherung auslösen und dadurch keine Hinweise zum geheim gehaltenen, aber dennoch patentierten Funktionsprinzip ergeben. Doubrawas Name taucht im Zusammenhang mit der Schweizer Firma "DRION-POWER Globe GmbH", vormals "Alfa Trading GmbH" in Stansstad auf.

DRION-Power ist seit 2005 eine geschützte Wortmarke. Vermarktet wird das Produkt von einer Drion-Power Int. I.G. aus Utting in Bayern. Eine Ausführung für einen PKW kostet etwa 240 Euro. Außer zum Sparen von Benzin wird das Gerät als "Drion Heat" auch zum Einsatz bei Öl- und Gasheizungen und bei Blockheizkraftwerken beworben. Unabhängige und methodische Untersuchungen zur Wirksamkeit sind nicht bekannt geworden. Inzwischen wird das gleiche Produkt mit der Aufschrift "DRION POWER" von der Bonner Firma XION Eco Systems UG eines Georgios Daniilidis[2] angeboten, die auch angibt, dass zum Produkt ein Patent erteilt worden sei, allerdings ohne das Patent selbst zu nennen.

Patent

Links: Einfache Ausführung des Drion-Behälters, rechts: Variante mit unterschiedlichen Füllungen 9a bis 9d (Bilder aus der Patentschrift)

Roswitha Doubrawa hat ihre Erfindung zum Patent angemeldet.[3] Die in der Patentschrift angegebene Zusammenfassung lautet:

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Optimierung von Verbrennungsprozessen, insbesondere in Verbrennungsmotoren und Brennern zur Wärmeerzeugung, mit einem geschlossenen Gehäuse (3), welches eine Längserstreckung aufweist, die größer ist als seine Querschnittsabmessungen, wobei das Gehäuse (3) zumindest zum überwiegenden Teil des Volumens gefüllt ist mit einer Füllung (9), bestehend aus einem Kunststoff, in welchem Metallteilchen aus Eisen, Aluminium und Kupfer oder Legierungen dieser Element eingelagert sind und im Gehäuse (3) wenigstens ein Quarzkristall (11, 13) vorgesehen ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine geeignete Verwendung der Vorrichtung in Verbindung einer Einrichtung zur Verbrennung eines Energieträgers.

Abgesehen von dem Quarzkristall ähnelt die Füllung des Drion-Behälters somit Orgonit, einem Material aus in Kunstharz eingegossenen Metallresten, das von Orgon-Anhängern beispielsweise zum Bau von Cloudbustern verwendet wird. Auch im Patent wird ausdrücklich Polyesterharz erwähnt. Der Kristall könne "in einem Endbereich ein Citrin und im anderen Endbereich ein Amethyst" sein. Über die Wirkungsweise wird jedoch nichts mitgeteilt. Es finden sich lediglich Angaben, dass das Gehäuse länger sein muss als sein Durchmesser, dass der Kunststoffanteil der Füllung 30% bis 50% des Volumens betragen soll, usw.

Weblinks

Quellennachweise

  1. Gottfried Hilscher: Das Betriebsgeheimnis von Roswitha Doubrawa gelüftet: es beruht auf Ionisation! NET Journal, Jahrgang 13, Heft Nr. 11/12 November/Dezember 2008
  2. XION Eco Systems UG (haftungsbeschränkt), Lengsdorfer Hauptstraße 58, 53127 Bonn
  3. DE102006054652 A1: Vorrichtung zur Optimierung von Verbrennungsprozessen, insbesondere in Verbrennungsmotoren und Brennern zur Wärmeerzeugung. Anmeldedatum: 17.11.2006 (Patentverfahren war 2013 noch anhängig). Auch angemeldet als Gebrauchmuster DE 202006020186 U1