Automatisches Schreiben

Aus Psiram
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Automatisches Schreiben (mediales Schreiben, Geisterschreiben, engl. automatic writing) bezeichnet in Behauptungen aus der Esoterik, Parapsychologie, aber auch der Kunst das Fertigen von Texten (oder Bildern - automatisches Malen) ohne bewusste Steuerung durch den Schreibenden. Nach diesen Behauptungen aus dem Bereich der "Automatismen" bewege sich die Hand des Autors ohne Wissen und Steuerung des Autors. In der Esoterik wird dabei unter anderem auch um die "Übernahme" des Arms durch bestimmte Geistwesen gebeten.

Gelegentlich wird von einigen Automatikschreibern vorweg ein Trancezustand angestrebt, oder das automatische Schreiben wird unter Hypnose durchgeführt.

Automatisches Schreiben soll auch zu einer Veränderung des Schriftbildes führen können, was als "Transfiguration" bezeichnet wird.

In der Kunst werden derartige Fähigkeiten auch als eine schriftstellerische Form der Freien Assoziation und als eine besondere Form der Poesie und der Experimentellen Literatur angesehen.

Der Begriff spielt auch in der Religion eine Rolle (siehe Neale Donald Walsch).

Auf dem Esoterikmarkt gibt es Angebote für Automatisches Schreiben zur Zukunftsvorhersage oder zu einer vermeintlichen Kontaktaufnahme mit Verstorbenen oder einem "Jenseits".

Sonderformen sind das "Automatische Sprechen" und die Verwendung von technischen Hilfsmitteln wie dem Ouija-Brett.

Bei der "Gestützten Kommunikation" ("facilitated communication") sind Analogien zum Thema vorhanden.

Geschichtliches

Der Begriff "Automatisches Schreiben" wurde zuerst in Frankreich eingeführt. 1861 wurde er vom französischen Spiritisten Allan Kardec für eine schriftliche Verbindungsaufnahme mit Geistern verwendet. In diesem Zusammenhang wird dieses behauptete Phänomen auch gelegentlich als "Psychographie" bezeichnet, obwohl der Begriff Psychographie heute eine andere Bedeutung hat. Um 1889 wurde der Begriff des Automatischen Schreibens vom französischen Psychotherapeuten Pierre Janet im Rahmen therapeutischer Versuche geprägt, wobei der Patient im Halbschlaf, in Trance oder unter Hypnose zum Schreiben angehalten wurde, um das Unbewusste ins Bewusstsein zu holen.

Hilfsmittel zum Automatischen Schreiben

Ouija (Hexenbrett)

Hauptartikel: Ouija

Das Ouija (von französisch "oui=ja" und deutsch "ja", ursprünglich von dem amerikanischen Erfinder Elija Bond patentiert), auch Hexenbrett genannt, bezeichnet im Spiritismus und in der Parapsychologie ein Hilfsmittel, um mit Geistwesen in Kontakt zu treten. Weitere Bezeichnungen sind Alphabettafel, Witchboard, Seelenschreiber und Talking Board.

Auf einem Ouija-Brett sind Zeichen abgebildet, meist das Alphabet, sowie die Ziffern und die Wörter "ja" und "nein". Bei manchen Boards stehen zusätzlich Wörter wie "Danke", "Ich warte", "Ende", "Ich gehe" oder Ähnliches. Zusätzlich gibt es einen Zeiger, der ein Zeichen markieren kann. Zur Benutzung muss man die Hände darauf legen und einige Zeit warten, bis er sich auf dem Brett bewegt. Die markierten Zeichen ergeben dann eine Botschaft. Meist werden diese Botschaften als Signale von paranormalen Wesen interpretiert. Der Führer des Zeigers ist sich dabei keines Einflusses auf dessen Bewegung über das Brett bewusst.

Planchette von unten

Planchette

In einem ähnlichen Umfeld wie das Ouija wird die Planchette benutzt. Dabei handelt es sich um ein Brett mit drei Füßen, zwei davon sind als Rollen ausgebildet, der dritte Fuß ist ein Schreibstift. Das Medium versetzt das Brett durch leichte Bewegungen ins Gleiten, so dass eine Schreibspur entsteht. Dadurch soll eine Schrift entstehen, die möglichst wenig durch bewusste Handbewegungen des Anwenders beeinflusst sein soll. Die Planchette ist Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstanden.

Gestützte Kommunikation (facilitated communication, FC)

Die Gestützte Kommunikation (auch "gestütztes Schreiben") bezeichnet eine Methode der gestützten Kommunikation, bei der eine Person (der "Stützer") eine weitere Person (den "Schreiber") unterstützt, die in der Kommunikation eingeschränkt oder de facto dazu nicht fähig ist.

Trotz häufigen Einsatzes der Methode in der Praxis wird die Gestützte Kommunikation in Wissenschaft und Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert und mehrheitlich als unwirksam und in manchen Fällen sogar als schädlich abgelehnt. Auch zeigten sich in diesem Zusammenhang Fälle von Betrug.

Siehe auch