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[[image:echinacea.jpg|Echinacea purpurea|thumb]]
 
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'''''Echinacea''''' (''angustifolia'', ''purpurea'', ''pallidae'') ist ein Heilmittel das Presssäfte oder Extrakte aus ''Echinacea angustifolia'', ''E. purpurea'' oder ''E. pallida'' enthält und zur Immunstimulation, vorbeugend gegen Erkältung bzw. zur Immunstimulation beworben wird. Es gibt wenig seriöse Hinweise auf Wirksamkeit.
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'''''Echinacea''''' (''angustifolia'', ''purpurea'', ''pallidae'') ist ein Heilmittel, das Presssäfte oder Extrakte aus ''Echinacea angustifolia'', ''E. purpurea'' oder ''E. pallida'' enthält und zur Immunstimulation, vorbeugend gegen Erkältung bzw. zur Immunstimulation beworben wird. Es gibt wenig seriöse Hinweise auf Wirksamkeit.
    
Der Sonnenhut (''Echinacea spec.'') stammt aus einer Pflanzenfamilie der Korbblütengewächse (''Asteraceae''), aus der Gattung der Sonnenhüte, die hauptsächlich aus Nordamerika stammt, aber auch in geringerem Umfang in Europa (Deutschland, Italien, ehemaliges Jugoslawien, Niederlande, Schweiz) kultiviert wird. Zu medizinischen Zwecken wird die Wurzel (Radix) des schmalblättrigen Sonnenhuts (''Echinacea angustifolia'') und des blassfarbenen schmalblättrigen Sonnenhuts (''Echinacea pallida'') verwendet. Die Pflanzen sehen für den Laien ähnlich aus, unterscheiden sich aber hinsichtlich Größe und Struktur.
 
Der Sonnenhut (''Echinacea spec.'') stammt aus einer Pflanzenfamilie der Korbblütengewächse (''Asteraceae''), aus der Gattung der Sonnenhüte, die hauptsächlich aus Nordamerika stammt, aber auch in geringerem Umfang in Europa (Deutschland, Italien, ehemaliges Jugoslawien, Niederlande, Schweiz) kultiviert wird. Zu medizinischen Zwecken wird die Wurzel (Radix) des schmalblättrigen Sonnenhuts (''Echinacea angustifolia'') und des blassfarbenen schmalblättrigen Sonnenhuts (''Echinacea pallida'') verwendet. Die Pflanzen sehen für den Laien ähnlich aus, unterscheiden sich aber hinsichtlich Größe und Struktur.
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Einigen Bestandteilen von Echinacea werden immunstimulierende Effekte zugeschrieben. Doch hier warnt die schwedische Arzneimittelbehoerde wegen unzureichender Belege für die Sicherheit. Sollte ein immunstimulierender Mechanismus bestehen, ist vor allem bei längerer Einnahme eine Beeintraechtigung des Immunsystems zu befürchten. Echinacea-haltige Präparate durfen nicht zur Vorbeugung von Erkaeltungskrankheiten oder Infektionen verwendet werden (Arznei-Telegramm 2002).
 
Einigen Bestandteilen von Echinacea werden immunstimulierende Effekte zugeschrieben. Doch hier warnt die schwedische Arzneimittelbehoerde wegen unzureichender Belege für die Sicherheit. Sollte ein immunstimulierender Mechanismus bestehen, ist vor allem bei längerer Einnahme eine Beeintraechtigung des Immunsystems zu befürchten. Echinacea-haltige Präparate durfen nicht zur Vorbeugung von Erkaeltungskrankheiten oder Infektionen verwendet werden (Arznei-Telegramm 2002).
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Patienten mit systemischen Erkrankungen wie AIDS oder Allergie sollen keine Echinacea-Produkte einnehmen (Arznei-Telegramm 2002). Über die besondere Gefährdung von Atopikern durch schwerwiegende Unverträglichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie und akute Asthmaanfaelle berichtete das Arzneitelegramm ebenfalls im Jahr 2002. Dies mag darauf beruhen, dass man bei Patienten mit Atopie trotz fehlender Einnahme von Echinacea bereits eine Sensibilisierung gegen Echinacea-Antigene im Prick-Test feststellen kann <ref>* Mullins RJ, Heddle R: Adverse reactions associated with echinacea: the australian experience. Ann Allergy Asthma Immunol, 88, 42-51, 2002</ref>.
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Patienten mit systemischen Erkrankungen wie AIDS oder Allergie sollen keine Echinacea-Produkte einnehmen (Arznei-Telegramm 2002). Über die besondere Gefährdung von Atopikern durch schwerwiegende Unverträglichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie und akute Asthmaanfaelle berichtete das Arzneitelegramm ebenfalls im Jahr 2002. Dies mag darauf beruhen, dass man bei Patienten mit Atopie trotz fehlender Einnahme von Echinacea bereits eine Sensibilisierung gegen Echinacea-Antigene im Prick-Test feststellen kann <ref>Mullins RJ, Heddle R: Adverse reactions associated with echinacea: the australian experience. Ann Allergy Asthma Immunol, 88, 42-51, 2002</ref>.
    
Während der Schwangerschaft sollten Echinacea-Produkte ebenfalls nicht eingenommen werden, auch wenn bisher in einer klinischen Studie <ref>Gallo M, Sarkar M, Au W, Pietrzak K, Comas B, Smith M, Jaeger TV, Einarson A, Koren G: Pregnancy outcome following gestational exposure to echinacea: a prospective controlled study. Arch Intern Med, 160, 3141-3143, 2000</ref> unter 206 Schwangeren, die Echinacea während der Schwangerschaft eingenommen hatten (darunter 112 im ersten Schwangerschaftsdrittel) im Vergleich zu einer ebenso großen Kontrollgruppe eine erhöhte Fehlbildungsrate der Neugeborenen nachweisbar war. Kindern und Jugendlichen sollte man Echinacea-Produkte vorsichtshalber ebensowenig verabreichen, weil hier bis heute keine gesicherten Erkenntnisse für eine Wirksamkeit vorliegen.
 
Während der Schwangerschaft sollten Echinacea-Produkte ebenfalls nicht eingenommen werden, auch wenn bisher in einer klinischen Studie <ref>Gallo M, Sarkar M, Au W, Pietrzak K, Comas B, Smith M, Jaeger TV, Einarson A, Koren G: Pregnancy outcome following gestational exposure to echinacea: a prospective controlled study. Arch Intern Med, 160, 3141-3143, 2000</ref> unter 206 Schwangeren, die Echinacea während der Schwangerschaft eingenommen hatten (darunter 112 im ersten Schwangerschaftsdrittel) im Vergleich zu einer ebenso großen Kontrollgruppe eine erhöhte Fehlbildungsrate der Neugeborenen nachweisbar war. Kindern und Jugendlichen sollte man Echinacea-Produkte vorsichtshalber ebensowenig verabreichen, weil hier bis heute keine gesicherten Erkenntnisse für eine Wirksamkeit vorliegen.
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Wechselwirkungen zwischen Echinacea-Produkten und anderen Arzneimitteln sind nicht auszuschließen. So weißt Tumova (2000) darauf hin, dass Fertigarzneimittel wie Warfarin, MAO-Inhibitoren, Phenelzinsulphat oder Phenytoin nicht gleichzeitig mit Echinacea eingenommen werden sollten, weil die Pflanzenextrakte die Ausscheidung bzw. den Abbau der Arzneimittel in der Leber hemmen können. Dies kann zu Organschäden führen.
 
Wechselwirkungen zwischen Echinacea-Produkten und anderen Arzneimitteln sind nicht auszuschließen. So weißt Tumova (2000) darauf hin, dass Fertigarzneimittel wie Warfarin, MAO-Inhibitoren, Phenelzinsulphat oder Phenytoin nicht gleichzeitig mit Echinacea eingenommen werden sollten, weil die Pflanzenextrakte die Ausscheidung bzw. den Abbau der Arzneimittel in der Leber hemmen können. Dies kann zu Organschäden führen.
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Insofern können die Äußerungen der ehemaligen deutschen Kommission E, eine für die Einstufung von Naturheilmitteln gemäß des Arzneimittelgesetzes zuständig war, nur als fahrlässig bezeichnet werden. Man stufte in der Kommission noch im Jahre 1996 Echinacea als eine Pflanze ein, die keine Nebenwirkungen zeige. Es ist allerdings nichts Neues, dass die Kommission E eine von Interessenvertretern einschlägigen 'Naturheilkunde-Pharmafirmen' dominierte Einrichtung war, die dazu implementiert wurde, fragwürdigen Heilmethoden ohne Wirksamkeitsnachweis mit juristischem Deckmäntelchen die Tore weiter geöffnet zu halten.
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Insofern können die Äußerungen der ehemaligen deutschen Kommission E, eine für die Einstufung von Naturheilmitteln gemäß des Arzneimittelgesetzes zuständig war, nur als fahrlässig bezeichnet werden. Man stufte in der Kommission noch im Jahre 1996 Echinacea als eine Pflanze ein, die keine Nebenwirkungen zeige. Es ist allerdings nichts Neues, dass die Kommission E eine von Interessenvertretern einschlägigen "Naturheilkunde-Pharmafirmen" dominierte Einrichtung war, die dazu implementiert wurde, fragwürdigen Heilmethoden ohne Wirksamkeitsnachweis mit juristischem Deckmäntelchen die Tore weiter geöffnet zu halten.
    
==Echinacea-Hersteller Madaus geht gegen Kritiker vor==
 
==Echinacea-Hersteller Madaus geht gegen Kritiker vor==
Die Biologin Andrea Kamphuis (2001) veröffentlichte in der vergleichsweise auflagenschwachen Vereinszeitschrift 'Skeptiker', vierteljährlich herausgegeben von der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (www.gwup.org), in der 2. Ausgabe 2001 einen Artikel <ref>* Kamphuis A: Sonnenhut in Buchenwald. Alternativmedizinische Forschungsprojekte und Menschenversuche im 'Dritten Reich'. Skeptiker, 14, 52-64, 2001</ref>, der die brauen Vergangenheit des Unternahmens Madaus Pharma im III. Reich u.a. anhand von Echinacea zum Gegenstand hatte. Madaus Pharma, immer noch im Bereich des Vertriebs homöopathischer Mittel, Echinacea-Produkte, Mistelzubereitungen sowie neuerdings auch im Nahrungsergänzungsbereich aktiv, ist ein pharmazeutisches Unternehmen, dass sich bis heute seiner Beteiligung im III. Reich so schämt, dass die Journalisten, die darüber berichten, sofort unter juristischen Beschuss nimmt.
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Die Biologin Andrea Kamphuis (2001) veröffentlichte in der vergleichsweise auflagenschwachen Vereinszeitschrift ''Skeptiker'', vierteljährlich herausgegeben von der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (www.gwup.org), in der 2. Ausgabe 2001 einen Artikel <ref>Kamphuis A: Sonnenhut in Buchenwald. Alternativmedizinische Forschungsprojekte und Menschenversuche im 'Dritten Reich'. Skeptiker, 14, 52-64, 2001</ref>, der die brauen Vergangenheit des Unternahmens Madaus Pharma im III. Reich u.a. anhand von Echinacea zum Gegenstand hatte. Madaus Pharma, immer noch im Bereich des Vertriebs homöopathischer Mittel, Echinacea-Produkte, Mistelzubereitungen sowie neuerdings auch im Nahrungsergänzungsbereich aktiv, ist ein pharmazeutisches Unternehmen, dass sich bis heute seiner Beteiligung im III. Reich so schämt, dass die Journalisten, die darüber berichten, sofort unter juristischen Beschuss nimmt.
    
Dies mag aus Marketingsicht nicht unbegründet sein, denn immerhin saßen im Nürnberger Ärzteprozess auch Vertreter von Madaus Pharma auf der Anklagebank. Aufgrund von Tierversuchen der Firma Madaus zur Behandlung von Phosphorbrandbomben-Wunden mit einem Tetrachlorkohlenstoff und Echinacea-Präparaten hatte ein KZ-Arzt in Buchenwald 1943 grausame Versuche an fünf Insassen vorgenommen. Für diese Menschenversuche ist die Firma selbst nicht direkt verantwortlich, aber wenn der Firmengründer Hans Madaus die SS damals nicht auf diese Tierversuche aufmerksam gemacht hätte, wäre es nicht zur Fortführung der Versuche in Buchenwald gekommen. Ein Dr. Friedrich Koch, Leiter des Madau'schen Biologischen Instituts, der die Tierversuche ursprünglich vorgenommen hatte, hatte 1944 von den Menschenversuchen erfahren und daraufhin ein Manuskript bei einer Fachzeitschrift eingereicht, um sich die wissenschaftliche Priorität zu sichern. Ein Massensterilisationsvorhaben der Nazis mit Pflanzensaft aus Echinacea, den Dr. Gerhard Madaus und Dr. Koch an Ratten und anderen Tieren geprüft hatten, blieb im Planungsstadium stecken, da die Pflanze damals in Deutschland nur mühsam zu kultivieren war und sich weitere, von der SS bei Madaus in Auftrag gegebene Tierversuche zu lange hinzogen (Matthiesen 2002). Da die Verquickung Dr. Gerhard Madaus weder in der eigenen Firmenchronik noch in Dissertationsschriften von Firmenmitarbeitern der heute in Köln operierenden Madaus AG erwähnt ist, sollte man auf das Selbstverständnis der Firma kurz eingehen.
 
Dies mag aus Marketingsicht nicht unbegründet sein, denn immerhin saßen im Nürnberger Ärzteprozess auch Vertreter von Madaus Pharma auf der Anklagebank. Aufgrund von Tierversuchen der Firma Madaus zur Behandlung von Phosphorbrandbomben-Wunden mit einem Tetrachlorkohlenstoff und Echinacea-Präparaten hatte ein KZ-Arzt in Buchenwald 1943 grausame Versuche an fünf Insassen vorgenommen. Für diese Menschenversuche ist die Firma selbst nicht direkt verantwortlich, aber wenn der Firmengründer Hans Madaus die SS damals nicht auf diese Tierversuche aufmerksam gemacht hätte, wäre es nicht zur Fortführung der Versuche in Buchenwald gekommen. Ein Dr. Friedrich Koch, Leiter des Madau'schen Biologischen Instituts, der die Tierversuche ursprünglich vorgenommen hatte, hatte 1944 von den Menschenversuchen erfahren und daraufhin ein Manuskript bei einer Fachzeitschrift eingereicht, um sich die wissenschaftliche Priorität zu sichern. Ein Massensterilisationsvorhaben der Nazis mit Pflanzensaft aus Echinacea, den Dr. Gerhard Madaus und Dr. Koch an Ratten und anderen Tieren geprüft hatten, blieb im Planungsstadium stecken, da die Pflanze damals in Deutschland nur mühsam zu kultivieren war und sich weitere, von der SS bei Madaus in Auftrag gegebene Tierversuche zu lange hinzogen (Matthiesen 2002). Da die Verquickung Dr. Gerhard Madaus weder in der eigenen Firmenchronik noch in Dissertationsschriften von Firmenmitarbeitern der heute in Köln operierenden Madaus AG erwähnt ist, sollte man auf das Selbstverständnis der Firma kurz eingehen.
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Eine der Ursachen für diese fragwürdige Haltung scheint der Umstand zu sein, dass sich der heutige Madaus-Vorstand nicht als direkter Nachfolger der im III. Reich agierenden Firma Madaus empfindet. Nach Matthiesen (2002) erklärte der Vorstand der Madaus AG gegenüber der Kölner Stadtrevue im November 2001, dass die Firma Dr. Madaus & Co. nach dem II. Weltkrieg enteignet worden sei. Rechtsnachfolgerin sei der Volkseigene Betrieb (VEB) Arzneimittelwerke Dresden geworden. Den Wiederaufbau in Köln hätten die Brüder des ehemaligen Firmengründers Gerhard Madaus, nämlich Friedemund und Hans Madaus, im Jahre 1947 begonnen.
 
Eine der Ursachen für diese fragwürdige Haltung scheint der Umstand zu sein, dass sich der heutige Madaus-Vorstand nicht als direkter Nachfolger der im III. Reich agierenden Firma Madaus empfindet. Nach Matthiesen (2002) erklärte der Vorstand der Madaus AG gegenüber der Kölner Stadtrevue im November 2001, dass die Firma Dr. Madaus & Co. nach dem II. Weltkrieg enteignet worden sei. Rechtsnachfolgerin sei der Volkseigene Betrieb (VEB) Arzneimittelwerke Dresden geworden. Den Wiederaufbau in Köln hätten die Brüder des ehemaligen Firmengründers Gerhard Madaus, nämlich Friedemund und Hans Madaus, im Jahre 1947 begonnen.
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Frau Kamphuis wurde vor der Veröffentlichung ihres Artikels 'Sonnenhut in Buchenwald' durch Madaus Pharma abgemahnt und aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Mit dieser Taktik sollte nicht nur die Publikation im Skeptiker, sondern auch in einer größeren Tageszeitung verhindert werden. Eigentliches Motiv für diese Aktion dürfte die schlechte finanzielle Situation der Firma Madaus seit 2001 gewesen sein. Die Firma hatte erfolglos über Jahre versucht, Mistelprodukte und Echinacea-Produkte in den USA auf den Markt zu bekommen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA stuft jedoch die Beimengung von Echinacea-Zubereitungen in Lebensmitteln so ein, dass das Endprodukt zum zulassungspflichtigen Arzneimittel wird. Deshalb scheiterte Madaus mehrfach, solche Produkte in den USA zu plazieren. Man wechselte in letzter Zeit in den Sektor diätetischer Lebensmittel zu medizinischen Zwecken, um wenigstens in Deutschland, das eine viel laxere Rechtslage in diesem Bereich toleriert, Umsätze zu generieren. Auch drohte Madaus eine Firmenübernahme im Jahr 2002, bei der eine schlechte Presse zu schlechtem Image geführt hätte. Offenbar versuchte man in der Marketingabteilung, diese negativen Schlagzeilen durch Einschüchterungsversuche zu vermeiden. Ein solches Verhalten ist leider die Regel in der Szene der 'Naturheilkunde-Pharmafirmen'.
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Frau Kamphuis wurde vor der Veröffentlichung ihres Artikels "Sonnenhut in Buchenwald" durch Madaus Pharma abgemahnt und aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Mit dieser Taktik sollte nicht nur die Publikation im Skeptiker, sondern auch in einer größeren Tageszeitung verhindert werden. Eigentliches Motiv für diese Aktion dürfte die schlechte finanzielle Situation der Firma Madaus seit 2001 gewesen sein. Die Firma hatte erfolglos über Jahre versucht, Mistelprodukte und Echinacea-Produkte in den USA auf den Markt zu bekommen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA stuft jedoch die Beimengung von Echinacea-Zubereitungen in Lebensmitteln so ein, dass das Endprodukt zum zulassungspflichtigen Arzneimittel wird. Deshalb scheiterte Madaus mehrfach, solche Produkte in den USA zu plazieren. Man wechselte in letzter Zeit in den Sektor diätetischer Lebensmittel zu medizinischen Zwecken, um wenigstens in Deutschland, das eine viel laxere Rechtslage in diesem Bereich toleriert, Umsätze zu generieren. Auch drohte Madaus eine Firmenübernahme im Jahr 2002, bei der eine schlechte Presse zu schlechtem Image geführt hätte. Offenbar versuchte man in der Marketingabteilung, diese negativen Schlagzeilen durch Einschüchterungsversuche zu vermeiden. Ein solches Verhalten ist leider die Regel in der Szene der "Naturheilkunde-Pharmafirmen".
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Schadensfälle: vor allem Injektionslösungen führen zu teilweise erheblichen Nebenwirkungen. Gefährdet sind Atopiker/Allergiker sowie Patienten mit AIDS/HIV oder anderen chronischen Krankheiten. Wechselwirkungen mit Monosubstanz-Arzneien sind möglich.
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Schadensfälle: Vor allem Injektionslösungen führen zu teilweise erheblichen Nebenwirkungen. Gefährdet sind Atopiker/Allergiker sowie Patienten mit AIDS/HIV oder anderen chronischen Krankheiten. Wechselwirkungen mit Monosubstanz-Arzneien sind möglich.
Fazit: nutzlos, unwirksam und mit Neben/-Wechselwirkungen behaftet.
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Fazit: Nutzlos, unwirksam und mit Neben/-Wechselwirkungen behaftet.
    
==Quellennachweise==
 
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<references/>
 
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==Literatur==
 
* Arzneimittelkursbuch 2002/03: A.V.I. Berlin, 1508-1509, 2002
 
* Arzneimittelkursbuch 2002/03: A.V.I. Berlin, 1508-1509, 2002
 
* Arznei-Telegramm: blitz-a-t: NEUE STUDIE: ECHINACEA-EXTRAKT BEI ERKÄLTUNG OHNE NUTZEN. 17.12.2002
 
* Arznei-Telegramm: blitz-a-t: NEUE STUDIE: ECHINACEA-EXTRAKT BEI ERKÄLTUNG OHNE NUTZEN. 17.12.2002
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[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]
 
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]
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