Shamballa Armband

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Präsentation eines Shamballa Armbands durch Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm (Bild: dpa/Münchner tz)
Werbung für Shamballa Armband mit ungesetzlichen Behauptungen zu gesundheitsrelevanten Wunderwirkungen

Das Shamballa Armband (Licht der Liebe) ist ein Scharlatanerieprodukt auf dem Esoterikmarkt, welches allein durch seine Anwesenheit und seinen behaupteten "tibetanisch-hinduistischen Ursprung" dem Käufer "Geschlossenheit, Vertrauen und Respekt" verleihen soll. Da zum Produkt gelegentlich in der Werbung auch von einer "inneren Heilung" und einer Schutzwirkung vor Grippeviren, also behaupteten gesundheitsrelevanten Wirkungen, die Rede ist, kann es als ein Beispiel für Heilschmuck angesehen werden. In der Werbung zum Produkt wird – szeneüblich – mit angeblichen prominenten Anwendern geworben. So sollen Paris Hilton, Justin Bieber oder Usher glückliche Shamballa-Träger sein.

Das Armband wurde im Frühjahr 2012 in den deutschen Massenmedien aufgrund der Verwendung bei der deutschen Fußballnationalmannschaft bekannt. Der Juwelier Wempe stellte dazu eine Sonderversion nur für die Nationalmannschaft her, die mit den persönlichen Initialien der Spieler sowie drei Sternchen markiert war. Laut "Antenne Bayern" sollen Bundestrainer Jogi Löw und Teammanager Oliver Bierhoff 2.500 Euro pro Armband für 23 Spieler und eine nicht bekannte Anzahl von Betreuern bezahlt haben.[1] Nationalspieler Philipp Lahm wird in der Münchner tz dazu zitiert:

"Jedes Teammitglied hat eines bekommen. Nicht nur wir, sondern auch die Betreuer. Es soll einfach zeigen, dass jeder für den anderen da ist und soll den Glauben wecken, dass wir was erreichen wollen. Es soll uns das Gefühl vermitteln, dass es nur gemeinsam geht."[2]

Die Verwendung der "Glücksarmbänder" beim DFB war Gegenstand zahlreicher Zeitungsartikel.[3][4][5][6]

Shamballa Armband

Das Produkt Shamballa Armband ist ein Makramee-geflochtenes Perlenarmband mit Kugeln aus verschiedenen, wählbaren Materialien wie Hämatit, Rosenquarz, Achat, Gagat/Hämatit, Onyx oder Amethyst. Je nach verwendetem Material schwankt auch der Verkaufspreis. Das auch als "VIP-Accessoire" bezeichnete Armband kostet im Handel ab 7,99 Euro aufwärts.[7] Chinesische Massenhändler bieten die Armbänder im Internet ab 0,10 US Dollar an.[8] Zahlreiche der zumeist aus China stammenden Hersteller der Armbänder betonen, dass die Billigprodukte "in Handarbeit" gefertigt würden.

Ungesetzliche gesundheitsbezogene Werbung für Shamballa Armbänder

Shamballa Armbändern werden häufig von Anbieterseite (stets positive) gesundheitliche Effekte zugesprochen. Im Einzelfall soll das Armband allein durch die Nähe zum menschlichen Körper einen Schutz vor Grippeviren oder eine "innere Heilung" bewirken (siehe Abbildung rechts). Anbietern derartiger Produkte ist es jedoch ausdrücklich nicht erlaubt, Heilversprechen abzugeben. Es gelten hier die Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes und des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Für die Zulässigkeit gesundheitsbezogener Werbung gelten wegen der besonderen Schutzwürdigkeit der menschlichen Gesundheit strenge Anforderungen an Richtigkeit, Eindeutigkeit und Klarheit, die im Heilmittelwerbegesetz geregelt sind.[9] Die Werbung mit wissenschaftlich nicht nachprüfbaren Wirkungen zur "Heilung" ist gem. §§ 1, 3 UWG unzulässig.[10] In einem Rechtsstreit vor dem Hamburger Landgericht wurde im August 2008 entschieden[11], dass es gemäß §§ 3, 4 Nr. 11, 5 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und gemäß §§ 1 I Nr. 2, 3 S. 2 Nr. 1 HWG (Heilmittelwerbegesetz) irreführend ist, bestimmten Steinen (als Heilsteine) krankheitslindernde und/oder krankheitsheilende Wirkung zuzuschreiben, da es keinerlei Anhaltspunkte dafür gebe, dass die so genannten "Heilsteine" heilende Wirkung entfalten. Insbesondere sei es verboten, für krankheitsbezogen beworbene Mittel/Gegenstände in der Weise zu werben, dass der Käufer therapeutische Wirkungen erwartet, denen das Mittel in Wahrheit nicht gerecht wird oder deren Wirkung nicht hinreichend gesichert ist. [12]

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Quellennachweise