Änderungen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
10 Bytes hinzugefügt ,  15:20, 27. Dez. 2010
Zeile 6: Zeile 6:  
Wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise für die angebotenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es nicht. Auch ist physikalisch und biologisch nicht plausibel, wie die schwachen Magnetfelder im Milli-Tesla-Bereich einen Effekt auf Zellebene haben sollen, wie vielfach behauptet wird.<ref>R. Glaser: Biophysiscs, S. 270ff ("Biological effects of electromagnetic fields"). Springer-Verlag, 2001</ref> Etliche  der Verfahren bleiben deutlich unter dem Grenzwert der 26.&nbsp;BImSchV<ref>[http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_26/ Sechsundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV) vom 16.12.1996]</ref> von 100&nbsp;&micro;T bei 50&nbsp;Hz. Dieser Wert für die magnetische Induktion wird auch bei permanenter Einwirkung als unbedenklich angesehen. In Wohnungen sind dauernde Werte um 1&nbsp;&micro;T nicht ungewöhnlich. Einige der angebotenen Therapiegeräte erzeugen am Körper noch schwächere Felder.
 
Wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise für die angebotenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es nicht. Auch ist physikalisch und biologisch nicht plausibel, wie die schwachen Magnetfelder im Milli-Tesla-Bereich einen Effekt auf Zellebene haben sollen, wie vielfach behauptet wird.<ref>R. Glaser: Biophysiscs, S. 270ff ("Biological effects of electromagnetic fields"). Springer-Verlag, 2001</ref> Etliche  der Verfahren bleiben deutlich unter dem Grenzwert der 26.&nbsp;BImSchV<ref>[http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_26/ Sechsundzwanzigste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV) vom 16.12.1996]</ref> von 100&nbsp;&micro;T bei 50&nbsp;Hz. Dieser Wert für die magnetische Induktion wird auch bei permanenter Einwirkung als unbedenklich angesehen. In Wohnungen sind dauernde Werte um 1&nbsp;&micro;T nicht ungewöhnlich. Einige der angebotenen Therapiegeräte erzeugen am Körper noch schwächere Felder.
   −
Andererseits sind Angaben über Feldstärken von mehreren 10&nbsp;mT, die noch dazu mit Impulsraten von mehreren kHz erzeugt werden sollen, skeptisch zu betrachten. Angenommen, ein "Therapiekissen" besteht im Innern aus einer ringförmigen Drahtspule von 10&nbsp;cm Durchmesser und 100 Windungen. Um in der Spulenebene eine magnetische Induktion von 50&nbsp;mT zu erzeugen (in 5&nbsp;cm Abstand von der Spulenebene würde noch etwa 1/3 dieses Wertes erreicht), müsste durch die Spule ein Strom von etwa 40&nbsp;A fließen. Dies erfordert eine Leistungselektronik mit Kühlung usw., die mit den handlichen kleinen Steuergeräten kaum in Einklang zu bringen ist.
+
Andererseits sind Angaben über Feldstärken von mehreren 10&nbsp;mT, die noch dazu mit Impulsraten von mehreren kHz erzeugt werden sollen, ebenfalls skeptisch zu betrachten. Angenommen, ein "Therapiekissen" besteht im Innern aus einer ringförmigen Drahtspule von 10&nbsp;cm Durchmesser und 100 Windungen. Um in der Spulenebene eine magnetische Induktion von 50&nbsp;mT zu erzeugen (in 5&nbsp;cm Abstand von der Spulenebene würde noch etwa 1/3 dieses Wertes erreicht), müsste durch die Spule ein Strom von etwa 40&nbsp;A fließen. Dies erfordert eine Leistungselektronik mit Kühlung usw., die mit den handlichen kleinen Steuergeräten kaum in Einklang zu bringen ist.
    
Eine Sonderstellung gegenüber den hier beschriebenen Geräten nehmen solche ein, bei denen mit einer Spule von wenigen Windungen (2 - 3), die auf den zu behandelnden Körperteil oder um den Hals des Patienten gelegt wird, impulsartig ein relativ starkes Magnetfeld von bis zu etwa 100&nbsp;mT erzeugt wird. Dazu wird durch die Spule kurzzeitig ein Stromstoß von 1000&nbsp;A und mehr geschickt; die erreichbaren Impulsraten liegen unter 10/Sekunde. Der elektrotechnische Aufwand dafür ist erheblich, die Geräte wiegen bis zu 100&nbsp;kg. Beispiele sind die [[Pap-Imi Therapie]] und [[TheraCell]]. Wissenschaftlich zu nennende Veröffentlichungen zur Wirksamkeit liegen aber auch für diese Verfahren nicht vor.
 
Eine Sonderstellung gegenüber den hier beschriebenen Geräten nehmen solche ein, bei denen mit einer Spule von wenigen Windungen (2 - 3), die auf den zu behandelnden Körperteil oder um den Hals des Patienten gelegt wird, impulsartig ein relativ starkes Magnetfeld von bis zu etwa 100&nbsp;mT erzeugt wird. Dazu wird durch die Spule kurzzeitig ein Stromstoß von 1000&nbsp;A und mehr geschickt; die erreichbaren Impulsraten liegen unter 10/Sekunde. Der elektrotechnische Aufwand dafür ist erheblich, die Geräte wiegen bis zu 100&nbsp;kg. Beispiele sind die [[Pap-Imi Therapie]] und [[TheraCell]]. Wissenschaftlich zu nennende Veröffentlichungen zur Wirksamkeit liegen aber auch für diese Verfahren nicht vor.
81.394

Bearbeitungen

Navigationsmenü