Nina Hagen

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Nina Hagen im Wahlkampf 2009 für "Die Grünen"

Nina Hagen (geboren 11. März 1955 als Catharina Hagen in Ostberlin) ist eine deutsche Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin. Daneben ist sie seit den 1980er Jahren für diverse esoterische Ansichten und Aktivitäten wie z.B. UFO-Theorien bekannt.

Kurzbiografie

Nina Hagen wurde 1955 als Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen und des Drehbuchautors Hans Oliva-Hagen in Ostberlin geboren. Hagens Stiefvater ist der Liedermacher Wolf Biermann.

Nina Hagen wollte in der DDR ursprünglich Schauspielerin werden. Ihr Antrag wurde seitens der Schauspielschule grundlos abgelehnt und beruhte auf dem Vermerk "Verhindern!" des zuständigen Stasioffiziers auf dem Aufnahmeantrag der Dissidentenstieftochter.[1] Darauf sang sie bei einigen Bands in Polen und kam dadurch zum „Orchester Alfons Wonneberg“. Hagen beendete 1974 eine einjährige Gesangsausbildung mit Erfolg und wurde bei einem Konzert von der Gruppe „Automobil“ entdeckt und sofort engagiert. Diese Band wurde später zu ihrer Begleitband. Keyboarder Michael Heubach schrieb das Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“ für sie, das noch heute Kultstatus hat. Eine öffentliche Solidaritätsbekundung für den verfemten Autor und Musiker Wolf Biermann, der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, brachte Hagen ins Abseits, so dass sie im gleichen Jahr die Chance nutzte, in den Westen zu emigrieren. Sie ging zuerst nach Großbritannien und war dort in der Punkszene unterwegs.

Nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik gründete sie im Herbst 1977 zusammen mit den Kreuzberger Musikern Bernhard Potschka, Herwig Mitteregger und Manfred „Manne“ Praeker die „Nina Hagen Band“. Kurze Zeit später überwarf sich die exzentrische Punksängerin mit den vier Musikern, die ihr Unberechenbarkeit und egozentrische Starallüren vorwarfen. In den 1980er und 1990er Jahren machte Nina Hagen durch ihre UFO-Theorien, ihr großes Interesse an Spiritualität und Religionen sowie ihr Engagement für den Tierschutz auf sich aufmerksam. Im März 2000 präsentierte sie, barfuß im seidenen Sari, auf der Bühne des von Räucherstäbchen eingenebelten Berliner Ensembles vor einem Altar mit Opfergaben eine „Indische Nacht“. Aus der Ansprache von Nina Hagen: „Ich bin noch aufgetankt voll guter Energien aus meiner zweiten Heimat. Ich war sechs Wochen oben im Himalaya und habe bei Navaratri im Haidhakan Vishva Mahadham zu Babaji große mystische Sachen gemacht und Kräfte entfesselt, die bei meinem indischen Abend im BE vor einem Jahr noch nicht da waren.“

Seit ihrer Trennung von den späteren Spliff-Musikern im Jahr 1979 wirkte sie neben ihren eigenen Plattenaufnahmen bei unzähligen Projekten mit.

Hagen ließ sich im August 2009 in Schüttorf von Pastor Karl-Wilhelm ter Horst evangelisch-reformiert taufen, nachdem sie sich schon länger zu Jesus Christus bekannte.

Esoterische Aktivitäten

Joachim Bublath verlässt die Sendung "Menschen bei Maischberger", Bildquelle: [2]

Fernsehauftritte

Nina Hagen ist ein beliebter Gast bei Talkshows, die sich mit esoterischen Themen befassen. Bekannt sind dabei ihre heftigen und unangemessenen, teils beleidigenden Reaktionen auf Kritik ihrer Ansichten.

  • In der Talkshow „Menschen bei Maischberger“ vom 6. September 2005 trat Hagen als Wahlkämpferin für die Grünen auf und wurde daraufhin von Jutta Ditfurth für ihre esoterischen Ansichten kritisiert. Dazu äußerte Nina Hagen: „Ich finde es furchtbar, was diese dicke Frau mit mir macht. Jutta Ditfurth ist eine blöde, blöde Kuh. Mit dir werde ich nie wieder reden in der Öffentlichkeit![3]
  • Bei „Menschen bei Maischberger“ erregte Nina Hagen am 30. Oktober 2007 abermals Aufsehen durch ihre Äußerungen und ihr Diskussionsverhalten. In der Sendung zum Thema „Ufos, Engel, Außerirdische – sind wir nicht allein?“ äußerte sie Mitgefühl für von Außerirdischen entführte Menschen, sprach von „satanischem Einfluss“ in der Welt. Sie brachte dabei den Physiker und Wissenschaftsjournalisten Joachim Bublath dazu, das Studio zu verlassen. Er hatte Hagens Äußerungen zur Existenz von Außerirdischen bezweifelt, was diese mit Beleidigungen und Grimassenschneiden quittierte. Moderatorin Sandra Maischberger erklärte schließlich: „Nina, ich habe das Gefühl, dass in deinem Kopf viel durcheinander geht.“ Es sei bedauerlich, dass sie einen Gast verloren habe, "weil du ihn die ganze Zeit angeschrien hast".[4][5][6]

Religionen

Im Sommer 2009 ließ Nina Hagen sich vom Friedenspastor Kalle ter Horst an der niederländischen Grenze nahe der Nordhorn Range, dem Bombodrom des Westens, taufen. Zuvor hatte sie ihren Glauben in einem indischen Ashram gesucht und sich dabei auch dem Hinduismus angenähert. Von ihrem Guru und dessen Gefolgsleuten hatte sie sich vor der Taufe per Rundmail losgesagt, ihn bezeichnet sie nun als „schlimmen Controlfreak“, der sich geradezu auf die Apokalypse freue. Jesus aber habe sie nie verlassen, auch als sie mit einem Mix von Religionen experimentieren wollte.[7][8]

Nina Hagen will eigenen Aussagen zufolge „so keusch wie eine Braut Jesu“ leben. Dazu sagte sie im „Zeit-Magazin“: „Ich habe inzwischen auch verstanden, dass ich keiner irdischen, sexuellen Liebe mehr bedarf“. Sie sehe sich selbst als Nonne, spätestens seit der Geburt ihrer Tochter Cosma, aber auch schon vorher: "Wenn du Nonne bist, ist alles geheiligt. Auch die sexuelle Beziehung.“ Triebe spielten dabei keine Rolle.[9]

Sonstiges

Nina Hagens esoterische Anwandlungen spiegeln sich auch in dem Namen ihrer Tochter wider: Cosma Shiva Hagen verdankt ihren ersten Vornamen einer angeblichen Ufo-Sichtung während der Schwangerschaft. Shiva heißt sie nach der gleichnamigen hinduistischen Gottheit.[10]

Andere Aktivitäten

Tierschutz

Nina Hagen engagierte sich für den Tierschutz. Sie unterstützte z.B. internationale Kampagnen der Tierrechtsorganisation PETA.[11] So ließ sich Nina Hagen im PETA-Kalender 2001 halbnackt abbilden. Sie mimte dabei eine Meerjungfrau, die mit einem großen Fisch aus dem Meer auftaucht.[12]

Im Bundestagswahlkampf 2009 unterstützte Nina Hagen die Partei der Grünen.[13]

Verschwörungstheorien

Auf ihrer Facebook-Seite postete Nina Hagen ihre Meinung zu dem schweren Erdbeben In Japan im März 2011. Neben Bibelsprüchen und Roy-Black-Liedern sind auch verschiedene YouTube-Aufklärungsvideos verlinkt, die von der Verwicklungen der USA in diese Katastrophe berichten. Das von der US-Regierung initiierte HAARP-Projekt, eine Forschungsstation in Alaska, die die Ionosphäre erkundete, soll in Wahrheit ein perfides militärisches Unternehmen unter anderem zur Herstellung „künstlicher Erdbeben“ sein.[14]

Antipsychiatrie

Nina Hagen ist in der jüngeren Vergangenheit mehrfach durch psychiatriekritische Aktionen bekannt geworden. 2013 setzte sich für die Freilassung von Ilona Haslbauer ein, einer bayrischen Psychiatriepatientin, wobei sie den Leiter der behandelnden Klinik persönlich angriff.[15] Mit Haslbauer zusammen nahm sie später die CD „GEDICHTE AUS DER ZWANGSPSYCHIATRIE” auf.[16] Auch nahm sie an einer "Gustl Mollath-Mahnwache" für die Freilassung des gleichnamigen Psychiatrieinsassen teil.[17]

Nina Hagen ist außerdem Schirmherrin der PatVerfü®, einer Aktion des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener.[18] Mit dieser Patientenverfügung soll es angeblich möglich sein, sich einer Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu entziehen (sie ist allerdings unwirksam). Für die Aktion wirkte Nina Hagen auch an der Erstellung eines Werbespots mit, der unter anderem in Kinos ausgestrahlt wurde.

Quellenverzeichnis

  1. Stuttgarter Zeitung zur Autobiographie von Nina Hagen
  2. http://www.welt.de/satire/article1320406/Die_Ausserirdischen_sind_laengst_unter_uns.html
  3. http://www.welt.de/print-welt/article163872/Jutta_Ditfurth_ist_eine_bloede_bloede_Kuh.html
  4. http://www.rp-online.de/gesellschaft/medien/Nina-Hagen-Provokation-als-Prinzip_aid_495764.html
  5. Aufzeichnung der Sendung, Teil 1
  6. Aufzeichnung der Sendung, Teil 2
  7. http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11755910/63369/Nina-Hagen-ist-verliebt-In-Jesus-Aber-nicht.html
  8. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,643210,00.html
  9. http://www.sueddeutsche.de/leben/777/507928/text/
  10. http://www.rp-online.de/gesellschaft/medien/Nina-Hagen-Provokation-als-Prinzip_aid_495764.html
  11. http://www.treffpunkt-umweltethik.de/tip/tierschutz.htm
  12. http://www.spiegel.de/panorama/a-97600.html
  13. http://www.n24.de/news/newsitem_5299956.html
  14. http://www.welt.de/kultur/article12819372/Nina-Hagen-kennt-die-Fabrik-fuer-Erdbeben-in-Alaska.html
  15. http://www.regensburg-digital.de/nina-hagen-und-die-zweite-mollath/16072014/
  16. http://www.tfn-online.de/service/cd/
  17. http://bewegung.taz.de/termine/gustl-mollath-mahnwache
  18. http://www.patverfue.de