Mahuang: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Mahuang''' (''Ma Huang'', Ephedra herba, Ephedrakraut) sind pflanzliche Präparate aus Ephedrakraut und entstammen der [[Traditionelle Chinesische Medizin|Traditionellen Chinesischen Medizin]] (TCM). Sie werden zur Behandlung von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, zur Gewichtsreduktion und als [[Wellness-Mittel]] beworben.
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[[image:Ephedra.jpg|200px|thumb]]
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'''Mahuang''', auch als Ephedra oder Meerträubel bekannt, ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Meerträubelgewächse (''Ephedraceae''). Diese Gattung umfasst etwa 35 bis 60 Arten. Aus Ephedra werden vor allem in der [[Traditionelle Chinesische Medizin|Traditionellen Chinesischen Medizin]] (TCM) pflanzliche Präparate, wie zum Beispiel Tees hergestellt.
  
Mahuang wird aus den getrockneten, unverholzten Stengeln von Ephedra sinica Stapf, Ephedra intermedia Schrenk & C. A. Mey oder Ephedra equisetina BgE. gewonnen. Diese Pflanzen stammen aus der Familie der Ephedraceae. Im Herbst werden die grünen Stengel geerntet und an der Sonne getrocknet.
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==Herstellung==
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Mahuang wird aus den getrockneten, unverholzten Stängeln der Arten ''Ephedra sinica'', ''Ephedra intermedia'' oder ''Ephedra equisetina'' gewonnen. Im Herbst werden die grünen Stängel geerntet und in der Sonne getrocknet. Zur Erzeugung von Mahuang werden verholzte Stängel, Wurzel und fremde Beimengungen entfernt und die Stängel in Stücke geschnitten. Für die Zubereitung Mimahuang werden Mahuang-Stücke geröstet, bis die Arznei bei Berührung nicht mehr klebrig ist.
  
Zur Erzeugung von Mahuang wird die Zubereitung von verholzten Stengeln, Wurzeln und fremden Beimengungen befreit und in Stücke geschnitten. Für die Zubereitung Mimahuang werden Mahuang-Stücke geröstet, bis die Arznei bei Berührung nicht mehr klebrig ist.
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==Anwendungsgebiete==
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Mahuang, auch als 'Mormonentee', Brigham- oder Mexikanischer Tee bezeichnet, wird hauptsächlich in Form von Pillen oder Tees angeboten. Es wird zur [[Entschlackung]] und vor allem zur  [[Fatburner|Schlankheits-]] und Aufputschmittel konsumiert. Man nennt ihn auch MaHuang, Ephedrae herba oder schlicht Ephedrakraut. In der Drogenszene wird Ephedra zusammen mit anderen psychoaktiv wirkenden Pflanzen auch als herbal Ecstasy bezeichnet.<ref>http://www.suchtmittel.de/info/aufputschmittel/000311.php</ref>
  
In der TCM verwendet man Mahuang bei Erkältungskrankheiten, Beklemmungsgefühl in der Brust, Husten und Keuchatmung, Flüssigkeitsretention und Asthma bronchiale.
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In der TCM verwendet man Mahuang bei Erkältungskrankheiten, Beklemmungsgefühl in der Brust, Husten und Keuchatmung, Flüssigkeitsretention und Asthma bronchiale. Ferner wird Mahuang zur Behandlung von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, zur Gewichtsreduktion und als [[Wellness]]-Mittel beworben. Nicht selten wird Ephedra mit anderen pflanzlichen Mitteln kombiniert, wie zum Beispiel [[Guarana]], Koffein und Vitaminen.
  
==Der Weg in die USA==
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Neben dem pflanzlichen Ephedrin gibt es auch synthetisch hergestelltes Ephedrinhydrochlorid oder –sulfat. Diese wird als Arzneimittel gegen Husten und Asthma sowie in abschwellenden Nasensprays oder -tropfen verwendet.
In den USA wird seit Mitte der 1980er Jahre der sogenannte 'Mormonentee' als beliebtes Entschlackungs- und vor allem Gewichtsreduktionsmittel konsumiert. Man nennt ihn auch MaHuang, Ephedrae herba oder schlicht Ephedrakraut.
 
  
==Ephedrine als wichtigste, pharmakologisch wirksame Inhaltsstoffe==
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==Inhaltsstoffe==
Das Kernproblem der Pflanze ist, dass sie z.T. hochwirksame Inhaltsstoffe produziert. Neben einem Anteil von 0,5-3,3% Alkaloiden und zusätzlich unterschiedlichen Anteilen von Gerbstoffen, Saponinen und ätherischen Ölen sind vor allem die Substanzen L-Ephedrin, Pseudoephedrin und Norpseudoephedrin von pharmakologischer Bedeutung. Ephedrin ist ein sog. Symphatomimetikum – eine Substanz, die das sympathische Nervensystem ebenso wie Adrenalin anregen kann. Dabei weiten sich die Pupillen, der Puls schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, die Reflexe werden gesteigert, man atmet schneller, wird unruhig und hat einen trockenen Mund. Gelegentlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt sein, so dass Autofahren zum Risiko wird. Diese dosisabhängigen Nebenwirkungen stellen aber noch nicht einmal das Hauptproblem dar.
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Ephedra-Pflanzen enthalten hochwirksame Inhaltsstoffe. Neben einem Anteil von 0,5-3,3% Alkaloiden und unterschiedlichen Anteilen von Gerbstoffen, Saponinen und [[ätherische Öle|ätherischen Ölen]] sind vor allem die Substanzen L-Ephedrin, Pseudoephedrin und Norpseudoephedrin von pharmakologischer Bedeutung. Die chemische Struktur dieser Phenylethylamine ähnelt der des Adrenalins.
  
Vielmehr sind zwei weitere Eigenschaften des Ephedrakrauts entscheidend, denn sie haben zu seiner starken Verbreitung geführt: Ephredrin sorgt dafür, dass man an Appetitlosigkeit leidet und es erhöht den Kalorienumsatz. Es ist demnach auf den ersten Blick ein tolles Mittel gegen Übergewicht und genau hierfür wird es auch in erheblichen Mengen verkauft. Derzeit spielt sich der Hauptumsatz in den Vereinigten Staaten von Amerika ab. Dort wird es u.a. im Multi-Level-Marketing-Systemvertrieb (MLM) z.T. über das Internet verkauft. Mittlerweile ist Ephedra ein sehr erfolgreicher Teil des Produktangebots eines 15 Milliarden Dollar schweren Phytopharmamarktes geworden. Ein einziges, auch in der BRD bekanntes, MLM-Unternehmen machte mit diesem Mittel nach Angaben der Washington Post im Jahr 2000 allein einen Gesamtumsatz von etwa 2&nbsp;Milliarden Mark (Gugliotta 2000).
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Der Gesamtalkaloidgehalt schwankt  in Abhängigkeit von der Art, der Herkunft und dem Erntezeitpunkt. Er beträgt zwischen 0,5–49 mg/g. Die beiden Hauptalkaloide, Ephedrin und Pseudoephedrin, machen zusammen 70–99 % des Gesamtalkaloidgehaltes im Ephedrakraut aus. <ref>S. Klenow, K.P. Latté, U. Wegewitz, B. Dusemund, A. Pöting, K.E. Appel, R. Großklaus, R. Schumann, A. Lampen: [http://www.bfr.bund.de/cm/350/risikobewertung-von-pflanzen-und-pflanzlichen-zubereitungen.pdf Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen] Bundesinstitut für Risikobewertung, 2012, S. 224</ref>
  
Ephedrakraut wird in Pillen- oder Teeform angeboten und nicht selten als recht harmlos dargestellt, sofern es nicht überdosiert wird. Fragt sich nur, was denn der Normalbereich sein soll. Das American Botanical Council (1991) teilt unter Berufung auf die Deutsche Kommission&nbsp;E, die Monographien von Arzneimitteln veröffentlichte, mit, dass eine Einzeldosis bei einem Erwachsenen 15-30&nbsp;mg Alkaloide (berechnet als Ephedrin) enthält und die Tageshöchstmenge von 300&nbsp;mg nicht überschritten werden sollte. Bei Kindern wurden 0,5&nbsp;mg für eine Einzeldosis bzw. 2&nbsp;mg für die Tageshöchstmenge angegeben.
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==Wirkung==
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Ephedrin wirkt amphetaminähnlich und ist ein so genanntes Sympathomimetikum – eine Substanz, die das sympathische Nervensystem ebenso wie Adrenalin anregen kann. Dabei weiten sich die Pupillen, der Puls schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, die Reflexe werden gesteigert, die Bronchien erweitern sich, die Atemfrequenz steigt, und der Mund wird trocken. Ephedra wirkt zudem zentral erregend und stark entwässernd. Gelegentlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt sein, so dass Autofahren zum Risiko wird.
  
==Nebenwirkungen schon bei relativ niedrigen Dosen==
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Ephedrin wirkt appetithemmend und erhöht den Kalorienumsatz. Es ist demnach auf den ersten Blick ein wirksames Mittel gegen Übergewicht.
Aber schon in der Menge einer Tageseinzeldosis sind bereits ernsthafte Nebenwirkungen zu erwarten. Im New England Journal of Medicine erschien im Jahr 2000 ein umfangreicher Artikel, in dem über eine ganze Reihe von ernsthaft erkrankten Patienten, die ephedrahaltige Pillen eingenommen hatten, berichtet wurde (Haller und Benowitz 2000). Die meisten Nutzer waren älter als 30&nbsp;Jahre gewesen (69%) und in 2/3 der Fälle hatte es sich um Frauen gehandelt. Der Hauptgrund für die Einnahme der Pillen war der Wunsch nach Gewichtsreduktion (59%) und Erzielung einer athletischen Erscheinung (16%) gewesen. Bei den 87&nbsp;Patienten stellten sich 98&nbsp;Nebenwirkungen ein, die kardiovaskulärer (46%), zentralnervöser (18%) oder sonstiger Natur (36%) waren. Neben Bluthochdruck und Herzrasen/-stolpern kam es bei zwei Patienten zu einem Herzinfarkt und bei acht Patienten zum Herzstillstand bzw. zum plötzlichen Herztod. Auch kam es bei 10 Patienten zu Schlaganfällen. Von den 87&nbsp;Patienten verstarben insgesamt 11%, während 15% dauerhafte Schäden zurück behielten. Nur 48% der Betroffenen erholte sich wieder vollständig von ihrer Erkrankung.
 
  
Wer der Ansicht ist, die Betroffenen hätten wohl einfach nur zuviel eingenommen und seien an ihren Leiden selbst schuld, irrt gewaltig. Haller und Benowitz (2000) geben in ihren Tabellen unter genauer Namensnennung der verwendeten Produkte und Tagesdosierungen an, welche Patienten nach welcher Anwendungszeit an welchen Folgen litten. So hatte beispielsweise ein Patient, der einen Herzstillstand erlitten hatte, gerade mal einen Tag lang 21&nbsp;mg Ephedra eingenommen. Andere Patienten mit Herzstillstand hatten 20&nbsp;mg/d über 1&nbsp;Jahr bzw. 60&nbsp;mg/d für 7&nbsp;Monate eingenommen. Ein Schlaganfallpatient hatte zuvor zwei Wochen lang 30&nbsp;mg/d Ephedra konsumiert.
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Ephedrakraut wird nicht selten als recht harmlos dargestellt, sofern es nicht überdosiert werde. Allerdings ist fraglich, welche Dosierung im therapeutischen Bereich liegt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte in der Monographie 1991 zu Ephedra mit, dass eine Einzeldosis bei einem Erwachsenen 15-30&nbsp;mg Alkaloide (berechnet als Ephedrin) enthält und die Tageshöchstmenge von 300&nbsp;mg nicht überschritten werden sollte. Bei Kindern wurden 0,5&nbsp;mg für eine Einzeldosis bzw. 2&nbsp;mg für die Tageshöchstmenge angegeben<ref>http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/ephedrae-herba-ephedrakraut.htm</ref>.
  
Nach Haller und Benowitz (2000) wurden in den USA im Jahre 1999 etwa 3&nbsp;Milliarden Ephedra-Einzeldosen verkauft und ausgehend von einer dreimal täglichen Einnahme über einen 12wöchigen Zeitraum schätzten die Autoren die Konsumentenzahl auf etwa 12&nbsp;Millionen US-Bürger. Wie hoch die Zahl der Patienten mit Nebenwirkungen in dieser Zielgruppe aber wirklich ist, kann derzeit niemand sagen. Gewisse Schätzungen hinsichtlich des Schlaganfallrisikos sind jedoch möglich. Ephedrakraut enthält Phenylpropanolamin, eine Substanz, die auch in anderen Appetitzüglern vorkommt. Das Hemorrhagic Stroke Project, eine von der FDA iniziierte Untersuchung zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Phenylpropanolamin-Konsumenten, ergab für die USA folgendes Ergebnis. Nehmen 107.000&nbsp;Frauen einen derartigen Appetitzügler für drei Tage ein, erleidet eine von ihnen einen Schlaganfall. Da Männer kaum Appetitzügler einnehmen, kann man ihr entsprechendes Risiko nicht berechnen. Fleming (2000) schätzt die Zahl der Fälle, die durch Phenylpropanolaminkonsum Schlaganfälle erleiden, auf 200-400&nbsp;Fälle in den USA pro Jahr. Geht man auf der Basis von Haller und Benowitz (2000), die von einem 60%igen Frauenanteil in ihrer Untersuchung berichteten, davon aus, dass von den 12&nbsp;Mio. US-Bürgern, die Ephedraeinzeldosen benutzen, ebenfalls 2/3&nbsp;Frauen sind, so ist zu erwarten, dass etwa 60-70&nbsp;Schlaganfälle durch den Ephedrakonsum verursacht werden – und diese Schätzung ignoriert, dass die Ephedra-Einzeldosen normalerweise nicht drei Tage, sondern mehrere Wochen eingenommen werden und somit das Risiko um ein Mehrfaches höher sein könnte!
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Da der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ausfällt und zudem noch starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen ist, ist bei der Einnahme von Pflanzenteilen in Form von Tee eine genaue Dosierung schwierig. In vielen Produkten sind höhere als die angegebene Ephedra-Alkaloidmengen enthalten. Dies ergab eine niederländische Studie zur Qualität und gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Ephedrakraut-Produkten für den Verbraucher. In einigen Produkten wurde zusätzlich Koffein gefunden, das die Ephedra-Effekte und damit die Risiken gesundheitsschädigender Wirkungen für den Verbraucher erhöht<ref>http://www.rivm.nl/bibliotheek/rapporten/670220001.pdf</ref>.
  
In Deutschland scheint die Vertriebslage nach geltendem Arzneimittelrecht klar zu sein. Ephedrakraut enthält wirksame Substanzen, also kann das Mittel nicht als Lebensmittel zugelassen werden und auch ein Vertrieb als Nahrungsergänzung erscheint unwahrscheinlich. Fragt sich nur, ob das Kraut der Rezeptpflicht unterliegt oder ob es frei in Apotheken erhältlich ist. Letzteres scheint der Fall zu sein, denn die Arzneimittelkommission wies am 8.&nbsp;September 1998 in der Pharmazeutischen Zeitung (Nr.37) darauf hin, dass Ephedrakraut im Deutschen Arzneimittelbuch (DAB) 1998 monographiert ist und im Handverkauf abrufbar wäre. Zwar weist die Kommission explizit auf die Gefahren des Mittels hin und rief die Apotheker dazu auf, den Handverkauf nur auf Patientenwunsch und dann nur bei monographierten Indikationen durchzuführen, aber kann Apothekenpersonal wirklich die über die vorgesehenen Anwendungsgebiete hinausgehende Ephedraeinnahme unterbinden?
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==Neben- und Wechselwirkungen==
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Ephedrinhaltige Mittel können bei längerer Anwendung zu psychischer Abhängigkeit führen. Es kommt zu einer schnellen Toleranzentwicklung, die durch Konsumpausen wieder zurück geht. Es bestehen Kreuztoleranzen zu Amphetaminen und Kokain.<ref>http://www.pille-palle.net/Pille-Palle/ephedrin.php</ref> Die Kombination mit Koffein scheint das Abhängigkeitspotential zu verstärken. <ref name='docceck'>http://www.docceck.com/de/Ephedrin</ref>
  
Da offenbar Frauen bevorzugt Mormonentee/Ma Huang/Ephedrakraut als Appetitzügler und Männer ihn wohl eher als 'legales Extasy' benutzen, sei darauf hingewiesen, dass Ephedrakraut in den USA seit dem Jahre 1994 über 800 behördlich registrierte Zwischenfälle verursacht hat, die von Bluthochdruck über Kopfschmerzen, Herzanfällen bis zum Tod reichten. Auch sollte bedacht werden, dass Inhaltsstoffe des Ephedrakrauts mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Nimmt man beispielsweise sog. MAO-Hemmer ein, so erhöht dies drastisch die Ephedrinwirkung. Gleichzeitig eingenommene Secale-Alkaloide oder Oxytocin verstärken den Blutdruck erheblich. Ob ein Suchtpotential besteht, ist derzeit unklar. Eindeutig ist, dass ephedrinhaltige Mittel auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees stehen.
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Bereits bei Einnahme einer einzelnen Tagesdosis können ernsthafte Nebenwirkungen auftreten. Auch schwere unerwünschte und zum Teil lebensbedrohliche Wirkungen stehen mit der Einnahme Ephedra-alkaloidhaltiger Nahrungsergänzungsmittel im Verbindung.<ref>S. Klenow, K.P. Latté, U. Wegewitz, B. Dusemund, A. Pöting, K.E. Appel, R. Großklaus, R. Schumann, A. Lampen: [http://www.bfr.bund.de/cm/350/risikobewertung-von-pflanzen-und-pflanzlichen-zubereitungen.pdf Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen] Bundesinstitut für Risikobewertung, 2012, S. 223</ref>
  
Wirksamkeit: Die diversen Inhaltsstoffe (verschiedene Ephredine) sind z.T. massiv kreislaufanregend und steigern die Urinausscheidung.
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Nebenwirkungen sind hauptsächlich Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrhythmusstörungen, Blutdrucksteigerung und bei hoher Dosierung Krampfanfälle und psychische Veränderungen.<ref>[http://www.bfr.bund.de/cd/1007 BgVV und BfArM warnen: Schwere Gesundheitsschäden durch Ephedra-Kraut] Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) 09/2002, 8. April 2002</ref>. In den USA sind bereits mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte erkrankt, mehr als zehn starben an den Folgen<ref>http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf</ref>.
Schadensfälle: es kam in den USA zu teilweise dramatischen Nebenwirkungsfällen bis hin zu Todesfällen.
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Fazit: stark blutdrucksteigerndes Mittel, gefährlich für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Akute Gesundheitsschäden bei Dauerkonsum möglich.
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Im New England Journal of Medicine erschien im Jahr 2000 ein umfangreicher Artikel, in dem über eine bedeutende Zahl ernsthaft erkrankter Patienten, die ephedrahaltige Pillen eingenommen hatten, berichtet wurde<ref>http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000.</ref>. Die meisten Konsumenten waren älter als 30&nbsp;Jahre (69%) und in zwei Dritteln der Fälle handelte es sich um Frauen. Hauptgründe für die Einnahme der Pillen waren der Wunsch nach Gewichtsreduktion (59%) und die Erzielung einer athletischen Erscheinung (16%). Bei den 87&nbsp;Patienten stellten sich 98&nbsp;Nebenwirkungen ein, die kardiovaskulärer (46%), zentralnervöser (18%) oder sonstiger Natur (36%) waren. Neben Bluthochdruck und Herzrasen/-stolpern kam es bei zwei Patienten zu einem Herzinfarkt und bei acht Patienten zum Herzstillstand bzw. zum plötzlichen Herztod, bei weiteren zehn Patienten zu Schlaganfällen. Von den 87&nbsp;Patienten verstarben insgesamt 11%, während 15% dauerhafte Schäden zurück behielten. Nur 48% der Betroffenen erholten sich wieder vollständig von ihrer Erkrankung.
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Dabei treten z.T. lebensgefährliche Nebenwirkungen bereits in geringen Dosierungen und schon nach kurzer Einnahmedauer auf. Haller und Benowitz (2000) geben in ihren Tabellen unter genauer Namensnennung der verwendeten Produkte und Tagesdosierungen an, welche Patienten nach welcher Anwendungszeit an welchen Folgen litten. So hatte beispielsweise ein Patient, der einen Herzstillstand erlitt, nur einen Tag lang 21&nbsp;mg Ephedra eingenommen. Andere Patienten mit Herzstillstand hatten 20&nbsp;mg/d über ein Jahr bzw. 60&nbsp;mg/d für sieben Monate eingenommen. Ein Schlaganfallpatient hatte zuvor zwei Wochen lang 30&nbsp;mg/d Ephedra konsumiert<ref>[http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000]</ref>.
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Das Hemorrhagic Stroke Project, eine von der FDA initiierte Untersuchung zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Konsumenten von Phenylpropanolamin, eine dem Ephedrin in seiner Wirkung sehr ähnliche Substanz, ergab für die USA folgendes Ergebnis: Nehmen 107.000&nbsp;Frauen einen derartigen Appetitzügler für drei Tage ein, erleidet eine von ihnen einen Schlaganfall. Da Männer kaum Appetitzügler einnehmen, kann man das entsprechende Risiko nicht berechnen.
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Fleming (2000) schätzt die Zahl der Personen, die durch Phenylpropanolaminkonsum Schlaganfälle erleiden, auf 200-400&nbsp;Fälle in den USA pro Jahr.<ref>[http://www.nejm.org/content/2000/0343/0025/1886.asp Fleming GA: The FDA, regulation and the risk of stroke. N Engl J Med, 343, 1886-1887, 2000]</ref>
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Geht man auf der Basis von Haller und Benowitz (2000), die von einem 60%igen Frauenanteil in ihrer Untersuchung berichteten, davon aus, dass von den 12&nbsp;Millionen US-Bürgern, die Ephedraeinzeldosen anwenden, ebenfalls 2/3&nbsp;Frauen sind, so ist zu erwarten, dass etwa 60-70&nbsp;Schlaganfälle durch den Ephedrakonsum verursacht werden. In dieser Schätzung ist noch nicht berücksichtigt, dass die Ephedraeinzeldosen üblicherweise nicht drei Tage, sondern mehrere Wochen eingenommen werden und somit das Risiko um ein Mehrfaches höher sein könnte.
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Die Inhaltsstoffe des Ephedrakrauts können auch mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Nimmt man beispielsweise bestimmte Antidepressiva aus der Gruppe der Monoaminooxidase(MAO)-Hemmer ein, so erhöht dies drastisch die Ephedrinwirkung. Gleichzeitig eingenommene Mutterkorn-Alkaloide (Secale-Alkaloide) oder Oxytocin erhöhen den Blutdruck erheblich. Die Kombination von Ephedrin und Acetylsalicylsäure („Aspirin“) kann zu Herzversagen führen.<ref name='docceck'></ref>
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==Vertrieb ==
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Das Ephedrakraut selbst ist in deutschen Apotheken nicht mehr ohne Rezept zu erwerben, da seit der Änderung des Arzneimittelgesetzes (AmG) vom 1. April 2006 sämtliche ephedrinhaltigen Substanzen (inklusive Pflanzenteile) rezeptpflichtig sind.
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Derzeit wird der Hauptumsatz in den USA erzielt. Dort wird es u.a. im [[MLM|Multi-Level-Marketing]]-Systemvertrieb (MLM) sowie über das Internet verkauft. Mittlerweile ist Ephedra ein sehr erfolgreicher Teil des Produktangebots des 15&nbsp;Milliarden Dollar schweren Phytopharmamarktes. In Deutschland wird Ephedra hauptsächlich als Saatgut oder Zierpflanze angeboten.
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==Rechtliche Situation==
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Ephedrin und Pseudoephedrin sind Grundstoffe für die Synthese des in Anlage II des Gesetzes über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz – [http://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/index.html BtMG]) eingetragene Betäubungsmittel N-Methylamphetamin („Crystal“), einer Droge mit hohem Potential für Sucht und körperliche Schäden. Daher wird die Abgabe in Deutschland durch das [http://www.gesetze-im-internet.de/g_g_2008/index.html Grundstoffüberwachungsgesetz] eingeschränkt.
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Vor allem wegen der bronchienerweiternden Wirkung und der damit einhergehenden verbesserten Sauerstoffaufnahme wurde Ephedra vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Dopingmittel eingestuft. Daher ist die Einnahme von Ephedrin im Zusammenhang mit sportlichen Wettkämpfen verboten.<ref>[http://www.wada-ama.org/rtecontent/document/2009_Prohibited_List_ENG_Final_20_Sept_08.pdf The World Anti-Doping Code: The 2009 Prohibited List, International Standard.] S. 7–8.</ref>
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==Weblinks==
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*http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-16241.html
  
 
==Quellennachweise==
 
==Quellennachweise==
* American Botanical Council: Ephedra. Published Jan. 17th 1991. http://www.herbalgram.org/ commission_e/ephedra.html
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<references/>
* Fleming GA: The FDA, regulation and the risk of stroke. N Engl J Med, 343, 1886-1887, 2000, http://www.nejm.org/content/2000/0343/0025/1886.asp
 
* Gugliotta G: Dietary supplement makers flex muscle. $ 15 Billion industry fends off attempts to regulate ephedra over health risks. The Washington Post, Monday, 25th. Dec, 2000 http://washingtonpost. com/wp_dyn/articles/A47922-2000Dec24.html
 
* Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000. http://www.nejm.com/content/haller/1.asp
 
  
{{Paralex}}
 
 
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]
 
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]
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Aktuelle Version vom 16. Juli 2014, 12:29 Uhr

Ephedra.jpg

Mahuang, auch als Ephedra oder Meerträubel bekannt, ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Meerträubelgewächse (Ephedraceae). Diese Gattung umfasst etwa 35 bis 60 Arten. Aus Ephedra werden vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) pflanzliche Präparate, wie zum Beispiel Tees hergestellt.

Herstellung

Mahuang wird aus den getrockneten, unverholzten Stängeln der Arten Ephedra sinica, Ephedra intermedia oder Ephedra equisetina gewonnen. Im Herbst werden die grünen Stängel geerntet und in der Sonne getrocknet. Zur Erzeugung von Mahuang werden verholzte Stängel, Wurzel und fremde Beimengungen entfernt und die Stängel in Stücke geschnitten. Für die Zubereitung Mimahuang werden Mahuang-Stücke geröstet, bis die Arznei bei Berührung nicht mehr klebrig ist.

Anwendungsgebiete

Mahuang, auch als 'Mormonentee', Brigham- oder Mexikanischer Tee bezeichnet, wird hauptsächlich in Form von Pillen oder Tees angeboten. Es wird zur Entschlackung und vor allem zur Schlankheits- und Aufputschmittel konsumiert. Man nennt ihn auch MaHuang, Ephedrae herba oder schlicht Ephedrakraut. In der Drogenszene wird Ephedra zusammen mit anderen psychoaktiv wirkenden Pflanzen auch als herbal Ecstasy bezeichnet.[1]

In der TCM verwendet man Mahuang bei Erkältungskrankheiten, Beklemmungsgefühl in der Brust, Husten und Keuchatmung, Flüssigkeitsretention und Asthma bronchiale. Ferner wird Mahuang zur Behandlung von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, zur Gewichtsreduktion und als Wellness-Mittel beworben. Nicht selten wird Ephedra mit anderen pflanzlichen Mitteln kombiniert, wie zum Beispiel Guarana, Koffein und Vitaminen.

Neben dem pflanzlichen Ephedrin gibt es auch synthetisch hergestelltes Ephedrinhydrochlorid oder –sulfat. Diese wird als Arzneimittel gegen Husten und Asthma sowie in abschwellenden Nasensprays oder -tropfen verwendet.

Inhaltsstoffe

Ephedra-Pflanzen enthalten hochwirksame Inhaltsstoffe. Neben einem Anteil von 0,5-3,3% Alkaloiden und unterschiedlichen Anteilen von Gerbstoffen, Saponinen und ätherischen Ölen sind vor allem die Substanzen L-Ephedrin, Pseudoephedrin und Norpseudoephedrin von pharmakologischer Bedeutung. Die chemische Struktur dieser Phenylethylamine ähnelt der des Adrenalins.

Der Gesamtalkaloidgehalt schwankt in Abhängigkeit von der Art, der Herkunft und dem Erntezeitpunkt. Er beträgt zwischen 0,5–49 mg/g. Die beiden Hauptalkaloide, Ephedrin und Pseudoephedrin, machen zusammen 70–99 % des Gesamtalkaloidgehaltes im Ephedrakraut aus. [2]

Wirkung

Ephedrin wirkt amphetaminähnlich und ist ein so genanntes Sympathomimetikum – eine Substanz, die das sympathische Nervensystem ebenso wie Adrenalin anregen kann. Dabei weiten sich die Pupillen, der Puls schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, die Reflexe werden gesteigert, die Bronchien erweitern sich, die Atemfrequenz steigt, und der Mund wird trocken. Ephedra wirkt zudem zentral erregend und stark entwässernd. Gelegentlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt sein, so dass Autofahren zum Risiko wird.

Ephedrin wirkt appetithemmend und erhöht den Kalorienumsatz. Es ist demnach auf den ersten Blick ein wirksames Mittel gegen Übergewicht.

Ephedrakraut wird nicht selten als recht harmlos dargestellt, sofern es nicht überdosiert werde. Allerdings ist fraglich, welche Dosierung im therapeutischen Bereich liegt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilte in der Monographie 1991 zu Ephedra mit, dass eine Einzeldosis bei einem Erwachsenen 15-30 mg Alkaloide (berechnet als Ephedrin) enthält und die Tageshöchstmenge von 300 mg nicht überschritten werden sollte. Bei Kindern wurden 0,5 mg für eine Einzeldosis bzw. 2 mg für die Tageshöchstmenge angegeben[3].

Da der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ausfällt und zudem noch starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen ist, ist bei der Einnahme von Pflanzenteilen in Form von Tee eine genaue Dosierung schwierig. In vielen Produkten sind höhere als die angegebene Ephedra-Alkaloidmengen enthalten. Dies ergab eine niederländische Studie zur Qualität und gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Ephedrakraut-Produkten für den Verbraucher. In einigen Produkten wurde zusätzlich Koffein gefunden, das die Ephedra-Effekte und damit die Risiken gesundheitsschädigender Wirkungen für den Verbraucher erhöht[4].

Neben- und Wechselwirkungen

Ephedrinhaltige Mittel können bei längerer Anwendung zu psychischer Abhängigkeit führen. Es kommt zu einer schnellen Toleranzentwicklung, die durch Konsumpausen wieder zurück geht. Es bestehen Kreuztoleranzen zu Amphetaminen und Kokain.[5] Die Kombination mit Koffein scheint das Abhängigkeitspotential zu verstärken. [6]

Bereits bei Einnahme einer einzelnen Tagesdosis können ernsthafte Nebenwirkungen auftreten. Auch schwere unerwünschte und zum Teil lebensbedrohliche Wirkungen stehen mit der Einnahme Ephedra-alkaloidhaltiger Nahrungsergänzungsmittel im Verbindung.[7]

Nebenwirkungen sind hauptsächlich Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrhythmusstörungen, Blutdrucksteigerung und bei hoher Dosierung Krampfanfälle und psychische Veränderungen.[8]. In den USA sind bereits mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte erkrankt, mehr als zehn starben an den Folgen[9].

Im New England Journal of Medicine erschien im Jahr 2000 ein umfangreicher Artikel, in dem über eine bedeutende Zahl ernsthaft erkrankter Patienten, die ephedrahaltige Pillen eingenommen hatten, berichtet wurde[10]. Die meisten Konsumenten waren älter als 30 Jahre (69%) und in zwei Dritteln der Fälle handelte es sich um Frauen. Hauptgründe für die Einnahme der Pillen waren der Wunsch nach Gewichtsreduktion (59%) und die Erzielung einer athletischen Erscheinung (16%). Bei den 87 Patienten stellten sich 98 Nebenwirkungen ein, die kardiovaskulärer (46%), zentralnervöser (18%) oder sonstiger Natur (36%) waren. Neben Bluthochdruck und Herzrasen/-stolpern kam es bei zwei Patienten zu einem Herzinfarkt und bei acht Patienten zum Herzstillstand bzw. zum plötzlichen Herztod, bei weiteren zehn Patienten zu Schlaganfällen. Von den 87 Patienten verstarben insgesamt 11%, während 15% dauerhafte Schäden zurück behielten. Nur 48% der Betroffenen erholten sich wieder vollständig von ihrer Erkrankung.

Dabei treten z.T. lebensgefährliche Nebenwirkungen bereits in geringen Dosierungen und schon nach kurzer Einnahmedauer auf. Haller und Benowitz (2000) geben in ihren Tabellen unter genauer Namensnennung der verwendeten Produkte und Tagesdosierungen an, welche Patienten nach welcher Anwendungszeit an welchen Folgen litten. So hatte beispielsweise ein Patient, der einen Herzstillstand erlitt, nur einen Tag lang 21 mg Ephedra eingenommen. Andere Patienten mit Herzstillstand hatten 20 mg/d über ein Jahr bzw. 60 mg/d für sieben Monate eingenommen. Ein Schlaganfallpatient hatte zuvor zwei Wochen lang 30 mg/d Ephedra konsumiert[11].

Das Hemorrhagic Stroke Project, eine von der FDA initiierte Untersuchung zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Konsumenten von Phenylpropanolamin, eine dem Ephedrin in seiner Wirkung sehr ähnliche Substanz, ergab für die USA folgendes Ergebnis: Nehmen 107.000 Frauen einen derartigen Appetitzügler für drei Tage ein, erleidet eine von ihnen einen Schlaganfall. Da Männer kaum Appetitzügler einnehmen, kann man das entsprechende Risiko nicht berechnen.

Fleming (2000) schätzt die Zahl der Personen, die durch Phenylpropanolaminkonsum Schlaganfälle erleiden, auf 200-400 Fälle in den USA pro Jahr.[12]

Geht man auf der Basis von Haller und Benowitz (2000), die von einem 60%igen Frauenanteil in ihrer Untersuchung berichteten, davon aus, dass von den 12 Millionen US-Bürgern, die Ephedraeinzeldosen anwenden, ebenfalls 2/3 Frauen sind, so ist zu erwarten, dass etwa 60-70 Schlaganfälle durch den Ephedrakonsum verursacht werden. In dieser Schätzung ist noch nicht berücksichtigt, dass die Ephedraeinzeldosen üblicherweise nicht drei Tage, sondern mehrere Wochen eingenommen werden und somit das Risiko um ein Mehrfaches höher sein könnte.

Die Inhaltsstoffe des Ephedrakrauts können auch mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Nimmt man beispielsweise bestimmte Antidepressiva aus der Gruppe der Monoaminooxidase(MAO)-Hemmer ein, so erhöht dies drastisch die Ephedrinwirkung. Gleichzeitig eingenommene Mutterkorn-Alkaloide (Secale-Alkaloide) oder Oxytocin erhöhen den Blutdruck erheblich. Die Kombination von Ephedrin und Acetylsalicylsäure („Aspirin“) kann zu Herzversagen führen.[6]

Vertrieb

Das Ephedrakraut selbst ist in deutschen Apotheken nicht mehr ohne Rezept zu erwerben, da seit der Änderung des Arzneimittelgesetzes (AmG) vom 1. April 2006 sämtliche ephedrinhaltigen Substanzen (inklusive Pflanzenteile) rezeptpflichtig sind.

Derzeit wird der Hauptumsatz in den USA erzielt. Dort wird es u.a. im Multi-Level-Marketing-Systemvertrieb (MLM) sowie über das Internet verkauft. Mittlerweile ist Ephedra ein sehr erfolgreicher Teil des Produktangebots des 15 Milliarden Dollar schweren Phytopharmamarktes. In Deutschland wird Ephedra hauptsächlich als Saatgut oder Zierpflanze angeboten.

Rechtliche Situation

Ephedrin und Pseudoephedrin sind Grundstoffe für die Synthese des in Anlage II des Gesetzes über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz – BtMG) eingetragene Betäubungsmittel N-Methylamphetamin („Crystal“), einer Droge mit hohem Potential für Sucht und körperliche Schäden. Daher wird die Abgabe in Deutschland durch das Grundstoffüberwachungsgesetz eingeschränkt.

Vor allem wegen der bronchienerweiternden Wirkung und der damit einhergehenden verbesserten Sauerstoffaufnahme wurde Ephedra vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als Dopingmittel eingestuft. Daher ist die Einnahme von Ephedrin im Zusammenhang mit sportlichen Wettkämpfen verboten.[13]

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.suchtmittel.de/info/aufputschmittel/000311.php
  2. S. Klenow, K.P. Latté, U. Wegewitz, B. Dusemund, A. Pöting, K.E. Appel, R. Großklaus, R. Schumann, A. Lampen: Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen Bundesinstitut für Risikobewertung, 2012, S. 224
  3. http://buecher.heilpflanzen-welt.de/BGA-Kommission-E-Monographien/ephedrae-herba-ephedrakraut.htm
  4. http://www.rivm.nl/bibliotheek/rapporten/670220001.pdf
  5. http://www.pille-palle.net/Pille-Palle/ephedrin.php
  6. 6,0 6,1 http://www.docceck.com/de/Ephedrin
  7. S. Klenow, K.P. Latté, U. Wegewitz, B. Dusemund, A. Pöting, K.E. Appel, R. Großklaus, R. Schumann, A. Lampen: Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen Bundesinstitut für Risikobewertung, 2012, S. 223
  8. BgVV und BfArM warnen: Schwere Gesundheitsschäden durch Ephedra-Kraut Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) 09/2002, 8. April 2002
  9. http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf
  10. http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000.
  11. Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000
  12. Fleming GA: The FDA, regulation and the risk of stroke. N Engl J Med, 343, 1886-1887, 2000
  13. The World Anti-Doping Code: The 2009 Prohibited List, International Standard. S. 7–8.