Der deutschsprachige Begriff Friedensmedizin kann verschiedene Bedeutungen haben. In zeitlicher Folge:

  • Im Zusammenhang mit Kriegszeiten wurde mit Friedensmedizin diejenige Medizin bezeichnet, welche zu Friedenszeiten praktiziert wird. Diese unterschied sich im deutschsprachigen Raum von medizinischer Diagnostik und Therapie während Kriegszeiten.
  • Friedensmedizin im Sinne von "Medical Peace Work" oder "Medizinischer Friedensarbeit" der pazifistischen Organisation IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War - Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V.). Die IPPNW ist ein internationaler Zusammenschluss von Human-, Tier- und Zahnärzten, die sich unter anderem vor allem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzt.[1]
  • Friedensmedizin als Konzept der privaten "internationalen Akademie für Bewusstseins- und Friedensmedizin" von Gerhard Klügl.
  • Friedensmedizin als Synonym für die Germanische Neue Medizin nach Ryke Geerd Hamer. In diesem Sinne wird der Begriff Friedensmedizin als Verschleierung der Germanischen Neuen Medizin des verstorebenen antisemitisch orientierten Arztes Hamer von einem sehr kleinen Personenkreis genutzt. Zu nennen ist die private Heilpraktiker-Lobbyinitiative „Heilpraktiker-Oberland“ mit Sitz in Steingaden in Oberbayern, der als Geschäftsführer der Heilpraktiker Josef Sachsalber vorsteht.

An der Universität Trondheim (Norwegen) wurde ein neuer Studiengang „Friedensmedizin“ mit Fernlehrgang und Diplom entwickelt. Gelehrt wird Violence Prevention und ein Peace Building.

Weblinks

  • www.medicalpeacework.org (IPPNW)

Quellennachweise

  1. Mitteilungen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
    Medizinische Friedensarbeit steht für eine Konzeptualisierung und Akademisierung von gesundheitsberuflichem Friedensengagement. Konkret bedeutet das, dass Ärzte (oft IPPNW-Mitglieder) und andere Fachkräfte im Gesundheitswesen in verschiedenen Ländern daran arbeiten, medizinisches Friedensengagement zu definieren, die Methoden zu erforschen und zu hinterfragen, Erfahrungen und Wissen für alle zugänglich zu machen, und diese an Studenten weiterzugeben.
    Namen, die im Grunde das Gleiche meinen und entsprechende Themen aufgreifen, sind unter anderem "Gesundheit und Menschenrechte", Friedensmedizin und schließlich ‹"Peace through Health" - ein Begriff, der an der McMaster Universität seinen Ursprung hat und im englischen Sprachraum weit verbreitet ist. Auch hinter dem Begriff "IPPNW Akademie" steckt eine ähnliche Idee: IPPNW-Themen wissenschaftlich aufzuarbeiten und sie an die Universitäten zu bringen. Dies ist nicht nur eine Frage von Nachwuchsarbeit, sondern auch von Effektivisierung und Professionalisierung.