Feldprozessor

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Der Feldprozessor (auch Polarisator genannt) ist ein klassisches Scharlatanerieprodukt, das von ihren Anbietern damit beworben wird eine Wirksamkeit gegen den so genannten Elektrosmog zu haben. Eine Wirksamkeit konnte nicht gezeigt werden, ein Anbieter von Feldprozessoren wurde hingegen wegen Betruges verurteilt[1].

Als Erfinder gilt ein Walter Robert Gottfried Kumpe aus Alsfeld.

Feldprozessor

Bei den Feldprozessoren handelt es sich um etwa daumennagelgroße Aluminiumplättchen mit kupferfarbener Folie. Anbieter behaupteten, daß die Produkte in einem Labor in Schottland hergestellt würden. Dabei käme eine Lasertechnologie zum Einsatz um die Plättchen zu programmieren, wie es in der Bewerbung hiess. Tatsächlich wurden die Chips jedoch in Handarbeit auf dem Gelände einer verlassenen Bürstenfabrik bei Alsfeld (Hessen) in einem Mini-Bungalow vom Erfinder mit einer Blechschere aus einer kupferbeschichteten Alufolie geschnitten und anschließend in eine Folie eingeschweißt.

Von derartige Feldprozessoren sollen circa 1000 Stück in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft worden sein.

Von Hessen aus wurden Feldprozessoren von Walter Kumpe für 306 Euro pro Stück bundesweit vertrieben[2].

Untersuchungen und Messungen an Feldprozessoren

Von neutraler Seite durchgeführte Messungen zeigten eine völlige Wirkungslosigkeit der Feldprozessoren[3]. Eine Untersuchung beim ECOLOG-Institut in Hannover zeigte nicht die geringste Wirkung, weder bei hoch- oder niederfrequenten Wechselfeldern.

Der Feldprozessor-Prozess

Ein bereits wegen des Verkaufs unwirksamer Tropfen an Krebskranke verurteilter Mann wurde 2004 wegen mehrfachen Betruges zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er ab 2000 noch während einer Bewährungszeit aus einer früheren Verurteilung die wirkungslosen Feldprozessoren mit krimineller Energie (Zitat Urteil Landgericht) hergestellt und für rund 300 Euro verkauft hatte. Wegen Fluchtgefahr erließ die Wirtschaftsstrafkammer Haftbefehl, so dass der Angeklagte in Handschellen den Gerichtssaal verlassen musste. Wegen des Verkaufs von unwirksamen und nicht zugelassen Tropfen an Krebskranke war der Mann bereits zuvor zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. [4][5].

Als unabhängiger und beauftragter Gutachter zum Feldprozessor war Walter Medinger aus Linz nach Giessen angereist. Medinger war bereits zwei Jahre zuvor als Gutachter in Sachen Gabriel-Chip in Erscheinung getreten. Medinger, der weder Physiker noch Mediziner ist, übernachtete bei der Gelegenheit im Hause seines angeklagten Bekannten, ass dort zu Abend und ließ sich von ihm chauffieren. Im Prozess engagierte sich Medinger wortreich für den Feldprozessor seines Bekannten und erläuterte, nach welchen angeblich komplizierten physikalischen Gesetzen die vom Angeklagten hergestellten Feldprozessoren zur Abwehr von Handystrahlen angeblich wirkten. Eine Menge High-Tech stecke in den Aluminiumplättchen. Bei der Fertigung sei angeblich auch ein Gerät involviert, das Gravitationswellen in Schallwellen umwandelte[6]. Medinger wurde schliesslich vom Gericht wegen Befangenheit als Gutachter abgelehnt, und nach Ansicht des Gerichts basierten seine komplizierten Ausführungen nicht auf etablierten Methoden der Physik.

Quellenangaben

  1. http://www.promed-ev.de/modules/newbb/viewtopic.php?topic_id=210&forum=43
  2. http://www.esmognews.de/news/betruegerunterwegs.htm
  3. Aussage Dr. H.-Peter Neitzke vom beauftragten ECOLOG Institut in Hannover, das Feldprozessoren für die ARD-Sendung plusminus-Test testete: ... "Also keines der von uns untersuchten Geräten hat an den Störfeldern, die wir aus verschiedenen Quellen getestet haben, irgend eine Wirkung hervorgerufen. Weder bei den direkt gemessenen Feldern noch bei den Untersuchungen, die wir an Probanden durchgeführt haben, haben sich irgendwelche Wirkungen gezeigt."
  4. http://www.lawchannel.de/index2_full.php?feed=11073
  5. dpa-Meldung vom 13.10.2004: Verurteilte Scharlatane. Wirkungslose Chips gegen Elektrosmog verkauft - Sechs Jahre Haft
  6. http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/09/gabriel-chip.php