Effektive Mikroorganismen

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Effektive Mikroorganismen (auch oder EM oder EM-Technologie) ist die Bezeichnung für bestimmte Bakterienkulturen enthaltende umstrittene Produkte zur landwirtschaftlichen Bodenverbesserung, Pflanzenbehandlung oder Abfallwirtschaft. Die genaue Zusammensetzung der verwendeten Bakterienkulturen wird vom Herstellerkonsortium geheimgehalten. Allerdings sind mittlerweile viele der eingesetzten Keime inzwischen bekannt geworden und man weiss dass die Kulturen Milchsäurebakterien, Hefen und Nichtschwefelpurpurbakterien in einem unbekannten Mischungsverhältnis enthalten.

Die entsprechenden EM-Produkte werden als Konzentrat kartellartig weltweit vermarktet und von denen einzelenen Grossabnehmern in den einzelnen Ländern wieder verdünnt.

Die Zusammensetzung der Bakterien- und Pilzkulturen und das dahinterstehende Konzept geht auf den Japaner Teruo Higa zurück.



entwickelt wurde und weltweit praktiziert wird.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig (siehe auch EM-Wirkungen)

  1. Landwirtschaft (Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenschutz)
  2. Tierzucht (Verbesserung der Tiergesundheit, Bessere Silage als Futter)
  3. Behandlung von organischen Abfällen und Speiseresten (Herstellung von Bokashi als Dünger)
  4. Reinigung
  5. Bekämpfung von Schimmel
  6. Stärkung der Selbstreinigungskraft von Seen

Die klassische Art der Anwendung erfolgt in Form einer stark verdünnten Brühe von Mikroorganismen, die der Anwender selbst aus einer Urlösung herstellt.

Später kam die EM-Keramik dazu, bei der diese Mikroorganismenbrühe in Ton eingearbeitet werden, der dann gebrannt wird. Es werden sogenannte "Pipes" (kleine Tonröhrchen) für verschiedene Anwendungen vorgeschlagen, aber auch Keramikpulver oder entsprechendes Geschirr. Die Anwendung des Keramikpulvers als Bestandteil einer Zahnfüllung soll besonders vorteilhaft sein.

EM-Produkte werden von zahlreichen Esoterik-Läden und Versandhandlungen im Internet angeboten. Neben den Orginalprodukten, die sich auf Prof. Higa berufen, gibt es diverse Nachbauten, die eine vergleichbare Wirkung beanspruchen und einen ähnlichen Herstellungsprozess (Milchsäuregärung) haben.

Die EM-Szene in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist seit einigen Jahren stark am Wachsen. Der EM e.V. verfügt über zahlreiche Orts- und Regionalgruppen, die regelmäßig offene Veranstaltungen für Interessenten abhalten. Die Vereinszeitschrift EM-Journal stellt erfolgreiche Anwender vor, darunter häufig Betriebe des gewerbsmäßigen Gartenbaus oder aus der Landwirtschaft. Zunehmend auch Hotels, die EM-Produkte in der Gebäudereinigung einsetzen.

Überlappungen zu verschiedenen esoterischen Ideen sind unverkennbar.

  1. Das EM-Journal enthält einen Kalender mit Mondphasen, die zum richtigen Pflanzen geeignet sind (Astrologie)
  2. Der Erklärungsmechanismus für die EM-Keramik (Pipes) benutzt Ideen, die auch für Kristalle oder bei der Homöopathie zur Anwendung kommt. Nach dem Brennvorgang ist es unwahrscheinlich, daß Mikroorganismen überlebt haben. Es können allenfalls ihre Schwingungen überdauert haben.
  3. Die Theorie der Umwandlung organischer Reststoffe stützt sich weitgehend auf ein mystisches Verständnis des Bodenlebens, mit Parallelen zu anthroposophischen Ideen. Das mag aber ein spezifisch mitteleuropäisches Element sein.